Zahl des Tages (29.10.10): +2,0%

Oh, welche Überraschung. Heute das US-BIP als Zahl des Tages ;-)

Nach einem Plus von 1,7% im zweiten Quartal wurde die heutige erste Schätzung mit

+2,0%

gemeldet (wie in den USA üblich ein annualisierter Wert, das Wachstum des dritten Quartals wurde also auf ein Jahr hochgerechnet). (Wenn man den Vergleich wie in Europa mit dem Vorjahresquartal macht, ergibt sich ein Jahresplus von 3,1%, wenn man mit dem Vorquartal vergleicht, liegt der Wert bei +0,5%.)

Das Plus ist genau so hoch wie im Konsens erwartet wurde.

Spannender sind schon die Details, die doch einige Überraschungen bereithalten. Positiv auf jeden Fall der Beitrag der Konsumausgaben, die im dritten Quartal für +1,8% des Plus beitrugen. Auch der Dienstleistungsektor sorgte für 1,1 Prozentpunkte BIP-Wachstum. Die Investitionen trugen mit 1,5 Prozentpunkten zum Aufschwung bei, allerdings ging davon 1,4 Prozentpunkte auf den Lageraufbau zurück. Der Staatssektor sorgte ebenfalls für Wachstum und zwar für 0,7 Prozentpunkte.

Wer sich jetzt wundert, dass es bis hierher nur Pluszeichen gab, die zusammengerechnet schon viel mehr ergeben als das Gesamtplus betrug, kann jetzt aufhören: Denn der einzige große Faktor, der das BIP nach unten zog, war der Außenhandel. Der leichte Anstieg der Exporte (+5,0%) trug zwar noch mit 0,6 Prozentpunkten zum Wachstum bei, der kräftige Anstieg der Importe (+17,4%) drückte das BIP aber um 2,6 Prozentpunkte.

Die Inflation, die aus dem Anstieg des BIPs oben herausgerechnet wurde (technisch BIP-Deflator), liegt bei 2,2%, was relativ deutlich über der offiziellen Preissteigerungsrate liegt, die im September auf Jahresbasis bei 1,1% liegt. Das wirkt allerdings nur auf den ersten Blick wie eine grobe Abweichung, denn in die Preissteigerungsrate gehen 12 Monate ein und nicht nur wie beim BIP 3 Monate, die auf ein Jahr hochgerechnet wurden. In der Preissteigerungsrate sind also die teilweise sogar sinkenden Preise aus dem zweiten Quartal enthalten, die im BIP-Deflator des dritten Quartals fehlen.

Ebenfalls beim BIP immer ganz spannend: Haben die Verbraucher nicht mehr nur mehr ausgegeben, sondern auch mehr verdient? Gut ablesbar ist das immer an der Sparrate, die von 5,9% im 2. Quartal auf 5,5% gesunken ist. Das würde ich aber nicht überbewerten. Es ist nur ein Quartal und es ist die erste Vorabschätzung.

Positiv: Es gab durch die Bank Wachstumsraten. Der steigende Konsum wurde von steigenden Einkommen begleitet. Das Wachstum ohne den dämpfenden Effekt der steigenden Importe war noch viel stärker.

Negativ: Der Lageraufbau war ziemlich kräftig.

Und negativ für die Volkswirtschaft der USA: Der Konsum geht wieder auf Kosten der Handelsbilanz.

BEA.gov: Gross Domestic Product release 3rd Quarter 1. Estimate

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