Zahl des Tages (19.10.10): 4.190.000

OK, der Artikel war vorhersehbar und ich hätte ihn fast schon gestern Abend geschrieben ... Aber eine gewonnene Wette muss ich zur Zahl des Tages machen, es ist schließlich die erste gewonnene ... (wobei ich die Rezessionswette ja gefühlt auch gewonnen hatte und die Immowette eigentlich auch durch ist)

Apple hat gestern seine Quartalszahlen bekanntgegeben. Die Verkaufszahlen waren brilliant, die Gewinne auch. Der Umsatz lag mit 20,3 Milliarden Dollar etwa 1,5 Mrd. Dollar über den Schätzungen der Analysten. Auch der Gewinn kam mit 4,64$ je Aktie (erwartet 4,10$, Vorjahresquartal 2,77$) deutlich höher.

Die Stückzahlen waren ebenfalls sehr gut. 14,1 Millionen iPhones wurden verkauft. Das sind gut 1,8 iPhones pro Sekunde! Die Macs blieben etwas unter der sehr optimistischen Schätzung von 4 Millionen Stück, es wurden 3,89 Millionen. Der Hammer waren aber die iPads. Satte

4.190.000 (4,19 Millionen) iPads

wurden im dritten Quartal verkauft. Damit ist auch meine Vermutung aufgegangen, dass das iPad bereits im 2. Quartal seines Lebens den Mac nach Stückzahlen überholen wird. Und die Macs gibt es immerhin seit 26 Jahren ... Was für eine grandios erfolgreiche Produkteinführung-

Ich bin jetzt zu faul nachzuschauen, wie viele es im zweiten Quartal waren, aber das wird loooooocker ausreichen, um meine Wette, dass Apple dieses Jahr mindestens 5 Millionen iPads verkaufen wird, einzutüten. Und das war eigentlich eine ziemlich mutige Wette, es gab damals nur zwei Analysten, die mit 6 Millionen in 2010 ein wenig höher lagen. Alle anderen lagen darunter, zum Teil deutlich, selbst einige Apple-Permabullen wie Gene Munster. Naja, inzwischen liegen die Prognosen alle über 10 Millionen. Aber wie die Wirtschaftswachstumsschätzungen werden diese erst mit der Herbstprognose halbwegs zuverlässig. Wenn drei von vier Quartalen vorbei sind, wird das Schätzen ziemlich einfach ...

Auch die Reaktionen der User auf die Präsentation des iPads waren relativ mau. Das ist doch nur ein iPhone in groß, keine Kamera, kein Multitasking, keine Erweiterbarkeit, lame. Stellvertretend kann man die Diskussion zu meinem alten Artikel nehmen: Zahl des Tages (27.10.10): 499. Aber viele Leute unterschätzen immer wieder, dass ein großer Teil der Verbraucher keine Features, Features, Features wollen, sondern ein Gerät, das schlicht das macht, was es soll. Und es soll funktionieren und zwar einfach, ohne dass ich einen Administrator brauche. Kurz: Es soll Spaß machen und nicht nur Ärger mit kaputten Registries, 84 unterschiedlichen Software-Update-Mechanismen oder Virenscannern, die permanent CPU-Zeit verbraten und mich an Downloads und Softwareinstallationen hindern.

Apple: Apple Reports Fourth Quarter Results

Ab sofort schulden mir der usedomspotter, m106 und KP (liest du noch hier?) eine Flasche Wein oder eine lokale Bierspezialität :-) m106 kann direkt den Wetteinsatz für die Immowette mit dazupacken :-)

Kommentare :

  1. Ich habe noch eine alte WIRED Zeitschrift, auf deren Titelblatt das Apple Logo mit einem Dornenkranz abgebildet ist und darunter steht "Pray!". In der Zeitschrift werden dann 100 Tech-Promis befragt, was getan werden muss, um Apple zu retten.

    Lustig, oder?

    AntwortenLöschen
  2. Gerade habe ich gesehen, dass das Titelblatt als eines der wichtigsten US-Zeitschriftentitelblätter der letzten 40 Jahre gilt:

    Hier (Nr 33):

    http://www.magazine.org/ASME/top_40_covers/16996.aspx

    AntwortenLöschen
  3. Ja ich lese hier noch, herzlichen Glückwunsch zur gewonnenen Wette. Wie machen wir das denn nun mit der Kontaktaufnahme?

    Grüße,

    KP

    AntwortenLöschen
  4. @Dieter: Joa, Apple war mal so gut wie tot.

    @KP: Schick mir ne Mail, dann schicke ich meine Adresse zurück.

    AntwortenLöschen
  5. "Aber viele Leute unterschätzen immer wieder, dass ein großer Teil der Verbraucher keine Features, Features, Features wollen, sondern ein Gerät, das schlicht das macht, was es soll. Und es soll funktionieren und zwar einfach, ohne dass ich einen Administrator brauche. Kurz: Es soll Spaß machen und nicht nur Ärger mit kaputten Registries, 84 unterschiedlichen Software-Update-Mechanismen oder Virenscannern, die permanent CPU-Zeit verbraten und mich an Downloads und Softwareinstallationen hindern."

    ------------------

    Als ewiger Apple-Nörgler (hab noch nie so ein Teil gehabt und will - oder wollte? - mir auch nie eins anschaffen, weil mir dieses lifestylige Kiddiespielzeug absolut zuwider ist) bin ich kürzlich doch sehr nachdenklich geworden. Hab mir nämlich ein nettes 12'-Thinkpad gekauft, mit dem obligatorischen Windows 7 drauf. Nach all den Lobeshymnen über Win7 war ich ziemlich arglos was mich als langjährigen und zufriedenen XP-Nutzer erwarten würde. Es ist schrecklich. Man findet nix mehr in den Verzeichnissen, wird ständig von dämlichen und überflüssigen "Bibliotheken", "Meine Videos", "Meine Bilder", "Meine Kochrezepte" etc. belästigt, immer muss irgendwas bestätigt werden, 'Wollen Sie dieses und jenes?', Virenscanner poppen auf, nicht mal runterfahren kann ich Win7 ohne mich mühsam durch Menüs durchzuhangeln. Vieles wird sich sicher mit der Zeit geben, aber was ist das für eine Konzeption und Firmenphilosophie, den Umsteiger von XP auf Win7 so dermaßen derbe zu drangsalieren, nur weil alles irgendwie anders werden musste, ohne unbedingt deswegen besser zu werden?

    AntwortenLöschen
  6. Als Mac-User hat man mit Sicherheit einen anderen Blick auf Win7. Und zwar einen deutlich positiveren als XP Nutzer. Microsoft hat nämlich mal wieder beim richtigen geklaut. Und nicht in einem Anfall von Selbstüberschätzung geglaubt, dass man selber was besseres erfinden könnte- Das Ergebnis hiess Vista. Wenn du jetzt über Win7 meckerst, liegt das aber nicht unbedingt daran, dass Win7 schlechter ist, sondern anders.
    Und wenn dich Win7 mit seinen permanenten Bestätigungen nervt: Sei froh, dass du kein Vista hattest. *Das* war schlimm.

    Allerdings benutze ich die Tatsache, dass Win7 so unterschiedlich zu den Wins davor ist, gerne als Argument, sich jetzt endlich ein Herz zu nehmen und direkt auf den Mac umzusteigen.

    Und Spielzeug? Das ist ein blödes Vorurteil. Es gibt sogar Entwicklerkonferenzen von *Microsoft*, auf denen mehr Macbooks als alle anderen Marken vorhanden sind (die machen wohl dual-boot, aber das ist egal, es geht darum, dass es Entwickler sind und wenn irgendjemand nicht auf Spielzeug rumhackt, sind es Entwickler. Die haben tendenziell immer das beste und schnellste). Macbook Invasion. Bei allen anderen Konferenzen stellt sich die Frage schon gar nicht mehr. Es gibt Ruby-Konferenzen, da sind 90% der Laptops von Apple.

    AntwortenLöschen
  7. Die Userbility von Apple bestreite ich ja gar nicht, es ist das grauenhafte Image. Ich will mich auch 'gut' fühlen mit einem Notebook, zumindest wenn ich damit im ICE, im Cafe oder sonstwo zwangsläufig gesehen werden kann. Ein MacBook (13 Zoll wäre eh zu groß) zählt definitiv nicht dazu. Das Logo würde ich peinlich berührt abkleben :-p

    Wann immer man einen Apple Store betritt, ist er von Hunderten von Schulkindern belagert, die S-Bahnen sind voll von Apple-Kindern, in den Cafes klappt jeder szenige Typ, der was auf sich hält, ein ach so ultracooles Apple-Ding auf. Nö, da möchte ich keinesfalls dazu gehören. Ich kauf mir auch keine bis in die Kniekehlen hängenden Baggy-Hosen. Sähe einfach dämlich und unsäglich peinlich aus..

    Vielleicht gewöhne ich mich auch langsam an Win7 (wobei ich es mir selber schwer mache, weil ich 90% der Zeit auf dem PC mit XP arbeite). Wenn nicht, schmeisse ich den Mist entnervt von der Platte runter und bügle XP drüber. Denn: ein Thinkpad X201 ist viel schöner als ein MacBook je sein könnte! :-p

    AntwortenLöschen
  8. "Kniekehlen hängenden Baggy-Hose"

    Also da wo ich wohne, haben genau die Leute, die so Hosen anhaben, keinen Apple. Du musst in einer komischen Gegend wohnen ...

    Und für das Design: Wenn du dich tarnen willst: Hal Macbook ;-)

    AntwortenLöschen
  9. Ach so: in etwa 2 Stunden wird's wohl neue, kleine Macbooks geben. Macbook Air. Ohne Festplatte.

    AntwortenLöschen
  10. och eggie,

    wie soll ich einem Apple Fanboy denn sonst den Peinlichkeitsfaktor begreiflich machen als mit einem Analogiebeispiel? :p

    11,6 Zoll Display eines neuen MacBook Air wäre eine ernste Überlegung gewesen, zumal es auch noch günstiger werden soll als der Vorgänger. Spiegelndes Display ist allerdings immer ein schweres Handicap, obgleich nicht von vornherein ein k.o.-Kriterium. Beim nächsten mal, versprochen!

    nur mal so als beiläufige Beobachtung: die sagenhafte Erfolgsstory, gleichsam Phönix-aus-der-Asche-Story von Apple stützt sich nahezu ausschließlich auf Produkte, mit denen man gesehen wird, auf mobilen Endgeräten, ob ipod, iphone, ipad oder Macbooks. Lifestyle pur. Desktop-Systeme führen eher ein Nischendasein.

    AntwortenLöschen
  11. Die Markenhersteller verkaufen alle mehr Laptops als Desktops. Apple war hier nur Trendsetzer und die erste Firma, die mehr Laptops als Desktops verkauft hat. Heute ist das aber normal ... Das hat mit Lifestyle nichts zu tun ...

    Ansonsten: Kauf dir doch ruhig ein hässliches Laptop, das laut ist und den Akku in drei Stunden leer saugt. Mir doch egal ;-)

    AntwortenLöschen
  12. Bisschen spät dran, aber du musst dich bisschen auf deinen Wein gedulden. Den Rotwein bestellen wir direkt vom Erzeuger in Italien und machen immer eine Sammelbestellung mit mehreren Leuten, weil es sonst noch teurer wird. Habe leider nur noch eine Flasche übrig und die gebe ich nicht her *gg*

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für Deinen Kommentar.

Sorry. Es sind leider keine anonymen Kommentare mehr möglich. Ich werde von mehr als 50 Spamkommentaren pro Tag geflutet und habe keine Lust, diese von Hand zu scannen, um darin alle drei Tage einen anonymen Kommentar zu finden, der veröffentlicht werden kann. Meldet Euch bitte an. Sorry für die Umstände.

Related Posts with Thumbnails

egghats Amazonstore