Zahl des Tages (28.09.10): +0,6%

Auch dieser Monatswert ist für mich eine (leichte) positive Überraschung: Gemessen am Case-Shiller-Immobilienpreisindex stiegen die Immobilienpreise in den USA im Juli um

0,6%.

Das hätte ich nicht unbedingt erwartet,  denn die Umsätze im Juli waren dramatisch um bereinigt knapp 30% eingebrochen (ZAHL DES TAGES (24.08.10): -27,2%).

Etwas pessimistisch kann der Rückgang des Zuwachses gegenüber dem Vormonat gewertet werden. Zur Erinnerung: im Juni lag das Plus noch bei 1,0%, im Mai bei 1,3%. Auch das Jahresplus lag im Juli nur noch bei 3,2% gegenüber 4,2% im Juni. Eine gewisse Abkühlung ist also nicht zu übersehen, der befürchtete Einbruch blieb aber aus.

Wobei dieser vielleicht (wahrscheinlich?) noch kommt, denn der Case-Shiller-Index ist (das wusste ich auch lange nicht) ein gleitender Durchschnitt über drei Monate und der Juli-Wert ist eigentlich der Durchschnitt aus Mai, Juni und Juli. Wahrscheinlich wird die Berechnung so vorgenommen, weil sonst nicht ausreichend viele Datenpunkte für die Berechnung vorliegen. Damit sind im "Juli"-Wert noch genügend Daten aus den Monaten enthalten, in denen die Ende April ausgelaufene Steuergutschrift für Erstkäufer von Immobilien noch Nachwirkungen zeigte.

Der für meine Immowette wichtige Wert ist der Rückgang des City-20-Index vom absoluten Hoch. Dieser ist mit dem Juli-Plus auf 27,9% geschrumpft und damit weit weg von den 40%, ab der ich die Wette verlieren würde.

Die Breite hat sich deutlich verschlechtert. Im Juni lagen noch 17 der 20 betrachteten Regionen im Plus, im Juli nur noch 12, eine war unverändert und 6 sanken. Las Vegas übrigens auch schon wieder. Vom Allzeithoch aus gesehen liegt das Gesamtminus in Las Vegas nun bei über 57%(!).

Wie schon im Artikel über die Juni-Zahlen, wird auch dieser im Verlauf pessimistischer, denn die nicht-saisonbereinigten, die ich bisher genannt habe, sehen deutlich besser aus als die saisonbereinigten. Mit saisonbereinigten Zahlen versuchen die Statistiker die normale saisonale Entwicklung herauszurechnen. (Die Statistiker sehen die Saisonbereinigung im Moment aber aktuell selber mit etwas Vorsicht). Weil der Juli (wie der gesamte Sommer) normalerweise der Hochpunkt der Immobiliensaison ist, sorgt die Herausrechnung dieses Effekts für einen deutlich niedrigeren Anstieg.  Wobei Anstieg nicht wirklich der richtige Begriff ist, denn saisonbereinigt ist der City-20-Index sogar leicht gesunken (-0,1%).

Wenn man diesen Artikel (und die Originalpressemitteilung) bis zu Ende liest, stellt sich der auf den ersten Blick positive Wert als gar nicht mehr so dolle heraus. Im Gegenteil: Ein neuerlicher Rückgang der US-Immobilienpreise wäre kaum noch überraschend ...

Direkt von der Quelle:

S&P: Home Prices Remain Stable Around Recent Lows According to the S&P/Case-Shiller Home Price Indices(PDF)

Marketwatch: Home price growth slows in July

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