Zahl des Tages (22.07.10): 8,9

Ok, diese Zahl ist wirklich gesetzt für die Zahl des Tages ...

Heute gab es wieder aktuelle Zahlen zum US-Immobilienmarkt und zwar eine wichtige: die Verkäufe existierender Immobilien (kennt eigentlich jemand eine gute Übersetzung für "existing home sales", denn eigentlich ist existierend ja blöde, denn imaginäre Häuser verkaufen selbst die Hypothekenhaie in den USA nicht ;-) Gebrauchte Immobilien ist aber auch irgendwie blöde ...).

Zurück zum Thema: Die Anzahl der verkauften Immobilien ist - wie es auch zu erwarten war - im Juni 2010 nach dem Auslaufen der Steuergutschrift Ende April gesunken. Im Vergleich zum Vormonat ging die Zahl um 5,1% auf annualisiert 5,37 Millionen Einheiten zurück. Gegenüber Juni 2009 ist noch ein Anstieg von 9,8% zu verzeichnen.

Der Anteil der Erstkäufer (die als einzige Zugriff auf die Steuergutschrift hatten) sank leicht um 3 Punkte auf 43%. Es liefen also auch im Juni wohl noch einige verzögerte Käufe, die ursprünglich aus dem April stammen, in die Statistik ein, denn hier sind eher Werte von 30 oder 35% normal.

Vernünftige Prognosen lassen sich aus der Meldung der NAR aber erst ableiten, wenn man die Umsätze in Beziehung zu den Lagerbeständen setzt. Je höher der Lagerbestand, desto schlechter die künftige Preisentwicklung. Die Anzahl der offiziell zum Verkauf stehenden Häuser wird mit 3,99 Millionen gemeldet, ein Plus von 2,5% gegenüber dem Vormonat.

Eine noch aussagekräftigere Zahl bekommt man, wenn man die aktuellen Umsätze und den Lagerbestand ins Verhältnis setzt und schaut, wie lange es bei angenommenen stabilen Umsätzen dauert, bis der Lagerbestand (theoretisch) abgetragen ist. Dieser mMn wichtigste Wert ist im Juni durch die gesunkenen Umsätze und den gestiegenen Lagerbestand direkt von zwei Seiten unter Druck gekommen und von 8,3 Monate im Mai auf

8,9 Monate

im Juni gestiegen.

Den Zusammenhang zwischen hohem Lagerbestand (in Monatsumsätzen) und der Preisentwicklung kann man schön in einer Grafik bei Calculated Risk ablesen:

Calculated Risk: Existing Homes: Months of Supply and House Prices

Nach dem Auslaufen der Steuergutschrift droht für Juli ein weiterer Einbruch der Hausverkäufe und dann wäre es nicht einmal wirklich überraschend, wenn der Lagerbestand in Monaten wieder zweistellig ist. Das wäre dann ein sonnenklares Zeichen für wieder kräftig sinkende Immobilienpreise.

Standarddisclaimer: Meine Immowette gewinne ich trotzdem :-)

Die Meldung mit vielen schönen Grafiken (es gibt immer noch ein zweites Posting mit dem Lagerbestand dort, das reiche ich dann nach):
Calculated Risk: Existing Home Sales decline in June

Oder direkt von der Quelle:
NAR: Existing-Home Sales Slow in June but Remain Above Year-Ago Levels

Kommentare :

  1. Gute Idee. Haste das schon mal in dem Zusammenhang gelesen?

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  2. Ja, ich habe das gelesen. Bestandsimmobilien werden auch Altbau-Immobilien genannt.

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  3. OK, dann werde ich den Begriff ab jetzt benutzen. Danke!

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  4. Thomas Müller23 Juli, 2010 15:40

    Ja, ich bin im weitesten Sinne in der Immobilienbranche (genauer bei den bösen MBS) beschäftigt. Bestandsimmobilien ist der gängige Begriff.

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  5. Ich dacht immer, dass Bestandsimmobilien bedeutet, dass man die im Bestand hat, also quasi "meine" sind und nicht dass das "gebrauchte" sind.

    Mal wieder was gelernt :-)

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  6. Ach so: Nehme an der Thomas Müller von weissgarnix, oder?

    Egal: Herzlich willkommen!

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