Zahl des Tages (03.09.10): 9,6%

Die US-Arbeitslosenquote im August blieb stabil bei stieg um 0,1 Prozentpunkte auf

9,6%.

Die Anzahl der Arbeitsplätze sank um 54.000 gegenüber dem Juli. Im Kern war die Zahl aber besser, weil 114.000 Zeitarbeiter, die vom Staat im Rahmen der Volkszählung eingestellt wurden, wieder ohne Job sind. Auf der anderen Seite haben die Unternehmen 67.000 neue Stellen geschaffen, was vorsichtig positiv stimmt.

Die Daten in der üblichen Form:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: +261.000 auf 14,86 Millionen. Anzahl der Arbeitenden: ebenfalls +290.000 auf 139,250 Millionen. ---> Arbeitslosenquote: 9,6% (unv. +0,1 PP)

Das große Korrektiv NILF erklärt wie so häufig die komische Änderung, bei der sowohl die Zahl der Arbeitenden als auch die Zahl der Arbeitslosen gestiegen ist. 330.000 Personen sind nicht mehr als NILF einsortiert. Zusammen mit dem Bevölkerungswachstum stieg die Zahl der "arbeitsfähigen und willigen Personen" um 550.000.

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data zeichnen ein ähnliches Bild.

Anzahl der Jobs: -54.000 gegenüber dem Vormonat auf 130,311 Millionen.

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche blieb im September August bei 34,2, die Anzahl der Überstunden stieg um 0,1 auf 3,0 Stunden. Diese "Nebendaten" unterstützen das Bild der Hauptdaten: leichte Verbesserung.

Für die beiden vergangenen Monate gab es positive Korrekturen:

Der Juni wurde von -221 Tsd. auf -175 Tsd, der Juli von -131 Tsd auf -54 Tsd. korrigiert. Insgesamt eine Verbesserung um 123.000, also mehr als doppelt so viel wie die Änderung vom Juli auf den August.

Zusammengefasst scheint der Arbeitsmarkt in den USA leichte Verbesserungstendenzen zu zeigen, insbesondere wenn man die Aufwärtskorrekturen für Juni und Juli berücksichtigt. Die Arbeitslosenquote sinkt zwar nicht, aber sowohl der Ersatz temporärer Arbeitsplätze (Zeitarbeit) durch unbefristete, als auch der Anstieg der Überstunden (was wirkliche Nachfrage signalisiert) ist positiv zu werten.

BLS.gov: THE EMPLOYMENT SITUATION -- AUGUST 2010

Update (16:01):

Die Arbeitslosenquote ist von 9,5 auf 9,6% gestiegen und nicht unverändert geblieben.

Update (04.09.10):

Noch ein Update mit einem Link zur Berichterstattung bei Calculated Risk, allein schon wegen der schönen Grafik, die die Anzahl der verlorenen Arbeitsplätze in dieser und den vorangegangenen Rezessionen enthält:

Calculated Risk: August Employment Report: 60K Jobs ex-Census, 9.6% Unemployment Rate

Da sieht man auch schnell, warum die US-Wirtschaft nicht so schnell auf die Beine kommen wird. Das Loch am Arbeitsmarkt ist breit und tieeef.

Kommentare :

  1. Eine Analyse ist noch auf Zerohedge:
    http://www.zerohedge.com/article/total-non-farm-payrolls-come-54k-consensus-105k-unemployment-rate-96

    Unter anderem sind wieder 115.000 Arbeitsplätze aus dem Nichts durch das Birth & Death - Modell entstanden.

    Hier wird unterstellt, das für jede pleite gegangene Kleinfirma eine neue öffnet. Bei der letzten Korrektur der Daten (diese finden 1-2-jährig statt) ca 1 Million! Stellen gestrichen, die durch dieses Modell erfunden wurden.

    Auffällig wird das dadurch, das im Baugewerbe Stellen geschaffen wurden, obwohl der Absatz an Neubauten auf historische Tiefststände kollabiert ist. Die Veröffentlichungen waren letzte Woche.

    Hier stimmt etwas hinten und vorne nicht, diese Zahlen kann man nicht mehr ernst nehmen.

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  2. Die Zahlen für die Neubaubeginne waren nicht so dramatisch. De Verkäufe waren so schwach ...

    Ich bewerte diese ganzen Anpassungen nicht über. Für das Birth-Death Model kann man auch die Zahlen von ADP dagegen setzen, die ja die Lohnabrechnungen für sehr viele Firmen machen. Und die Zahlen weichen gerade auch nicht sonderlich stark ab. Die Wochenarbeitszeit steigt leicht.

    Die Zahlen melden einen leichten Anstieg der Arbeitslosenquote. Ich sehe nichts, was eine wesentlich pessimistischere Interpretation nahelegen würde.

    Im Abschwung war das anders, da kamen die ganzen statistischen Modelle nicht mit. Aber jetzt (Stagnation) stimmt das wieder so halbwegs.

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