Irlands Renditen nur noch knapp unter Euro-Rettungszins

(Eigentlich ein Posting für mein Tumblr-Blog, aber da habe ich keine Möglichkeit gefunden, ein eigenes Bild hochzuladen ....)

Dass sich die Zinsen, die Irland für seine Staatsanleihen am Kapitalmarkt bezahlen muss, gefährlich den Zinsen, die im Rahmen des Rettungsfonds an Griechenland gewährt werden, nähern, hatte ich ja schon ein paar Mal erwähnt. Weil es vor allem vor dem Hintergrund interessant ist, dass ein Land, das selber höhere Zinsen zahlen muss, als Griechenland gewährt werden, aus der Finanzierung das Pakets aussteigen kann. Woraufhin sich dann die restlichen Staaten über eine Neuverteilung der Lasten Gedanken machen müssen (was möglicherweise zu einer Austrittswelle führen könnte ...)

Gut dass sich die Anleiheexperten der HSBC Trinkaus die Mühe gemacht haben, die Renditekurve für die Zinssätze des Rettungspakets und Irlands zusammenzutragen (bzw. zu berechnen) und das in einer Grafik zusammenzufassen. Tja, und ein Bild sagt oft mehr als viele Worte. Man sieht auf einen Blick, dass die Renditen der irischen Anleihen (rote Dreiecke) über das gesamte Laufzeitspektrum  auf das Niveau der Zinsen aus dem Eurozonen-Rettungspaket (dicke schwarze Linie) gestiegen sind, bei Restlaufzeiten von etwa 10 Jahren sogar schon leicht darüber.


Noch ist das aber nicht kritisch, denn Irland wird dieses Jahr wohl keine weitere Anleiheemission benötigen. Aber Anfang 2011 wird es unter Umständen haarig ...

Siehe auch: ZAHL DES TAGES (01.11.10): 7,10 (oder wie üblich die Tags unter dem Artikel, die auf weitere aus der Vergangenheit verlinken ...)

HSBC Trinkaus: Der Markt heute 04.11.2010

Update (14:24):

CDS für Irland nun schon über 600 Basispunkte ... 40 mehr als gestern.

http://twitter.com/MarkitNews/status/29663049939

Kommentare :

  1. Hallo,

    auch wenn wir dieses Thema schon mal hatten, hier ein Kommentar von Mack&Weise zu Irland:

    "Rund 4,5 Millionen Einwohner schulden allein Deutschland gut 134 Milliarden Euro. Nur: knapp 14% sind arbeitslos, die Jugend auf der Flucht. Die Immobilienblase ist geplatzt und droht Finanzsektor wie Staat aufgrund seiner Garantieversprechungen zu überfordern. Staatsdefizit 2010 in Richtung 30%, dazu ein Wackelrating."

    Aus:

    http://www.mack-weise.de/download/Presse/2010/Mack&Weise-2010-10a.pdf

    Ich bleibe dabei: Griechenland ist besser dran als Irland. Die angelsächsischen Finanzmärkte werden das auch noch lernen.

    Gruß,

    Hardy

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  2. Der Vorteil Irlands ist der Exportüberschuss. Der große Nachteil Irlands ist die hohe Verschuldung der Privathaushalte (>200% des BIPs). Der Nachteil Griechenlands ist das Exportdefizit, die sehr hohe Staatsverschuldung, der große Vorteil der vergleichsweise niedrig verschuldete Privatsektor (unter 100%/BIP).

    Da kann man jetzt seeeehr lange abwägen, was schlimmer ist. Ich helfe mir mit einem Blick auf die Netto-International-Investment-Position (NIIP). Diese gibt an, wie viele Schulden und Guthaben ein Land *als Ganzes* (Staat+Unternehmen+Private) mit dem Ausland hat. Diese NIIP ist in Deutschland und Japan und China (natürlich) sowas von positiv, aber in den meisten anderen Ländern negativ. Unter anderem in Irland und Griechenland.

    Die letzten Zahlen, die ich habe, zeigen in beiden Länder stark verschlechterte NIIPs. Grob in Höhe eines BIPs.

    Dann bleiben aber weiterhin zwei Länder, in denen die NIIP bezogen auf's BIP ähnlich hoch ist. Aber ein Land hat einen klaren Exportüberschuss (im 2. Quartal 8 Mrd. Euro bei etwa 40 Mrd. BIP (also etwa 25% (!) des BIPs), das andere ein Minus von etwa 5% des BIPs hat (allerdings schrumpfend).

    Ich bleibe dabei :-) dass angesichts der vergleichbaren Vermögenssituaton der beiden Länder das Land mit dem Exportüberschuss bessere Chancen auf eine Rückzahlung bzw. Bedienung der Schulden hat als das Land, aus dem über Exportdefizite weiterhin Geld abfließt ...

    Ich glaube, ich mach aus den Zahlen, die ich jetzt rausgesucht habe, mal ein Posting ...

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  3. Für beide Länder ist die Dollar-Selbstversenkung zur Zeit ein Knieschuß. Exporte in die Nicht-Eurozone werden gehemmt, und Importe wie Rohstoffe auch nicht gerade billiger dank der liquiditätsgetriebenen Rohstoff - Hausse.

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  4. Ohne es zu wissen: Ich glaube nicht, dass die beiden Länder relevante Mengen Zeuchs in den Dollarraum verkaufen ... Die dürfte der schwache Dollar kaum beeinträchtigen ...

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