18 Mrd. € gegen den Yen (oder in den Sand ...) gesetzt

Die 18 Mrd. Euro finde ich irgendwie die bessere Angabe (wer hat schon Yen-Kurse im Kopf und kann die 2.000 Mrd. Yen schnell umrechnen?).

Ob die Interventionen was nützen? Die Schweizerische Notenbank hat bei 1,50 gegen den Schweizer Franken interveniert. Danach ging es doch nochmal bis auf 1,30 zum Euro bzw. auf Parität (war auch mal Kandidat zur ZdT) zum Dollar runter (= stärkerer SFr). Die SNB hat bei den Interventionen also viel Geld verloren (die Summe war auch mal ein Kandidat für die Zahl des Tages).

Und in Japan? 18 Mrd. bei einem täglichen Handelsvolumen an den Devisenmärkten von 4 Billionen (war auch mal Kandidat für die ZdT)? Ich weiss nicht, wie lange das hilft.

<Beginn mistiger Abschnitt>
Ich verstehe sowieso nicht, woher das Geld nach Japan strömt. Vor ein paar Jahren war das klar: Die Zinsen in Japan waren seit langer Zeit auf Niedrigstniveaus. Daher haben sich alle (selbst der Hausbauer in Island oder Lettland!) in Yen zu Niedrigzinsen Kredite besorgt und dann investiert, konsumiert oder einfach nur höher verzinslich angelegt. Nun sind die Zinsen in den USA und Europa aber ebenfalls niedrig, wenn auch nicht ganz so niedrig wie in Japan.

Vielleicht reicht die Zinsdifferenz immer noch für massive Carrytrades aus. Habt ihr eine Erklärung?

<Ende mistiger Abschnitt>

Intervention: Japan verkauft 2000 Mrd. Yen an einem Tag | FTD.de

FAZ Kommentar zur Intervention: Yen-Wechselkurs: Die Intervention - Der Kommentar - Finanzen - Investor - FAZ.NET

FAZ Nachricht: Wechselkurse: Japan interveniert am Devisenmarkt - Hintergründe - Wirtschaft - FAZ.NET

Tagesschau: Japan bremst den Yen-Höhenflug | tagesschau.de

P.S.

Bis jetzt hält die Wirkung der Intervention:

Update (17.09.10):

Ihr habt Recht. Ich hatte einen Knoten im Kopf. Natürlich treibt das Eingehen von Carry-Trades in einer (Fremd-)Währung diese Währung nach unten (auf dem internationalen Markt ist ja mehr Fremdwährung vorhanden als vorher) und das Auflösen des Carry-Trades diese Währung nach oben (Angebot an Fremdwährung reduziert sich).

Vergesst das Posting (also den markierten Teil), war Mist. Danke für die Kommentare btw.

Kommentare :

  1. Die Japaner lösen Ihre Auslandsvermögen auf...

    Der Carry lohnt sich nimmer

    Und da ist ne Menge Geld um den Globus verstreut..
    Auch die ganzen Pensionsfonds

    Und anscheinend traut man Japan zu besser zu überleben als die USA-trotz 200 % Staatsverschuldung

    AntwortenLöschen
  2. Eine Zentralbank kann doch immer Geld drucken & Fremdwährung gegen eigene aufkaufen. Hier gibts nicht viel zu verlieren... Schlimm ist es, wenns andersrum nicht mehr geht (z.B Osteuropa in den 90er).

    AntwortenLöschen
  3. Es ist ja bekannt, dass wir uns in einem weltweiten Deleveraging-Prozess befinden, der wohl noch einige Jahre anhalten wird. In der Vergangenheit wurde Leverage hauptsächlich über den zinsgünstigen Yen aufgenommen, was den Yen noch weiter verfallen (siehe EUR/YEN-Entwicklung von 2000-2008)ließ.

    Seit der Lehman-Krise legt der Yen wieder den Vorwärtsgang ein. Durch massive Auflösungen von Carrytrades entsteht Nachfrage nach dem Yen und der Kurs explodiert. Eine Ende ist m.E. noch lange nicht abzusehen, da sich mittlerweile viele andere Währungen genauso gut zur (billigen) Kreditaufnahme eignen...

    AntwortenLöschen
  4. Anonym, 17:05 Uhr:

    Genauso sehe ich das auch, exakt beschrieben.

    Allein die Aussicht auf Basel III wird diese Entwicklung weiter anheizen. Das Schliessen eines Carry Trades bedeutet eine Risikoreduktion in der Bankbilanz, welche wiederum hilft, Eigenmittel zu sparen.

    @KBX: Es stimmt - eine Nationalbank kann immer Geld "drucken"/schöpfen. Diese Aussage stammt aber aus dem Bereich der Binnenfinanzierung.

    Wenn sie damit Fremdwährung kauft, muss sie jedoch die Fremdwährung in die Aktiva der eigenen Bilanz aufnehmen und je nach FX-Kursentwicklung auch Verluste buchen. Und in dem Punkt ist die Bilanz einer Zentralbank genauso strapazierfähig wie die einer anderen Bank - sie muss positives Eigenkapital ausweisen. Daher ist die Zentralbank auch kein grosses schwarzes Loch, in dem alles Ungute der Welt versenkt werden könnte - eines Tages kommt alles von dort zurück; füher oder später.

    lg - urriegel

    AntwortenLöschen
  5. Aber ist nicht genau anders herum? Das Aufnehmen eines Kredits in einer Fremdwährung (also der Beginn eines Carry-Trades) sorgt für Nachfrage der Fremdwährung? Weil ich in dem Moment meinen Dollar/Euro abgebe und den Yen nachfrage?

    Zumindest habe ich das so verstanden und wenn man sich die Währungen anschaut, erklärt das ja gerade die Kursentwicklung: Yen ist stark, obwohl die Zinsen niedrig sind.

    AntwortenLöschen
  6. Was mir auffällt: sowohl der Yen als auch die Schweizer Franken sind extrem stark geworden.

    Kann es sein, dass gerade die ganzen billigen Yen und CHF Kredite zurückgezahlt werden, d.h. die Schuldner müssen die entsprechende Währung kaufen?

    Bei den aktuellen € und $ Zinsen lohnt sich ein Kredit in CHF oder Yen ja nicht mehr wirklich.

    Wäre das eine Erklärung?

    AntwortenLöschen
  7. @egghat:

    Leider nein - gerade umgekehrt. Der Japaner hat seine Yen bei seiner Bank gebunkert. Die verleiht mir (über meine Bank) diese Yen als Yen-Kredit. Da ich aber bei uns in Yen nicht bezahlen kann, brauche ich Euro. Ich verkaufe daher die Yen aus dem Kredit gegen Euro. -> Auf den Fremdwährungsmärkten wird dadurch das Yen-Angebot erhöht und der Yen fällt (bzw. zur Verwirrung: Der Kurs steigt z.B. von 107 Yen pro EUR auf 108 Yen pro EUR). Gleich verhält es sich, wenn ich die Yen-Kreditsumme in EURO konvertiere um eine EURO-Anlage zu kaufen.

    Wenn ich jetzt den Carry-Trade auflösen möchte, bedeutet dies, dass ich YEN beschaffen muss um meinen YEN-Kredit zurückzuzahlen. Ich frage daher auf den Fremdwährungsmärkten nach YEN nach, was den YEN (so wie in letzter Zeit eben) steigen lässt bzw. den Kurs eben von z.B. 108 auf 107 YEN pro EUR sinken lässt.

    lg - urriegel.

    AntwortenLöschen
  8. @Anonym 12:00 Uhr.

    Ich glaube auch, dass dies die Fremdwährungsentwicklung auslöst - Auflösung von Carry Trades.

    Die Differenz zwischen €/$-Zinsen und Y-Zinsen ist zwar nach wie vor gegeben ... allerdings ist durch die Kursbewegungen das zugehörige Währungsrisiko deutlich unberechenbarer geworden. Zusätzlich ist das ein sich selbst verstärkender Trend: Je stärker der Yen/CHF wird, desto tiefer sind die Carry Trader in der Verlustzone und umso mehr ziehen die Reissleine und lösen auf -> was den Yen weiter steigen lässt und die anderen noch tiefer in den Verlusst treibt .....

    lg - urriegel

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für Deinen Kommentar.

Sorry. Es sind leider keine anonymen Kommentare mehr möglich. Ich werde von mehr als 50 Spamkommentaren pro Tag geflutet und habe keine Lust, diese von Hand zu scannen, um darin alle drei Tage einen anonymen Kommentar zu finden, der veröffentlicht werden kann. Meldet Euch bitte an. Sorry für die Umstände.

Related Posts with Thumbnails

egghats Amazonstore