Wow! Goldman Sachs erhöht Schätzung für QE II auf 2 Billionen!

Wer bisher dachte, dass 1 Billionen Dollar schon viel sei, hat sich wohl geirrt ...

Goldman Sachs schätzt, dass das Gesamtvolumen für die nächste Stufe des Quantitative Easings bei 2 Billionen Dollar liegen könnte. Dabei würden im ersten Schritt wohl "nur" 500 Milliarden für 6 Monate verkündet werden, die dann aber in 100 Millionen Milliarden Dollar pro Monat umgewandelt werden sollen. Das Programm soll dann so lange fortgesetzt werden, bis die Wirtschaft wieder stabil wächst und die Beschäftigung nachhaltig gestiegen ist. Naja und dafür bräuchte es nach Einschätzung von Goldman Sachs etwa 20 Monate.

Gegenüber der letzten Schätzung (ZAHL DES TAGES (14.09.10): 1.000.000.000.000) hat Goldman Sachs übrigens verdoppelt und damit wieder "die Spitze zurück erobert" ...

Die HSBC schätzt das Volumen übrigens auf 1,5 Billionen (ansonsten würde das Programm keine Wirkung entfalten) und die Bank of America - Merrill Lynch auf 1 Billionen Dollar.

Wohlgemerkt: Wir reden über ein Programm, von dem noch nicht ein einziger Cent beschlossen wurde. Allerdings würde die Fed sicherlich einschreiten, wenn sie nicht vor hätte, QE II aufzulegen. Denn sollte die Fed kein weiteres Easing beschließen, dürften die Märkte tief enttäuscht reagieren. Die Börsen sind ja schon fleissig dabei, das einzupreisen.
Nun dürfte sich kaum einer der Fed-Mitglieder noch trauen, gegen QE 2 zu stimmen, weil man dann die negative Reaktion der Börse zu verantworten hätte. Es sieht eindeutig so aus, als würden hier interessierte Kreise in der Fed ihre "Sprachrohre" an der Wall Street zur Bekanntgabe immer höherer Schätzungen zu bringen und so den Druck auf die Skeptiker in den eigenen Reihen zu erhöhen.

Ist am Ende auch alles nur Politik ...

Marketwatch: Fed may target $2 trillion in bond buys: Goldman

Update (22:38):

Übrigens sind 100 Milliarden im Monat ungefähr das Volumen, dass sich die USA jeden Monat am Kapitalmarkt besorgen muss. Also quasi die komplette Übernahme der US-Schulden durch die Fed.

Update 2 (25.10.10):

Es sind natürlich 100 Milliarden pro Monat, nicht Millionen. Ist verbessert.

Kommentare :

  1. Fragt sich nur, wer das alles jemals wieder zurückzahlen soll. Aber wenn die FED davon sowieso wieder 90 % selbst kauft mit dem frisch gedruckten Geld.

    Was ich nicht verstehe: Die pumpen immer mehr neues Geld in den Markt, das muss doch zwangsläufig in eine Inflation führen, oder sehe ich das falsch?

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  2. Nein, muss nicht unbedingt zu Inflation führen.

    Weil der größte Teil des entstehenden Geldes kommt durch die "Geldschaffung" des Bankensektors, sprich durch Kreditvergabe. Kommt diese nicht ins Laufen, geht auch die Geldmenge nicht hoch, zumindest nicht in der breiten Messung M3.

    Das ist u.U. auch genau der Grund, warum die Maßnahmen der Fed dieses Mal viel besser funktionieren als die normalen Zinserhöhungsmechanismen. Diese wirken nämlich extrem zeitverzögert. Daher bläht sich die Geldmenge dann noch lange weiter auf, auch wenn die Fed schon lange auf der Bremse steht. Diese verzögerte Wirkung hätte eine Rückführung der Ankäufe des QE 2 aber nicht. Diese könnte die Fed ja im schlimmsten Fall an einem Tag auf den Markt werfen (was ein ziemlich spannendes Experiment wäre ;-) ). Auf jeden Fall wirken Ein- und Ausstieg bei QE 2 wohl deutlich schneller als bei normalen Zinserhöhungen und -senkungen.

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  3. Die FED macht nicht Geldpolitik für die Wirtschaft, sondern für die Wallstreet. Nicht dass das überraschend neu wäre, aber so deutlich und offensichtlich war es noch nie.

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  4. @matsch:

    Exakt. Es geht darum den Banken so lange Mrd. in den A**** zu pusten, bis sie wieder anfangen, Kredite zu verleihen ...

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  5. der Artikel zeigt mal wieder in welch absurden Zeiten wir leben:
    100 Millionen oder 100 Milliarden monatlich... den Unterschied merkt man nur zufällig, die Zahlen kann sich eh keiner wirklich vorstellen und das ganze ist sowieso eher virtuelles Geld das im Kreis gereicht wird ( aber mit reellen Auswirkungen, keine Frage). ( Soll keine Kritik an dem Tippfehler sein).

    Danke für den guten Blog.

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  6. @Anonym:

    Danke. Auch für den Fehlerhinweis. Ich verbessere so was immer gerne und empfinde es nicht als Beleidigung. Im Gegenteil. Ein Fehler, der dort unbemerkt stehen bleibt, ist mir peinlicher als in korrigierter (was man auch daran merkt, dass ich die Fehler fast immer sichtbar verbessere und darauf hinweise).

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  7. Für die Wallstreet wird es sicher funktionieren.

    Für die Wirtschaft nicht, sonst hätten wir weltweit Wohlstand.

    QE ist nichts weiter als Drucken von Papiergeld, und das hat in der Geschichte noch nie zu Wohlstand geführt, im Besten Fall ging es halbwegs glimpflich mit ein wenig Dauerkriseln aus.

    Ich wüßte keinen Mechanismus, warum Gelddrucken jetzt zu Wohlstand und Wachstum führen soll (wohl aber zu höheren Asset-Preisen bei stagnierenden Löhnen).

    Ein wenig Inflation wird es auf jeden Fall geben, wenn die Banken mit dem ganzen Geld auf den Terminmärkten Öl, Rohstoffe allgemein und Dinge wie Nahrungsmittel "hochzocken". Dies passiert ja schon, seitdem jede Woche 2-3 mal "POMO" ist.

    Was gewünscht ist, ist vermutlich das eine neue Kredithausse entsteht, wo sämtliche Beteiligte ihre "Leverage" stark erhöhen und über die Wohlstandsillusion "Wachstum" generiert wird. Einkommen wird dann noch stärker durch Kreditaufnahme ersetzt. Dazu müssen aber bei der aktuellen Verschuldung sämtliche Prüfkriterien entfernt werden, d.h. schon komplett überschuldeten Leuten + Firmen große Kredite gewährt und reine Ponzi-Finanzierungen gefördert werden, Banken können ausgefallene Forderungen generell in staatliche Bad Banks schieben (bei 100% Rückerstattung). Dies führt allerdings schnell zu Hyperinflation (Geld ist nichts mehr wert, da sich jeder riesige Summen leihen kann).

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  8. @ egghat

    Danke für die Aufklärung.

    Das bedeutet, dass die Banken einen riesigen Berg an billig geliehenem Bargeld für nix und wieder nix anhäufen?

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  9. @usedomspotter:

    Wo bleibt das Bier, ich muss die Niederlage von gestern noch verdauen ... ;-)

    Zum Thema: Ja so ist. Die Banken leihen sich das Geld für (nahezu) null Zinsen und legen es direkt wieder in US-Staatsanleihen an (zu 2 oder mehr Prozent Zinsen) oder leihen es für 8 Prozent an Firmen oder für 14% an Leute, die ihre Kreditkartenrechnung nicht pünktlich ausgeglichen haben. Die Marge ist so hoch, da kann selbst die dümmste Bank nix falsch machen. Und nach ein paar Quartalen kann man dann wieder die staatlichen Gelder zurückzahlen (was viele Banken schon gemacht haben) oder ist wie Goldman Sachs vielleicht sogar schon so weit, dass man auch private Geldgeber wie Warren Buffett wieder rauskaufen kann.

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