Zahl des Tages (25.10.10): 10,7

OK, diese Woche wird die Zahl des Tages sehr vorhersehbar. Heute gab es die Zahlen zu den Bestandsimmobilien in den USA, morgen gibt es den Case-Shiller-Index (ich glaube den letzten, der für die Immowette relevant ist) und am Freitag die Vorabschätzung des US-BIPs für's dritte Quartal. Ich versuche aber noch ein paar andere, überraschendere Sachen einzustreuen ...

Heute also eine der zwei wichtigen Zahlen vom US-Immobilienmarkt. Die Anzahl der im September verkauften Häusern in den USA ist kräftig um 10,8% auf annualisiert 4,53 Millionen Einheiten gestiegen. Die Formulierung "from a downwardly revised number" macht zwar skeptisch, aber es wurde nur minimal von 4,13 auf 4,12 Millionen angepasst.

Bis hierhin ist die Zahl also positiv. Und auch in der Herleitung zur wichtigsten Zahl bleibt es positiv. Der Lagerbestand ist im September leicht um 1,9% auf 4,04 Millionen gesunken. Daraus errechnet sich ein Lagerbestand in Monaten, der von 11,6 (ZAHL DES TAGES (24.09.10): 11,6) auf

10,7 Monate

gesunken ist.

Auch wenn der Rückgang durchaus beeindruckend ist, muss darauf hingewiesen werden, dass der Wert immer noch hoch ist. Zwar sieht der Vergleich mit den 12,5 Monaten im Juli noch kräftiger aus, aber auch die 10,7 Monate sind liegen über dem langjährigen Durchschnitt. Und sind klar über dem Wert, ab dem die Zahlen für den Lagerbestand steigende Immobilienpreise erwarten lassen. Das ist erst bei Werten unterhalb von 7 Monaten der Fall.

Außerdem muss man auf der Negativseite berücksichtigen, dass der Lagerbestand nur die offiziell zum Verkauf stehenden Häuser erfasst. Der Schattenlagerbestand (also Immobilien, die schon an die Bank gefallen sind, aber noch nicht offiziell zum Verkauf stehen, damit die Preise halbwegs stabil bleiben), dürfte immer noch signifikant sein. Das Volumen wurde Ende 2009 auf 1,7 Millionen Einheiten geschätzt (ZAHL DES TAGES (18.12.09): 1.700.000), was den Lagerbestand in Monaten um etwa 4,5 Monaten erhöhen würde.

Man muss auf der Positivseite sehen, dass die niedrigen Hypothekenzinsen die Finanzierung natürlich deutlich erleichtern. Das ist auch die einzige Zahl, bei der sich ein Vergleich mit dem Vorjahresmonat lohnt. Damals drohte nämlich die Steuergutschrift für Erstkäufer auszulaufen, was zu einem kurzfristigen Boom führte. Der Vergleich zeigt daher dicke, allerdings sehr verzerrende Minuszeichen.
Beim Zins ist der Vergleich hingegen durchaus interessant: Im September 2009 lag der durchschnittliche Zins bei 5,06%, dieses Jahr nur noch bei 4,35%. Eine 200.000 Dollar Hypothek, die letztes Jahr 1.090 Dollar monatlich kostete, kostet jetzt nur noch 955 Dollar. Dass es dadurch eine ganze Menge neuer Interessenten gibt, ist logisch. Die monatliche Belastung durch die Hypothek ist in den letzten 12 Monaten um gut 12% gesunken.

NAR: September Existing-Home Sales Show Another Strong Gain

Update (17:20):

Calculated Risk hat auch schon das erste Posting fertig und bewertet die Zahlen als "fairly weak".

Calculated Risk: September Existing Home Sales: 4.53 million SAAR, 10.7 months of supply

Mal schauen, ob ich das zweite Posting noch nachtrage oder ob ich gleich dem seltenen Genuss fröhne, RWO live im freien Fernsehen zuzuschauen ... "Na, das ist ja ein Knaller mit zwei so Zuschauermagneten" wie unser Präsi die Ansetzung an einem Montagabend nannte. Aber was will mn meckern: Vierter gegen Siebter. So schlecht ist das zumindest von der Tabellensituation aus gesehen nicht ...

Update (25.10.10)

Der Case-Shiller, der heute Nachmittag kommt, ist übrigens nicht der letzte, der für die Wette relevant ist. Ich hatte eine Dauer der Wette von 12 Monaten im Kopf (dann wäre auch schon im letzten Monat Ende gewesen), wir hatten uns aber auf 18 Monate geeinigt. Ich muss also noch warten ...

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