Zahl des Tages (21.12.10): 42.911.042

Die Zahl war schon mehr als einmal auf der Liste, der Zahlen die ich bringen wollte, aber irgendwie war es entweder zu spät (und ich hatte keine Lust mehr, einen längeren Text zu schreiben) oder ich habe was Spannenderes gefunden.

Naja und ich eigentlich wollte ich die Zahl dann auch wegen frecher Tweets langfristig boykottieren ;-) aber dann kam noch ein netter von Cihan und weil der auch direkt so nett war, die Grafiken fertig zu machen, mache ich es heute mal. (Apropos nett: Danke an den Usedomspotter, dein Geschenk ist angekommen. Allerliebsten Dank!)

Genug geschwätzt, die Zahl ist auch deshalb interessant, weil sie einen interessanten Quercheck auf die Einkommenslage in den USA wirft. Zwar sehen die Arbeitsmarktzahlen aus den USA im Moment viel schlechter aus als in Deutschland (wann war das in den letzten 20 Jahren mal der Fall?), aber trotzdem ist eine leichte Verbesserung nicht zu übersehen.

(Ich hatte ja auch schon überlegt, mal eine "Die Arbeitslosenquote in den USA steigt nicht mehr über 10% (aktuell 9,8%)"-Wette anzubieten. Aber das ist mir wegen der Korrekturen, die im Februar oder März kommen, zu haarig. Auf eine Wette, dass die Arbeitslosigkeit im Juli niedriger ist als heute (auf Basis der im Juli gelieferten Zahlen) würde ich mich aber einlassen).

Zurück zum Thema: Die offiziellen Zahlen zur Arbeitslosenquote zeigen eine leichte Verbesserung an. Wenn ich über die Zahlen berichte, versuche ich statistische Abweichungen zu finden und habe zum Beispiel schon einige Male erwähnt, dass die Erwerbstätigenquote (Anteil der Arbeitenden an der Bevölkerung im Alter von 15-65(?)) nicht gestiegen ist. Was ja bei einer sinkenden Arbeitslosenquote eigentlich passieren sollte. Die Erwerbstätigenquote befindet sich aber weiterhin auf dem Niveau aus den tiefsten Krisenmonaten und liegt sogar 0,6 Prozentpunkte unter dem Vorjahr.

Und eine ähnliche Abweichung zeigt auch die heutige Zahl des Tages auf. Die Anzahl der Empfänger von Lebensmittelmarken in den USA steigt nämlich auch immer weiter und hat im Oktober mit

42.911.042 (knapp 43 Millionen)

ein neues Hoch erreicht.

In der Grafik sieht man schon auf den ersten Blick, dass noch keine Zeichen für eine Abschwächung des Aufwärtstrends erkennbar sind:


Die Kosten entwickeln sich natürlich (allein wegen der Inflation) langfristig noch dramatischer:


Woran liegt das nun?
Gibt es viele Amerikaner, die nur in Teilzeit arbeiten können, weil sie keinen Vollzeitjob finden und dadurch nicht mehr genug verdienen? Das deckt aber die breiteste Definition der Arbeitslosenquote U6 nicht.
Müssen viele Amerikaner extrem schlecht bezahlte Jobs annehmen, weil das Arbeitslosengeld ausgelaufen ist, und kommen mit dem Geld nicht über die Runden?
Oder sind es einfach die vielen (u.a. durch die Immobilienkredite) überschuldeten Haushalte?
Oder ist es doch einfach die Statistik, die lügt?

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Kommentare :

  1. "Oder ist es doch einfach die Statistik, die lügt?"

    Zynismus pur. So was kann nur einem Investment Banker einfallen. Ich würde da aufpassen!

    Wenn ihr Jungs so weitermacht seid ihr irgendwann das Lametta auf riesengrossen Weihnachtsbäumen.

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  2. Wie was? Ich Investmentbanker? Gott bewahre.

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  3. eggi und Investmentbanker .........

    ich lieg unterm Tisch :)))
    bei aller Wertschätzung für den Blogbetreiber

    bester comment hier

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  4. Tja egghat, da kannste mal sehen wie flauschig Du hier schreibst, wrst glatt schon für den Feind gehalten. :-)

    Grüße,

    KP

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