AMBAC jetzt dann wohl doch noch Pleite ...

Und endlich endlich erfüllt sich meine Prognose der angesagtesten Pleite des Jahres 2008 dann doch noch. Ok, am Timing muss ich noch arbeiten.

Der US-Kreditversicherer Ambac hat die heute fälligen Zinszahlungen nicht geleistet. Direkt mit der Ankündigung wurde ein Restrukturierungsplan vorgestellt, dem die Gläubiger jetzt zustimmen sollen. Der große Vorteil der Zustimmung wäre, dass Ambac dann wahrscheinlich den Verlustvortrag von 6 Milliarden Dollar bei einem Neustart behalten würde, was dann ein paar Jahre lang steuerfreie Gewinne ermöglichen sollte (wenn denn Gewinne erwirtschaftet werden). Sollten die Gläubiger nicht zustimmen, würde eine Insolvenz ohne Zustimmung der Gläubiger erfolgen und dann wäre der Verlustvortrag wohl weg.

Die Aktie von Ambac halbierte sich heute, hat aber interessanterweise noch kein neues Allzeittief erreicht. Viel Hoffnung haben die Märkte allerdings nicht. Fitch meldete heute, dass die Kosten für Kreditausfallversicherungen (CDS) auf Ambac bei 9.635 Punkten lägen. Man muss für die Absicherung von 10.000 Dollar Kredit an Ambac also 9.635 Dollar bezahlen. Da kann ich mir die Absicherung auch schenken ...

Bloomberg nennt etwas anderen Zahlen für die CDS: 7.420 Dollar sofort plus 500 pro Jahr. Was aber seltsam wenig erscheint, die Firma müsste mit dem Zahlungsverzug von heute doch eigentlich den Versicherungsfall ausgelöst haben (oder? Weiss das zufällig jemand von Euch?).

Egal, das Tier ist tot ... Am Ende war es eine Erlösung ...

Bloomberg: Ambac Seeks Restructuring With Prepackaged Bankruptcy (Update4)

Fitch Solutions: Berkshire CDS Rebound 34% But Markets Still Concerned

Suche in meinem Archiv nach der ganzen Geschichte von Ambac und dem Konkurrenten MBIA

Kommentare :

  1. Hallo,

    "Von Insolvenz bedroht ist allerdings nur die Ambac Financial Group als Holding, nicht die operative Tochtergesellschaft Ambac Assurance Corporation (AAC). Die AAC ist es, die beim Ausfall versicherter Kreditderivate tatsächlich für die zahlungsunfähigen Schuldner einspringen müsste."

    http://www.ftd.de/finanzen/derivate/:nachwehen-der-immobilienkrise-us-anleiheversicherer-ambac-vor-der-pleite/50189775.html

    Gruß,

    Hardy

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  2. OK, da hast du Recht. Dieses "Detail" habe ich gestern Abend tatsächlich übersehen.

    Es ist allerdings relativ strange, dass jetzt die Mutter insolvent wird, aber nicht die Tochter. Eigentlich ist die ja viel gefährdeter. Wobei nach der seltsamen Ausgliederung von Versicherungen im Wert von 64 Mrd.n haben die sich ja vielleicht doch gerettet. Aber IIRC wird dagegen auch geklagt.

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  3. Wie heißt es so schön:

    "Wall Street's graveyards are littered with those who were exactly correct...too early"

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  4. Als Spekulation hätte die Nummer aber funktioniert. Kurs beim Schreiben der angesagtesten Pleite des Jahres war über 20 Dollar. Die Short-Position wäre schon zwei Tage später zu weniger als 5 wieder glattstellbar gewesen. Und ein paar Wochen später für 1 Dollar. Ob der Kurs heute 50 Cent oder 30 ist nicht so wichtig. Die Position wäre eh schon lange wieder geschlossen worden.

    Also dafür hätte es keinen Grabstein gegeben, sondern ein Denkmal :-)

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  5. Naja, wenn man "Kurs fällt" und "Pleite" gleichstellt, hast Du natürlich Recht...

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  6. Den Kauf einer CDO erlaubt mein Broker mir nicht ;-) Wobei man auch mit der wahrscheinlich ab dem Datum, wo ich die zur angesagtesten Pleite erklärt habe, auch damit ne Menge Geld drin war (auch wenn selbst heute noch nicht klar ist, ob das jetzt endlich getriggert wurde).

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