Blogger haben keine Ahnung von Wirtschaft ...

Tja, sagt zumindest ein Wissenschaftler von der Fed. Er meint, dass der Wert der meisten Aussagen von Bloggern gegen Null gehen würde. Die Beurteilung der Daten wäre schon wenig hilfreich, weil sich Blogger auf viel zu simple Modelle und Zusammenhänge stürzen würden. Noch viel weniger könne man irgendwelche neuen Erkenntnisse von Bloggern erwarten.

Gerade in den USA macht eine solche Aussage natürlich eine relativ große Welle durch die Blogosphäre. In Deutschland ist der Reaktion vergleichsweise harmlos. Ich habe das Gefühl, dass sich die Teile der Blogosphäre, die ich schätze, auch weniger um diese "Grabenkriege" kümmern, sondern mehr darum, das zu machen, was sie sonst auch machen: Verständlich über Wirtschaftsthemen zu bloggen - zu erklären, nachzudenken, zu reflektieren und mit den Leser darüber zu diskutieren. (Und ab und an gegen die 50 Volkswirte, die das WSJ befragt, auf eine Rezession zu wetten und damit sogar Recht zu behalten (auch wenn ich die Wette dank der Bedingungen verloren haben), siehe Die egghat'sche Rezessionswette (verloren)).

Die Aufgabe der Wirtschaftsblogger, die ich schätze, ist sowieso viel mehr die eines Journalisten als die eines Wissenschaftlers. Daher geht die Kritik des Fed-Menschen mMn völlig am Thema vorbei. Der hätte genauso gut schreiben können, dass man Handelsblatt, Financial Times und Wall Street Journal  abbestellen könne, weil da ebenfalls nicht ausschließlich Volkswirte mit mindestens einem Doktortitel schreiben.

Ganz nebenbei habe ich mich sowieso nie als Wissenschaftler gesehen (ich bin doch nicht größenwahnsinnig). Daher werde ich mich in die Diskussion auch nicht weiter einmischen, obwohl ich es natürlich mit diesem Artikel irgendwie schon getan habe.

Weissgarnix: Blogger verstehen nix von Wirtschaft

Das beste an der Diskussion ist sowieso, dass Thomas Knüwer (ehemals Handelsblatt) mein Blog als lesenswert beschrieben hat:

Indiskretion Ehrensache: Erklär mir die Ökonomie

Kommentare :

  1. Wohin uns Helden wie Kartik Athreya gebracht haben, erleben wir ja zur Zeit. Wahrscheinlich ist das alles so komplex, dass es die hochmögenden Herren selbst nicht mehr verstanden haben.

    An der Stelle noch mal vielen Dank für deine Arbeit hier, das ist wirklich alles gut erklärt und besser als die Volksverdummung in den Massenmedien.

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  2. Danke für das Lob und bitte schön.

    Standardtext:

    Empfehlen Sie mich weiter. Bookmarken sie meine Seiten (del.icio.us/mister-wong.de). Verlinken Sie meine Site. Stellen meine Artikel bei Yigg.de/Shortnews.de/webnews.de ein). Danke!

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  3. Die simplen Zusammenhänge und Modelle sind aber die, die richtig sind.

    Ein Wirtschaftswissenschaftler würde eine Matheaufgabe so darstellen:
    (x-4)³-27 = 0

    Ein Wirtschaftsblogger würde die gleiche Aufgabe so darstellen:

    1-1 = 0

    Wem höre ich da wohl lieber zu? Vor allem dann, wenn das Ergebnis das gleiche ist, glaube ich ja dem, dessen Lösung und Argumentation ich problemlos nachvollziehen kann.

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  4. Ich kann mich Usedomspotter nur anschließen: das was man hier und in anderen Wirtschaftsblogs während der Banken-Kredit-Finanz-Wirtschaftskrise lesen konnte, war allemal besser, geistig flexibler und über den Tellerrand hinausguckend als das Geschreibsel der Mainstreammedien.

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