Zahl des Tages (05.11.10) 9,6

Die US-Arbeitslosenquote ist im Oktober (überraschend) unverändert geblieben. Statt eines Anstiegs auf (teilweise geschätzte) 9,9% blieb der Wert konstant bei

9,6%.

Das war aber knapp, denn bei gleichzeitig steigender Anzahl von Arbeitslosen (+76.000) und sinkende Anzahl von Arbeitsplätzen (-330.000) musste die Rundung für eine stabile Arbeitslosenquote sorgen (9,644% gegenüber 9,579% im Vormonat).

Die Daten in der üblichen Form:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: +76.000 auf 14,853 Millionen. Anzahl der Arbeitenden: -330.000 auf 139,061 Millionen. ---> Arbeitslosenquote: 9,6% (unv.)

Dass die Arbeitslosenquote unverändert blieb, lag auch an den 462.000 Personen, die wieder als NILF deklariert wurden, sprich dem Arbeitsmarkt offiziell nicht mehr zur Verfügung stehen. Dass der Monat unter der Oberfläche ein ganzes Stückchen schlechter war, sieht man auch der Erwerbstätigenquote (Anzahl Arbeitskräfte auf die Bevölkerung gesehen), die von 58,5 auf 58,3% gesunken ist. Das ist schlechter als im Oktober 2009!

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data zeichnen ein etwas positiveres Bild.

Anzahl der Jobs: +151.000 gegenüber dem Vormonat auf 130,462 Millionen.

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche stieg im Oktober um 0,1 auf 34,3, die Anzahl der Überstunden blieb konstant bei 3,0 Stunden.

Für die beiden vergangenen Monate gab es kräftige Aufwärtskorrekturen:

Der August wurde von -57 Tsd. auf -1 Tsd, der September von -95 Tsd. auf -41 Tsd. korrigiert, also ingesamt um 110.000.

Damit haben wir diesen Monat einen ziemlich zerrissenen Report:

Auf der Habenseite:

  • eine Arbeitslosenquote, die (gerundet) stabil ist und 
  • von den sekundären Parametern (Wochenarbeitszeit, Korrekturen der Vormonate) gestützt wird,
  • ein Anstieg der Arbeitsplätze in der Establishment Data, 
  • Aufwärtskorrekturen der Vormonate, womit 110.000 Arbeitsplätze (Establishment Data) hinzugekommen sind.

auf der Sollseite

  • ein kräftiger Anstieg bei den NILFs und 
  • ein absoluter Verlust an Arbeitsplätzen, durch den die Zahl der Arbeitsplätze in der Household Data wieder unter das Vorjahresniveau gesunken ist.

Kurz: In der Schlagzeile eine positive Überraschung, bei detaillierterer Analyse eher die (erwartete) Enttäuschung.

BLS: THE EMPLOYMENT SITUATION – SEPTEMBER 2010 (PDF!)

(Tippfehler bleiben erhalten, muss zum Friseur).

Update (16:03):

FAZ: Besser als erwartet - Amerika überrascht mit Arbeitsmarkt-Zahlen

Update 2 (16:29):

Anzahl des Jobs in der Establishment Data auf von minus auf plus 151.000 korrigiert. Text war aber richtig.

Die Medien springen (nicht ganz überraschend) auf die positive Schlagzeile an ... Ich fand die beiden Monate zuvor allerdings positiver ...

Update 3 (16:56):

Da bin ich ja froh, dass meine "mixed bag" Interpretation auch von einem geteilt wird, dem ich mehr vertrauen als die meisten Mainstreammedien:

Calculated Risk: Employment-Population Ratio, Part Time Workers, Unemployed over 26 Weeks

Wie immer mit vielen schönen Grafiken unter anderem der sehr erschreckenden, die zeigt, wie tief und lang diese Krise ist ....

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