TV-Tipp heute Abend um 22(!):45 (ARD): Let's make money

Heute mal nach langer Zeit ein Hinweis auf eine Dokumentation zum Thema Finanzen im Fernsehen, bei der ich das Gefühl habe, dass es sich lohnen könnte ... Und das nicht nur wegen der ungewöhnlichen Länge von 105 Minuten, die im Zapping Zeitalter einem Thema leider nur noch selten eingeräumt wird.

Der Film hat den deutschen Dokumentarfilmpreis 2009 bekommen. Er stammt vom Österreicher Erwin Wagenhofer, der bereits mit We Feed the World - Essen global - Große Kinomomente (DVD bei Amazon) einen relativ bekannten Dokumentarfilm gedreht hat, in dem (u.a.) die Agrarpolitik des Westens erklärt wird, die bekanntlich vor allem auf Kosten der "dritten Welt" geht.

Die ARD hat ein öffentlich-rechtlicher Transusigkeit zwar eine Seite gebastelt, die ein paar interessante Links zum Autoren und Interviews bereithält, aber einen Trailer zum Embedden muss man sich über YouTube besorgen (und der ist wahrscheinlich nicht wirklich legal dort gelandet ...).


Wagenhofer hat seinen Film von einem Werbespruch aus aufgehend aufgebaut: "Lassen Sie ihr Geld für sich arbeiten". Tja und dann kommt die Frage, was passiert eigentlich mit meinem Geld? Und die Frage, woher das Geld eigentlich kommt, geht auch nicht unter.

Man sollte aber von dem Film nicht zu viel erwarten. Er stammt von einem ausgewiesenen Globalisierungskritiker und dieser Aspekt spielt naturgemäß eine viel größere Rolle als ein detailliertes Aufdröseln der Ursachen der Finanzkrise. Es geht eher um die permanente Krise des Kapitalismus.




Mehr Infos auf der Website zum Film: Letsmakemoney.at

Ein Interview möchte ich rauspicken und empfehlen: Deutschlandradio Kultur: "Wir brauchen ein Wirtschaftssystem, das für die Menschen da ist"

Den Film kann man übrigens auch bei Amazon als DVD kaufen: Amazon: Let's Make Money

(Ich habe übrigens trotz viel Suchen keine Gliederung des Films gefunden (Baumwolle kommt vor, der Emerging Markets Guru Mark Moebius kommt vor, die spanische Immobilienkrise auch). Wer zufällig eine sieht, reiche die bitte in den Kommentaren nach. Ich ergänze dann den Artikel ...)

Update (12:57):

Die Film beginnt um 22:45, nicht 23:45! Sorry.

Update (13:01):

Eine positive Kritik auch in der FAZ:

FAZ: Blut klebt auf der Straße

Kommentare :

  1. Ich schaue sowas nur um die Propaganda der Antikapitalisten zu studieren, dazu ist der Film geeignet. Ich sehe aber keine Krise des Kapitalismus. Es gibt viele ungebildete Menschen, ergo ist deren Arbeit billig. Wenn sie keine Arbeit hätten wären sie noch ärmer. Wenn schon, dann ist es eine Bevölkerungskrise.

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  2. Klar, R.E., die Distribution der finanziellen Mittel erfolgt entsprechend des Bildungsgrades. Ergo klug = reich. Und im Umkehrschluß reich = klug.

    In welchem Paralleluniversum gleich noch mal?

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  3. Naja, so einfach ist es auch nicht ...

    Es gibt eine Menge Leute, die für sich selber sorgen konnten, bevor der Westen seine billigen Agrarprodukte über Afrika ausgeschüttet hat und den Menschen dort die Basis für die eigene Existenz geraubt hat.

    Und das ist schon ein Problem des Kapitalismus, denn der Westen hat das Geld (=Kapital) für eine solch unfaire Subvention, Afrika nicht.

    Genauso wie der Bauer den Preisschwankungen der Spekulanten schutzlos ausgeliefert ist. Weil er keine Möglichkeit hat, sich abzusichern (was die Optionsmärkte ja möglich machen würden), weil ihm das Geld fehlt (neben dem kleinen Problem, dass die Kontraktgröße für einen afrikanischen Kleinbauern viel zu groß ist).

    Auch dass inzwischen 90% der zusätzlichen Einkünfte an 10% der Bevölkerung gehen, ist nicht mit "Doofheit" der restlichen 90% zu erklären. Das ist schon ein Problem des Kapitalismus.

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  4. Mein Posting bezog sich auf R.E.

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  5. Hab ihn vor längerer Zeit im Kino gesehen. Durchaus empfehlenswert, auch wenn die üblichen Verdächtigen als Gewährsmänner auftauchen (der bekannte CIA-Hit-Man etc.). Erzählstrang und Bilder zur spanischen Immobilienblase sind aber ziiiiemlich beeindruckend.

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  6. HiHi, jetzt wird´s rekursiv :


    http://egghat.blogspot.com/2010/06/spanien-genauso-wahnsinnig-wie-die-usa.html?showComment=1276541088042#c4422400239994786493

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  7. Übrigens, ich bin nicht reich an Geld. Im Gegenteil. Wenigstens merke ich aber das es billige Propaganda ist, wenn man den Kapitalismus für die Armut der 3.Welt verantwortlich macht.

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