Zahl des Tages (03.12.10): 9,8%

Da habe ich heute morgen versucht, meine Leser vorsichtig auf eine überraschend gute Zahl vom US-Arbeitsmarkt vorzubereiten und hätte fast eine kleine Wette angeboten, da überrascht die Zahl (zumindest mich) genau in die andere Richtung ...

Da hatten die spürbar sinkenden Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe doch (noch?) nicht viel zu bedeuten USA: Erstanträge auf Arbeitslosengeld sinken deutlich.

Die Daten für den November 2010 in der üblichen Form:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: +276.000 auf 15,119 Millionen. Anzahl der Arbeitenden: -173.000 auf 138,888 Millionen ---> Arbeitslosenquote:

9,8% (+0,2).

Die Anzahl der Teilnehmer, die theoretisch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, ist wieder um 185.000 gestiegen (die USA sind ein Land mit wachsender Bevölkerungszahl). Davon wurden aber direkt 82.000 in die NILF (not on labor force) "abgeschoben". Die Erwerbstätigenquote (Anzahl Arbeitskräfte auf die Gesamtbevölkerung gesehen) liegt bei 58,2%, was schlechter als im November 2009 (58,8%). So viel zum Thema, der Arbeitsmarkt in den USA erholt sich kräftig.

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data zeichnen ein etwas positiveres Bild.

Anzahl der Jobs: +39.000 gegenüber dem Vormonat auf 130,539 Millionen.

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche blieb im November konstant bei 34,3, die Anzahl der Überstunden blieb konstant bei 3,1 Stunden (die 3,0 des Vormonats wurde nach oben korrigiert).

Für die beiden vergangenen Monate gab es kräftige Aufwärtskorrekturen: Der September wurde von -41 Tsd. auf -24 Tsd, der Oktober von +151 Tsd. auf +172 Tsd. korrigiert, also ingesamt um 38.000.

Insgesamt ein ziemlich gemischtes Bild, wie ich finde. Die beiden Zahlen für Überschrift (in D-Land meisten die 9,8%, in den USA auch oft die 39.000 neuen Jobs) waren eher Enttäuschungen. Wobei die 39.000 aus der Establishment Data noch deutlich besser ist als die -173.000 aus der Household Data )die richtig schwach sind).
Aber immerhin gab es Aufwärtskorrekturen in der Establishment Data um insgesamt 38.000. Und die sekundären Parameter wie Wochenstunden und Überstunden zeigen eher Stabilität an. Auch die am breitesten ausgelegte Arbeitslosenquote U-6 ist bei 17,0% konstant geblieben.

Kurz: In der Überschrift eine Enttäuschung, aber immerhin keine weiteren negativen Überraschungen in den Details.

BLS.GOV: THE EMPLOYMENT SITUATION – NOVEMBER 2010 (PDF!)

Update (18:48):

Die Erwartungen lagen übrigens bei etwa 150.000 neuen Arbeitsplätzen. Da war die 39.000 (+38.000 Aufwärtskorrektur) eine klare Enttäuschung. Der Euro ist dann auch flugs einen Cent nach oben gesprungen:


Update (18:53):

Und wie immer noch der Hinweis auf die Grafik bei Calculated Risk, in der die Arbeitsplatzverluste der aktuellen Rezession mit den vorherigen verglichen werden. Da sieht man sofort, wie tief die letzte Rezession war und wie unglaublich zäh die Erholung ist:

Calculated Risk: Employment Recessions

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