Zahl des Tages (30.01.10): 179

Dieses Wochenende direkt 6 Bankpleiten, dabei zwei große mit Assets von mehr als 1 Milliarde Dollar  und eine Minibank, die bei der FDIC nur 4 Millionen Schaden hinterlässt ...

US-Bankenpleite Nr. 174:

Name: First National Bank of Georgia
Sitz: Carrollton, Georgia
Assets: 832 Millionen Dollar
Käufer: Community & Southern Bank, Carrollton, Georgia
Schaden für die FDIC: 260 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2:  Treffer! Platz 61 (rot)
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 26 (rot).

FDIC: Community & Southern Bank, Carrollton, Georgia, Assumes All of the Deposits of First National Bank of Georgia, Carrollton, Georgia

US-Bankenpleite Nr. 175:

Name: Florida Community Bank
Sitz: Immokalee, Florida
Assets: 876 Millionen Dollar
Käufer: Premier American Bank, National Association, Miami Florida
Schaden für die FDIC: 353 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2:  Treffer! Platz 116 (orange)
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 6 (rot).

FDIC: Premier American Bank, National Association, Miami Florida, Assumes All of the Deposits of Florida Community Bank, Immokalee, Florida

US-Bankenpleite Nr. 176:

Name: Marshall Bank, National Association
Sitz: Hallock, Minnesota
Assets: 60 Millionen Dollar
Käufer: United Valley Bank, Cavalier, North Dakota
Schaden für die FDIC: 4 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: kein Treffer!
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 205 (rot).

FDIC: United Valley Bank, Cavalier, North Dakota, Assumes All of the Deposits of Marshall Bank, National Association, Hallock, Minnesota

US-Bankenpleite Nr. 177:

Name: Community Bank and Trust
Sitz: Cornelia, Georgia
Assets: 1,2 Milliarden Dollar
Käufer: SCBT, N.A., Orangeburg, South Carolina
Schaden für die FDIC: 355 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: kein Treffer!
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 42 (rot).

FDIC: SCBT, N.A., Orangeburg, South Carolina, Assumes All of the Deposits of Community Bank and Trust, Cornelia, Georgia


US-Bankenpleite Nr. 178:

Name: First Regional Bank
Sitz: Los Angeles, California
Assets: 2,18 Milliarden Dollar
Käufer: First-Citizens Bank & Trust Company, Raleigh, North Carolina
Schaden für die FDIC: 826 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: kein Treffer!
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 112 (rot).

FDIC: First-Citizens Bank & Trust Company, Raleigh, North Carolina, Assumes All of the Deposits of First Regional Bank, Los Angeles, California

US-Bankenpleite Nr. 179:

Name: American Marine Bank
Sitz: Bainbridge Island, Washington
Assets: 373 Millionen Dollar
Käufer: Columbia State Bank, Tacoma, Washington
Schaden für die FDIC: 59 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: kein Treffer!
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 124 (rot).

FDIC: Columbia State Bank, Tacoma, Washington, Assumes All of the Deposits of American Marine Bank, Bainbridge Island, Washington

Zahl des Tages (30.01.10): 5.000.000

So Zeit für eine kleine Wette ... Die Immowette habe ich ja bald gewonnen ;-)

Ich wette, dass Apple dieses Jahr

5.000.000

oder mehr iPads verkauft. Ich glaube, das Gerät wird von der Allgemeinheit genau so unterschätzt wie das iPhone. Und wieder werden viele Skeptiker das Teil irgendwann in der Hand halten und danach überzeugt sein.

Wetteinsatz wie üblich irgendeine lokale Bier- oder Weinspezialität. Es geht nicht ums Geld, sondern ums Gewinnen (oder sollte man sagen Recht behalten?)

Ich wette mit max. 3 Lesern. Am besten welche, die dann nächstes Jahr auch noch hier sind ...

Update (30.01.10):

Nur um deutlich zu machen, dass ich keine Weicheier-Wette anbiete: Die Zahl von 5 Millionen ist gaaanz klar am oberen Ende der Schätzungen. Nur Goldman Sachs und Morgan Stanley sind mit 6 Millionen leicht darüber, die anderen (teilweise deutlich) darunter. Selbst der ausgesprochene Apple-Fan Gene Munster:

  • Gene Munster, Piper Jaffray: He sees calendar 2010 sales of 3-4 million units, up from previous estimate of 2 million; expects 2011 to be the break out year, with 8 million units, with possible $4.6 billion in added revenue in calendar 2011. He raised his price target to $284, from $280.
  • David Bailey, Goldman Sachs: He expects Apple to sell 6 million iPad units in 2010, contributing $3.9 billion in revenue and profits of 99 cents a share; for calendar 2010 he now sees EPS of $12.35, up from $11.36; for CY 2011, $14.30, up from $12.50. His new target is $240, up from $230.
  • Katy Huberty, Morgan Stanley: “We view the unit opportunity at the lower than expected price as larger than we originally expected and raise our CY2010 unit forecast to 6 million from 4 million,” she writes. Her CY 2011 forecast goes to 9 million units, from 6 million.
  • Yair Reiner, Oppenheimer: “We are conservatively baking in 1.1M units in FY10 and 4M units in FY11, compared to the ~10M/yr Apple is geared to support, per our checks,” he writes. But he is quite bullish on the iPad’s long-term potential. “Our initial unit projections are modest, but we believe great things may be ahead.”
  • Ben Reitzes, Barclays Capital: [...] He forecasts iPad sales of 2.9 million in FY 2010 and 7.3 million in FY ‘11.
  • Keith Bachman, BMO Capital: He projects 2.5 million iPad units in FY 2010 and 5.5 million units in FY 2011.
  • Scott Craig, Bank of America/Merrill Lynch: He forecasts Apple to ship 1.25 million units in FY 2010 and 3.75 million in FY 2011.

Tech Traider Daily: Apple: Analysts Love The iPad

Update:

Als ersten vorausichtlichen Verlierer ;-) nehme ich den usedomspotter auf.

Update (02.02.10)



Wer zweifelt noch? Terrific! Phenomenal. Amazing. Beautiful. Great. Thank you.

Ihr wollt es ja unbedingt so:

Also gegen meine Wette halten noch

KP und
m106, der wohl mal wieder einen Packen Bier verlieren will ;-)

Damit sind die Slots zu.

Deutsche Bank Analyst Whitmore meint übrigens, dass Apple dieses Jahr 2 Mio. Stück verkaufen wird. Da habe ich mich ja mal wieder ganz schön weit aus dem Fenster gehängt ...

Tech Trader Daily: Apple: iPad Expands Addressable Market 50M Units, Analyst Says

Musik zum Wochenende: Lali Puna

Bald mit einer neuen Platte. Vorab schon ein Song als kostenloser MP3-Download:

Lali Puna - Remember

gefunden via @spex

Und noch ein schönes Video eines älteren Songs:



Schönes Wochenende!

US-BIP Q04/09: +5,7%

Woah. Auch wenn das nur die Vorabschätzung ist und die Zahl nach unten korrigiert werden sollte, bleibt das eine positive Überraschung. Marketwatch meint in einer ersten Analyse, dass der Lageraufbau 2/3 des Zuwachs ausgemacht habe.


Trotzdem fragt man sich langsam, wie die US-Notenbank den Nullzins weiter rechtfertigen will. Die geben, wie von mir oft befürchtet, wieder zu lange und zu viel Gas und legen damit die Basis für die nächste Krise. Die dieses Mal wohl Inflation bedeuten könnte.

Marketwatch: U.S. 4Q GDP up 5.7% on swing in inventories

(habe leider keine Zeit für eine tiefere Analyse).

Ein kurzer Nachtrag noch: Größtes BIP-Plus seit 6 Jahren.

Update (30.01.10):

In den Zahlen steckt nicht mehr viel Spannendes. Es war ein Wachstum, das massiv durch den Lageraufbau nach oben verzerrt wurde. Das Wachstum ohne diese Komponente lag bei nur 2,3%. ABER auch 2,3% sind ein solides Wachstum.
Edward Harrison weist auch darauf hin, dass die Real Disposable Incomes steigen (+2,1% in Q-04). Die Amerikaner haben also wieder mehr Geld in der Tasche und bei der hohen Verschuldung kann nur das zu höherem Konsum führen. Und daran hängt das US-BIP ja zu mehr als 70%.

Creditwritedowns: GDP up 5.7%, fastest rate since 2003

Noch eine andere Analyse, die im Ton etwas pessimistischer ist, aber am Ende kann ich auch bei selbst 2,3% nicht wirklich pessimistisch werden.

Econbrowser: Strong GDP growth with weak fundamentals

Zahl des Tages (29.01.10): +8,6%

Es ist mal wieder Zeit für einen Blick auf den britischen Immobilienmarkt. Denn hier lässt sich IMHO wirklich Erstaunliches beobachten.

Für den Januar meldete der Immobilienfinanzierer und Versicherungskonzern Nationwide erneut ein kräftiges Plus von 1,2%, was nach 9 Monaten in Folge im Plus inzwischen ein beeindruckendes Jahresplus von


8,6%

ergibt.

Und zumindest im Februar 2010 wird die Jahresrate wahrscheinlich nochmal steigen, denn im Vorjahresmonat wurde das Tief erreicht.

Warum erholt sich der britische Immobilienmarkt so kräftig? Die allgemeine Wirtschaftslage kann nicht der Auslöser sein: Die Wirtschaftsdaten in Großbritannien sind deutlich schlechter als in den USA (BIP Q-04/09 USA heute Nachmittag wird deutlich über UK: BIP Q-04/09 +0,1% Vq (-3,2 Vj) kommen), die Erholung am Immobilienmarkt hingegen ist in Großbritannien deutlich kräftiger.

Die langfristige Preisentwicklung liefert die IMHO einzige sinnvolle Erklärung für die kräftige Erholung: Der Rückgang hat die Preise auf den langfristigen Aufwärtstrend zurückgeführt und da drehten die Preise halt wieder. Zu einem Überschießen der Preise unter den Trend ist es nicht gekommen, weil Steuervergünstigungen die Nachfrage anheizen und die niedrigen Hypothekenzinsen die Finanzierung erleichtern.

Inwieweit das schon ein nachhaltiger und stabiler Aufwärtstrend wird, bleibt abzuwarten. Aber auch bis hierher kann man sich durchaus überrascht zeigen.

Nationwide: House prices make a strong start to 2010 (PDF!).

Jetzt habe ich gedacht, ich hätte eine Zahl, die sonst nirgendwo kam, aber inzwischen ist bei FT Alphaville auch ein Artikel erschienen:
FT Alphaville: Nine in a row

Anmerken muss man vielleicht auch noch, dass der Nationwide Index in den vergangenen Monaten deutlich positiver war als z.B. der Rightmove-Index, der November (-1,6%) und Dezember (-2,2%) deutlich im Minus sah.

Rightmove January 2010 HPI (PDF!)

Zahl des Tages (28.01.10): 420 (Breaking News inside)

Hmm. Da bin ich wohl mit meiner Einschätzung zu den Risikoaufschlägen der griechischen Staatsanleihen komplett neben der Spur (CDS auf Griechenland bei 335(!) Basispunkten) ... Ich fand die 335 Basispunkte für die Kreditausfallversicherung vor knapp einer Woche schon zu hoch (im Vergleich zu vielen anderen Risikoaufschlägen), danach hat sich die Lage nochmal dramatisch verschärft. Heute sind die CDS für griechischen Staatsanleihen auf

420

Basispunkte gestiegen.

Zum Vergleich:

Venezuela: 1038 bps,
Argentinien: 1032 bps,
Ukraine: 923 bps

Dubai: 475 bps
---
Bulgarien: 255 bps,
Rumänien:  250 bps,
Ägypten: 250 bps,

Libanon: 247 bps, 
Ungarn: 243 bps,
Kroatien: 234 bps,
Kazachstan: 210 bps,
Türkei: 196 bps,
Russland: 192 bps,
Portugal: 169 bps,
Irland: 147 bps,
Spanien: 135 bps,
Italien: 122 bps,

Japan: 88 bps,
UK: 84 bps,
USA: 43 bps,
Deutschland 35 bps.

(Alles hier her: The Big Picture: Greek 5 yr CDS hits 420, let’s compare)


Allein bei einem Blick auf die Liste passen die Relationen inzwischen noch weniger. Griechenland dreimal so risikoreich wie Irland oder Spanien? Im übrigen auch risikoreicher als z.B. Solarworld. Nee, das passt nicht. Aber das ist meine Meinung. Ich würde die CDS auf Deutschland verdoppeln und die für Griechenland halbieren. Als Vorwegnahme des Bailouts ;-)

Immerhin ist man mit den vierjährigen Griechenland Bonds erst etwa 2% im Minus (ONVISTA).

Aber was hat für den Einbruch gesorgt? Heute gab es (IMHO ziemlich irre) Gerüchte, dass sich Griechenland an China gewendet hat und um Hilfe gebeten hat. Angeblich solle Goldman Sachs ein Geschäft in Höhe von 25 Mrd. Euro vermitteln. Die Story wurde inzwischen dementiert. Es soll sich nur um eine Roadshow handeln.

FT Alphaville: Chinese whispers hit Greek bonds

Mich würde es nicht wundern, wenn die große Bank mit den Initialen G und S das Gerücht gestreut hätte und heute freudigst die Puts auf die griechischen CDS mit sattme Plus glatt gestellt hätte ...

Und während ich hier fleissig rumtippere, kommt die Meldung, dass schon in der EU über die Hilfe von Griechenland verhandelt wird:

FTD: Berlin soll Griechenland helfen

Naja, wenigstens liege ich nicht immer daneben ...

Die FTD hat auch schon eine Meinung dazu:

FTD: Dank Griechenland in der Falle

Update (22:58)

Ach so, zwei Links wollte ich noch einfügen, was ich in der Aufregung über die geänderte Nachrichtenlage ganz vergessen habe:

FTD: Chinas neuester Trojaner
Herdentrieb: Spinnen die Griechen?

Update (23:05)

Hilfe schon wieder von Finanzministerium dementiert. Glaube kein Wort. Hilfe gibt es natürlich nicht, weil man den Druck auf Griechenland aufrecht erhalten woll. Hilfe gibt es erst, wenn die Chinesen wirklich kaufen wollen.

Dow Jones: BMF weist Bericht über Hilfen für Griechenland zurück

Update (29.01.10):

Ach so, der Hinweis fehlte: Ein Indiz für die IMHO seltsame Markteinschätzung kann auch die Tatsache sein, dass die Märkte die Ausfallwahrscheinlichkeit kurfristig höher einschätzen als langfristig. Wie auch immer das logisch zu erklären sein mag ...

Seltsam: Die Ausfallwahrscheinlichkeit von Griechenland sinkt mit der Zeit

Großbritanniens Bankensektor gehört nicht mehr zu den weltweit stabilsten

Das hat heute die Ratingagentur Standard & Poors gesagt. Wörtlich:
"We no longer classify the United Kingdom (AAA/Negative/A-1+) among the most stable and low-risk banking systems globally"
Die Börse in London ging auf Talfahrt. Auch wenn das wenig überraschend war. Denn der britische Finanzsektor hat ja doch Einiges durchgemacht, Bankpleiten und -verstaatlichungen inklusive.

Und noch weniger überraschend war die Nachricht, wenn man weiss, dass es eigentlich nur eine Wiederholung einer Meldung vom letzten Dezember war. Schon damals sortierte S&P das britische Bankensystem nur noch in die drittstabilste Klasse ein. Aber am 21.12.2009 waren wohl schon alle in den Weihnachtsferien ...

FT Alpaville: A poor UK-market reaction to S&P!

Derweil feuert Pimco Chef Bill Gross in seinem Februar Ausblick weiter auf Großbritannien (siehe auch hier: Zahl des Tages (11.01.10): 90%): Die britischen Staatsanleihen GILTs lägen auf einem Bett aus Nitroglycerin, Großbritannien solle bloß gemieden werde, eine Abwertung der Währung ist möglich und werde dann wohl auch gemacht:
" the UK is a must to avoid. Its Gilts are resting on a bed of nitroglycerine. High debt with the potential to devalue its currency present high risks for bond investors. In addition, its interest rates are already artificially influenced by accounting standards that at one point last year produced long-term real interest rates of 1/2 % and lower."
Den letzten Satz verstehe ich allerdings nicht. Accounting Standards? Was soll denn da anders sein als in den anderen Ländern und wie soll das die Zinsen senken?


Zwischendrin wäre der Report aber ein gefundenes Fressen für weissgarnix, denn es wird eine McKinsey Studie zitiert, die die Höhe der Schulden eines Landes und die anschließende Wirtschaftsentwicklung beim Schuldenabbau untersucht hat. 
Die Ergebnisse mögen spannend sein (hat die Studie zufällig jemand?), allerdings ist die zitierte Größe als Basis ziemlicher Quark. McKinsey hat einfach die Schulden des Staats und die Schulden der Bürger addiert. Dass sich diese Schulden aber "aufheben", wenn ein Inländer die Anleihen "seines" Staats hält, fehlt da irgendwie. Eigentlich müsste doch die Auslandsverschuldung wichtiger sein und selbst die reicht nicht aus, denn dagegen müssten auch noch die Auslandsvermögen gerechnet werden (was für Deutschland am Ende übrigens ein Plus ergibt).

Ich will jetzt nicht so weit gehen wie weissgarnix und Schulden daher zu einem reinen Verteilungsproblem machen, allerdings ist ein einfaches Aufaddieren der Schulden auch nicht korrekt ...

Übrigens ist das Ergebnis der McKinsey Studie, dass das Deleveraging nach der Krise (also der Schuldenabbau und die Haushaltskonsolidierung erst 2 Jahre nach der Krise beginnt (also jetzt, siehe auch Obamas Ausgabenbeschränkung) und dann 6 bis 7 Jahre anhält und das Wachstum drückt. Das sind übrigens IMHO die 6-7 Jahre, die die Keynesianer in ihren "das Konjunkturprogramm hat doch gewirkt"-Überlegungen vergessen ...


Der Ausblick ist übrigens wie so oft sehr lesenswert.



Bill Gross - Investment Outlook - February 2010 - The Ring of Fire


Berkshire steigt in S&P Index auf

Auf den 50:1 Split bei der Berkshire Heathaway B-Aktien hatte ich (IIRC) schon hingewiesen. Dieser Split wurde jetzt durchgeführt und damit ist die Berkshire Aktie zum ersten Mal seit langem mit einem Kurs von 70 Dollar auch wieder für Normalsterbliche kaufbar. Die A-Aktie kostet übrigens über 100.000 Dollar je Stück.

Beflügelte schon der Split den Aktienkurs leicht, kommt jetzt noch eine weitere gute Nachricht. Standard & Poors wird Berkshire Hathaway sowohl in den engen S&P 100 als auch den bekannteren S&P 500 Index aufnehmen. Da weltweit und vor allem in den USA sehr viel Geld in Indexfonds steckt, müssen jetzt viele dieser Fonds die Berkshire Aktie kaufen.

Genauer sind laut S&P etwa 900 Mrd. Dollar in Indexfonds investiert. Berkshire wird gut 1% des Indexes betragen, es entsteht also eine zusätzliche Nachfrage von etwa 10 Milliarden Dollar für die Berkshire Hathaway Aktie.
(Ich hoffe mal, dass die FAZ hier richtig gerechnet hat und nur etwas ungenau geschrieben hat. Denn dass 915 Mrd. in Indexfonds stecken, heißt ja nix, es könnten ja auch Indexfonds auf den EuroStoxx50, den Nikkei225, etc. sein. Interessant sind ja nur die beiden S&P Indizes).

Berkshire Hathaway: Warren Buffett kommt in den S&P 500 - Aktien - Finanzen - Investor - FAZ.NET

Zahl des Tages (27.10.10): 499

Der ein oder andere, der meine Lieblingscomputer kennt, hat es wohl schon befürchtet. Das (oder der) iPad ist da und wird (und das war der eigentlich Hammer in der Präsentation) ab


499$
 

kosten. Mit 16 Gb, ohne UMTS. 32 GB kosten 100 Dollar mehr, 64 GB nochmal 100 Dollar. UMTS jeweils 130 Dollar mehr. Mit UMTS Vertrag wird das Teil wohl deutlich unter 500 Euro kosten, weil die Flatrates aktuell massive Subventionen für Geräte abwerfen (300 Euro Netbooks mit Vertrag für lau).

Kurz: Das Teil wird fliegen. Der Preis ist der Hammer. Ein farbiges, multimediafähiges Touchdevice mit Internet, EBooks, Spielen, iWork, etc. für 499,- im Vergleich zu einem fast genauso teuren Amazon Kindle DX wird ein Hit. Ja, der Kindle ist nur für eBooks aufgrund des ePaper Bildschirms besser. Aber der iPad ist ungleich flexibler.

Update (22:39).

Man beachte den Sprung im Apple-Chart in der Nähe der Hand. Das war die Minute, in der "His Steveness" den Preis gesagt hat ...



Update (23:20):

Video jetzt auch embeddable
 



Ihr könnt das Teil übrigens auch schon vorbestellen: iPad Vorbestellung bei Amazon

Zahl des Tages (26.01.10): -0,2%

Soeben kamen die angekündigten Zahlen des IMHO besten Indikators für die US-Immobilienpreise, den Case-Shiller-Index, auf den ich auch meine Immowette abgestützt habe.

Nachdem sich die Preise nach den Berechnungen von Standard & Poors im Oktober nicht verändert haben (übrigens nach 6 Monaten im Plus: +0,3% im September, +1,2% im August, +1,6% im Juli, +1,4% im Juni, +0,5% im Mai und +0,5% im April), sanken die Preise im November wieder um

0,2%.

Ist der Aufschwung damit schon wieder vorbei? Das ist relativ schwierig zu sagen, weil die saisonal bereinigten Zahlen besser aussehen. Hier gab es ein Plus von 0,2% zu vermelden. Ich bevorzuge aber eigentlich immer nicht bereinigte Zahlen. Erstens sind diese nicht so statistikabhängig und zweitens sollte man die Monatsänderungen sowieso nicht überbewerten. Das Jahresvergleich ist aussagekräftiger und dieser muss ja nicht saisonbereinigt werden.

Im Jahresvergleich liegt der City-20-Index jetzt nur noch 5,3% im Minus, der City-10-Composite um 4,5%. Im Chart sieht der Jahresvergleich so aus:



Vom Hoch aus gesehen sind die Preise damit um -30,0% gesunken. Ich habe also noch ein wenig Luft für die nächsten 11 Monate, bis die Wette abgelaufen ist. Dafür liegt die Grenze bei 40%.

In der Breite gab es auch mehr Schwäche zu vermelden. In 13 Regionen des City 20 Indexes sanken die Preise, in 7 stiegen sie. Saisonbereinigt kehrt sich das Verhältnis aber um.

Kurzum: Ein gemischtes Bild. Ein Double Dip ist nicht auszuschließen. Für meine Wette wird es wahrscheinlich trotzdem reichen. Der Abstand bis zur Schwelle und die Restlaufzeit werte ich noch positiv für mich ...

S&P: Mixed Messages in the Data According to the S&P/Case-Shiller Home Price Indices(PDF)

Jon Stewart vs. Ben Bernanke

Tschuldigung für alle Doppler, vor allem den letzten Ausschnitt mit John Hodgeman (dem PC aus den Apple vs. PC Spots) müsste ich schonmal gebracht haben ... Er ist so herrlich durchgeknallt ...

Wenn ihr nur Zeit für ein Video habt, empfehle ich das dritte.

Slim Thug: Still a Boss


The Daily Show With Jon Stewart
Mon - Thurs 11p / 10c
Slim Thug's Music Video - Still a Boss
www.thedailyshow.com

Daily Show
Full Episodes

Political Humor
Health Care Crisis

The Notorious AIG: Outrage


The Daily Show With Jon Stewart
Mon - Thurs 11p / 10c
Slim Thug's Music Video - Still a Boss
www.thedailyshow.com

Daily Show
Full Episodes

Political Humor
Health Care Crisis

Awkward Loan Interview


The Daily Show With Jon Stewart
Mon - Thurs 11p / 10c
The Notorious AIG - Outrage
www.thedailyshow.com

Daily Show
Full Episodes

Political Humor
Health Care Crisis

It's the Stupid Economy


The Daily Show With Jon Stewart
Mon - Thurs 11p / 10c
Awkward Loan Interview
www.thedailyshow.com

Daily Show
Full Episodes

Political Humor
Health Care Crisis

The Daily Show's Irrationally Exuberant Tribute to Alan Greenspan – The Man


The Daily Show With Jon Stewart
Mon - Thurs 11p / 10c
Headlines - It's the Stupid Economy
www.thedailyshow.com

Daily Show
Full Episodes

Political Humor
Health Care Crisis

The Daily Show's Irrationally Exuberant Tribute to Alan Greenspan – The Man


The Daily Show With Jon Stewart
Mon - Thurs 11p / 10c
The Daily Show's Irrationally Exuberant Tribute to Alan Greenspan - The Man
www.thedailyshow.com

Daily Show
Full Episodes

Political Humor
Health Care Crisis
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S&P denkt über Abwertung von Japan nach

Zwar geht es bei Japan nicht mehr um eines der Länder, die um ihr Triple-A-Rating kämpfen (das hat Japan schon vor ein paar Jahren verloren), aber angesichts der extrem hohen Verschuldung Japans ist es trotzdem höchst interessant zu sehen, wo die Ratingagenturen  ein solches Land einsortieren.

Die Daten:

Das Rating von japanischen Staatsanleihen liegt bei AA, dem dritthöchsten Rating nach AAA und AA+. Die Staatsverschuldung liegt bei etwa 200% des BIPs, also gut 2,5 mal so hoch wie in Deutschland oder den USA.

Wer also Griechenland bei etwa 100% Staatsverschuldung im BIP für problematisch hält, sollte sich erstmal Japan anschauen. Klar, beide sind nicht einfach vergleichbar, unter anderem haben die Japaner sehr hohe Auslandsvermögen.  Zm Beispiel war Japan sehr lange der größte Auslandskäufer von US-Staatsanleihen, bevor die Chinesen diese Funktion übernommen haben. Außerdem ist Japan natürlich eine Wirtschaftsmacht, was man von Griechenland nicht gerade behaupten kann. Japan hat also Sachen zu verkaufen, was die Schuldenrückzahlung natürlich erleichtert.
Andersherum ist die Größe der Volkswirtschaft natürlich auch ein Problem. Während ich einen Bailout von Griechenland bei Gesamtschulden von 300 Mrd. Euro für durchaus machbar halte, dürfte das im Falle Japans bei mehr als 7 Billionen Euro Schulden so gut wie unmöglich sein ...

Wenn man auf der Suche nach dem Point-of-no-Return ist, der Punkt, ab dem die Staatsverschuldung so hoch ist, dass sie nicht mehr getilgt werden kann (außer durch Umschuldung/Pleite oder wahrscheinlicher Inflation), muss man Japan genau im Blickfeld behalten.

Marketwatch: S&P warns it may downgrade Japan

Zahl des Tages (25.01.10): +15%

Da ich bei meiner Immowette auf einen sich stabilisierenden Immobilienmarkt in den USA gesetzt habe, picke ich mir heute mal die positive Zahl aus dem Reigen heraus. Aber keine Angst: Ich unterschlage die negativen nicht.

Heute gab es die wichtigste Zahl vom US-Immobilienmarkt, die Verkäufe von existierenden Häusern. Diese lagen im Dezember 2009 um

15%

über dem Wert von Dezember 2008. In Stückzahl bedeutet das annualisiert 5,45 gegenüber 4,74 Millionen im Vorjahresmonat.

Auf das Gesamtjahr gesehen war der Anstieg aber wesentlich schwächer. 2009 wurden insgesamt 5,156 Millionen existierende Immobilien verkauft, was 4,9% mehr als die 4,913 Millionen 2008 waren. Da konnten die starken Monate nach Einführung de Steuergutschrift für Erstkäufer, die im 2. Halbjahr zu wirken begann, die schwache erste Hälfte nicht mehr rumreissen. Immerhin war es das erste Jahresplus seit 2005.

Wie stark die staatlichen Hilfen den Markt in Schwung brachten, zeigen schon die oben schon stehenden Dezemberzahlen. Man muss nur mit dem November vergleichen, der letzte Monat in dem die Förderung noch gültig was. Gegenüber dem Vormonat gab es nämlich ein kräftiges Minus von 16,7% (November 6,54 Millionen). Auch am Anteil der Erstkäufer kann man das Auslaufen der Förderung erkennen: Im Dezember sank der Anteil von 51 auf 43%.

Die von mir immer besonders intensiv beobachtete Zahl des Lagerbestands in Monaten hat sich im Dezember verschlechtert. Zwar sank die Anzahl zum Verkauf stehender Gebrauchtimmobilien kräftig um 6,6% auf 3,29 Millionen, durch den noch stärkeren Rückgang der Umsätze verschlechterte sich das Verhältnis auf 7,2 Monatsumsätze nach 6,5 im Vormonat. Das ist aber noch immer deutlich besser als im Vorjahr, als der Wert noch über 10 lag.

Auf die Preise im NAR-Report lege ich wenig Wert. Diese sind wenig verlässlich. Sie sind übrigens leicht gestiegen. Aber hier sollte man lieber weiter auf den Case-Shiller-Index warten. Das ist der deutlich bessere Preisindikator. Der kommt diese Woche übrigens auch noch, wenn auch erst für den November.

Dass der Markt noch immer nicht aus dem Gröbsten heraus ist, zeigt der weiterhin hohe Anteil an Immobilien, die aus Zwangsversteigerungen stammten: Mit 32% im Dezember und 36% im Gesamtjahr stammen ungefähr ein Drittel der Immobilien auf dem Markt aus nicht freiwilligen Verkäufen.

Trotzdem: Der deutliche Rückgang des Lagerbestands und der Immobilienpreise wird den Markt an einem weiteren starken Rückgang hindern. Auch die Verlängerung der Steuergutschrift wird sich in den kommenden Monaten wieder positiv auswirken. Im Dezember konnte sie noch nicht wirken, weil es eine Zeitlang dauert, bis man sich für einen Kauf entschieden hat und dieser dann auch vollzogen wird.

NAR: December Existing-Home Sales Down but Prices Rise; 2009 Sales Up 

Update (17:55)

Das Handelsblatt meldet, dass der Monatsrückgang um 16,7% der stärkste seit Beginn der Statistik 1968 gewesen ist.

Handelsblatt: Häuserverkäufe sinken im Rekordtempo

Update 2 (17:58)

Aha, Barry Ritholtz schreibt's auch:

December Existing-Home Sale Worse Than Expected

Update 3 (18:02)

Calculated Risk hat den üblichen Artikel mit den vielen Charts schon fertig:

Calculated Risk: Existing Home Sales decline Sharply in December

Update 4 (21:17):

Calculated Risk hat den üblichen zweiten Artikel mit noch mehr Charts fertig:

Calculated Risk: More on Existing Home Sales



HSH und HRE Heuschrecke grätscht ins Fiasko

JC Flowers hat für seine Beteiligungsfonds teilweise Insolvenz angemeldet. Nicht ganz überraschend, denn mit seinen beiden bekanntesten Investments in Deutschland hat er direkt zweimal richtig tief ins Klo gegriffen (man kann es kaum anders nennen). Die beiden Investments:

Hyporealestate

HSH Nordbank

Autsch. Wer die beiden Desaster nicht mitbekommen hat, kann gerne nochmal auf die Links klicken und bekommt dann einen Überblick über das ganze Desaster.

JC Flowers war der Investor, der sich lange, aber am Ende erfolglos, gegen die Enteignung der Hyporealestate gewehrt hat.

Gescheitert sind die Fonds von JC Flowers jetzt an den Schulden von fast 400 Millionen Dollar. Eigentlich sollten die Dividenden von HRE und HSH Nordbank für die Zinszahlungen verwendet werden. Aber sowohl bei HRE als auch bei der HSH Nordbank blieben diese aus. Und JC Flower hat wohl auch die Lust verloren, in die Fonds weiter Geld zu stecken.

JC Flowers möchte mit der Insolvenz verhindern, dass die Gläubigerbanken Zugriff auf die Anteile an der HSH Nordbank bekommen, da bei den aktuellen Problemen der Bank wohl kaum ein vernünftiger Preis dafür bezahlt werden würde.

JC Flowers ist übrigens nicht als gesamte Firma pleite, es geht wohl "nur" um die Fonds, die in der deutschen Bankenbranche aktiv waren. So ganz sicher bin ich mir aber nicht, denn auf der JC Flowers Homepage sieht es so aus, als gebe es nur 3 Fonds von JC Flowers. Wenn jetzt zwei davon dicht sind, wäre das doch ziemlich einschneidend ... Wahrscheinlicher erscheint mir aber, dass es sich bei den nun insolventen Fonds nur um "Unterfonds" handelt und die Dachfonds (die drei von der Homepage) weiter leben. Wenngleich die Performance dieser Fonds ziemlich mager sein dürfte. Mindestens einer der JC Flowers Fonds hatte 2008 über die Hälfte seines Vermögens verloren ... Ob die Chinesen so glücklich darüber sind, 2008 ausgrechnet mit JC Flowers einen Fonds gegründet zu haben?

FTD: Flowers scheitert an Deutschland

Zahl des Tages (24.01.10): 1.600%

Es gab in der vergangenen Woche einige Diskussionen über China. Gibt es dort eine Blase oder nicht? Ist das Wachstum zu hoch oder nicht (Zahl des Tages (21.01.10): 10,7)? Wird die Notenbank bremsen oder nicht? Genauer müsste man sagen, wird sie stärker bremsen als bisher, denn der erste Schritt wurde ja schon getätigt und der Mindestreservesatz erhöht und so dem Bankensektor etwas Geld entzogen.
Ich bin relativ sicher, dass ein Betrachtung des Riesenlands China so einfach nicht ist. Eine chinaweite Blase erscheint kaum vorstellbar. Aber an den wirtschaftlich aktivsten Orten, d.h. vor allem an der Küste, gibt es doch einige Warnzeichen. Ich meine mich zu erinnern, dass Appartments in Shanghai das 35fache eines durchschnittlichen Arbeitermonatsjahreslohns in Shanghai kosten. Was natürlich völlig irre ist, weil zwischen Einkommen und Kosten eine so enorme Lücke klafft, dass diese eigentlich nicht über Lohnzuwächse geschlossen werden kann. Selbst wenn die Löhne so stark steigen wie in China. Leider finde ich diese Zahl nicht wieder, aber ich habe eine andere schöne Zahl gefunden.

Die Banken in Shanghai haben ihre Immobilienkredite 2009 im Vergleich zum Vorjahr um

1.600%

gesteigert.

Gut, mit viel Fantasie können einem jetzt Szenarien einfallen, die eine solche Entwicklung ohne eine Blase oder Überhitzung erklären könnten. Aber um diese Uhrzeit fehlt mir diese Fantasie (oder die nötige Menge Alkohol ;-) ). Da bläht sich doch gerade wieder die nächste große Blase zusammen, oder?

China Economic Review: Shanghai mortgages rise 1,600% in 2009

Update (25.01.10):

Aus "Arbeiter" "Arbeitermonatslohn" gemacht.


Update (26.01.10):

Aus "Arbeitermonatslohn""Arbeiterjahreslohn" gemacht.

Zahl des Tages (23.01.10): 173

So langsam kommt der Pleitenzug wieder auf Tour ... Direkt 5 Pleiten dieses Wochenende, dabei zwei große mit Assets von mehr als 1 Milliarde.

US-Bankenpleite Nr. 169:

Name: Premier American Bank,
Sitz: Miami, Florida
Assets: 351 Millionen Dollar
Käufer: Premier American Bank, Miami, Florida, National Association )(Neugründung!)
Schaden für die FDIC: 85 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2:  Treffer! Platz 94 (rot)
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 17 (rot).

FDIC: Premier American Bank, Miami, Florida, National Association, Assumes All of the Deposits of Premier American Bank, Miami, Florida

US-Bankenpleite Nr. 170:

Name: Bank of Leeton
Sitz: Leeton, Missouri
Assets: 20 Millionen Dollar
Käufer: Sunflower Bank, National Association, Salina, Kansas
Schaden für die FDIC: 8 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: kein Treffer.
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 80 (rot). 

FDIC: Sunflower Bank, National Association, Salina, Kansas, Assumes All of the Deposits of Bank of Leeton, Leeton, Missouri

US-Bankenpleite Nr. 171:

Name: Charter Bank
Sitz: Santa Fe, New Mexico
Assets: 1,2 Milliarden Dollar
Käufer: Charter Bank, Albuquerque, New Mexico
Schaden für die FDIC: 202 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: kein Treffer.
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 180 (rot).

FDIC: Charter Bank, Albuquerque, New Mexico, Assumes All of the Deposits of Charter Bank, Santa Fe, New Mexico


US-Bankenpleite Nr. 172:

Name: Evergreen Bank
Sitz: Seattle, Washington
Assets: 489 Millionen Dollar
Käufer: Umpqua Bank, Roseburg, Oregon
Schaden für die FDIC: 64 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: kein Treffer.
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 118 (rot).

FIDC: Umpqua Bank, Roseburg, Oregon, Assumes All of the Deposits of Evergreen Bank, Seattle, Washington


US-Bankenpleite Nr. 173:

Name: Columbia River Bank
Sitz: The Dalles, Oregon
Assets: 1,1 Milliarden Dollar
Käufer: Columbia State Bank, Tacoma, Washington
Schaden für die FDIC: 173 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer! Platz 147 (orange)
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 68 (rot).

FDIC: Columbia State Bank, Tacoma, Washington, Assumes All of the Deposits of Columbia River Bank, The Dalles, Oregon

CDS auf Griechenland bei 335(!) Basispunkten

Der Abstand ist an sich schon völlig irre, noch verrückter wird das allerdings, wenn das mit den Kosten für Kreditausfallversicherungen für griechische Unternehmen vergleicht. Diese liegen bei 129 Basispunkten, also ungefähr bei einem Drittel!

Auch wenn ich glaube, dass FT Alphaville da in eine Falle getappt ist: Die Spalte ganz rechts zählt nämlich IMHO die Anzahl der Gläubiger aus einem Land, die einen geringeren CDS-Preis haben als der Staat und da steht "1" und das bedeutet wohl, dass die 129 der "Durchschnitt" aus einem einzigen Wert sind. Und die entsprechende Firma ist wahrscheinlich die griechische Telekom (wüsste sonst auch keine griechische Firma, die keine Bank ist und auf die es CDS gibt. Dass man einen Cashflow-starken Fast-Monopolist für einen besseren Gläubiger hält als einen Staat, kann ich schon nachvollziehen.

Trotzdem: Für risikobewusste Anleger könnten die griechischen Bonds eine interessante Anlage sein. Zumindest wenn man die Teile irgendwo günstig kaufen kann. Den Quote, den ich gerade nachgeschlagen habe, hat allerdings einen Spread von 3%. Daran verdient erstmal nur der Makler ... Aber ein Abstauberlimit am Geldkurs, wo es bei 4-jährigen griechischen Staatsanleihen 6% Rendite gibt (also satte 4% mehr als bei Bundesanleihen), könnte schon was sein. Das Risiko einer Pleite muss man aber einkalkulieren. Nix für Ruhig-Schlaf-Haben-Woller, aber für die, die aus lauter Verzweiflung jetzt Aktien mit hoher Dividendenrendite kaufen und eigentlich die Kursschwankungen nicht haben wollen.

FT Alphaville: Grεεk cοrpοrαtε cοntαgiοn

Zahl des Tages (22.01.10): 37 Cent

Die Erdbebenkatastrophe in Haiti war schon kurz ein Thema.

Für die Medien ist eine solche Katastrophe natürlich ein gefundenes Fressen. Da kann man viel berichten, es gibt viele Bilder und alle wollen es lesen.

Dabei kommen dann schöne Überschriften wie Focus: Deutsche spenden Riesensumme heraus. Aber da muss man sich doch schon an den Kopf fassen. Es sind aktuell etwa 30 Millionen gespendet worden. Bei 82.000.000 Millionen Einwohnern macht das weniger als

37 Cent

pro Nase.

Riesensumme? Ich würde eher sagen, an Peinlichkeit nicht zu überbieten.

Deshalb: Rettungsanker Haiti – Spendenaktion [Update]
oder direkt zur Aktionsseite (die ziehen das Geld vom Konto ein, es ist sehr easy).

Die 25.000 packen wir noch. Oder sind die Leser in der Blogosphäre genau so lame wie die Durchschnittsbevölkerung?

Ich habe die voraussichtlichen Gesamteinnahmen dieses Blogs des Monats Januar (ich tippe mal so auf 30 Euro über Amazon Provision und Google Werbung) gespendet. Sollte es mehr werden, schicke ich den Rest noch hinterher.

Update (24.01.10): Die 25.000 dort wurden übrigens geknackt. Einen mir bekannten Namen habe ich da aber nicht gesehen. Naja ... Tagesschau: Regierung meldet 150.000 Tote in Port-au-Prince

Update (25.01.10): Eine "Millionen" gestrichen.

Warren Buffett gegen Boni-Steuer, aber ...

... (wie bekannt) ist Buffett für höhere Steuern auf hohe Einkommen generell. Er wiederholt immer das schöne Beispiel, dass sein persönlicher Steuersatz höher niedriger ist als der seiner Putzfrau.

Banker-Boni speziell höher zu besteuern, hält er aber für falsch, weil das erstens kompliziert zu verwalten und zu überprüfen ist und zweitens auch nicht wirken wird (Fixbonus wird zu Fixgehalt und schon lohnt sich die Steuer kaum noch, weil keine Basis mehr da ist). Außerdem seien die Boni nicht der Grund allen Übels ist. Die Meinung teile ich, die Boni-Diskussion ist eine populistische Fantom-Diskussion.

Buffett hält auch die Steuern, die die Banken abhängig von ihrer Bilanzsummen bezahlen sollen, für eine doofe Idee. Damit wird jeder vergebene Kredit mit Steuern belastet und das ist kontraproduktiv, denn die volkswirtschaftliche Aufgabe einer Bank ist gerade diese Kreditvergabe. Man müsste Banken besteuern, wenn sie *keinen* Kredit vergeben.
Auch die Begründung hält Buffett für Quark. Obama geht es (angeblich) um die Refinanzierung der Kosten des TARP Programms. Das Geld aus dem TARP Pool haben die Banken (zumindest alle großen) aber schon zurückgezahlt. Den Banken war das Geld schlichtweg zu teuer. Die Fed hat damit viel Geld verdient. Genauer gesagt in 2009 46 Milliarden Dollar, was zur Gegenfinanzierung von gut zwei Dritteln des TARP-Verlusts von 68 Mrd. Dollar ausreicht. Meint Obama wirklich, dass man diese 22 Mrd. als Basis für eine neue Steuer nehmen muss? Angesichts der 1,6 Billionen Miese im Haushalt ist das wirklich nicht beachtenswert. Oder will er vielleicht für die Verluste vorsorgen, die noch drohen? Dann sollte er es aber auch sagen.

Obama sollte sich IMHO weniger um Strafen für die Vergangenheit kümmern, sondern um die Zukunft. Und da ist mit dem Vorschlag von Paul Volcker gestern was wirklich Gutes auf den Tisch gekommen (siehe Kurze Meinung zum Obama-Banken-Regulierungsplan). Überraschend, denn ich habe die Ideen von Volcker schon für beerdigt gehalten und das auch bedauert.
Dahin sollte Obama jetzt die Energie leiten. Wenn der Volcker-Plan in den Medien als Kriegserklärung an die Wall Street gewertet wird, zeigt das schon, dass Obama all seine Energie benötigen wird. (Wobei ich das alles auch für übertrieben halte, immerhin geht es ja "nur" darum einige der Fehlentwicklungen der letzten Jahre zu korrigieren. Und wenn ich mich recht entsinne, gab es auch vorher schon eine Wall Street ...)

Was noch fehlt, sind vernünftige Eigenkapitalanforderungen für die Banken, wie sie bis 2004 gültig waren. Damals war maximal eine 12,5facher Hebel in der Bilanz erlaubt, entsprechend mindestens 8% Eigenkapital. Die Diskussion darüber ist noch lange nicht beendet und Basel II auch noch keine gute Lösung. Erstens ist Basel II prozyklisch (mit Sinken der Ratings in einer Krise steigen die Eigenkapitalanforderungen der Banken just in dem Moment, in dem sie eh schon Verluste zu verkraften habe) und zweitens ist die Gültigkeit ja von 2012 auf (viel) später verschoben worden.

Mit den alten Eigenkapitalanforderungen UND der erneuten Trennung in Geschäfts- und Investmentbanken (wie beim Glass Steagall Act in den 30er Jahren) wird das Bankensystem wieder viel stabiler sein als vorher. Klar, Krisen wird es immer geben, die Frage ist nur, ob sie die halbe Welt gefährden ...

Außerdem erwartet Buffet, dass der Immobilienmarkt in den USA nahe am Boden ist. Hat halt Plan, de Mann ;-)

Buffett: Against Bank Tax, for Higher 'Rich Guy' Taxes - ABC News

Update (12:15):

Prof. Gerke hält die Pläne nicht für zielführend, obwohl er eigentlich das Gleiche sagt wie ich. Gerke meint, dass vor allem die Eigenkapitalanforderungen bzw. die Risikovorsorge erhöht werde muss und hält die anderen Punkte für nicht sooo wichtig.

Handelsblatt: „Obamas Pläne sind nicht zielführend“

Update (15:38):

Auch die FTD ist der Meinung, dass die Bankenstrafsteuer und die Bonisondersteuer wenig sinnvoll sind und sich vor allem als Beschäftigungsmaßnahme für Anwälte und Steuerberater entpuppen wird, die die Schlupflöcher und "Gestaltungsmöglichkeiten" suchen werden.

FTD: Banken kommen zu gut davon

Update (23.01.10):

Im zweiten Satz das falsche "höher" durch "niedriger" ersetzt. ansonsten ausnahmsweise Buffett mal richtig geschrieben (peinlich, ein kleiner Blick über die rechte Schulter lässt mich schon einen Buchrücken erblicken, ob dem das richtig mit zwei "t" steht ...)

HRE Bad Bank noch 10 Mrd. größer (jetzt 210 Mrd)

Als kleines Update zu einem alten Artikel (Zahl des Tages (09.01.10): 200.000.000.000), der mal wieder belegt, dass man in der Krise ruhig immer die höhere Schätzung zur Zahl des Tages machen kann. Meistens kommt es am Ende doch noch schlimmer.

So jetzt auch bei der Bad Bank der Hyporealestate, die das Volumen der auszulagernden Schrottpapiere jetzt nochmal um bis zu 10 Mrd. auf 210 Mrd. Euro aufgestockt hat.

Damit sichert sich die HRE wohl auf lange Zeit Platz 1 in der Liste der größten Bad Banks vor der WestLB, die bis zu 85 Milliarden Euro auslagern will (Zahl des Tages (24.11.09): 85.000.000.000). Dass die Bayern auch überall immer Nummer 1 sein müssen ...

FAZ: HRE beantragt riesige „Bad Bank“


Zahl des Tages (21.01.10): 10,7

Zahl des Tages war für mich heute das Wirtschaftswachstum aus China. Es wurde ein Plus von

10,7% 

für das vierte Quartal 2009 gemeldet. Das war der stärkste Quartal seit zwei Jahren.

Für das Gesamtjahr lag das Plus bei 8,7%.

Wohl zu stark für den Geschmack der chinesischen Offiziellen. Die Notenbank hat die Mindestreservesätze schon erhöht und so dem Bankensystem Geld entzogen.
Darüberhinaus gab es am Mittwoch Nachrichten, dass die chinesische Notenbank die Banken angewiesen haben soll, die Kreditvergabe bis Ende Januar einzustellen (FT Alphaville: China tells banks to halt loans), ich habe heute aber mindestens zweimal gelesen, dass das dementiert wurde.

Good numbers? or bad numbers?

Es gibt ja viele, die an den offiziellen Zahlen von China zweifeln, ich muss aber sagen, dass ich nicht wirklich dazu gehöre. Ich glaube, dass die Zahlen nicht mehr manipuliert werden als im Westen. In China frisiert man vielleicht eher das Wachstum nach oben, im Westen eher die Arbeitslosenzahl und die Inflation nach unten. Mit einer gewissen Skepsis muss man jede Zahl betrachten ...

Kurze Meinung zum Obama-Banken-Regulierungsplan

Er kommt maßgeblich von Paul Volcker und ist daher gut.
Am Ende handelt es sich um eine Neuauflage des Glass-Steagall-Acts, der nach der Weltwirtschaftskrise beschlossen wurde. Damit wurden die normalen Geschäftsbanken (Girokonto, Kreditvergabe) von den Investmentbanken (Eigenhandel, Börseneinführungen, Verbriefungen, Investmentfonds, Hedgefonds, ...) getrennt. Beide dürfen das jeweils andere nicht machen. Damit verhindert man ein großes Problem: Der Staat rettet die Banken und die Notenbank verleiht billigst Geld, aber die Banken vergeben nicht wie gewünscht Kredit an die Wirtschaft, sondern spekulieren damit an der Börse. Das zu verhindern, ist gut.

Kurz: Der Vorschlag ist gut. Kein Wunder, dass ich schonml drüber geschrieben habe (2. Hälfte)

Wie soll man das Bankensystem umbauen?

Wenn nicht wieder durch Lobbying irgendwelche Haken eingebaut werden, die die Wirksamkeit verhinden. Wie bei den meisten Regulierungsveruche bisher.

US-Frühindikatoren 12/09: +1,1% (Vm)

Die Frühindikatoren in den USA gehen weiter kräftig nach oben. Nach 1,0% im November gab es nochmal 1,1% Plus im Dezember. Auch im Oktober stiegen die Indikatoren (0,3%) und auch die 6 Monate davor.

Ziemlich überraschend, dass die Indikatoren ein so kräftiges Wachstum für die nächsten ungefähr 6 Monate anzeigen, während einige Analysten über ein Double-Dip, also ein erneutes Abtauchen in die Rezession, in den USA spekulieren.

Die Frühindikatoren sind eigentlich ein guter Indikator, da sie ziemlich breit sind. Es laufen 10 Teilindikatoren aus alle Ecken wie Kapitalmarkt (insbesondere die Zinskurve), aber auch Stimmung, Arbeitsmarkt und Auftragseingänge, ein. Eigentlich wollte ich das immer schonmal herausssuchen und heute mache ich das mal::

1) 32,48% - Money supply, M2 
2) 27,25 % - Average weekly hours, manufacturing
3) 10,58% - Interest rate spread, 10-year Treasury bonds less federal funds
4) 8,1% - Manufacturers' new orders, consumer goods and materials
5) 7,15% - Index of supplier deliveries – vendor performance
6) 3,73% - Stock prices, 500 common stocks
7) 3,22% - Average weekly initial claims for unemployment insurance
8) 2,95% - Index of consumer expectations
9) 2,63% - Building permits, new private housing units
10) 1,91% - Manufacturers' new orders, nondefense capital goods


Der Kapitalmarkt (1,3,6) macht etwa 45% des Gesamtgewichts aus. Der Arbeitsmarkt (2 und 7) etwa 30%, die Auftragseingänge der Produzenten (4 und 10), Auslieferungen von Vorprodukten (5) und Neubauzulassungen in der Baubranche (9) knapp 20% und der Rest ist das Verbrauchervertrauen (8), was überraschend wenig ist, da das US-BIP zu 70% aus dem Konsum besteht.




Das Dumme an der Geschichte ist jetzt, dass die Zinskurve zwar scheinbar nur mit knapp 11% in die Leading Indicators eingeht, aber trotzdem den wichtigsten Anteil am Dezemberplus hat. Weil nämlich der Zinsunterschied zwischen Fed Funds (quasi Geldmarkt, quasi Null Prozent Zins) und 10-jährigem Zins (etwa 3,5%) satte 347 Basispunkte beträgt uns das ein Plus von 0,37 Punkten ergibt.
Der zweitwichtigste Faktor für das Plus sind mit 0,27 Punkten die Hausbauzulassungen, die ja eigentlich nur mit 2,63% gewichtet sind. Auch hier kann man viel kritisieren, denn das ist einer der monatlichen Werte vom Immobilienmarkt, der mit ziemlich heftigen Schwankungen (und hoher Fehlerrate) kommt.
Der dritte wichtige Faktor für das Plus waren die Neuanträge auf Arbeitslosengeld, die wöchentlich gemeldet werden und gegenüber November deutlich gesunken sind. Diese steuerten 0,21 Punkte zum Plus bei. Damit haben diese drei Faktoren also 0,85% Plus von insgesamt 1,1% "vorhergesagt".

Ich will den Indikator jetzt nicht kaputtreden, denn im Dezember stiegen *alle* 10 Teilindikatoren, auch wenn die 7 restlichen Indikatoren nichts Entscheidendes mehr beitrugen. Auch sind Monatszuwächse in Folge schon ein Wort, wobei man hier anmerken muss, dass bei einer Zinsdifferenz, die allein schon für ein Plus von etwa 0,35% sorgt, das auch schon eine tolle Vorlage ist.








Kritisch muss man auch anmerken, dass die Frühindikatoren die Krise nicht wirklich vorhergesagt haben (also zumindest nicht so früh wie ich; schulterklopf) und auch jetzt ist die Aussage ähem umstritten. Denn die Frühindikatoren zeigen jetzt ein Wachstum für die nächsten 6 Monate von 5,2% an, was auf das gesamte Jahr hochgerechnet 10,8% ausmacht.

LOL!

10,8%? Soll das der Frühindikator für China sein oder was?

The Conference Board Leading Economic Index™ (LEI) for the U.S. Increases Again (PDF!).

Zahl des Tages (20.01.10): +1,0%

Auch wenn ich hier so häufig die miesen Zahlen bringe, liegt das nicht daran, dass ich so gerne schlechte Zahlen bringe, sondern dass es so viele davon gibt. Deshalb habe ich als Kontrapunkt ja auch die Immowette angeboten und bemühe mich um positive Zahlen, vor allem wenn die überraschend in einer Reihe auftreten, die vorher nur negative Zahlen lieferte.


Heute meldete Moody's ein Plus von

1%

bei den Preisen von Gewerbeimmobilien im November. Nach 13 Monaten in Folge mit sinkenden Preisen und einem Gesamtminus von 44% seit dem Hoch (siehe Zahl des Tages (21.12.09): -44% oder Zahl des Tages (22.11.09): -42,9%)!

Creditwritedowns: Moody's: CRE Prices Increase 1.0% in November, Expect further declines

(und jetzt ganz geheim und in Klammern: Moody's erwartet weiter fallende Preise. Der November war also nur ein positiver Ausreißer. Aber diese schlechte Nachricht verschweige ich einfach mal ...)

Lesebefehl: Obama und "seine" Berater (von der Wall Street)

Viele der kleineren Geschichten kamen hier schon und meine generelle Meinung, dass Obama bei der Finanzmarktregulierung ein Komplettausfall ist, weil er von der Wall Street gekauft wurde, dürfte hier bekannt sein.

Zu Geithner gab es schon einige kritische Worte (u.a. hier Zahl des Tages (07.01.09): 62.100.000.000). Beim Finanzminister muss allein seine Karriere schon skeptisch machen.

Auch der Free-Markets-Lobbyist Dugan war mir schon ein Begriff, aber ich habe bisher noch nie was darüber geschrieben. Auch wenn es schon einige spannende Artikel zum Thema gab (The Big Picture: John Dugan: Architect of “Too Big to Fail” Banks, The Big Picture: Zack Carter on OCC Chief John Dugan in The Nation: “A Master of Disaster “). Steilvorlagen, die ich ignoriert habe.

Aber wenn es jetzt einen Artikel gibt, der die personellen Verbindungen zwischen Wall Street und Obamas Regierungsmannschaft so schön zusammenfasst und die Lücke zwischen Obamas Reden und Obamas Handlungen so detailliert darstellt, gibt es einen Lesebefehl:

FTD: Die Wall Street regiert im Weißen Haus mit

Allein für die erwähnte Idee von Kenneth Thomas "Die Politiker sollten verpflichtet werden, sich ihre Sponsoren auf den Anzug nähen zu lassen wie Sportler. Dann wüssten wir wenigstens, woran wir sind." lohnt sich der Artikel.

Ja, im Gesundheitssektor hat Obama einen Durchbruch erzielt, aber schon in der Außenpolitik gibt es nur leichte Anzeichen von "Change". In Bezug auf die Wall Street ist davon gar nix zu sehen. Da reden sich die Bankmanager mit Sätzen wie "Somehow we just missed that homeprices don't go up forever" (Jamie Dimon, JPMorgan) oder "Somehow it didn't work out well" (Lloyd Blankfein, Goldman Sachs) raus (Colbert zur Finanzkrise (nanhörung) - At his very best! ) und kommen mit der Nummer scheinbar noch durch ...

Millionengehälter, Milliarden vom Steuerzahler und man hat "verpasst, dass Immobilienpreise auch mal fallen können". Unfasssbar.

Zahl des Tages (19.01.09): -17%

Solarworld Chef Asbeck erwartet Massenpleite in der deutschen Solarindustrie, wenn die Förderung wie jetzt wohl geplant um

17% 

gesenkt wird.

Das ist natürlich kompletter Unfug. Wenn der eigene Branchenverband BSW schon ausgerechnet hat, dass die Fotovoltaik-Anlagen im letzten Jahr um 26% billiger worden sind (Zahl des Tages (05.01.10): 26%), tut eine (außerplanmäßige) Senkung um ca. 17% (zusätzlich zu normalen von 11%) nicht weh, sondern ist sogar fast exakt die richtige Kürzung. Die Marge ist dann ja wieder fast genau wie in 2008 und damals ging es der Solarenergie auch schon gut.

Und die angeblich wegfallenden 50.000 Arbeitsplätze sind natürlich auch Murks. Innerhalb der Branche dürfte die Zahl schon übertrieben sein, aber egal. Die Förderung der Solarenergie kostet jetzt schon mehr als 3 Mrd. Euro pro Jahr. Wenn die Verbraucher die 3 Milliarden nicht für Strom ausgeben würden, sondern für irgendwas anderes, würden in anderen Bereichen ja wieder Arbeitsplätze entstehen.

Ich kann jetzt nicht sagen wie viel, aber vielleicht hat einer meiner Leser ja mal eine Faustregel gesehen nach dem Motto: 1 Mrd. Euro mehr in den Taschen der Verbraucher bringt 10.000 zusätzliche Arbeitsplätze. Weiss das jemand?

Absatz: Solarworld-Chef: Kürzungsplan wird Solarherstellern Genick brechen - dpa-Ticker - Unternehmen - Handelsblatt.com

Update (20.01.10):

Jetzt scheinen den endgültigen Zahlen raus zu sein. Danach gibt es einer außerplanmäßige Kürzung Anfang April um 15% für Dachanlagen und um 25% für Freiflächenanlagen. Dazu kommt eine dynamische Komponente: Der "Zielbereich" liegt bei Neuinstallation von 2.500 bis 3.500 Megawatt. Steigt die installierte Leistung darüber sinkt die Förderung um zusätzliche 2,5% je zusätzlichen 1.000 Megawatt, also um 17,5% bei 3.500 bis 4.500, 20% bei 4.500 bis 5.500 ... Liegt die installierte Leistung unter 2.500 Megawatt, wird die Vergütung um 2% angehoben. Wann die Förderung angepasst wird (dauernd im Laufe des Jahres oder nur zum Jahresende) weiss ich noch nicht. Ich weiss auch nicht, ob sich die Leistungsgrenzen auf Dachflächen + Freiflächenanlagen bezieht oder nur auf Dachanlagen.

Im Prinzip ist der dynamische Teil eine gute Idee, aber meine Idee ist trotzdem besser:

Vorschlag: Einspeisevergütung für EEG dynamisch und automatisch anpassen

Denn die 2,5% sind wieder nur ein statischer Wert. Und die jährliche Kürzung um 10% ist ebenfalls weiterhin ein statischer Wert. Wenn man die installierte Leistung kennt (und die kennt man ja scheinbar auf einmal, woher auch immer. Bisher war offenbar nur die Fachzeitschrift Photon in der Lage die Zahlen zu erheben. War der Gabriel so ein Ausfall oder hat der die Zahlen absichtlich nicht erfasst/bekanntgegeben?), kann man auch den Ertrag messen und dynamischer kürzen. Das einzige, was man zusätzlich erfassen muss, sind die Installationskosten der Anlage (und selbst da hat man über die KfW schon die meisten Daten). Auch bietet das Verfahren keine Möglichkeit, auf langsamer sinkende Preise zu reagieren. Es wird ziemlich stur weiter gesenkt.

FAZ: „Haushaltsstrom zu Normalpreisen“
tagesschau: "Wir wollen keine Traumrenditen garantieren"

Update 2:

Übrigens ist das Gejammer jetzt nur so groß, weil man zugelassen hat, dass durch zu hohe Förderung  die Blase erst so groß geworden ist. So ist das halt bei Blasen: So lang sie aufgepumpt werden, sind alle zufrieden (schlage nach bei Greenspan). Und je länger die Party geht, desto schlimmer ist der Kater danach ...

Update 3:

Das ist jetzt natürlich auch Schwachsinn. Sich darauf zu versteifen, dass die Förderung ja schließlich noch teurer wurde, ist natürlich Murks. Es wird dann ja auch mehr Strom erzeugt. Ich meine, mal ehrlich, Herr Schultz vom ehemaligen Nachrichtenmagazin: Drei Autos kosten auch mehr als eins und drei Kohlekraftwerke auch mehr als eins. So what? Wenn wir in diesem Jahr nach der Senkung um 10% und nochmal 15% wieder 3 Gigawatt auf die Dächer bekommen und dafür "nur" 1,0 Mrd. bezahlen müssen (statt 1,3 wie im Vorjahr), ist das schon ein Erfolg, immerhin hätte der Strom sonst ja auch knapp 300 Millionen gekostet. Und dann hat man die Kosten von 1 Mrd. auf 700 Millionen gesenkt. Das ist spürbar und nebenbei genau das, was erreicht werden soll: Die Kosten für den Strom so schnell wie möglich herunterzubekommen. Wenig relevant ist es da, zu sagen, dass die Kosten immer weiter steigen. Es hat nie jemand versprochen, dass durch die Solarenergie der Strom billiger würde. Wenn wir 10% des Stroms aus Solarenergie erzeugen, kostet das natürlich mehr als wenn man 1% daraus erzeugt. Das ist bei Kohle, Gas und Atom nicht anders.

Spiegel: Röttgen scheut Schnitt bei Solarsubventionen


Ganz nebenbei schafft es der Spiegel mal wieder, Falschinformationen von sich selber abzuschreiben. Da behauptet einfach mal jemand, dass die Solarenergie weniger als 1% des deutschen Stroms erzeugt, und dann schreiben die Autoren nachher das einfach ab. Obwohl in der Studie, die vorher zitiert wurde, dazu schon eine ganz andere Zahl steht. Ich schreib jetzt mal einfach von mir ab, das macht man als Journalist wohl so:

---
Übrigens dürfte die Aussage im Spiegel, dass der Solarstrom weniger als 1% zur Stromversorgung Deutschlands beiträgt, nicht stimmen. Wahrscheinlich geht diese Zahl ebenfalls auf die falschen Schätzungen der Solarlobbyisten zurück. Blätter, such, google, aha:

"Solarstrom dürfte damit im nächsten Jahr bereits knapp zwei Prozent des deutschen Stromverbrauchs decken."

Aus der schon bekannten Photon Untersuchung, die auch den Zubau 2008 und 2009 korrigiert hat. Schwach recherchiert beim Spiegel ...

http://www.photon.de/presse/mitteilungen/PM_Solarstrom_Zubau_Photon_03-12-2009.pdf

---

Colbert zur Finanzkrise (nanhörung) - At his very best!

Darin nicht nur Zitate von Topbankern in der Qualität:

"Somehow we just missed that homeprices don't go up forever" - Jamie Dimon, JPMorgan
"Somehow it didn't work out well" - Lloyd Blankfein, Goldman Sachs

sondern auch ein Steven Colbert in TOP-Form! Viel Spaß!

The Colbert Report
Mon - Thurs 11:30pm / 10:30c
The Word - Honor Bound
www.colbertnation.com

Colbert Report Full Episodes
Political Humor
Economy


gefunden über Creditwritedowns: Stephen Colbert: The Word – Honor Bound

Update (21:08):

Übrigens gibt es den NYT Artikel mit der Empfehlung, sein Haus einfach zu verlassen, wenn die Hypothek höher ist als der Wert des Hauses, wirklich. Was natürlich schon seit Monaten massenhaft gemacht wird, nur hat das bisher kein großes Medium wie die NYT empfohlen. Der Aufschrei in den Banken darüber ist verdammt peinlich und Colbert zieht die Banken auch zu Recht tief durch den Kakao.

NYT: Walk Away From Your Mortgage!

Billy Bragg hört auf Steuern zu zahlen - solange das Geld an Banker geht

Der alte Billy. Hört einfach auf, Steuern zu zahlen, solange davon Bankster Boni gezahlt werden.

Bin mal gespannt, wie sich das entwickelt ...

Der Freitag: Warum ich bis auf Weiteres keine Steuern zahlen werde

Natürlich wird das nur aus einem Grund nicht nur ein Tweet: Ich kann hier Billy Bragg Videos einfügen ;-)

New England:


Waiting For The Great Leap Forwards:


Wie nennt ein Bankster 7,6 Mrd. Miese?

"enormer Fortschritt".

Ungelogen. So Vikram Pandit heute bei der Bekanntgabe der Zahlen der Citigroup für das 4. Quartal.

Ok, weg von meiner reisserischen Überschrift: Es ist wirklich eine Verbesserung. Das Vorjahresquartal lag noch mehr als 17 Mrd. Dollar im Minus. Von da aus gesehen handelt es sich wirklich um eine deutliche Wende.
Und auch ohne Vergleich mit dem desaströsen Vorjahresquartal ist das 4. Quartal besser als es die Überschrift andeutet, denn das 4. Quartal enthält über 6 Mrd. Kosten aus der Teilnahme an (und dem Ausstieg aus) dem Rettungsprogramm TARP der US-Regierung. Der eigentliche Verlust lag also "nur" bei 1,4 Mrd. Dollar.

Das ist durchaus beachtlich, denn mit gut 7 Mrd. Wertberichtigungen auf Kredite musste die Citigroup fast so viele Ausfälle verkraften wie im Vorjahresquartal. Operativ hat sich also einiges gebessert. Zum Teil durch Einsparungen, zum anderen Teil aber auch einfach durch die niedrigen Leitzinsen, die den Banken im Moment eine äußerst großzügige Zinsspanne ermöglichen. Geld zu nahezu 0 Prozent zu leihen und das dann zu 15% an die Kreditkartenkunden weiterzuleihen, ist ein so idiotensicheres Geschäft, das schaffen selbst die Bankster ;-)

Marketwatch: Citigroup's Q4 $7.6 bln loss in line with estimate
Die Zahlen direkt bei der Citigroup

Update (15:05):

Wer lieber Brichterstattung von deutschen Qualitätsmedien haben möchte:

US-Großbank Citigroup meldet Milliardenverlust 

TV-Weggucktipp - Gier

Fernsehfilm, zweimal 90 Minuten, heute bei Arte, nächste Woche Dienstag und Mittwoch in der ARD.

Soll nicht so dolle sein ...

Und ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, dass eine Schneeball-Hochstapler-Geschichte als normaler Fernsehfilm so länge trägt.

Eine Verfilmung von Madoffs Leben including the Knast-Years mit Michael Douglas in der Hauptrolle, das könnte was werden ...

FAZ: Im Fernsehen: „Gier“: Ich betrüge, also bin ich

Info bei Arte: Gier

Aber ehrlich gesagt, ist das doch eher ein Thema für Dokumentationen. Zum Beispiel der hier von PBS:

(hoffentlich geht der Link, die Vorschau zeigt nix an ...)
Oder kauft das gleichnamige Buch:

Update(16:19)

Der Spiegel hat auch eine (kaum positivere) Kritik. Schlusssatz "Selbst mit Panoramablick auf die Elbe oder das Kap von Südafrika tut sich kein Erkenntnishorizont auf."

Spiegel: Hummer für alle!

Update (20.01.10): 

Kommt heute und morgen Abend nochmal in der ARD. Allerdings haben die Kommentatoren die Einschätzung, dass der Film nix taugt, eher gestützt.

Ich empfehle - hartes Zeug - den 262 Minuten langen (ist schon gekürzt) Dokumentarfilm "Shoah". Mehr dazu bei Arte

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