Zahl des Tages (18.11.10): 40%

Summdidumm ... Nein, nicht Irland ...

Ich habe zu Irland ja in diversen Blogs gestern und heute ziemlich viel dazu geschrieben und daher habe ich jetzt wirklich keine Lust mehr, in meinem eigenen Blog auch noch was dazu zu schreiben. Daher heute ein kleiner Hinweis auf das Land, an dem sich die Zukunft der Euro-Zone dann wirklich entscheidet, denn Griechenland, Portugal und Irland sind wegen der Größe eigentlich relativ unspannend. Aber Spanien ist dann eine andere Nummer.

Dort gibt es offiziell eine Menge überraschend guter Daten. Das BIP ist OK, die spanischen Banken waren zwar im EU-Stresstest die kritischsten, aber der Kapitalbedarf war doch überschaubar. Auch die Hypothekenausfallraten sind überschaubar und weit unter den Niveaus, die man aus Irland oder den USA gewohnt ist.

Was alles sehr sehr seltsam ist, weil der Bauboom und die Mondpreise, die in Spanien üblich waren, ähnlich schlimm waren. Es kann daher eigentlich nicht stimmen, dass die Immobilienpreise nur um 10% gesunken sind. Die Preise müssten deutlich kräftiger abgesackt sein. In einem Kommentar in meinem Blog schrieb sogar mal jemand was von 70 Rückgang in bestimmten Regionen ... (siehe SPANIEN - GENAUSO WAHNSINNIG WIE DIE USA?)

OK, so viel Preisrückgang gab es vielleicht nicht in der gesamten Breite des Markts, aber zumindest in der möglicherweise kritischsten Region Murcia sind es definitiv mehr als 10%. Und dort gibt es auch eine ganz neue Idee - ein Immobilienoutlet. Dort werden die Immobilien, die wahrscheinlich eh schon ein paar Mal im Preis reduziert wurden und trotzdem noch keinen Käufer gefunden haben, nochmals um bis zu

40%

im Preis reduziert und vertickert. Also zumindest ist das das Ziel ...

Nicht ganz aktueller Zuschnitt. Kleine Mängel. Überproduktion. Fehlerfreie Ware der letzten Saison.

Kaufen Sie jetzt. (Wenn Sie noch nicht Pleite sind, weil sie bereits vor zwei Jahren eine völlig überteuerte Wohnung zum doppelten Preis gekauft haben ...)

Caja Madrid gibt auf Immobilien in Murcia "Outlet Rabatte" von bis zu 40 Prozent

Kommentare :

  1. Hallo,

    für die Immobilienpreise in Spananien ist auch sehr einflussreich: Der Euro-Pfund-Wechselkurs. Den Zusammenhang zu erahnen, überlasse ich dem geschätzten Blogger :)

    Grüße,

    Hardy

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  2. Spanien ist für mich sowieso die Überraschung des Jahrzehnts. Ich Frage mich immer noch warum das alles noch nicht hochgegangen ist.

    Wenn ich mich richtig erinnere hat der Bausektor mit über 30% beitragen, woher kommt nun das Wachstum??? Zuletzt hatte doch Spanien fast 20% Arbeitslosigkeit?

    Ich verstehe das nicht.

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  3. @ M106

    Die haben frühzeitig kriechische Berater engagiert und die Buchführung von Goldman Sachs machen lassen.

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  4. Hallo M106,

    für mich eher keine Überraschung, aus einem ganz bestimmten Grund: Die hatten vor einigen Jahren bereits eine "Briefmarkenblase". Sie waren also gewarnt, und haben nichts daraus gelernt. Stattdessen: Häme gegen die doofen Deutschen. Auch hier: kein Mitleid.

    Gruß,

    Hardy

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  5. @M106

    Danke für den Hinweis auf die Briefmarkenblase, hatte ich fast schon vergessen. Was da ablief war wirklich kaum fassbar.

    Die Erklärung für den Erfolg Spaniens ist vielleicht ganz einfach: Sie sind noch dreister und cleverer im Bescheißen als die Griechen ;-)

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  6. Aus dem Artikel:

    Die Objekte sind in den Städten der gesamten Region und Murcia, Aguilas, Kanalisation, Alguazas, Reithallen, Jumilla, Lorca, Molina de Segura, Speck Bridge, San Javier, Santomera Sucina verstreut gelegen...

    Moment, "Kanalisation", "Reithallen"??? Gibt es dort wirklich Orte, die so heißen?

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  7. @anonym:

    Die Texte sind mindestens halb maschinell übersetzt.

    Alcantarilla wird als Kanalisation übersetzt, Alquerías als Reithallen.

    Ist natürlich Quark. Aber die Städte gibt es wirklich:

    Alquerías

    Alcantrilla

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  8. Spanien versteckt hat sehr clever!

    Da sind Unmengen an Immobilienkrediten über die Wupper gegangen und die Banken haben die dann einfach umgeschuldet. Jetzt haben die Banken halt keine einfach zu bewertenden Immobilienkredite in der Bilanz (was ja sofort jedem auffällt, wenn die nicht mehr pünktlich bedient werden), sondern schwierig zu bewertende Immobilien. Solange man diese vermieten kann, ist das für die Bank nicht ganz so tragisch ...

    Das ist die gleiche Nummer, die in den USA abgelaufen ist. Dort gibt es ja auch ein riesiges Schattenlager an Immobilien, die die Banken in den eigenen Bilanzen liegen haben. Die Häuser werden aber nicht sofort verkauft, um a) die Preise nicht zu stark zu drücken und b) um den Verlust nicht sofort sichtbar zu machen.

    Wie lange es dauern wird, diese riesigen Lager wieder auf ein Normalmaß zu reduzieren, ist eine Frage, auf die wahrscheinlich niemand eine Antwort weiss.

    Wie schnell kommen aus jungen Jahrgängen neue Käufer auf den Markt, die die Lager leeren? Die "alteN", die sich jetzt die Finger verbrannt haben, fallen wohl mindestens 1 Jahrzehnt, wenn nicht sogar für den Rest ihres Lebens als Käufer aus ...
    Oder wird die Quote der Hausbesitzer an der Gesamtbevölkerung wieder steigen? Auch das erscheint kaum vorstellbar.

    Anders gesagt: Irland ist die Dinge angegangen, in Spanien wird immer noch mit aller Macht unter den Teppich gekehrt ... Aber irgendwann wird das nicht mehr gehen ...

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  9. Ach so, was den Text un die Übersetzung angeht:

    Hier eine Google Übersetzung, bei der man auch noch ans Original kommt (Mauszeiger über dem Text gibt den Originaltext in einer Blase):

    20 Minutos

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