Zahl des Tages (02.06.10): 90.000.000.000

Die EZB hat Anfang der Woche ihr Update zum Financial Stability Review veröffentlicht. Darin wird von vielen allgemein verbesserten Werten des europäischen Bankensystems berichtet (z.B. den massiv gesunkenen Risikoaufschlägen für die Banken und deren stark gestiegenen Eigenkapitalquoten), allerdings werden die verschlechterten Werte, nämlich die massiv gestiegenen Risikoaufschläge für die Staaten, auch nicht verschwiegen.

Aber zurück zu den Banken. Hier mache ich mir ja schon länger den Spaß und versuche die möglichen Abschreibungen zu tracken. Und da ist seltsamerweise kaum Besserung zu erkennen. Für 2010 erwartet die EZB Abschreibungen auf Kredite und Wertpapiere in den Bankbilanzen der Eurozone von insgesamt

90.000.000.000 (90 Milliarden) Euro.

Das ist nicht wirklich besser als in den Vorjahren, denn die EZB schätzt die gesamten Abschreibungen der 4 Jahren von 2007 bis 2010 auf insgesamt 360 Milliarden Euro.

Jetzt könnte man als Optimist noch einen Rückgang vermuten, aber auch für 2011 schätzt die EZB die Abschreibungen auf 110 Milliarden Euro.

Das ist insbesondere in Hinblick auf die gestern diskutierten "komischen" Abschreibungsregeln bei den spanischen Banken interessant. Beide Nachrichten zusammengenommen kann man sich sicher sein, dass der Großteil der europäischen Banken zwar nicht unmittelbar vom Zusammenbruch bedroht ist, aber doch einige Banken noch vor massiven Problemen stehen und der Druck durch die Abschreibungen auf faule Kredite nicht nachlässt. Das wird noch für einige Verunsicherung sorgen und man kann nur hoffen, dass nicht ein Großteil der faulen Kredite in den eh schon schwachen Ländern anfallen ...

ECB: financialstabilityreview201006en (ab Seite 88 geht's um die Banken und die Schätzungen für die Abschreibungen).

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