EU fälscht Studien zur CO2-Ersparnis durch Biodiesel

Das Thema Biodiesel und die teilweise nicht vorhandene CO2-Einsparung war schon ein paar mal Thema in meinem Blog (Suche nach Biodiesel).

Zum Beispiel spart die in den USA durchgeführte Umwandlung von Mais in Ethanol fast kein CO2, unter bestimmten Bedingungen ist der Effekt sogar negativ ( die Herstellung von Düngemitteln ist sehr energieaufwändig). Ethanol aus Soja schnitt etwas besser ab und noch etwas besser ist die Herstellung von Diesel aus ölhaltigen Pflanzen z.B. Raps (oder Hanf). Toll waren die CO2 Bilanzen aber auch dort nicht.

Ich bin schon seit einiger fest davon überzeugt, dass die ganze Biodiesel- und Bioethanolförderei nur eine versteckte Agrarsubvention ist.

Das ist aber nichts Neues. Aber dass die Bürokraten in der EU hingehen und die Studien zur angeblichen CO2-Einsparung sogar fälschen bzw. ungewünschte Passagen streichen, finde ich dann schon hart.

Wenn z.B. eine Studie zu dem Ergebnis kommt, dass die Erzeugung von Biosprit aus Soja viermal mehr CO2 erzeugt als die Verbrennung von normalem Sprit aus Erdöl: Einfach streichen!

Oder wenn eine Studie ausrechnet, dass bei der Umwandlung von Waldfläche in Ackerland bis zu 420(!!!) Mal mehr CO2 freigesetzt wird als man nachher pro Jahr auf dieser Fläche einsparen kann? Streichen! Oder Ignorieren.

Es geht kein Weg daran vorbei, dass wir eine andere Energiequellen brauchen. Das wird in ein paar Jahren die Solarenergie sein, weil sie dann die entsprechenden Kostenschwelle erreicht haben wird. Und es kann auch Biodiesel sein, aber nur wenn er aus Anbau auf Flächen stammt, die ohne Dünge- und Pflanzenschutzmittel und Wassereinsatz auskommen kann. Also z.B. Hanf im gemäßigten Klima oder Jatropha in heißeren Gebieten.

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Kommentare :

  1. Also erstens ist die ganze Vorgehensweise schwachsinnig, nicht nur dieser Teil. Wenn Produktion nach China verlagert wird, spart man auch CO2 in Europa. Warum also nicht auch durch Importe von Agrarrohstoffen? Ist doch nur der gleiche Quatsch in Grün. Der Fehler das es keine Gleichbehandlung aller Länder gibt rächt sich halt, und die gerechtigkeitsliebenden Dumpfbacken die es okay finden China und Co. zu bevorzugen (historischer CO2-Ausstoss) tragen die Verantwortung dafür.

    Zweitens ist die Solarenergie in Europa, vor allem in Mittel- und Nordeuropa weit davon entfernt mit konventioneller Energie zu konkurrieren, und daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Alles andere ist nur Propaganda der Solarlobby.
    Wir auf den Kanaren (geografisch Afrika) verbrennen Schweröl bzw. Schiffsdiesel und in Zukunft vielleicht Gas (geplant), neben einigen Windkraftwerken die wir haben, da hier wirklich so gut wie immer Wind da ist. Wir zahlen auch nur etwa 11 cent pro Kilowatt, nicht wie ihr "Schlaumeier" in Deutschland. Solaranlagen lohnen sich auch hier nicht wirklich, ohne Subventionen, mit Ausnahme von Warmwasseranlagen, und die Sonne knallt hier so richtig.

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  2. Dafür haben wir 100.000 Arbeitsplätze in der Solarbranche. (Gut, wir hätten wahrscheinlich 300.000 in den Kneipen, wenn die Leute weniger für den Strom zahlen würden, aber egal ...). Und dann reden wir uns halt ein, dass wir auch in 10 Jahren noch ein führender Hersteller von Solarzellen sein werden und die Welt mit Solarzellen made in Germany überfluten. Die Chinesen lachen sich kaputt ...

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  3. Der Witz ist ja ausserdem noch, dort wo die Sonne knallt lohnt sich vermutlich eher Solarthermie. Nur Gebiete in denen man auch keine grossen Anlagen will oder Gebiete die dünn besiedelt sind brauchen Photovoltaik. Naja und wenns dort Wasser gibt, ist Biomasse vielleicht billiger.

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  4. Naja, Fotovoltaik hat den großen Vorteil, das sie dezentral ist und bei Dachanlagen kein zusätzlichen Flächenbedarf entsteht. Ob dicht oder dünn besiedelt ist fast Wurscht. Hauptsache man muss kein Haus versorgen, dass drei Etagen hat, denn das wird eine Anlage auf dem Dach nie schaffen.

    Ich würde die Fotovoltaik aber auch nicht unterschätzen. Wir in guten Regionen Deutschlands schon deutlich unter 30 Cent pro KWh. In Sizilien munkelt man von 20 Cent. Und das bei einem Preisverfall von über 10% im Schnitt der letzten 10 Jahre mit Beschleunigung am Ende auf etwa 20% jährlich. Ich glaube übrigens auch, dass genau das der Grund ist, nicht weiter zu überfördern. Denn dann würden die Preise noch schneller fallen *und* man könnte mit der gleichen Menge Geld in zwei oder drei Jahren die doppelt oder dreifache Wirkung erreichen ...

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  5. Ach so:

    Klar, wenn es um CO2 gehen würde, könnte man in Deutschland auch weiter bessere Wärmedämmung an Häuser, bessere Heizungen, etc. fördern. Schafft auch Arbeitsplätze und spart (auf den eingesetzten Euro) so unglaublich viel mehr CO2, dass man darüber eigentlich gar nicht diskutieren müsste.

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