Wenn 750.000.000.000 Euro nicht genug sind ...

... dann nimmt man halt noch mehr ... Zum Beispiel für den Fall, dass Spanien auch die Grätsche macht und der Rettungsschirm der Eurozone und des IWF nicht mehr ausreicht.

Wobei die 750 Milliarden Euro ja sowieso nicht stimmen, da wegen des AAA-Ratings und der Überdeckung vom Eurozonen Teil (440 Mrd.) defakto weniger als 240 Mrd. Euro davon verliehen werden können.

Auf jeden Fall meint Bundesbank-Chef Axel Weber, dass der Sicherungsfonds sicherlich sicher ausreiche werden. Wenn er, warum auch immer,  nicht ausreichen sollte, könne man ihn problemlos aufstocken.

Ach ja? Ich dachte, das wäre keine freie Entscheidung von Notenbankern, sondern da hätten die nationalen Parlamente noch ein gewisses Mitspracherecht. In der Slowakei gab es schon Proteste (kein Wunder, die müssen wirtschaftlich stärkeren Ländern helfen) und auch in Österreich regt sich größerer Widerstand. Und ich kann mir gut vorstellen, dass das erst der Anfang einer Welle ist.

Am Ende bleibt wahrscheinlich Deutschland als einziges Land übrig, das weiter "helfen" will, und spätestens dann stellt sich die Frage, ob Deutschland nicht doch besser aus dem Euro austritt. Eine Lösung, der ich eine immer höhere Wahrscheinlichkeit einräumen würde.

Schaut Euch einfach mal die folgende Präsentation der UBS an:

UBS Präsentation: Die Zukunft des Euro (Flash! Aha!).

Das wahre Problem des Euro sind nämlich nicht die schwachen Randstaaten, sondern das sehr starke Deutschland (plus vielleicht noch Österreich, BeNeLux und Finnland).

Euro-Krise: Bundesbank-Chef bringt noch größeren Rettungsschirm ins Gespräch - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

Update (16:42):

Oh, weissgarnix ist sauer ...

Weissgarnix: Game over für den Euro

Natürlich formuliert er besser und prägnanter als ich:

Was Weber überhaupt nicht klar zu sein scheint, ist, dass diese ökonomische Krise im Begriff ist, eine politische zu werden. [...]
Sie [ die Bewohner Islands, Griechenlands, Irlands und demnächst Portugals und Spaniens] werden es sich nicht bieten lassen, fiskalisch auf das Niveau des Mittelalters zurück gesetzt zu werden, nur damit Weber, EZB oder Internationaler Währungsfonds das Spiel noch eine Zeit lang weitertreiben können. [...]
Der EURO wird genauso wieder von der Bildfläche verschwinden, wie er gekommen ist: aus politischen Überzeugungen, nicht ökonomischen. [...]
Was wir gerade erleben ist der Anfang vom Ende des Euro. [...]

Und weissgarnix hat 'ne Wette gegen einen Euroskeptiker gemacht. Mist, der Skeptiker hätte auch ich sein können. Auch wenn ich die aktuelle Entwicklung nie so vorausgesehen habe, vor allem in der Geschwindigkeit. Ich hätte dem Euro eher noch ein Jahrzehnt gegeben.

Mir waren immer die simpel-doof Argumente ausreichend überzeugend genug, die besagt haben, dass man dermaßen unterschiedliche Länder nicht mit einer Währung beglücken kann.

Ich habe mal eine ziemlich lange Geschichte über die (wie ich es immer nenne) Synchronisation die niederländischen und österreichischen Volkswirtschaften mit der deutschen gelesen. Hier hat es laaaange gedauert, bis sich Wirtschaftsstruktur, Wettbewerbsfähigkeit, Lohnniveau etc. so weit angeglichen haben, dass Zinsniveau und Währung parallel liefen. In der Anpassungsphase gab es immer noch vorher ungeplante Währungsanpassungen. Es gab zum Start des Euro einfach keinen Grund anzunehmen, dass der Anpassungsprozess mit wesentlich unterschiedlicheren Volkswirtschaften wie Spanien, Portugal oder Griechenland plötzlich schneller vonstatten gehen könnte. Keinen.

Update (19:00):

Ich habe den Artikel zur Zahl des Tages umgewidmet. Zu wichtig, um was anderes rauszupicken.

Zur Diskussion bitte hier lang:

ZAHL DES TAGES (25.11.10): 440.000.000.000

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