Zahl des Tages (16.11.10): Null

Hoah, macht hin. Um 20:00 Uhr eine Pressekonferenz zu Irland anzusetzen und jetzt ist es 22:00. Ich will ins Bett. Es heisst Zahl des Tages, nicht Zahl der Nacht ;-)

Ah Mr. Juncker ...

Irland spart 6 Mrd. bereits 2011. Wir vertrauen Irland. 2014 wird alles in Ordnung sein. Blabla.

AAAABBBBEEERRR wir laden die Iren ein, das jährlich zu überprüfen ... (Einladen ist ein schönes Wort).

However ...

Der Druck bleibt. Die bösen Finanzmärkte. Wir geben jede mögliche Unterstützung. Und wir haben das Geld. Wenn Irland denn fragen sollte ...

Es hört sich stark so an, als gäbe es

NULL

Ergebnis der Verhandlungen ...

Portugal soll bitte noch mal etwas detaillierter erläutern, wie das Land die Wende schaffen will. Obwohl wir vertrauen der portugiesischen Regierung, bla bla ...

Und nun zu Griechenland. Wir vertrauen immer noch, dass das Defizit bis 2014 wie geplant reduziert werden kann. Wir haben die Erhöhung des Haushaltsdefizits für 2009 durch die Eurostat zur Kenntnis genommen. Bessere Statistik. Blabla.

Tjoah, jetzt kommen die Fragen. Es gibt keine Hilfe für Irland und auch keine Hilfe für die irischen Banken.

Es kommen jetzt die lustigen Fragen z.B. die vom WSJ, was eigentlich vom EU-Banken-Stresstest zu halten sei, der noch vor wenigen Monaten das Ergebnis hatte, dass die irischen Banken OK seien ... Naja, aber die Fragen sind nicht wirklich neu ...

Update (22:23):

Das war die erste und letzte Zahl des Tages, die ich als so eine Art Liveblogging verbraten habe. Das macht glaube ich keinen Sinn.

Kommentare :

  1. Abgesehen davon, dass die Null die interessanteste aller Zahlen ist, ist sie als Zahl des Tages durchaus berechtigt. Aber vielleicht kannst Du ja in einem Update den Inhalt etwas erweitern.

    Mich interessiert, unter welchen Voraussetzungen die Eurozone noch aufrecht erhalten werden kann, derzeit sehe ich dafür schwarz, ohne das wir uns zu einer Transferunion wandeln.

    Die Kosten der deutschen Staatsverschuldung ziehen bereits an, die Macht der Spekulanten ist eher gewachsen, weil sich die Europäer nicht einigen können und damit eine herzliche Einladung ausgesprochen haben.

    Konkret: Bist Du der Meinung, dass sich dieses System noch länger als ein oder zwei Jahre aufrecht erhalten lässt?

    Ich habe da Zweifel und wirklich keine Idee, was folgen wird.

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  2. Wer weiss das schon?

    Im Fall Irland kann ich die Aufregung nicht nachvollziehen. Irland hat durchaus die Chance, die Wende zu schaffen. Im Fall Griechenland bin ich skeptischer. Allerdings wären selbst beide zusammen für den Rest der Eurozone zu verkraften. Selbst wenn die Griechen alle Schulden an die Eurozone abdrücken würden (300 Mrd.) würde das den Gesamtschuldenstand der anderen Länder nicht wesentlich erhöhen. Das ist einfach ein wirtschaftlicher Zwerg. Irland und Portugal fallen in die gleiche Rubrik. Eklig, aber verkraftbar.

    Die Eurozone in ihrer jetzigen Form scheint trotzdem kaum haltbar (Eine Währung, große Unterschiede in den Ländern, keine Strafen für Defizitmacher, aber 100% Bailout, wenn's schief geht).

    Es ist für mich völlig unverständlich, warum nicht einfach ein Land Pleite machen soll. Im Dollarraum gehen auch dauernd Länder oder Firmen Pleite, ohne dass das den Dollar vernichtet. Warum sollte das beim Euro anders sein? Und das ist wohl der Mechanismus, den der Euroraum zum Atmen braucht: Es gibt weiterhin keinen Austritt, sondern eine "begleitete" Pleite.

    Das ist sicherlich nicht ideal, aber besser als wie nix ;-) Ideal wäre es gewesen, wenn man sich als Politiker über die Probleme früher Gedanken gemacht hätte und diese nicht einfach kategorisch ausgeschlossen hätte. Und besser wäre es auch gewesen, wenn Deutschland und Frankreich vor ein paar Jahren, als sie die 3%-Maastricht-Grenze gerissen haben, Strafen nicht abgelehnt hätten (dank nochmal an den Eichel dafür). Nun ist jeder Sanktionsmechanismus unglaubwürdig ...

    Probleme bekommt die Eurozone erst, wenn Spanien ins Wanken geraten sollte ...

    Generell war ich nie ein Freund des Euros, so wie er gekommen ist. Es sind einfach Länder dazugekommen, die nicht reingehört haben. Der alte DM-Block (D, BeNeLu, A, + Skandinavien (wenn die gewollt hätten) plus abgeschwächt F und Ita) wäre problemlos gewesen. Die Länder hatten zwei oder drei Jahrzehnte Zeit, sich an die D-Mark zu hängen und ihre Wirtschaft zu "synchronisieren". Die anderen Ländern benötigen eine ähnliche lange Vorbereitungszeit. F und Ita und Irl vielleicht ein Jahrzehnt, Spanien vielleicht zwei und Portugal und Griechenland eher drei. Diese Zeit hatten sie aber nicht. Jetzt müssen sie irgendwie lernen, mit einer Hartwährung klarzukommen. Ob das klappt? Keine Ahnung.

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  3. Diese Knallchargen sind so kindisch mit ihrer Kleinkinderrhetorik. Alle können sehen, dass der Kaiser nackt ist. In bester OKW- (oder Sowjet?)- Manier wird Woche um Woche das glatte Gegenteil behauptet, der Feind wurde zurückgeschlagen, die Konterrevolutionäre aufgeknüpft, kein Grund zur Sorge an der Heimatfront. Langsam beginnt ja der Markt zu begreifen, der kleine Rest mitteleuropäischer Staaten DE, NL, AT (selbst nur Einäugige unter Blinden) kann nicht Staaten von dessen doppeltem Gewicht stemmen (GR, PT, ES, IR, IT, FR) und dies wäre mit Renditen von 2,3% für 10-Jährige Bundesanleihen angemessen vergütet. In Anbetracht des erheblichen Ausfallrisikos - kurzfristig und erst recht langfristig, Stichwort demographischer Niedergang - wären mindestens doppelt so hohe Zinsen angemessen. Man sieht aber schnell, dass dies nicht geht. Egal was die EUROkraten machen, man kommt an der ökonomischen Realität nicht vorbei durch 'monetäre Maßnahmen'. Früher oder später werden sie vom Markt gestellt.

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  4. Die 2,3% Rendite bei Bundesanleihen haben IMHO nur einen einzigen Grund: Dies sind AAA und es gibt Unmengen von Anlegern, die nichts anderes kaufen *dürfen* (außer sie hinterlegen wesentlich größere Mengen Eigenkapital). Basel II und III (für Banken) und Solvency II (für Versicherungen) lassen grüßen. Und der Markt an AAA-gerateten mitirgendwas-besicherten Bonds ist in den letzten zwei Jahren auch massiv geschrumpft.

    Kurz: Das hat mit richtiger Risikoeinschätzung nicht viel zu tun. Es ist nicht mehr als ein Mangel an Anlagealternativen ... (OK, das ist auch nur ein Aspekt für die Erklärung der niedrigen Zinsen, aber mMn der wichtigste)

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  5. ja, hinter solchen Kauforgien wie der der jahrelangen BUND-Hausse stecken sehr oft technische Zwänge, die nicht viel mit der eigenen Überzeugung zu tun haben müssen. Weil man ja denkt, wenn es brenzlig zu werden droht, gehen wir sofort raus aus BUNDS, Treasuries, Aktien, Yen oder was auch immer. Den schönen Trend nehmen wir aber mit. Geht mir ja selber so.


    btw ...
    Sicherheitsabfrage: "suckstoy"

    www.google.com/images?um=1&hl=de&safe=off&client=firefox-a&rls=org.mozilla:de:official&q=suckstoy&ie=UTF-8&source=og&sa=N&tab=wi&biw=1280&bih=890

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  6. Hallo Egghat,

    danke für die Antwort. Ratlosigkeit allenhalben, die Irland-"Hilfe" wird durchgezogen werden und danach wird es "weiter so" heißen.

    Die nächsten Ziele der Spekulantenjunta sind Portugal und Spanien(?).

    Es bräuchte ein Mittel, denen das Spiel zu versauen, auf für Spekulanten richtig teure Weise. Und es bräuchte Politiker, die auch mal die Fresse halten können, Merkel ganz vorn dabei. Wenn sie etwas für 2013 zu verkünden hat, kann sie damit auch gerne bis 2012 warten.

    So, wie es derzeit aussieht, gebe ich dem Euro keine zwei Jahre mehr. Aber das ist auch nur ein (wenn auch begründetes) Gefühl.

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  7. @Werrapirat:

    Merkel hat sich jetzt noch gar nicht so schlimm und vollidiotisch benommen wie "damals" bei der Griechenlandhilfe.

    Die Politiker tun alles, um sich als willenlose, dumme Schafherde zu präsentieren, die sich von den Finanzmärkten treiben lassen will. Peinlich. Peinlich.

    Und wenn die Merkel mal ausnahmsweise ruhig ist (was sie ja gar nicht ist, denn sie fordert ja mit Sarkozy zusammen eine Beteiligung der Gläubiger, woraufhin diese alle anfangen, irische Anleihen zu verkaufen), kommt jemand aus der Slowakei und sagt Nein oder mosert wie jetzt der Pröll aus Österreich.

    16 Demokratien, die über eine Sache entscheiden sollen ... Das ist schon bei einfacheren und wichtigeren Sachen in der EU schief gegangen ...

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  8. @Werrapirat

    Was denn für eine Spekulantenjunta? Die Euro-Schwächer kommen doch aus den Reihen der Politik ("Oh, Oh, oh - Griechenland. Oh, oh, oh - Irland"). Welcher Spekulant sollte denn eine Chance haben, die EZB in ihrer eigenen Währung zu schlagen?

    Es gibt imho NULL Gründe, warum der Euro sich auflösen sollte. Er ist doch DAS Mittel der Wahl der deutschen Exportindustrie!

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