Basel III: 1% von Tier 1 schon wegverhandelt

Nicht ganz überraschend werden die Regeln für das Eigenkapital, die ich am Montag zur Zahl des Tages gemacht habe (egghat's blog: Zahl des Tages (06.09.10): 105.000.000.000), schon wieder aufgeweicht.

Vom Minimal-Kerneigenkapital wurden scheinbar 0,5 Prozentpunkte und vom Puffer obendrauf ebenfalls 0,5 Prozentpunkte abgezogen.

Jetzt stehen wohl statt 6+3=9% Tier 1 noch 5,5+2,5=8% zur Abstimmung.

Jetzt wird am Wochenende wahrscheinlich noch an den Bewertungsmodellen für die Risikoklassifizierung (die die Menge des Eigenkapitals bestimmt) rumgestrickt, die Regeln, was zu Tier 1 gehört (Stille Einlagen, Wandelanleihen, ...) aufgeweicht und der Zeitplan gestreckt, und am Ende tut das ganze niemandem mehr weh. Außer dem Steuerzahler, der auch in der nächsten Krise wieder Banken retten muss ...

Basel III: The compromise | Analysis & Opinion |

Kommentare :

  1. http://www.propagandafront.de/145970/us-wirtschaft-ausbleibende-erholung-schlagt-auf-edelmetallpreise-durch.html

    Uns haben auch Gerüchte erreicht, dass Bank of America im Juli in massiven Schwierigkeiten steckte und pleite gegangen wäre, wenn die FED sie nicht mit Rettungsgeldern gestützt hätte. Wir beschrieben bereits zu Anfang des Jahres, warum Bank of Amerika diese Probleme hat und für die FED zum Schwarzen Loch wurde. Jetzt scheint es so, als könnte es zur Auflösung der Bank kommen, wobei die größten und besten Stücke natürlich an JP Morgan und Goldman Sachs gehen würden.

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  2. Die BofA hat die Rettungsgelder der Fed schon zurückgezahlt (IIRC) und daher kann ich mir nicht vorstellen, dass die Bank Probleme bekommt. Generell kann ich mir nicht vorstellen, dass irgendeine Bank im Moment noch Probleme bekommt. Bei 0,25% Leitzins verdienen sich die Banken dämlich und die massiv aufgeweichten Buchhaltungsvorschriften sorgen für geringere Abschreibungen.

    Eine Pleite einer großen Bank halte ich aktuell für ausgeschlossen ... Dazu darf einfach zu viel getrickst werden.

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  3. @ egghat

    Eine Pleite ist aber nicht davon abhängig, wie man bilanziert sondern wie liquide man ist.

    Theoretisch könnte jede Bank tolle Gewinne ausweisen und doch nur deshalb noch nicht pleite sein, weil sie unlimitiert Gelder von einer Notenbank erhält.

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  4. Ja schon klar. Aber die Basis, ob einem Geld geliehen wird, ist die Bilanz. Und die seiht gut aus und daher bekommen die Banken auch Geld. Im schlimmsten Fall von der Fed. Geldgeschäfte, über die das möglich ist, gibt es immer noch genug ...

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  5. Imho sind es gerade die deutschen die eine nicht so strenge Regel möchten und die Amerikaner die jenigen die sie beführworten. Speziell Sparkassen und Genossenschaftsbanken werden es schwehr haben weil sie nicht einfach eine Kapitalerhöhung vollziehen können, wie z.b. Eine deutsche Bank. Anderer seits sind amerikanische Banken besser mit eigenkapital ausgestattet. Das ganze die wie soll es auch anders sein wieder sehr politisch und jeder denkt nur an seinen vorteil. Übergangsfirsten bis 2018stehen im Raum, da hast du recht.

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  6. @Sethyy

    Ja, klar, die Deutschen sind die Bremser. Das hatte ich in diesem Kurzupdste nicht explizit erwähnt, aber spätestens im 105.000.000.000 Artikel sollte es klar werden.

    Das US-Bankensystem ist aktuell in besserem Zustand als das Deutsche. Weil einfach (auch mit Staatshilfe) *viel* Eigenkapital dazugekommen ist.

    Deshalb halt ich von dem Propagadafrtont Artikel nicht viel ....

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  7. Die Angelegenheit mit Basel III wird Punkto USA sicher auch noch interessant. Denn meines Wissens haben die USA Basel II NICHT umgesetzt. Ich vermute daher, dass die auch nicht Basel III umsetzen werden.

    Übrigens kann ich die Aussage "den amerikanischen Banken geht es besser" so nicht ganz nachvollziehen - beispielsweise dann, wenn ich mir die wöchentliche Bankenpleitenstatistik hier in diesem Blog vor meinem geistigen Augen halten.

    Zum Thema Genossenschaftsbanken: Keinem Bankhaus wird die Rechtsform vorgeschrieben - und auch nicht die Art der Geschäfte. Wenn sie es also als Genossenschaft nicht schaffen, ihr Eigenkapital aufzustocken, können sie ja durchaus ihre Rechtsform ändern. Oder aber ihr Geschäftsmodell anpassen.

    lg - urriegel

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  8. Basel III soll auch für die USA gelten. Das ist ein wirklicher Fortschritt. Basel II galt nicht in den USA, daher war das Gejammer immer groß, man hätte bei einer Verschärfung einen Wettbewerbsnachteil gegenüber den US-Banken. Das Argument gilt jetzt aber nicht mehr.

    Was die Genossenschaftsbanken angeht, sehe ich das nicht ganz so unkritisch. Mir ist zudem etwas unklar, warum stille Einlagen nicht als Eigenkapital zählen sollen.

    Wenn man sich das Gejammer der Volksbanken anhört, kommt das alles am Ende auf einen Punkt zurück: Wie werden die Risiken gewichtet? Wenn die Volksbanken jetzt meinen, sie hätten das sicherere Geschäftsmodell und glauben, dass das nicht richtig bei der Risikogewichtung des Eigenkapital berücksichtigt wird, ist das eine feine Ansicht. Die Investmentbanken werden aber genau das Gegenteil behaupten und sagen, dass sich die ganzen spekulativen Positionen alle gegeneinander aufheben und die quasi kein Risiko bedeuten.

    Die Diskussion kann man meiner Meinung nach nicht beenden. Man kann das Problem auch nicht fair lösen, es sei denn, es gäbe das einzige wahre Risikobewertungsmodell. Das gibt es aber nicht. Daher bin ich ja auch ein Freund von nicht risikogewichtetem Eigenkapital. Einfach alles mit 8% hinterlegen und aus. Klar gibt es dann Bereiche, in denen man viel Geld verdienen kann und welche, in denen man wenig verdient. Aber das ist auch heuet so. Welche Bank sich um welche Geschäfte kümmert, sollte Aufgabe des Markts sein. Und es sollte nicht versucht werden, diesen ungleichen Wettbewerb über die Risikogewichtung fairer zu machen.

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  9. Tier1 ein einem Video erklärt: http://www.youtube.com/watch?v=cXZy70vtqZM

    Ich schaue heute diese Marketplacevideos an. Gute Sache, ich glaube das ist vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen oder Radio der USA.

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