Zahl des Tages (26.08.10): 346

Eine ganze Menge los war während meines Urlaubs im Fall Irland. Also kapitalmarkttechnisch. Irland hat erfolgreich eine Anleihe platzieren können, was dann auch durchaus als Erfolg gewertet wurde:

FTD: Irland besteht Lackmustest am Kapitalmarkt

Die Platzierung klappte trotz großer Unsicherheit und der Erwartung eines Haushaltsdefizits in Höhe von 20% des BIPs zuvor:

FTD: Irland wird zur Last für den Euro

Ob allerdings eine Platzierung der Anleihen mit derart hohen Risikoaufschlägen als Erfolg gewertet werden kann, ist fraglich. Nicht nur S&P sieht Irland kritisch (S&P STUFT IRLAND AUF AA- HERAB), auch die CDS Märkte und vor allem die Anleihemärkte sehen Irland äußerst kritisch.

Der Renditeabstand zwischen zehnjährigen Staatsanleihen aus Deutschland und Irland ist heute auf

346

Basispunkte gestiegen. Das ist deutlich höher als der höchste Wert in der Finanzkrise. Auch der absolute Zins für die irischen Anleihen liegt mit 5,6% wieder in der Nähe der Tops. Dass der Abstand so stark gestiegen ist, liegt also zum großen Teil am Rückgang der deutschen Zinsen.

Das absolute Niveau der irischen Zinsen könnte inzwischen so hoch sein, dass die Iren sich nicht mehr an der Finanzierung des Euro-Rettungspakets beteiligen müssten. Es gibt im Rettungspakt eine Klausel die besagt, dass ein Staat aussteigen kann, wenn er selber höhere Zinsen an den Kapitalmärkten zahlen muss als Griechenland an Zinsen zahlt.

Diese Information wurde heute rumgereicht, ich weiss aber nicht, ob das wirklich stimmt, denn die Zinsen für die kürzeren Laufzeiten irischer Anleihen liegen deutlich tiefer als die 5,6% bei den Zehnjährigen. Die zweijährigen Anleihen liegen zum Beispiel bei etwa 3,3%. Das müsste noch unter dem Niveau sein, das Griechenland bezahlen muss.

Trotzdem ist der Anstieg der Risikoaufschläge für Irland alles andere als beruhigend ...

Kommentare :

  1. Hat nichts mit dem Post zu tun, aber irgendwie fand ich keine email:

    http://blogs.telegraph.co.uk/finance/ambroseevans-pritchard/100007427/spain-uses-social-security-fund-to-prop-up-the-bond-market/

    ciao

    Andreas

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  2. Hat auch nichts mit dem Post zu tun, aber die tumblr-Posts kann man nicht kommentieren und auch ich fand keine e-mail.

    Also Re:http://egghat.tumblr.com/post/1018994897/dgb-cehf-sommer-fordert-kohle-statt-atom :

    Das ist natürlich verkürzt zitiert, Sommer sagt nur, dass Kohle als *Brückentechnologie* besser geeignet ist und daran is mMn einiges dran, gerade *weil* Kohle nicht den Anspruch haben muss, in die Zukunft zu führen: Nämlich ist Atomkraft eine wesentlich weniger ausgereifte Technologie, deren Betrieb nach wie vor quasi experimentell und in weniger großem Maßstab abläuft. Es macht sicherlich Sinn, wenn man die Brücke von einer Stelle aus baut die sehr gut verstanden und durchgespielt ist (wieviele Kohlekraftwerke, bzw. Heizkessel+Turbinen gibt es in Deutschland?), als von einer Stelle die relativ schlecht operativ genutzt ist (17 AKWs in Deutschland).

    Gruß, t. baumann

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  3. @Andreas: Link zum Artikel für's Lesen zurückgelegt. Allerdings ist das vom Anlesen her nicht sooo ungewöhnlich. Die Rentenkassen (und auch die privaten Altersvorsorger wie z.B. die Allianz) kaufen naturgemäß immer vorrangig Anleihen des Heimatlandes.


    @TBaumann:

    Habe die Kommentare wieder angeschaltet, die sind wohl bei irgendeinem Designupdate über den Jordan gegangen.

    Was den technischen Aspekt angeht, stimmt das natürlich irgendwo. Allerdings steht da nix von Technik, sondern von CO2 ... Und da ist die Kohle dem Atomstrom nun mal wirklich nicht überlegen ..

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