Zahl des Tages (05.12.10): 6.720.257

Lange nichts mehr dazu geschrieben, auch wenn es andauernd Tweets zum Thema gibt. Die Preisentwicklung ist ja auch zuuu beeindruckend. Ja, es geht um's Gold.

Und da fragen sich ja doch einige, woher denn die Nachfrage kommt. Ist das nur Spekulation von Hedgefonds? Stecken dahinter verunsicherte Anleger? Wenn ja, wo sitzen die Anleger?

Das Problem bei der Beantwortung ist einfach: Es gibt viele kleine Facetten, die den steigenden Goldpreis erklären können. Nur kann niemand beurteilen, wie wichtig genau jedes einzelne Mosaiksteinchen ist.

Zum Beispiel haben die Chinesen in den ersten 10 Monaten 209 Tonnen Gold oder

6.720.257 Feinunzen

Gold importiert.

Das ist ein massiver Anstieg (mehr als ein Vervierfachung) gegenüber dem Vorjahr, als nur 45 Tonnen nach China importiert wurden.

Es wird geschätzt, dass ungefähr die Hälfte des Golds in Form von kleinen Goldbarren in die Hände von Privatinvestoren wandert. Auslöser ist natürlich die Angst vor Inflation und die Flucht in Sachwerte. Und in China ist diese Angst bei einer Inflation von über 4 Prozent auch gut nachvollziehbar (siehe auch hier: CHINA WILL INFLATION MIT PREISKONTROLLEN BEKÄMPFEN)

Man muss eine solche Zahl aber einordnen. Zu leicht fällt es sonst den Scheuklappen-Goldbugs, die Zahl als Begründung für Preise jenseits der 10.000 Dollar je Feinunze zu nehmen ;-) Man kann die Menge, die die Chinesen gekauft haben, auch mal einfach in Geld umrechnen. Und dann kommt man bei 1.200 Dollar Durchschnittskurs in den ersten 10 Monaten (grobe Schätzung) auf

8.064.308.681 (8 Milliarden) Dollar.

Das ist aber weniger als die Hälfte des Handelsbilanzüberschusses, den China allein im September erwirtschaftet hat (knapp 16,9 Mrd. Dollar).

Auch wenn man sich den Goldanteil der chinesischen Notenbank anschaut, bleibt der weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Auch hier wird mit der absoluten Zahl des Zuwachses häufig Stimmung pro Gold gemacht, aber prozentual gesehen passiert da nicht sonderlich viel (siehe auch CHINAS GOLDRESERVEN +75%!). Vor allem wenn man bedenkt, wie stark der Anteil des Golds an den Devisenreserven allein aufgrund des Preisanstiegs schon gestiegen sein müsste ...
Die Chinesen kaufen zwar weiterhin Gold, in Bezug auf die gesamten Devisenreserven sind die 1,6%, die die Chinesische Notenbank hält, aber nicht viel. Von größeren Umschichtungen ist weiterhin nichts zu sehen. Die chinesischen Goldreserven wachsen vor allem, weil die Devisenreserven auch wachsen ...

Bloomberg: China’s Gold Imports Soar Almost Fivefold on Inflation Concern

Kommentare :

  1. Gar nicht mal so doof - die Chinesen kaufen mit der angehäuften Subprimewährung US-Dollar Gold. Immer wieder beeindruckend, diese Chinesen!

    AntwortenLöschen
  2. Aber sie kaufen gar nicht wirklich viel Gold. Und schon gar nicht von den angehäuften Dollars. Der Anteil des Golds an den Devisenreserven der Notenbank ist mit 1,6% weiterhin in der Größenordnung, wo er schon vor Jahren war.

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für Deinen Kommentar.

Sorry. Es sind leider keine anonymen Kommentare mehr möglich. Ich werde von mehr als 50 Spamkommentaren pro Tag geflutet und habe keine Lust, diese von Hand zu scannen, um darin alle drei Tage einen anonymen Kommentar zu finden, der veröffentlicht werden kann. Meldet Euch bitte an. Sorry für die Umstände.

Related Posts with Thumbnails

egghats Amazonstore