Zahl des Tages (07.10.10): 2%

Unter dem Punkt: "Posts *I* love" stehen auf der Homepage schon seit langem ein paar Postings, die ich so wichtig finde, dass ich die mal länger von der Homepage aus verlinkt haben wollte.

Darunter ist auch folgender: Negativer Realzins - Gut für Gold!

Da passt es ganz gut, dass ich heute irgendwo (weiss leider nicht mehr wo, sollte das einer meiner Leser getweetet haben, Hinweis, ich verlinke das noch nachträglich) über einen Link gestolpert bin, in dem versucht wird, diesen Effekt zu quantifizieren. Und herzuleiten. Leider ist mein Kopf so zu, dass ich mir nicht wirklich zutraue, das vernünftig zusammenzuschreiben. Ich versuche es trotzdem:

Es geht um das Gibson Paradox, bei dem es kurz zusammengefasst um das Phänomen geht, dass die Preissteigerung das Zinsniveau stärker beeinflusst als die Änderung der Inflationsrate (was damals Stand der Forschung war). Beim Versuch die Geldmenge zu erhöhen, kann dann der (nominale) Zins steigen (was natürlich nicht der erwünschte Effekt ist). Das alles gilt aber nur, wenn eine Währung gedeckt ist (was in der Geschichte meistens durch Gold geschah).

Jetzt ist aber das Geld nicht mehr durch Gold gedeckt und nun passiert (weil das Gold seine Geldfunktion immer noch nicht komplett verloren hat) etwas anderes: Sobald der Zins, insbesondere der Realzins niedrig ist, steigt der Goldpreis. Man kann darüber auch ziemlich gut ableiten. Und ziemlich simpel ...

Wenn der Realzins bei

2%

liegt, ist das für den Goldpreis neutral. In die anderen Richtungen bewegt sich Gold mit einem Hebel von ungefähr 8. Da ein niedriger Realzins gut für den Goldpreis ist, steigt Gold, wenn der Realzins unter 2% liegt. Bei einem Realzins von 1% (Differenz zum neutralen Punkt 1%) steigt Gold im Jahr um 8%. Liegt der Realzins bei 0%, steigt Gold um 16%, liegt der Realzins bei -1% (wenn die Inflation höher ist als die Zinsen), steigt Gold um 24%. Steigt der Realzins auf 3%, sinkt Gold mit 8% pro Jahr.

Dieses Modell funktioniert für die letzten 2 Jahrzehnte erstaunlich gut, für die 2 Jahrzehnte davor mit einem niedrigeren Hebel ebenfalls. Für die Zeit davor lassen sich keine sinnvollen Aussagen treffen, weil der Dollar damals noch an Gold gebunden war.


Die Aussichten für Gold sind also weiterhin sehr gut. Bei einer Inflationsrate von etwa einem Prozent und einem Leitzins von nahezu Null ist der Realzins weiterhin deutlich negativ und zeigt somit immer noch grob 20% Plus pro Jahr für das Gold an.

Und bis zu dem Punkt, an dem der Realzins wieder über 2 Prozent steigt, ist noch viel Zeit. Ausser natürlich für die Leute, für die auf die Gelddruckmaßnahmen der Fed jetzt zwangsläufig eine dicke Inflation folgen muss.

Crossing Wallstreet: A Possible Model for the Price of Gold
Econompicdata: On the Value of Gold

0 Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank für Deinen Kommentar.

Related Posts with Thumbnails

egghats Amazonstore