Der provokante Artikel der Woche: Kinder statt Inder

Hatte schon drauf gewartet, dass der Artikel den Weg aus der FAS-Print ins Netz findet. Nun, da ist er.

Darin der Versuch zu berechnen, ob Kinder oder Inder billiger sind. Also: Steckt man besser mehr Geld in Kinder und Bildung, oder holt man "einfach" gut ausgebildete Kräfte aus Indien (etc.). (Wobei das kein "Oder" sein sollte!)

Disclaimer: Solche Berechnungen sind quasi unmöglich. Und der Ersteller der Studie Bernd Raffelhüschen ist als INSM-Mitglied nicht gerade als unabhängig bekannt. Er *will* natürlich Einwanderung ...

Zuwanderung: Inder sind billiger als Kinder - Hintergründe - Wirtschaft - FAZ.NET

Es wird jetzt viel Gejammer über kalte, unsoziale Berechnungen geben (und es ist sicher auch fast unmöglich, einen solch komplexen Zusammenhang auf eine Zahl einzudampfen), aber das stört mich viel weniger als Denkblockaden. Z.B. die Weigerung einzusehen, dass es Kinder gibt, bei denen weitere Bildungsausgaben völlig nutzlos sind. Weil sie sowieso nur einen Job bekommen, in dem man streng genommen nicht einmal lesen und schreiben muss. Die müssen eigentlich ganz andere Sachen lernen, die aber die Schule nur in Ansätzen vermittelt (und wahrscheinlich auch nur vermitteln kann).

Aber das ganze ist ja auch allzu logisch: Der Inder kommt fertig ausgebildet und zahlt dann Steuern. Und man kann sich ihn aussuchen. Das Kind hingegen kann man sich nicht aussuchen und es hat noch eine teure Ausbildung vor sich, deren Rendite völlig unklar ist. Das ist ein ähnlich unfairer Vergleich wie die gesetzliche Krankenkasse mit der privaten: Die PKV kann sich die Besserverdienenden *UND* Gesunden herauspicken und die GKV bekommt den Rest. Das kann nicht gutgehen ...

Trotzdem: Ich bin mir sicher, dass der Artikel Kommentare bringen wird ...

Kommentare :

  1. War es jemals eine gute Idee zu sagen: "alles außerhalb meines Tellerrands passiert interessiert mich nicht"?

    Solange in Deutschland Abschlüsse aus dem Ausland nicht anerkannt werden, bei nicht wenigen ein mindestens latenter Rassismus vorherrscht und gesetzlichen Bedienungen dem eher entgegen sprechen, fehlt es an ganz andere Stelle.

    Es hat gute Gründe, wieso qualifizierte Leute andere Länder gegenüber Deutschland laut diversen Untersuchungen scheinbar vorziehen.

    Zudem gibt es auf absehbare Zeit keinen Mangel laut einer aktuellen Untersuchen des DIW - siehe Spiegel.
    Nur der Chef vom DIW sieht das anders..

    (abgesehen von einigen wenigen Sparten wie Krankenhaus- und Pflegepersonal)

    Die OECD gibt öfters auch gute Studien zum Bildungsbereich heraus.

    Das stupide Propagandagewäsch was zumindest aus der Ecke der "Arbeitgeber"verbände (sprich Großkonzerne und nicht Mittelstand und kleine Unternehmen) und ihren diversen Instituten und sonstigen Sprachrohren stammt - glaub das wirklich noch jemand hier?


    PS: Deutschland hat sicher auch viele positive Aspekte .. die selbst ernannte "Leistungselite" und ihre Sprachrohre gehören nicht dazu.

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  2. Ich stimme in vielen Punkten deiner Meinung zu, *aber* dass bisher niemand nach Deutschland kommt, würde ich nicht überbewerten. Wir haben das bisher weder wirklich zugelassen noch haben wir uns bemüht. Die CDU hat halt lange komplett verdrängt, dass Deutschland zum Einwanderungsland werden muss (und tut das heute auch noch, wenn auch nur eingeschränkter) und die SPD träumt davon, dass man aus jedem arbeitslosen Schweisser einen IT-Spezialisten machen kann. Bei drei Millionen Arbeitslosen braucht man doch keinen ...

    Deutschland braucht Einwanderer, Deutschland braucht eine Einwanderungspolitik und Deutschland muss diese Einwanderer dann auch wirklich umsorgen. Aber wie will man zu Punkt drei kommen, wenn man bei Punkt 1 noch nicht angekommen ist.

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  3. Das bestreitet auch keiner mit Verstand - wie würde Deutschland heute da stehen, hätte es in der Vergangenheit nicht die Zuwanderer (aus)genutzt.
    Die Fehler der Vergangenheit und der Gegenwart, welcher Art auch immer, sind da und die muss man angehen.
    Ein Problem eindimensional und ohne Alternativen anzugehen ist selten n guter Ansatz.

    Das ist doch viel mehr Problem - das Ideologie, Voreingenommenheit und Eigeninteressen im Vordergrund stehen, statt die Herausforderungen anzugehen.

    Exzellente Vorschläge aus der Praxis, praktikabel in der Umsetzung gibt es mehr als genug - die diversen Eigeninteressen, das niveaulose Talkshow Konzert und Propaganda und Meinungsmache munter durch "Qualitätsmedien" statt politischer Umsetzung im Sinne der Gesellschaft und dem Gemeininteresse stehen dem im Weg.


    Punkt eins ist Demokratie, sprich informieren, diskutieren, einen Konsens mittels Kompromissen bilden.

    Dabei würde helfen, wenn man auf die Politik der Angst verzichten würde..

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  4. Bei an die 20 Millionen mit Zuwanderungshintergrund kann man nicht davon sprechen, dass Deutschland erst noch zum Einwanderungsland gemacht werden muss. Wie weit soll das noch gehen? Bis 30, 40 oder 50 Millionen den berühmten Hintergrund haben?

    Zu CDU und SPD hast Du ja schon einige Worte verloren. Deren Einwanderungspolitik bzw. die Nichtexistenz einer solchen kann man kritisieren. Die Grünen mögen sich in Sonntagsreden vielleicht zu einer (nützlichkeitsorientierten) Einwanderungspolitik bekennen, faktisch sind sie aber die wortgewaltige Speerspitze der völlig verfehlten Einwanderungspolitik: Europa halte angeblich die Tore fest verschlossen (die MdB der Grünen sollten vielleicht mal raus aus ihren Villengegenden), jeder Analphabet ist willkommen, ja nichts fordern von ihnen, jeder soll nach seinen mitgebrachten Traditionen leben dürfen, keinen zurückschicken, denn das ist zutiefst unmenschlich. Kein Mensch ist illegal.

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  5. @Matsch:

    Du hats Recht. In meiner Aufzählung der Parteien, die mit völlig sinnlosen Phrasen angetreten sind, habe ich die Grünen in der Tat vergessen. Bei denen bist du ja direkt ein Nazi, wenn du auch nur Probleme andeutest ...

    Multi-Kulti-Tralalala. Mehr gab's da auch nicht ...

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