Diese Dollar-Paritäts-Nummer ist ja wohl auch gefloppt ...

Ich erinnere an: ZAHL DES TAGES (26.02.10): 1,00. Damals im Spätwinter diesen Jahres sollen sich Hedgefondsmanager getroffen haben und eine groß angelegte Attacke auf den Euro abgesprochen haben. Ziel soll es gewesen sein, den Euro bis zur Parität zum Dollar abzuwerten.

Europa hätte eh keinen Plan, sei entscheidungsschwach und außerdem würden die USA stärker und schneller aus der Krise kommen als Europa.

Tja, wohl geirrt. Die USA kämpfen gegen einen Rückfall in die Rezession und Europa bringt mit der Wachstumslokomotive Deutschland die Welt zum Staunen.

Damals war der Euro bei 1,35 und fiel dann im Zuge der Griechenlandkrise bis etwa auf 1,20. Dort konnte sich der Euro aber stabilisieren und kletterte Cent um Cent nach oben. In den letzten drei Wochen beschleunigte sich die Entwicklung und es ging schnell um inzwischen 10 Cent auf 1,38 weiter nach oben.

Da dürften einige, die zu spät auf die Spekulation aufgesprungen sind, ne Menge Geld verloren haben ... Gerade die Beschleunigung der letzten drei Wochen dürfte klar von Spekulanten ausgegangen sein, die sich jetzt schleunigst wieder aus der Spekulation verabschieden und den Euro zurückkaufen müssen.

Kommentare :

  1. Ja, pech für Deutschland! Wenn der Euro steigt ist natürlich schluss mit der lustigen durch Dumpinglohn finanzierten Exportiererei.

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  2. Wenn soviel Geld in aller Welt in Konjunkturprgramme gepumpt wird, dann muss die Wirtschaft ja brummen. Geht nicht anders.

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  3. Was Sentiment und Technicals alles ausmachen können. Damals wie heute. Generell denke ich aber sehen wir momentan eher ein USD Schwäche als eine Euro Stärke. Die Marktaktuere erwarten beim nächsten FOMC meeting Anfang Novemer OE2. Wenn das nicht kommt, oder im geringen Umfang als gedacht, dann gehen die Aktien gen Süden und der Euro auch.

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  4. Dumpinglöhne in der deutschen Exportindustrie?

    Exportieren wir denn jetzt schon Friseurdienstleistungen, Paketzustellung, Gebäudereinigung?

    Nicht alles glauben was plumpe Headlines in FTD und SPON glauben machen wollen ...

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  5. @matsch:

    Danke, das wollte ich gerade auch schreiben ... Manche Zusammenhänge sind etwas komplizierter als die Überschriften.

    Aber dass der durchschnittliche Facharbeiter in der Auto- oder Maschinenbaubranche durch Dumping Löhne für Exporterfolge sorgt, ist wohl wirklich ein Gerücht. Es gibt in Deutschland Dumpinglöhne, aber eben gerade nicht in unseren Erfolgsbranchen.

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  6. @Sethyy

    Ja, das hast du Recht. Im Moment ist es klar eine Dollarschwäche und nicht eine Eurostärke.

    Und klar: QE II könnte im Moment der Treiber sein. und die Margin-Calls der Dollar-Bullen kommen beschleunigend hinzu.

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  7. und jetzt stell dir vor, wenn es Mindestlöhne gäbe, wenn diese Heerscharen von "Security", Friseuren, Paketzustellern, Fensterreinigern, viele der Verkäuferinnen, Küchenhelfer, Hartz4-Aufstocker "normal" bezahlt würden, oder neutraler formuliert, Löhne erhalten würden wie sie vor 20 Jahren schon für Studentenjobs bezahlt wurden (15-20 DM/h), was für einen saftigen Sprung unsere Inflationsraten machen würden ...

    Ohne die Erodierung der Löhne in den simplen Dienstleistungen, ohne die billigen chinesischen Warenwelten der letzten 20 Jahre hätten wir ein Preisniveau, das grob geschätzt 50% höher läge als heute.

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  8. @ matsch

    Wir hätten allerdings auch ein deutlich höheres Einkommensniveau mit daraus resultierenden positiven Effekten.

    Immer mehr Leute immer schneller in den Billiglohnsektor zu treiben, schafft langfristig viel mehr Probleme, als kurzfristig damit gelöst werden.

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  9. > schluss mit der lustigen durch Dumpinglohn finanzierten Exportiererei.

    Unsinn, wenn der Euro steigt müssen die Löhne einfach weiter sinken.

    Ich bin schon lange dafür genau dort mit den Reformen anzufangen. Löhne und einige feste Ausgaben wie Mieten sollten in einer virtuellen Alternativwährung ausbezahlt werden, die aus einem Währungskorb der wichtigsten Währungen besteht. Wenn der Euro im Vergleich zu anderen Währungen steigt sinken dann automatisch die Löhne, aber auch Mieten. Alternativ könnte man auch eine Steuer auf Löhne einführen die an den Arbeitgeber ausbezahlt wird. Die Höhe der Steuer müsste sich monatlich an den Devisenmärkten orientieren.

    Wenn man das hat, kann man den Finanzmarkt reformieren, ohne Angst haben zu müssen das ein starker Euro die Wirtschaft ruiniert.

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  10. Ob das hilft? Die Eurozone als Ganzes exportiert nicht sonderlich viel. Sie ist bei weitem nicht so abhängig von Exporten, wie oft getan wird.

    Ich verstehe deinen Vorschlag, aber ein ganzer Teil ist schon deswegen überflüssig, weil bei einem schwachen Dollar Öl, Eisen, etc. billiger werden und den Effekt dämpfen. Wenn man das bereinigt, bleiben vielleicht noch 5% oder so übrig, die wirklich am Dollar hängen.

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  11. Na dann kann man ja in Zukunft darauf verzichten das die EZB andere Währungen kauft um deren Kurs zu stablisieren.
    Ich denke es ist schon noch wichtig, vor allem wenn der Dollar mal sehr abwertet.

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  12. IWF warnt vor Währungskrieg
    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/waehrungspolitik100.html

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  13. @matsch

    Das habe ich jetzt nicht verstanden. Woher soll die Inflation kommen? Wenn der Niedriglohnsektor etwas über den Durst verdient? Welchen Anteil hat den der Friseur am deutschen BIP? Und was ist mit den Skaleneffekten?

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