Zahl des Tages (30.10.10): 363.000.000.000

Also diese FDIC ... Zwei Wochen lang keine einzige US-Pleite, dann 7 auf einen Schlag und dann wieder keine. Könnt ihr die bitte mal etwas gleichmäßiger verteilen, damit ich mir am Samstag nicht immer ein Thema aus den Fingern saugen muss?

Wobei saugen muss ich mir die Themen im Moment wirklich nicht, denn es gibt aktuell eigentlich viel zu viel über das man schreiben könnte. Nur sind manche Themen so komplex, dass man den Artikel nicht in einer halben Stunden runterschrieben kann. Und sooo viel Zeit habe ich dann ja auch nicht immer ... RSS-Feeds lesen, ein wenig die Artikel überprüfen, Kommentare beantworten, ... Da geht ganz schön viel Zeit flöten ...

Aber zur Zahl: Die Berechnungen sind zwar schon etwas älter, aber immer noch interessant. Die früher halb-, inzwischen fast ganz staatlichen US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac haben bis heute 148 Mrd. Dollar vom Staat bekommen, um die Löcher, die sich durch die Immobilienkrise  auftaten, stopfen zu können.
Nun ist die Frage, wieviel der Staat noch nachlegen muss, bis die  Krise überwunden ist. Dabei wurden (interessanterweise) fast alle Parameter (Zinsen, verbrieftes Volumen, Ausfallraten, etc.) konstant gelassen, nur die Entwicklung der Immobilienpreise war variabel. Für die Immobilienpreise wurden drei Szenarien von Moody's angenommen, die hier in diesem Blog auch irgendwo schonmal gekommen sein müssten. Basis ist das zweite Quartal 2010, Basis-Index der Case-Shiller-Hauspreisindex. Im "Erholung-Voraus"-Szenario sinken die Preise nur noch ganz leicht (etwa zwei bis drei Prozent), im "Basisszenario" bis nächsten Sommer etwa 8 Prozent, im "Deep-Double-Dip-Szenario" sogar nochmal etwa 23%. (Wenn das letztere kommen sollte, werden sich alle ärgern, die gegen mein Immowette gehalten haben, denn dann hätten sie ja eigentlich Recht behalten, nur das Timing stimmte nicht. So was Ähnliches kenn ich allerdings auch ...).

Im Deep-Double-Dip-Szenario werden Gesamtverluste von

363.000.000.000 (363 Milliarden Dollar)

für Fannie und Freddie erwartet.  Da bereits 148 Mrd. geflossen sind, reduziert sich die noch zu leistende Summe auf 215 Milliarden. Im mittleren Szenario drohen noch 90 Milliarden Dollar an weiteren Eigenkapitalzahlungen für den Staat und selbst im besten Fall noch 73 Milliarden.

Das ist schon ganz interessant, weil selbst bei einem minimalen Immobilienpreisrückgang bis Ende 2013 noch 73 Milliarden Dollar Belastungen drohen. Wobei "drohen" nicht der richtige Begriff ist, denn die Zahlungen kann bzw. muss man ja schon fast sicher einplanen.

Das lässt mal einen ganz interessanten Rückschluss auf die Kunst des "Verluste versteckens" zu. Denn so wie Fannie und Freddie Verluste versteckt haben, könnten es die "normalen" Banken oder die Bad Banks von Hyporealestate und WestLB gemacht haben. Aber in Deutschland erfahren wir dazu leider nichts aber auch gar nichts ...

Calculated Risk: FHFA Projections for Fannie and Freddie draws, and House Price Assumptions

Oder direkt von der Quelle (mit vielen Details und ein paar schönen Grafiken):
FHFA Releases Projections Showing Range of Potential Draws for Fannie Mae and Freddie Mac (PDF!)

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