Zahl des Tages (06.08.10): 7,4%

Nochmal mein Lieblingsthema ... Die Solarsubventionen und Solarschulden ...

Nach der Senkung der Einspeisevergütung habe ich ja bereits versucht, die Solarschulden neu zu berechnen (ZAHL DES TAGES (09.07.10): 4), wobei man diese Rechnung auch schon wieder aktualisieren müsste, denn es sind im ersten Halbjahr nicht wie geschätzt 6,5 GWp installiert worden, sondern "nur" 3,8 GWp ("NUR" 3,8 GIGAWATT ZUSÄTZLICHER FOTOVOLTAIKLEISTUNG IM 1. HJ 2010).

Fehlt noch eine neue Renditerechnung (s. hier: ZAHL DES TAGES (01.02.10): 7,12%). Sind die Renditen für Solaranlagen wirklich so eingebrochen, dass jetzt niemand mehr eine Anlage kauft? Steht die Fotovoltaikbranche vor dem Zusammenbruch? Ich glaube nicht daran, weil die Kürzung der Förderung nur das ausgleicht, was die sinkenden Preise für Solarzellen ermöglicht haben ...

Gut, dass die Stiftung Warentest neu gerechnet hat ...

Selbst in den sonnenärmsten Regionen Deutschlands (NRW, Niedersachsen) kann man mit einer guten Solaranlage 800 bis 850 KWh und einem Anschaffungspreis von 3.000 Euro je KW Leistung schon Renditen von um die 5% bekommt. Und das ist quasi der Worst Case. Denn man bekommt Anlagen heute deutlich günstiger. Selbst beste "Made in Germany" Topqualität von z.B. Aleo Solar (inzwischen zu Bosch gehörend) gibt Angebote im Bereich von 2.750 Euro je KWh ab (siehe Photovoltaikforum). Und die Einstrahlung ist in großen Teilen Deutschlands eben auch höher. Im südlichen Drittel Deutschlands und auch auf Rügen/Usedom liegen die Werte über 950, teilweise über 1000. Bei 950 und 2.800 Euro errechnen sich schon

7,4%

Rendite. Wie gesagt, keine utopische Zahl, sondern ein Wert, der mindestens in einem Drittel der Bundesrepublik leicht zu erreichen ist. Nehme ich eine noch besser geeignete Region (1.000) und eine preiswertere Chinaanlage (2.600 Euro) werden die Renditen schon wieder zweistellig.

FAZ: Als Geldanlage weiter top
Stiftung Warentest: Als Geldanlage weiter top


Und bis jetzt habe ich noch nix, aber auch gar nix optimiert. Denn es gibt ja noch eine spannende Änderung in der Einspeisevergütung. Der Eigenverbrauch wird jetzt stärker gefördert, so dass der Eigenverbrauch (unter Berücksichtigung des gesparten Stromverbrauchs) mehr Geld bringt als die simple Einspeisung (die bisher üblich war). Außerdem kann man dann durch steigende Strompreise noch Extra-Rendite mitnehmen. Bei einem angenommenen Eigenverbrauch von 50% (der mir allerdings etwas hoch erscheint) und einem jährlichen Strompreisanstieg von 3% (was ich allerdings zu niedrig finde), steigen die Renditen deutlich: Aus dem konservativen 5-Prozenter von oben wird ein 7-Prozenter, aus den 7,4% werden 9,56% und aus dem knapp zweistelligen Optimalszenario werden satte 12,48%.

Und jetzt könnte ich die Rendite noch hebeln, in dem ich die Anlage nicht komplett aus dem Cash finanziere, sondern teilweise über einen Kredit (mit lächerlichen Zinsen von etwa 3%) bei der KfW. Und berücksichtige noch die Steuervergünstigen, die alle ziehen können, die das Gebäude gewerblich nutzen (also auch alle Miethäuser). Auch der Steuereffekt scheint in der Warentest-Rechnung nicht drin zu sein.

Tschuldigung, aber bei diesen Bedingungen wird es keinen Nachfrage-Einbruch bei Solarmodulen geben. Es lohnt sich immer noch ...

Dass die Spanier ebenfalls reagieren und die Förderung teilweise um 45(!)% auf 25 Cent/KWh (Freiflächenanlagen) senken, ist nachvollziehbar. Dachanlagen werden aber schonender behandelt, dort geht es "nur" 25% nach unten. Außerdem soll die Zeitdauer der Vergütungsgarantie von 30 auf 25 Jahre gekürzt werden (frecherweise auch für Altanlagen). Aber auch diese Kürzungen werden nicht ausreichen, um den Markt crashen zu lassen. Dazu muss man nur mal kurz auf die Karte für Spanien klicken und sieht schnell, dass die Sonneneinstrahlung in Spanien deutlich höher ist (welch Überraschung!) und daher auch eine 20% niedrigere Vergütung als hierzulande den Markt nicht zerstören wird. Die Sonne scheint in Spanien einfach so viel häufiger und kräftiger ...

Telepolis: Spanien kürzt drastisch die Einspeisevergütung für Solarstrom (seltsame Wortstellung, oder?)

Naja, auf das ganze Förderchaos musste natürlich irgendwann auch die EU reagieren. Die Erneuerbare Energien Branche geht reflexartig in Abwehrhaltung (Jede Angleichung wäre eine Verschlechterung). Aber ich erwarte einen Kompromiss in Brüssel sowieso erst in ein paar Jahren, wenn die Fotovoltaik selbst im vergleichsweise sonnenarmen Deutschland die Netzparität erreicht hat (also die Kosten unter 20 Cent je KWh gefallen sind). Und dann wird es zunehmend egal, was in Brüssel entschieden wird. Denn wenn man Strom für weniger Geld erzeugen kann als man beim Einkauf bezahlen muss, sinkt die Bedeutung der Vergütung drastisch.

FTD: EU will Ökostrom regulieren

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