Zahl des Tages (07.11.10): 9,27

Es gehört ja zu den besseren Gepflogenheiten in diesem Blog, nicht immer nur auf desaströse Entwicklungen hinzuweisen, sondern auch auf die Verbesserungen, sofern es welche gibt.

Die stark ansteigenden Ausfallraten bei den Hypotheken in den USA waren in der Vergangenheit mehr als einmal ein Thema an dieser Stelle. Spannend waren zum Beispiel die Zeiträume, in denen viele der 2006-2007 abgeschlossenen Subprime-Kredite fällig wurden, wodurch eine neue Welle von Kreditausfällen schon vorher absehbar war (Ich kann das leider nicht verlinken, weil die Site-interne Suche nach der Domainumstellung auf www.diewunderbareweltderwirtschaft.de nicht funktioniert; ich schätze bis Google seinen Suchindex aktualisiert hat).

Auch über die Zusammensetzung der ausgefallenen Hypotheken habe ich ein paar Mal gebloggt. Am Anfang waren  die Immobilienkredite mit schlechter Qualität (Subprime) und die mit variabler Verzinsung und optionaler Tilgung (Option-ARM) das größte Problem. Inzwischen kommt aber ein Großteil der Foreclosures aus anderen Bereichen (also auch aus Prime-Krediten). Und das trotz prozentual niedrigerer Ausfallraten, denn die Anzahl der normalen Hypotheken war eben doch viel höher als der Anteil der wahnsinnigen Option-ARM-Subprime-Kredite. Das stellt die Mainstreampresse oft ziemlich verzerrt dar und tut so, als wären vor allem die "Wahnsinnskredite" das Hauptproblem.

Nun stabilisiert sich die Lage aber eindeutig. Von einem Krisenende zu reden wäre voreilig, denn das Niveau bleibt sehr hoch und ist weiterhin klar als Krisenniveau einzuordnen. Denn dass sich

9,27%

der Hypotheken im September 2010 im Zustand "delinquent" also überfällig befinden, deutet auf eine hohe Anzahl von Hausbesitzern hin, die ihre Hypothek nicht pünktlich bedienen können. Aber immerhin lag der Wert im September des Vorjahres bei 10,06%, im Januar 2010 (der bisherigen Spitze) sogar bei 10,97% (rote Kurve).


Auf die Anzahl der neubegonnenen Foreclosures (grüne Kurve) hat die Entspannung aber noch nicht durchgeschlagen. Dort liegt die Rate mit 3,84% sogar leicht über den 3,71% des Vorjahresmonats und liegt auch noch ganz nahe an den Höchstständen in dieser Krise.

Aber es dürfte nur eine Frage der Zeit sein bis sich auch dort eine gewisse Entspannung zeigen wird. Der Spielraum, den die Raten an überfälligen Hypotheken und an Foreclosures bis zu den Normalständen haben, ist auf jeden Fall noch groß und es wird wohl noch einige Jahre (inkl. einiger Rückschläge) dauern, bis der Normalzustand wieder hergestellt ist.

Creditwritedowns: The Aggregate Picture on Mortgage Delinquencies and Foreclosures

oder im Original hier: LPS Mortgage Monitor, October 2010 Mortgage Performance Observations (PDF!)

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