Zahl des Tages (02.12.10): 1.109.900.000.000

Eine gewisse latente Übergewichtung von Nachrichten und Zahlen aus der USA in diesem Blog lässt sich nicht leugnen, aber es ist halt immer noch die mit Abstand größte Volkswirtschaft der Welt. Dass dann häufig Nachrichten (und Zahlen des Tages) dorther kommen, ist natürlich. Wenn allerdings an einem Tag Zahlen zu den Hilfspaketen bekannt werden und ich über die Zahl aus den USA berichte, aber über das europäische Pendant nichts schreibe, fällt die US-Lastigkeit sogar mit auf ;-)

Genug der Vorrede. Gestern gab es Zahlen zu den von der EU genehmigten Rettungspaketen für die Banken. Also die Rettungspakete aus der guten alten Zeit (2008/2009), als man "nur" Banken und nicht ganze Länder retten mussten. Wobei sich das "nur" auch eher als Witz herausstellt. Denn das Volumen, das in den zwei Jahren zur Verfügung stand, lag bei gut 4,5 Billionen Dollar. Beeindruckende Zahl, die gestern auch einige  Schlagzeilen produziert hat. In Deutschland lag das Volumen bei 592 Mrd. Euro, was Platz 4 hinter Großbritannien (850 Mrd. Euro), Irland (723 Mrd. Euro) und Dänemark(!) (600 Mrd.) ergibt.

Die 4,5 Billionen ist aber eine der Zahlen, die zwar knallig (weil sehr groß) ist, aber auch etwas irreführend. Denn der Rahmen, der maximal ausgeschöpft wurde, lag 2009 "nur" bei

1.109.900.000.000 (1,1 Billionen) Euro.

(Die Zahl unterscheidet sich im Text leicht von der Zahl in den Tabellen; keine Ahnung warum).

Es wurden also gut 3,5 Billionen Euro weiterer Hilfsprogramme von der EU genehmigt, die aber nie genutzt wurden (zumindest nicht bis Ende 2009 ...).

Die 1,1 Billionen Euro setzen sich aus 459 Milliarden Euro für Garantien, 197 Milliarden für Rekapitalisierung, 340 Milliarden für "Entlastungsmaßnahmen" (was Ankäufe von kritischen Papieren sein müssten) und 114 Milliarden "anderer Liquiditätshilfen" zusammen.

Jetzt muss man nicht unbedingt einen akuten Optimismusanfall haben, um zu merken, dass auch die 1,1 Billionen nicht ansatzweise der Summe entsprechen, die am Ende vom Steuerzahler übernommen werden muss. Die Garantien werden zum überwiegenden Teil wieder zurückgezahlt werden (wie in den USA schon fast vollständig passiert) und auch aus dem Ankauf der kritischen Papiere wird nur ein kleiner Teil als Verlust verbucht werden (in den USA sind aus 700 Mrd. Dollar TARP wohl nur noch 50 bis 60 Mrd. Dollar Verlust zu erwarten).

So jetzt habe ich genug Optimismus in dieses Posting gepackt, um einige Vorwürfe der Ahnungslosigkeit in den Kommentaren zu bekommen ;-) (Nee schreibt bloß, ich freue mich immer über Kommentare)

EU: Staatliche Beihilfen: Beihilfenanzeiger bestätigt Trend – weniger, dafür aber gezieltere Beihilfen trotz krisenbedingter Mehrausgaben

Kommentare :

  1. Du bist ja derart ahnungslos... ;)

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  2. Das reicht nicht, um mich zu provozieren ;-)

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