Zahl des Tages (14.10.10): 3,5

OK, es war zu erwarten ... Also dass ich die Zahl bringe. Zwar einen Tag eher als erwartet, aber die Zahl scheint verlässlich geleakt zu sein.

Nach meiner Schätzung vom Sommer, dass sich die Umlage durch die Einspeisevergütung um 3,5 bis 4 Cent erhöhen wird (siehe ZAHL DES TAGES (09.07.10): 4, aktualisierte Version ZAHL DES TAGES (01.10.10): 94.960.000.000) zeichnete sich ja schon ab, dass doch nicht ganz so viel neue Fotovoltaikanlagen installiert wurden wie die Verbraucherberatung am Anfang des Jahres geschätzt hatte. Daher war schon klar, dass die 4 Cent nicht erreicht werden.

Nun wird die Zahl am Freitag offiziell verkündet und sie landet noch knapp in dem Rahmen meiner Schätzung. Auf

3,5 Cent

soll die Umlage steigen. Bisher zahlen wir 2 Cent pro KWh.

Und weil ich den ganzen Abend Mobile Macs gehört habe, schreibe ich morgen nochmal was zum Thema.

Update (15.10.10):

Ich weiss, die Aufrechnung ist unzulässig ... Aber die paar Euro pro Haushalt, die wir doch verkraften können, sind halt die paar Euro, die 25% der Bevölkerung eben nicht verkraften können ...

Steigende Strompreise: Ökoboom hebt Hartz-IV-Erhöhung auf - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

Update 2 (15:15):

Nur um die offizielle Zahl noch nachzutragen: Es werden 3,53 Cent werden (wahrscheinlich, wenn ich mich nicht irre, legt das BMU die Zahl endgültig fest):

EEG-KWK: EEG-Umlage 2011

Aber wie gesagt, das ist nur eine Prognose.

Beim Durchlesen der entsprechenden Dokumente ist mir noch ein interessanter Effekt aufgefallen, der mir noch gar nicht bewusst war (aber logisch ist): Die Umlage hängt natürlich davon ab, wie viel des EEG-Stroms a) überhaupt ins Netz eingespeist wird und b) als "normaler" Strom verkauft wird.
Punkt a) ist deshalb interessant, weil der Selbstverbrauch von Strom seit Sommer 2009 stärker subventioniert wird; der Anteil könnte also steigen. b) ist der für mich neue Faktor, da mir nicht klar war, dass Stromanbieter, die selber regenerativen Strom erzeugen und verkaufen, für diesen natürlich keine EEG-Umlage bezahlen müssen. Und ich habe mich schon immer gewundert, dass ich das bei Naturstrom nicht zahlen muss ... (zufriedener Kunde, ich werbe Euch gerne (gibt 20 Euro für mich, 20 für Euch)).

Kommentare :

  1. Dass "wir", also die Stromverbraucher, die Umlage zahlen, ist keineswegs so. Die erneuerbaren Energien machen den konventionellen Strom billiger. Das ist der Merit-Order-Effekt, den ich im Artikel Einspeisevergütung unter Beschuss ... erklärt habe. Damit tragen letztlich die Betreiber der konventionellen Kraftwerke zumindest einen Großteil der Kosten der Einspeisevergütung und sie schmälert ihre trotzdem noch üppigen Gewinne.

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  2. Aber nur bei Wind. Nicht bei Photovoltaik. Wind liegt bei knapp 10 Cent und da lugt "normaler" Strom manchmal, wenn auch relativ selten drüber. In diesen Phasen muss man dann die Ersparnis durch den Windstrom mit den Phasen, in denen der Windstrom teurer ist, verrechnen. Richtig. Nur bei Strom aus der Sonne, der im Schnitt weit über 30 Cent kostet, tritt dieser Effekt so gut wie nie ein. Außerdem hilft die Verrechnung nicht viel, denn wenn Strom mal wirklich 2 Stunden lang 40 Cent kostet, reicht das gerade mal aus um die zusätzliche Vergütung von Solarstrom (30 Cent vs. 5,5 Cent normaler Strom) einer knappen Stunde auszugleichen.

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  3. Nein, grundsätzlich gilt das auch für Fotovoltaikstrom. Der Merit-Order-Effekt beruht ja darauf, dass der Strom aus erneuerbaren Energien mit Vorrang eingespeist wird. Entsprechend müssen konventionelle Kraftwerke abgeschaltet werden. Und es werden diejenigen Kraftwerke zuerst abgeschaltet, die die höchsten Grenzkosten haben. Der Durchschnittspreis für konventionellen Strom sinkt damit. Wenn man alle konventionellen Kraftwerke abschalten könnte, sinkt der Großhandelspreis für Strom sogar auf 0. Das ist auch schon mal passiert. Dass dieser Effekt den höheren Preis für Wind- und Sonnenstrom 100% ausgleicht, glaube ich auch nicht, er mildert ihn aber erheblich ab.

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  4. Mit ist klar, dass das grundsätzlich gilt. NUR greift der Effekt bei 30Cent so gut wie nie. Es gibt kein Kraftwerk, das zu 30 Cent oder mehr Strom produziert. Also wird da immer Geld zu geschossen. (Bei Wind ist das anders, weil die teuersten Kraftwerke (Gas) inzwischen teurer sind als Wind).

    Der einzige Effekt, der eintreten kann, ist der Effekt, dass der Strompreis an der Börse über 30 Cent steigt. Das passiert aber nur sehr sehr selten. (Und wieder: Bei Wind ist das anders: Mehr als 10 Cent gibt es relativ häufig).

    So wie die argumentierst, wäre es *völlig* Wurscht, wie teuer der zusätzlich eingespeiste Strom ist. Ist es aber nicht. Das ist doch schon auf den ersten Blick logisch. Du ersetzt doch nur einen Strom durch einen anderen. Und wenn der eine teurer ist als der andere, kann da kein positiver Effekt eintreten. Ich weiss schon, dass man mit den Grenzkosten rechnen muss, aber die sind halt fast nie so hoch, dass sie über die Vergütung für Solarstrom steigen. (Wie gesagt: Beim Wind ist das anders, aber der kostet halt auch nur 10 Cent, also grob ein Drittel (der liegt aktuell sogar schon bei 8 Cent, wenn ich es richtig im Kopf habe)).

    Wenn du das verstanden hast, erkläre ich dir gerne noch, dass man den Effekt IMHO auch in die Gegenrichtung durchrechnen müsste (Also Zwangsabnahme von regenerativem Strom, wenn der Strompreis unterhalb der kostengünstigsten, herkömmlichen Erzeugung liegt ... Es gibt nämlich in windreichen Zeiten bei Niedriglast (nachts) Zeiten, in denen die Stromkonzerne Strom sinnlos "verbrennen", weil er über ist. Sie müssen den Windstrom aber abnehmen und bezahlen. Wenn man konsequent ist, müsste man die Phasen gegen den positiven Merit-Order gegenrechnen)

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  5. Allein schon wegen der unverschämten Argumentation der EE-Lobby und EE-Anhänger wird es Zeit denen endlich den Geldhahn zuzudrehen. Die bevorzugte Einspeissung ist ein Privileg und eine Unverschämtheit. Das damit schönzureden das dann die teuerste konventionelle Energieerzeugung wegfällt ist wirklich frech.
    Wer Solarzellen will soll sie selber zahlen, und überschüssigen Strom zum Marktpreis der anderen Stromerzeuger einspeissen dürfen, fertig!

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  6. @R.E.

    Damit würde aber keine einzige Anlage gebaut, keine einzige Fabrik gebaut, die die Anlagen produzieren, etc. pp. Dann hast du ein klassisches Henne-Ei-Problem.

    Die Nummer muss man schon anschieben. Und ein paar Milliarden kann man dafür auch in die Hand nehmen, immerhin hat man die Atomenergie auch mit hohen Mrd-Beträgen angeschoben. Die Frage ist IMHO einzig und allein, warum es Politiker zugelassen haben, dass 40 Cent/KWh gezahlt werden, während zu 30 Cent oder weniger produziert wurde. Die Förderung darf nicht so gestaltet sein, dass die Anlagen selbst in den schlechtesten Regionen Deutschlands mehr als 5% Rendite abwerfen ...

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  7. @R.E.,
    unverschämt finde ich die Stromkonzerne, die die Einspeisevergütung als gesonderte Kosten in der Rechnung ausweisen. Die Einspeisevergütung ist aber nicht "gesondert", sondern verursacht an anderer Stelle auch Einsparungen. Die werden aber nicht ausgewiesen.
    @egghat,
    dass bei einer Einspeisevergütung von 30 Cent wie bei Solarstrom der Merit-Order-Effekt relativ gesehen geringer ist als bei einer Einspeisevergütung von 8 Cent wie bei Windstrom bestreite ich gar nicht.

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  8. @Wirtschaftswurm: Merit-Order bei Fotovoltaik ist irrelevant. Weil er eben so gut wie nie eintritt. Und selbst wenn der Strompreis mal auf 40 Cent steigt, ist der positive Effekt ja nur im Cent-Bereich (im Gegensatz zu Wind, da liegt er bei heftigen 30 cent). Der Effekt tritt also nur sehr selten auf und selbst dann ist er in der Auswirkung gering. Zusammengenommen gibt das "irrelevant". Er ist nicht nur ein wenig geringer, er ist ein Bruchteil der Werte des Windstroms.

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  9. Ich hab den Merit-Order-Effekt noch einmal in einem neuen Artikel auf Wirtschaftswurm.net erklärt. Meiner Meinung nach, egghat, bist du einfach auf dem Holzweg.

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  10. OK, ich mache ein neues Geschäftsmodell auf! Ich speise einfach Strom zu 5 Euro ins Netz ein (der Preis spielt ja deiner Meinung nach so gut wie keine Rolle) und verteile den entstehenden Gewinn unter den Stromverbrauchern auf. Win! Win!

    Nein, der Preis ist nicht egal. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie der Preis sinken kann.

    a) Es können durch die Reg-Energien teure Kraftwerke abgeschaltet werden. Dann ersetzt Windkraft Kraftwerke, die teurer sind. Zuerst die teuersten. Und ja: Die gibt es:
    Wikipedia: Grafik Grenzkosten. Bei Solarenergie zu 30 Cent gibt es diesen Effekt aber nicht, weil Solarenergie teurer als das teuerste Kraftwerk ist. Auch wenn du ein Kraftwerk mit 15 Cent Grenzkosten abschaltest, bleibt der Solarstrom mit 30 Cent teurer.
    b) Der Börsenpreis für Strom steigt in kurzfristigen Nachfragepeaks über die Kosten des reg. Stroms. Das gibt es. Manchmal (allerdings selten) schießt der Preis sogar auf 100 Cent/KWh (im Schnitt eher 5,5 Cent). Dann lohnt sich auch Solarenergie. Das ist aber extrem selten. Bei Wind ist es häufiger (weil Preise von 20 Cent bei guter Konjunktur in stromreichen Zeiten nicht so ungewöhnlich sind).
    Und der Effekt ist größer. Wind für 10 Cent/KWh wirft bei einem Großhandelspreis von 25 Cent 15 Cent Gewinn ab, Solar kostet immer noch 5 Cent.

    Bei Windenergie ist der Effekt durch Merit-Order so groß, dass der wahrscheinlich ähnlich groß ist wie die Förderung. Windenergie kostet also quasi nichts. Bei Solarstrom ist die Rechnung aber anders. Tut mir leid.

    Wenn du irgendwie davon ausgehst, dass der gesamte andere Strom durch die Einspeisung auf einmal billiger wird, ist das zwar eine nette Idee, aber wenn das funktionieren würde, hätte ich noch ne Menge anderer interessanter Geschäftsmodelle: Ich würde einfach ein Kilo teuren Weizen auf den Markt bringen, der sich dadurch rechnet, dass das teuerste Feld stillgelegt wird. Einen teueren Golf, der dafür sogar, dass alle anderen Golfs billiger werden, etc. pp. Aber Merit-Order sagt IMHO nur aus, dass man nicht die Durchschnittskosten der Kraftwerke vergleichen sollte, sondern die Grenzkosten der einzelnen Kraftwerke und das beginnend mit den teuersten.

    (Ganz nebenbei ist der Merit-Order-Effekt eh optimistisch gerechnet, denn die teuren Kraftwerke stehen ja nicht da, weil sie so toll sind, sondern weil sie so flexibel sind! Gas- und Ölkraftwerke kann man schnell hoch- und wieder runterfahren. Teilweise laufen die nur ein paar Stunden am Tag. Dummerweise liefern uns weder Wind- noch Fotovoltaikstrom diese Flexibilität. Die Kraftwerke müssen also sowieso weiterlaufen und produzieren weiterhin Fixkosten. Und auch weiterhin Strom für die Spitzenlasten. So zu tun, als könnten wir die teuersten Kraftwerke als erstes abschalten, ist etwas arg blauäugig. Achtung: In diesem Abschnitt wird ausschließlich eine Diskussion der langfristigen Auswirkungen versucht und die sind nochmal komplett anders als die Diskussion über den kurzfristigen Merit-Order-Effekt).

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