Zahl des Tages (04.06.10): 1,1997

Jaja, gekünstelte Zahl des Tages ;-)

Aber wenn mir der Euro schon den Gefallen tut und durch eine runde Marke auf ein neues 4-Jahrestief fällt, muss man das ja ausnutzen ... Kurs des Euro soeben

1,1997 Dollar.

Auslöser heute war Ungarn. Was etwas seltsam ist, denn Ungarn ist nicht einmal Mitglied in der Eurozone. Vielleicht ist den internationalen Anlegern dieses "kleine" Detail auch entgangen.

Aber gut, was will man machen, wenn ein Land in Europa meldet, dass die bisher offiziell gemeldeten Zahlen nicht so ganz stimmen. Da gibt es ein Déja-Vu. Stand die Akropolis nicht in Budapest? Oder in Athen? Da kann man ja schonmal durcheinanderkommen.

FT Alphaville: Not for the forint-hearted…

Naja, auf jeden Fall meldete Ungarn heute, dass die Zahlen über den Zustand der Wirtschaft wohl doch nicht so ganz der Realität entsprechen. Die Märkte fallen natürlich direkt in den Panikmodus und vermuten Korrekturen beim Haushaltsminus wie sie auch Griechenland schon gemeldet hat: Dort hat sich das Haushaltsdefizit von der ersten offiziellen Meldung aus gesehen in etwa verdoppelt. Genaues zur Lage in Ungarn weiss man noch nicht, es wird noch über das Wochenende gerechnet. Das Doppelte wird aber durchaus für möglich gehalten und das wären dann etwa 7,5% des BIPs.

FAZ: Ungarn schürt Schulden-Angst

Vielleicht war der Auslöser aber auch Frankreich. Zum Glück war es dort kein verdoppeltes Haushaltsdefizit (das würde die Eurozone wohl auseinanderfliegen lassen), sondern "nur" ein Politiker. OK, es war nicht irgendein Politiker, sondern der Premierminister Fillon, der gesagt hat, er könne sich die Parität zwischen Euro und Dollar vorstellen ...

Creditwritedowns: French Prime Minister Embraces Parity

Und darüber hinaus gab es noch Gerüchte, dass sich die Société Générale massiv verspekuliert haben soll.

Egal, was es war: Es war kein guter Tag für den Euro ...

Update (05.06.10):

Die hirnigste Begründung hat die FTD:

FTD: Schwacher US-Arbeitsmarkt drückt Euro unter 1,20 Dollar

Der schwache Arbeitsmarkt in den USA drückt die Währung Europas. Häh?

Kommentare :

  1. nun. Es gibt wohl die nicht ganz abwegige Annahme, dass die "großen" Staaten für Ungarn ein ähnlihces Paket schnüren werden wie für Griechenland. Was der Qualität des Euros eben nicht zugute kommt ;)

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  2. Zahl des Tages (04.06.10): 1,1997
    geposted von von egghat am Freitag, Juni 04, 2010
    Jaja, gekünstelte Zahl des Tages ;-)

    Aber wenn mir der Euro schon den Gefallen tut und durch eine runde Marke auf ein neues 4-Jahrestief fällt, muss man das ja ausnutzen ... Kurs des Euro soeben

    1,9997 Dollar.

    du hast da Zahlendreher meinst mit 1,1997 und nicht 1,9997 ^^

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  3. ich bin dann mal fett Euro short

    eggis dicke Finger lass ich ihm gerne vergolden

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  4. Hallo,

    1. Als Grund für den €-Rutsch wurden auch die schlechten Arbeitsmarktzahlen Amerikas genannt. Müsste dann der € nicht steigen (oder zumindest der $ fallen)?

    2. "Parität" ist wohl nicht eindeutig - es kann auch die Kaufkraftparität bedeuten, und die haben wir inzwischen.

    3. Möchte ich auf WGN verweisen, der einen guten Artikel zur Panik um Griechenland hat: http://www.weissgarnix.de/2010/06/03/was-ist-heute-anders-als-1995/

    Gruß,

    Hardy

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  5. Und dann gab es ja auch noch die Meldung, daß der Iran 45 MRD € Devisenreserven in Dollar (!) und Gold umrubeln möchte; inzwischen gibt es dazu auch einen Artikel im Handelsblatt, hier aber ein früherer link:

    http://www.presstv.ir/detail.aspx?id=128744&sectionid=351020102

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  6. Immer auf der Suche nach Gründen? Sind die nicht letztendlich egal? Und in einen fetten Rutsch hinein shorten? Mmmh. Ich denke mal, dass mindestens 98% aller Marktteilnehmer immer steigende Aktienkurse (und damit im Moment auch einen steigenden Euro) sehen wollen. Darunter sind vor allem auch die Regierungen, die Zentralbanken und die Investmentbanken.

    Diese werden jetzt am Wochenende mit Hochdruck daran arbeiten, den Euro zu stützen. China wird erneut sagen dürfen, wie überzeugt sie doch vom Euro sind. Vielleicht werden die Zentralbanken auch eine konzertierte Aktion ankündigen, um den Devisenmarkt "zu stabilisieren" und das "Vertrauen der Anleger wieder her zu stellen".

    Für so etwas eignen sich Wochenenden besonders gut. Und dann viel Spaß mit den Shortpositionen am Montag morgen...

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  7. @Hardy:

    Die Überschrift aus der FTD habe ich zu spät gesehen. Die ist aber so hirnig, dass ich die noch in den Artikel ergänzen musste. Der Euro fällt, weil der US-Arbeitsmarkt schwach war. Häh? Ein solcher Artikel darf nicht durch die Endkontrolle gehen ... Ist schlimmer als 1,99 ;-)

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  8. @Olaf:

    Ich wollte eigentlich nur über Ungarn schreiben und habe den Dollar künstlich drangehängt. Hätte auch (mal wieder) den Goldkurs in Euro nehmen können.

    Der Dollar eignete sich aber schon deshalb, weil ich nach dem ominösen Hedgefondstreffen, bei dem angeblich auf Parität spekuliert wurde, den Dollar besonders beobachte. Dummerweise habe ich den Link im Artikel vergessen ... Der Grill war schon an ...

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