US-Frühindikatoren 07/10: -0,2 (Vm)

Das Minus von 0,2 Punkten war kleiner als befürchtet (-0,3 Punkte wurden erwartet) und ebenfalls positiv: Der Vormonat wurde auf +0,5 Punkte nach oben korrigiert (von +0,4). Negativ allerdings, dass der April von 0,0 wieder auf -0,1 ins Minus rutschte.

Die Jahresrate der letzten 6 Monate errechnet sich nun auf +2,6, was noch cirka die Hälfte des Höchstwerts in dieser Erholung ist.

Aber der "offizielle" Frühindikator ist im Moment ein zweischneidiges Schwert. Denn ein Sub-Indikator, nämlich die Zinsdifferenz verfälscht den Wert schon seit Monaten. Am lange Ende sind die Zinsen immer noch vergleichsweise hoch, am kurzen Dank der niedrigen Leitzinsen extrem tief. Und diese Zinsdifferenz sorgt allein für 0,32 Punkte Plus. Daneben kommt noch ein weiterer Subindikator, der exakt aus der gleichen Ecke kommt, der den zweiten relevanten Beitrag liefert: Das Geldmengenwachstum sorgt für 0,14 Punkte Plus (übrigens nach 0,32 im Mai). Die restlichen drei positiven Werte, die ich eher der "harten" Wirtschaft zuordnen würde, sind mit +0,05, +0,03 und +0,01 schon völlig unwichtig. Die restlichen Werte aus der "harten" Wirtschaft liegen dann auf unverändert (1) oder mehr oder weniger tief im Minus.

Die Leading Indicators sind im Moment also sehr unausgeglichen. Vom Geldmarkt kommen die relevanten Impulse für den Indikator, nur scheinen diese kaum auf die Realwirtschaft durchzugreifen. Liquiditätsfalle à la Krugman? Oder ein anderer Grund à la Weissgarnix (Noch einmal zur Liquiditätsfalle)?

Ich empfehle der Artikel bei Weissgarnix auf jeden Fall, denn er erklärt ziemlich gut, warum die monetären Indikatoren nicht viel bedeuten (auch wenn Krugman und andere "Bastard-Keynesianer" das nicht einsehen wollen).

Aber wer weiss: Vielleicht haben wir auch gar keine Liquiditätsfalle, weil wir gar keine Liquidität haben ... (siehe ZAHL DES TAGES (21.07.10): 16.000.000.000.000)

The Conference Board Leading Economic Index® (LEI) for the U.S. Declines (PDF!)

1 Kommentar :

  1. Die Makroökonomie besteht "nur aus Reihe banalster Selbstverständlichkeiten" (Zitat: Silvio Gesell). Die Frage ist: Warum ist der "Normalbürger" nicht in der Lage, sie zu verstehen?

    Er darf sie gar nicht verstehen, denn solange das Wissen nicht zur Verfügung stand, wie eine Liquiditätsfalle zu verhindern ist, durfte das arbeitende Volk nicht wissen, dass ein nachhaltiges Wirtschaften unmöglich und der nächste Krieg - zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß hochzuhalten - unvermeidlich ist. Anderenfalls hätte das, was wir heute "moderne Zivilisation" nennen, gar nicht erst entstehen können.

    Die gezielte Programmierung von Untertanen zur Anpassung an eine noch fehlerhafte (kapitalistische) Makroökonomie nennt sich Religion (Rückbindung auf einen künstlichen Archetyp):

    http://www.deweles.de/willkommen/cancel-program-genesis.html

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