Zahl des Tages (07.12.10): x.000.000.000

Interessanterweise scheine ich den endgültigen Verlust der deutschen Bankenstabilisierungsfonds SoFFin in 2009 nie zu einer Zahl des Tages gemacht zu haben, sondern nur eine Vorabschätzung ( ZAHL DES TAGES (24.02.10): 1.000.000.000). Daher werde ich diese Tradition weiter pflegen und wieder mal die Schätzung einbuchen ;-)

Aber zuerst trage ich den Verlust für 2009 schonmal nach. Damals waren es 4,26 Milliarden Euro, die im Wesentlichen durch 4,75 Milliarden Verlust bei der Hyporealestate ausgelöst wurden.

Tja und bei der Bekanntgabe wurde betont, dass das wohl der letzte Verlust sein werden. Ab 2010 sollten die Zinseinnahmen für einen Überschuss sorgen. Wenn da nicht dummerweise wieder einen Haufen Abschreibungen dazwischenfunken ...

Aber das ist am Ende auch genau das Problem bei solchen Bad Banks. Die sind bad. Darin wird übel stinkender Giftmüll abgeladen und wenn man den nicht bei der Übertragung massiv im Wert reduziert, versteckt man damit nur Verluste und schiebt sie in die Zukunft. Politikern reicht das, denn mit etwas Glück ist man bei Bekanntwerden der ganzen Wahrheit nicht mehr im Amt (sondern baumelt mit dicken Pensionen gesegnet in der Hängematte).

Heute hat der SoFFin bekannt gegeben, dass auch für 2010 wieder mindestens ein Verlust von

x.000.000.000 Euro, also in Milliardenhöhe

entstehen wird.

Und dabei sind nicht nur die Abschreibungen ein Problem, auch die ausbleibenden Zinszahlungen der Commerzbank helfen nicht wirklich. Denn es wurde vereinbart, dass eine Bank solange keine Zinsen zahlen muss, wie diese in den roten Zahlen steckt.

Die üblichen Beruhigungsphrasen, dass die Verluste den Steuerzahler heute nicht belasten, weil man erst am Ende abrechnen könne, wenn alle Garantien zurückgegeben wurden und alle Anteile an den Banken verkauft sind, würde ich nicht zu hoch bewerten. Zwar stimmt das rein technisch, aber trotzdem sinkt mit jedem Milliardenverlust die Wahrscheinlichkeit, dass der SoFFin für den Steuerzahler glimpflich abgewickelt werden kann.

1 Kommentar :

  1. "in den roten Zahlen steckt"

    Die Commerzbank steckt genau dann in den roten Zahlen, wenn es darum geht den Staatskredit zurückzuzahlen.

    Da wird dann nämlich nach HGB bilanziert und es offenbart sich ein Milliardenverlust.

    Im für die Kapitalmärkte relevanten Standard IFRS wird dagegen ein Gewinn von mindestens 1 Milliarde Euro erwartet:
    http://banking.fazjob.net/fuer_bewerber/aus_der_beruf_und_chance_redaktion/?em_cnt=126838

    Wieder einmal wird der deutsche Steuerzahler nach Strich und Faden verarscht.

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