Guten Rutsch!


Jonsi's "Sticks and Stones" Music Video


Ach so, ich hatte ja Feuerwerk versprochen. Also das ultimative Feuerwerk des Jahres 2010:

Iceland, Eyjafjallajökull - May 1st and 2nd, 2010 from Sean Stiegemeier on Vimeo.



See ya 2011!

UWTS #4: Wir saufen, weil wir monogam sind ...

OK, Ursache und Wirkung sind unklar ... Und die Untersuchung liefert auch keine Erklärung ...

Aber es gibt einen statistisch belegbaren Zusammenhang zwischen Monogamie und Höhe des Alkoholkonsums. Je monogamer eine Gesellschaft ist, desto mehr Alkohol trinkt sie. Das behaupten zumindest Mara Squicciarini und Jo Swinnen. Diese Korrelation ist statistisch gut belegbar und geht über das Beispiel Islam und Christentum hinaus. Die Idee kam den beiden natürlich bei einem Glas Wein ...

Was der Sarrazin wohl aus dieser Statistik machen würde ...


Ich würde flappsig sagen: "Mann kann nicht alles haben" ;-) Prost!


Do We Drink Because We’re Monogamous, or Are We Monogamous Because We Drink?

UWTS #3: Hans Rosling - The Joy of Stats (BBC)

Ich hatte zwar schon heute ein Kurzversion in meinem Zweitblog verlinkt (8:30 am  •  30 Dezember 2010), habe aber inzwischen die komplette 60 Minuten Version der Sendung bei Youtube gefunden.

Und weil es ja gerade relativ ruhig ist und alle Welt Zeit für 60 Minuten lange Sendungen hat, weise ich auch hier nochmal darauf hin. Viel Spaß!




gefunden bei
The Big Picture: Hans Rosling: Joy of Stats (Complete)

Verlierer des Jahres 2010

Nach Frau Schaeffler 2009, die mit der geplatzten (weil größenwahnsinnigen) Übernahme von Conti einen großen Teil ihres Vermögens verloren hat ( VERLIERER DES JAHRES 2009) und Georg Funke von der Hyporealestate (VERLIERER DES JAHRES 2008) habe ich lange überlegt, wen ich dieses Jahr küre. Denn im Nachhinein hätte ich 2009 doch lieber Frau Schickedanz wählen wollen. Diese hat immerhin auch fast ihr komplettes Vermögen verloren, aber wichtiger: ich hätte einen Kandidaten aus einem der drei größten Korruptionssümpfen Deutschlands gewählt. Und daran hätte man immer wieder Artikel aufhängen können ...

Vielleicht mache ich dieses Jahr den gleichen Fehler. Denn ich habe mich gegen Jens Nonnenmacher entschieden, obwohl er demnächst seinen Job als Chef der HSH Nordbank los ist und in seiner Amtszeit einige sehr merkwürdige Dinge passiert sind (u.a. die untergeschobenen Kinderpornos auf dem Rechner des Geschäftsführers in den USA, den die HSH Nordbank loswerden wollte). Und ich bin mir sicher, dass da noch einige weitere interessante Informationen auftauchen werden. Aber ich bringe es nicht über mein Herz, einen Menschen als Verlierer des Jahres zu bezeichnen, wenn er sein komplettes Gehalt für die ursprünglich vereinbarte Zeit und die gesamten Altersbezüge behalten darf (ZAHL DES TAGES (19.12.10): 4.000.000).

Der ganze Komplex BayernLB - Hypo Group Alpe Adria ist zwar ein noch größerer Korruptionssumpf als die beiden oben genannten Themen, allerdings fällt es mir schwer, darin bis jetzt einen großen Verlierer auszumachen. Da wird wohl noch viel Spannendes kommen, aber bis jetzt ist bis auf ein paar Anklagen noch nicht viel passiert. Und die Beteiligten in Deutschland, z.B. aus dem Aufsichtsrat der BayernLB, kommen bisher scheinbar alle ungeschoren davon. Vielleicht findet sich da 2011 ja noch einer, der hinter Gitter wandert und Verlierer 2011 wird ...

In der Wirtschaft würde sich sicher noch der ehemalige Chef von BP anbieten, aber ehrlich gesagt ist mir das Thema etwas weit weg.

Daher bin ich am Ende zur Entscheidung gekommen, dass ich angesichts eines historischen Verlusts beim Wählerzuspruch eigentlich nur

Guido Westerwelle

nominieren kann.

Ja ich weiss, nicht die originellste Wahl und auch nicht aus meinem eigentlichen Themenschwerpunkt Wirtschaft. Aber eine Partei, die sich in etwas mehr als einem Jahr von 15% auf 3% schießt, wird es so schnell nicht wieder geben. Das haben nicht einmal unkoordinierteste Rechtsaußenausleger in den diversen Landtagen geschafft ... (egal ob NPD, DVU oder Schill (u. Ä.).

Mein Problem mit der FDP würde ich am einfachsten in einem platten Dialog zusammenfassen, wie es ihn schon zig Male gegeben hat:

Ich: Ich glaube, Deutschland braucht eine liberale Partei, die nicht nur staatsgläubig ist, wie die anderen.
Gegenüber: Stimmt, aber nicht DIESE liberale Partei.
Ich: Stimmt.

Eine moderne, sozialliberale Partei, die die Freiheit liebt und Wirtschaft und Internet verstanden hat, fehlt Deutschland. Aber das wird die FDP nie mehr werden. Und die Grünen auch nicht. Und die Piraten werden eine Art Grüne 2.0. Aber wo ist da die Lücke im Parteienspektrum, die es zu füllen gilt?

Update (02.01.2011):

Ein guter, langer Artikel zum Liberalismus in Deutschland in der FAS:

Niedergang der FDP: Grabrede auf den Liberalismus - Wirtschaftspolitik - Wirtschaft - FAZ.NET

Update (04.01.11):

Vielleicht noch ein Grund mehr, doch den Nonnenmacher zu wählen: Das Zitat des Jahres ist mMn von ihm:

"Eine falsche Bilanz ist keine gefälschte Bilanz"


Deutsche Bank kritischste Bank der Welt?

Kritisch nicht in dem Sinne, dass die Deutsche Bank unmittelbar vor der Pleite stünde, sondern dass die DeuBa bei einer Pleite die größten Wellen auf den internationalen Finanzmärkten verursachen würde. Also das, was man als "Too-Big-to-Fail" bezeichnet.

Zu dieser Einschätzung ist jedenfalls die japanische Finanzaufsicht gekommen. Die Deutsche Bank liegt danach vor Goldman Sachs (die wohl jeder auf Platz 1 erwartet hätte) und JP Morgan.

Interessant ist die Einschätzung, weil nach Basel III die Banken, die als systemkritisch eingestuft werden, höhere Risikopuffer vorhalten müssen.

Ich will nicht unken, aber mich beruhigt der Gedanke nicht gerade, dass die wichtigste Bank der Welt von einer der unfähigsten Kontrollbehörden weltweit (nämlich den deutschen) kontrolliert wird. Und kontrolliert hätte ich jetzt fast in Anführungsstriche gesetzt ...

Ranking: Japaner halten Deutsche Bank für wichtigstes Institut der Welt - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

Update (00:40):

Ah, die FTD hatte es auch:

Systemrelevanz: Japaner küren Deutsche Bank zur Nummer eins | FTD.de

US-Case-Shiller-Index 10/12: -1,3% Vm (-0,8 Vj)

Dass wir vom Case-Shiller-Index im Herbst und Winter wohl keine guten Zahlen erwarten können, habe ich in den letzten Meldungen zum Thema schon erwähnt. Aber dass das Minus so groß wird, überrascht dann doch.

Die Preise von US-Immobilien sanken im Oktober um 1,3% gegenüber dem September. Damit liegen die Preise auch zum ersten Mal seit vielen Monaten gegenüber dem Vorjahr wieder im Minus und zwar mit 0,8%.

Das Gesamtminus im City-20-Index vom Hoch im Sommer 2006 aus gesehen, das für meine Immowette relevant ist, nähert sich wieder der 30% Marke (29,6%), ist aber angesichts der kurzen Restlaufzeit der Wette (ist die immer noch nicht vorbei?!?) ausreichend (40% war die Grenze für die Wette).

In den restlichen Zahlen ist nichts Gutes zu erkennen ... Es waren wie in den schlimmsten Zeiten des Abwärtstrends im Monatsvergleich wieder einmal alle 20 Regionen im Minus, im Jahresvergleich bereits 16. Sechs Regionen (Atlanta, Charlotte, Miami, Portland (OR), Seattle and Tampa) haben sogar schon wieder neue Tiefs erreicht, sind also wieder unter die Tiefs von 2009 gefallen.

Die saisonbereinigten Zahlen sind übrigens etwas besser, das Monatsminus macht dann "nur" noch 1,0% aus. (Im Jahresvergleich ändert sich logischerweise nichts).

Die einzige Hoffnung, die man aus dem Oktober-Case-Shiller ziehen kann, ist dass der Oktober auch bei den Verkäufen von Bestandsimmobilien sehr schwach war (ZAHL DES TAGES (23.11.10): 10,5) und der November eine leichte Erholung brachte (ZAHL DES TAGES (22.12.10): 9,5). Es besteht also eine gewisse Hoffnung, dass die Abwärtsgeschwindigkeit nicht weiter zunimmt. Für mehr allerdings nicht ...

S&P: U.S. Home Prices Weaken Further as Six Cities Make New Lows According to the S&P/Case-Shiller Home Price Indices (PDF)
Marketwatch: U.S. house prices tumble in October

Update (30.12.10):

Noch zwei Einschätzungen zu den ziemlich schlechten Zahlen von zwei Leuten, die hier schon häufiger zu Wort gekommen sind:

Roubini: The Housing Double Dip Is Now Accelerating


ROBERT SHILLER: If House Prices Keep Falling This Fast, The Economy Is Screwed

UWTS #2: US-Immobilienpreise immer noch hoch

Eine der einfachsten Möglichkeiten zu entscheiden, ob man eine Immobilie kauft oder lieber mietet, ist der Kostenvergleich. Man schaut, wie hoch der Kaufpreis einer Immobilien im Vergleich zur Jahresmiete liegt. Das kann man ganz simpel mit dem Kauf-Miet-Verhältnis machen.

Die Daumenregel dazu geht so: Wenn ein Hauskauf weniger als 15 Jahresmieten kostet, sollte man kaufen, wenn der Kauf mehr als 20 Jahresmieten beträgt, sollte man lieber mieten.

Nun könnte man meinen, dass das Verhältnis in den USA nach etwa 30% Kaufpreisrückgang verbreitet Schnäppchen anzeigt. Das ist aber nicht der Fall.

19 teuren Regionen, die über 20 liegen, stehen 11 preiswerte gegenüber, die unter 15 liegen. Die größte Gruppe mit 26 stellen die Regionen, die im neutralen Bereich liegen.

Bei optimistischer Betrachtung liegen am US-Immobilienmarkt nach 30% Preisrückgang wieder halbwegs normale Bewertungen vor. Von Schnäppchen im großen Stil hingegen kann man wohl kaum reden ...

Economix: Buy vs. Rent: An Update

UWTS #1: Die dunkle Seite des Goldes

Zwei kurze Videos über die dunkle Seite des Goldes, besser des nun zehnjährigen Bullenmarkts von Gold.

Part I: Gold ETFs


Part II: Toxic Gold in Nigeria

Musik zwo drei vier ...

Eine friedliche Weihnachten wünsche ich Euch. Und spaziert mal durch den Schnee. Wer weiss, wann das wieder kommt (also zumindest hier im Ruhrgebiet ist das ja sehr sehr selten ...)




Zu kitschig? OK, etwas weniger kitschig.

R.E.M. – Christmas (Baby Please Come Home) (Darlene Love cover)
Christmas (Baby Please Come Home by Cover Me

Oder etwas Coldplay (Feuerwerk geht immer ;-) )

Coldplay - Christmas Lights

Fitch senkt Rating von Portugal um eine Stufe auf A+

Am 23.12. Ratingherabstufungen. Tsstss.

Diesmal Fitch bei den portugiesischen Staatsanleihen. Von AA- ging's auf jetzt A+.

Damit ist Fitch aber immer noch vergleichsweise optimistisch. Das aktuelle Rating liegt auf dem Niveau von Moody's, aber die haben bereits eine Herabstufung um ein der zwei Stufen angekündigt (siehe MOODY'S SENKT AUSBLICK FÜR PORTUGAL). Auch S&P hat Portugal nur noch auf A-.

Auch Ungarn wurde herabgestuft und liegt nun bei BBB-, also auf der allerletzten Stufe vor Junk. Hier sind sich die Ratingagenturen mal einig: Das Rating der drei großen ist jetzt exakt gleich.

Schuldenkrise: Rating-Agentur stuft Portugal herab - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

Update (19:20):

Link zur Originalmeldung von Fitch (passwortgeschützt): FitchResearch: Fitch Downgrades Portugal to 'A+'; Outlook Negative

Und nachgereicht: Der Ausblick bliebt auf negativ.

Link zur Originalmeldung von Fitch (passwortgeschützt): FitchResearch: Fitch Downgrades Hungary to 'BBB-'; Outlook Negative

Auch hier bleibt der Ausblick auf negativ.

Frohe Weihnachten!

Die Zahl des Tages macht jetzt erstmal Pause, ich schätze aber, dass hier (und bei egghat.tumblr.com) auch trotzdem noch ein paar Einträge reintröpfeln werden. Zum Beispiel sollte es Ende des Monat noch den Case-Shiller-Index geben. Ein cooles Feuerwerk-Video für den Jahreswechsel finde ich sicher auch noch. Und für die Tab-Sweeps habe ich mehr als genug Material, das ich eigentlich mal verbloggen sollte ...

Wie lange es hier ruhiger bleiben wird, weiss ich noch nicht genau; vielleicht nur bis zum Jahreswechsel, vielleicht auch eine Woche länger.

Und dann steht auch schon fest, dass ich mit einer wahrhaft diabolischen Zahl beginnen werden.

Genießt die Feiertage. Und entspannt Euch. Denn die Feiertage sind (neben dem Urlaub) die Tage, an denen die meisten Ehen zu Bruch gehen ...

Morgen gibt es nochmal etwas Musik, aber ansonsten genieße ich jetzt den rieselnden Schnee, der mir eine im Ruhrgebiet so seltene weiße Weihnacht bescheren wird.

Jingle Bells - Die Quadcopter Version

Na, das kann ich mir natürlich nicht entgehen lassen ...

siehe hier DRAGANFLY IN NOCH GEILER - AR DRONE - DER QUADRICOPTER
oder hier WILL HABEN ... DRAGANFLY X6
oder hier ICH GLAUBE DIE AR DRONE REISST'S DOCH NICHT
oder hier QUADCOPTER = COOL. KINECT = COOL. QUADCOPTER + KINECT = MEGACOOL

Zahl des Tages (22.12.10): 9,5

Die Verkäufe der US-Bestandsimmobilien bringe ich hier ja fast immer, nicht nur wegen der Immowette. Heute lohnt sich die Analyse aber besonders, weil die Zahlen aus der Überschrift zwar gut sind, ich aber leider Wasser in den Wein gießen muss.

Die Zahl der verkauften Bestandsimmobilien ist um 5,6% von 4,43 Millionen im Oktober auf 4,68 im November gestiegen. Auch der Lagerbestand ist eine gute Zahl: Er ist etwa 4% geschrumpft. Daraus errechnet sich die wichtigste Zahl in diesem Reigen, der Lagerbestand in Monaten, die sich ebenfalls deutlich verbessert hat. Sie liegt jetzt bei

9,5 Monaten

nach 10,5 im Vormonat (siehe ZAHL DES TAGES (23.11.10): 10,5).

Leider ist das Wasser, das ich noch gießen muss, ein statistischer Effekt. Denn die Verkäufe werden saisonal bereinigt, der Lagerbestand nicht. Da der November zu den schwachen  Monaten gehört, sorgt die Saisonbereinigung für höhere Werte als real. Da hingegen der Lagerbestand nicht bereinigt ist, sinkt der Lagerbestand in Monaten. Man darf den Wert also nicht überbewerten.

Im zweiten Link bei Calculated Risk kann man in der Grafik mit den nicht-saisonbereinigten Monatsumsätzen schön erkennen, dass die guten Zeiten aus dem Frühling vorbei sind. Von März bis Juni lagen die Verkäufe 2010 deutlich über den Zahlen aus 2008 und 2009. Allerdings will ich auch nicht zu viel Wasser in den vorweihnachtlichen Wein gießen und daher erwähne ich auch, dass der Novemberwert immerhin wieder zwischen den Werten von 2008 und 2009 lag. Was durchaus eine Verbesserung gegenüber der Zeit von Juli bis Oktober ist. Da waren die 2010er-Werte nämlich jeweils die schlechtesten der letzten 5 Jahre ...

Alles zusammengefasst war das heute trotz der guten Zahlen für die Schlagzeilen kein Zeichen für steigende Immobilienpreise.

Calculated Risk: November Existing Home Sales: 4.68 million SAAR, 9.5 months of supply
Calculated Risk: Existing Home Inventory increases 5.4% Year-over-Year

Oder von der Quelle (aber da immer mit zu positivem Spin und viel schlechteren Grafiken):
NAR: Existing-Home Sales Resume Uptrend with Stable Prices

Zahl des Tages (21.12.10): 42.911.042

Die Zahl war schon mehr als einmal auf der Liste, der Zahlen die ich bringen wollte, aber irgendwie war es entweder zu spät (und ich hatte keine Lust mehr, einen längeren Text zu schreiben) oder ich habe was Spannenderes gefunden.

Naja und ich eigentlich wollte ich die Zahl dann auch wegen frecher Tweets langfristig boykottieren ;-) aber dann kam noch ein netter von Cihan und weil der auch direkt so nett war, die Grafiken fertig zu machen, mache ich es heute mal. (Apropos nett: Danke an den Usedomspotter, dein Geschenk ist angekommen. Allerliebsten Dank!)

Genug geschwätzt, die Zahl ist auch deshalb interessant, weil sie einen interessanten Quercheck auf die Einkommenslage in den USA wirft. Zwar sehen die Arbeitsmarktzahlen aus den USA im Moment viel schlechter aus als in Deutschland (wann war das in den letzten 20 Jahren mal der Fall?), aber trotzdem ist eine leichte Verbesserung nicht zu übersehen.

(Ich hatte ja auch schon überlegt, mal eine "Die Arbeitslosenquote in den USA steigt nicht mehr über 10% (aktuell 9,8%)"-Wette anzubieten. Aber das ist mir wegen der Korrekturen, die im Februar oder März kommen, zu haarig. Auf eine Wette, dass die Arbeitslosigkeit im Juli niedriger ist als heute (auf Basis der im Juli gelieferten Zahlen) würde ich mich aber einlassen).

Zurück zum Thema: Die offiziellen Zahlen zur Arbeitslosenquote zeigen eine leichte Verbesserung an. Wenn ich über die Zahlen berichte, versuche ich statistische Abweichungen zu finden und habe zum Beispiel schon einige Male erwähnt, dass die Erwerbstätigenquote (Anteil der Arbeitenden an der Bevölkerung im Alter von 15-65(?)) nicht gestiegen ist. Was ja bei einer sinkenden Arbeitslosenquote eigentlich passieren sollte. Die Erwerbstätigenquote befindet sich aber weiterhin auf dem Niveau aus den tiefsten Krisenmonaten und liegt sogar 0,6 Prozentpunkte unter dem Vorjahr.

Und eine ähnliche Abweichung zeigt auch die heutige Zahl des Tages auf. Die Anzahl der Empfänger von Lebensmittelmarken in den USA steigt nämlich auch immer weiter und hat im Oktober mit

42.911.042 (knapp 43 Millionen)

ein neues Hoch erreicht.

In der Grafik sieht man schon auf den ersten Blick, dass noch keine Zeichen für eine Abschwächung des Aufwärtstrends erkennbar sind:


Die Kosten entwickeln sich natürlich (allein wegen der Inflation) langfristig noch dramatischer:


Woran liegt das nun?
Gibt es viele Amerikaner, die nur in Teilzeit arbeiten können, weil sie keinen Vollzeitjob finden und dadurch nicht mehr genug verdienen? Das deckt aber die breiteste Definition der Arbeitslosenquote U6 nicht.
Müssen viele Amerikaner extrem schlecht bezahlte Jobs annehmen, weil das Arbeitslosengeld ausgelaufen ist, und kommen mit dem Geld nicht über die Runden?
Oder sind es einfach die vielen (u.a. durch die Immobilienkredite) überschuldeten Haushalte?
Oder ist es doch einfach die Statistik, die lügt?

FNS: SUPPLEMENTAL NUTRITION ASSISTANCE PROGRAM

Fitch überprüft Griechenland Rating (dann droht Junk) ...

... denn das aktuelle Rating liegt bei BBB- und das ist die letzte Stufe, die als Investmentqualität zählt.

Ausnahmsweise gebe ich meinen "Man egghat, warum bringst du immer die ganzen doofen Ratings, die Agenturen haben doch eh versagt und sind immer zu spät dran"-Kritiker mal Recht.

In diesem Fall ist das wirklich relativ unwichtig, weil Fitch erstens die kleinste der drei großen Ratingagenturen ist und zweitens die letzte, die Griechenland noch in der Investmentkategorie führt. Alles außer einer Herabstufung würde überraschen. Die Märkte sehen Griechenland eh schon wieder ein paar Stufen schwächer ...

Der Vollständigkeit halber will ich das trotzdem verbloggt haben ... Damit man auch das ganze Desaster sehen kann, wenn man unten im Artikel auf den Tag "Griechenland" klickt ...

FTD: Fitch droht Griechenland mit Ramsch-Rating

Moody's senkt Ausblick für Portugal

Und zwar bereits ziemlich konkret. Es wird mit einem negativen Ausblick nicht nur eine mögliche Abstufung angekündigt, sondern direkt eine, die voraussichtlich ein oder zwei Stufen nach unten führen wird.

Das aktuelle Rating von Moody's liegt bei A1 (Ausblick negativ) und wird voraussichtlich auf A2 oder A3 sinken. Die letzte Herabstufung gab es im Sommer (MOODY'S STUFT PORTUGAL AUF A1 HERAB).

S&P sieht Portugal negativer bereits auf dem Niveau von Moody's nach der Herabstufung (A-, das wäre A3 in Moody's Logik) und eine weitere Abstufung steht schon vor der Türe (PORTUGAL VOR HERABSTUFUNG DURCH S&P).
Fitch hingegen ist wesentlich positiver und hat Portugal immer noch auf AA-, also sogar eine Stufe höher als Moody's vor der kommenden Herabstufung.

Marketwatch: Moody’s turns its attention to Portugal

Die impliziten Ratings durch die CDS bzw. die Renditeaufschläge der Staatsanleihen (etwa 360 Basispunkte bei den Zehnjährigen) liegen noch niedriger als das niedrigste Rating ...

Zahl des Tages (20.12.10): 10

Es geht auf's Jahresende zu und alle werfen noch schnell ihre Prognosen auf den Markt. Nächste Woche bekommt es eh keiner mehr mit ...

Daher hier mal aus eher folkloristischen Gründen (und nicht wegen der ausgesprochen hohen Trefferquote) die

10

"outrageous predictions" für 2011 von der Saxo Bank.

1.) Der Kongress segnet Quantitative Easing III nicht ab (ja, Ron Paul taucht in diesem Zusammenhang auf).
2.) Apple kauft Facebook ("It's a deal made in heaven").
3.) Der Dollar-Index wird 25% zulegen, der Dollar also ein kräftiges Comeback feiern.
4.) Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe sinkt kräftig auf 3% (aktuell 4,4%).
5.) Der Austral-Dollar sinkt 25%.
6.) Öl wird erst über die 100 Dollar Marke steigen und dann um ein Drittel einbrechen.
7.) Der Erdgaspreis (Henry Hub) wird 2011 um 50% steigen.
8.) Gold wird auf 1.800 Dollar je Feinunze steigen und der große Profiteur des eskalierenden Abwertungskriegs werden.
9.) Der S&P 500 Index wird ein neues Allzeithoch erreichen (das wären etwa 20% Kursplus).
10.) Der russische Aktienindex RTS wird sich auf 2.500 Punkte nahezu verdoppeln. Gründe: Generell positive Börsenstimmung+steigende Energiepreise+aktuelle Unterbewertung des Markts.

Saxo Bank: SAXO BANK RELEASES OUTRAGEOUS PREDICTIONS FOR 2011
gefunden über
FT Alphaville: Saxo’s outrageous predictions for 2011

Davon sind natürlich einige ziemlich gewagt, aber nun ja, das ist ja Sinn der "outrageous" Vorhersagen. Das wird die Trefferquote voraussichtlich nicht wirklich erhöhen ...

Zumindest 2) kann ich mir ja mal gar nicht vorstellen ... Und ein wirkliches Wiedererstarken des Dollars im Umfeld eines Abwertungswettkampfs sehe ich auch nicht ... Anders gesagt: Wenn 3) eintritt, wird es 8) nicht geben.

Schade, dass es keine Prognose zu Europa gibt. Also ein Land verlässt den Euro, schuldet um oder Frankreich verliert sein Toprating.

Und der Blick zurück:

Die Prognosen für 2009:
Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Die mutigste Prognose des Jahres
FT Alphaville sieht dabei 3 Treffer (von 10).

Die Prognosen für 2010:
Saxo Bank: SAXO BANK RELEASES OUTRAGEOUS PREDICTIONS FOR 2010
Da sind 4 richtige Prognosen dabei.

Gerüchte über das Ende von FrAaankreich

Angeblich soll Moody's über eine Abwertung von Frankreich nachdenken. Frankreich hat aktuell (noch?) das bestmögliche Rating Aaa. Die Märkte sehen Frankreich aber schon einige Stufen niedriger, je nach Berechnungsweise teilweise sogar 6 bis 7 (!) Stufen.

Naja, im Moment nur Gerüchte ... Moody's selber zeigt noch nichts an.

Für die Rettungsfonds, etc. wäre ein Verlust des französischen Topratings natürlich ein Desaster. Der Rettungsfonds EFSF hat darf ja bekanntlich nur etwas mehr als die Hälfte seines Nominalvolumens verleihen, weil die Ratingagenturen für das Triple-A Rating nur vergeben, wenn a) eine Überdeckung stattfindet (quasi als Sicherheitspuffer) und b) nur der Anteil, für den die AAA gerateten Länder haften, verliehen wird. Das wäre nach einer möglichen Herabstufung Frankreichs dann (fast) nur noch Deutschland. Kurs: Das Volumen würde sich damit nochmal fast halbieren und dann könnte man den EFSF auch direkt entsorgen. Oder muss bei einem schlechteren Rating höhere Zinsen bezahlen ...

So viel zum Thema, dass der EFSF eigentlich nur eine Möglichkeit für Deutschland ist, risikolos eine Menge Geld zu verdienen. Deutschland leiht sich ja schließlich zu 2% Geld und leiht es zu 6% weiter. Das stimmt zwar, aber es ist eben doch ein Risiko drin. Nämlich dass der Schuldner ausfällt, Deutschland am Ende alleine haftet und dann, wenn die Anleger das realisieren, Deutschland auch kein Geld mehr für 2% bekommt ...

French AAA Grade at Risk as Downgrades Sweep Europe - Bloomberg

Update (13:56):

Vielleicht noch ein Hinweis, den ich zwar schonmal gebracht habe, aber der sich in dem Zusammenhang durchaus nochmal lohnt:

Schaut Euch einfach mal die folgende Präsentation der UBS an:

UBS Präsentation: Die Zukunft des Euro (Flash! Aha!).

Das wahre Problem des Euro sind nämlich nicht die schwachen Randstaaten, sondern das sehr starke Deutschland (plus vielleicht noch Österreich, BeNeLux und Finnland). Frankreich und Italien fallen aber eigentlich schon deutlich ab und gehören eigentlich eher in einen Weich-Euro-Neu.

ZAHL DES TAGES (25.11.10): 440.000.000.000

Update (21.12.10):

Heute hat auch die FAZ das Thema aufgegriffen:

FAZ: Zweifel an Frankreichs erstklassiger Bonität

Zahl des Tages (19.12.10): 4.000.000

Was richtig Tolles (bedeutet für mich immer, dass die Zahl entweder selten bis gar nicht kam oder dass ich irgendeinen interessanten Aspekt hinzufügen kann) habe ich nicht gefunden. Alles relativ gängige Zahlen (1,8 Mrd Euro Steuermehreinnahmen durch die diversen Steuer-CDs und die folgenden Selbstanzeigen, z.B. beim Spiegel) oder eine neue Berechnung der Kredite, die die deutschen Banken nach Irland vergeben haben (113 Mrd. Euro, Spiegel) oder die 7,2 Mrd. Dollar, die jetzt an die Geschädigtem von Madoffs Schneeballsystem gezahlt werden (FAZ).

Nun gut, die Zahl des Tages, die ich heute habe, ist allerdings auch nicht wirklich geheim ... Es ist die Abfindung des Vorstands der HSH Nordbank Jens Nonnenmacher, in dessen Zeit eine Menge schlechtes Management und ziemlich üble Korruptionsvorwürfe fallen. Das scheint aber nicht sonderlich viel Einfluss auf eine Abfindung zu haben, denn diese soll nicht wie ursprünglich gemunkelt bei 2 Millionen liegen, sondern bei

4.000.0000 (4 Millionen) Euro.

Wenn ich es richtig im Kopf habe, wurde bei den 2 Millionen erwähnt, dass das ungefähr die Hälfte dessen sei, was Nonnenmacher bei voller Erfüllung des Vertrags bekommen hätte. Im Umkehrschluss heisst das, dass er jetzt quasi auf nichts verzichtet. Nur auf die tägliche Fahrt zur Arbeit ...

Toll ...

Focus: Noch-Chef Nonnenmacher geht mit Millionen

Wer die ganze Geschichte zur HSH Nordbank haben möchte, gehe auf mein Blog und tippe mal "Nordbank" in die Suche links oben. Die HSH Nordbank ist eine der drei tiefsten Korruptionssümpfe in Deutschland (zusammen mit der BayernLB-HGAA-Stoiber-Haider-Nummer (die aber Nummer 1 ist) und der Arcandor-Oppenheim-Middelhoff-Esch Geschichte).

Update (23:08).

Erst ne langweile Zahl bringen und dann doch noch den "ich kann vielleicht etwas Interessantes hinzufügen"-Link vergessen ...

Und zwar ein Interview im Spiegel mit Hilmar Kopper, ehemals Deutsche Bank, jetzt Aufsichtsratsvorsitzender bei der HSH Nordbank. Das ist ein ziemlich Rund-Um-Schlag, zu einem Zeitpunkt, wo der Volksmund eher zu dem Spruch mit dem Steinen und dem Glashaus tendieren würde ...
"Die staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen laufen seit zwei Jahren und haben bisher zu nichts geführt"
Huch, das wirkt von außen aber ganz anders. Also die Kinderpornos auf dem Rechner des Geschäftsstellenleiters in New York haben die dortige Staatsanwalt direkt zur Erkenntnis gebracht, dass die nicht vom Geschäftsstellenleiter auf den Rechner geladen wurden, sondern der Rechner manipuliert wurde.

Da lädt Kopper einfach die Schuld auf die "Sicherheitsfirma" Prevent ab. Die haben ganz komische Sachen gemacht und sind immer gaaaaanz alleine auf die Ideen gekommen. Wahrscheinlich hatten die nicht einmal einen Auftrag ...

Dass ein Mitarbeiter gefeuert wurde, der angeblich Interna an die Presse gegeben hat (was aber nicht stimmte), tut Kopper "leid".

Und dass Nonnenmacher jetzt so viel Geld bekommt, liegt halt an alten Verträgen, die Kopper "sprachlos" machen.

Egal, irgendwie alles Peanuts wahrscheinlich.

Schuld sind die Presse und die Politiker. Kopper ist mit dieser Argumentation mMn genau so untragbar wie Nonnenmacher, den Kopper übrigens bis zum letzten Moment gestützt hat ...

Aufsichtsratschef Kopper rechnet mit Politik und Justiz ab

Update (20.12.10):

Die FAZ hat heute auch einen Kommentar zu dem Themenkomplex, allerdings nicht zu Nonnenmacher oder Kopper, sondern zu Prevent.

Der Satz, den ich teile (den Rest finde ich eher unwichtig) ist:
Es ist schwer erträglich, wie lange die Ermittlungen von Staatsanwälten oft dauern - gegen Manager ebenso wie gegen Privatdetektive.
FAZ: Schlag gegen Prävention

Man erinnere sich an die Vorwürfe gegen die SdK. Die begannen 2006(!). 2010 gab es die ersten Festnahmen. Anklagen noch keine einzige.

Update 2 (20.12.10):

Wesentlich besser als der Kommentar in der FAZ ist die Meinung in der FTD, die sich auch wundert, dass Kopper (und Nonnenmacher) glauben, einen tollen Job zu machen und ausschließlich Prevent und natürlich die Medien Schuld seien ...

FTD: Hilmar Kopper als Papst und Patriot

Wirtschaftsbücher des Jahres 2010 - die Metaliste

Für alle, die noch gar kein Weihnachtsgeschenk für sich selber haben (Wirtschaftsbücher verschenkt man doch nicht, oder?) habe ich mal die Empfehlungen gesammelt, die mir in den letzten Wochen untergekommen sind:

FAZ:

FAZ Buch des Jahres 2010 - Platz 1

Rajan G. Rajan - Fault Lines: How Hidden Fractures Still Threaten the World Economy

Auf Platz 5 der FAZ Bücher des Jahres 2010 ist ein alter Bekannter:

Carmen Reinhart/ Kenneth Rogoff: Dieses Mal ist alles anders: Acht Jahrhunderte Finanzkrisen oder auf Englisch (deutlich preiswerter) This Time is Different: Eight Centuries of Financial Folly

Im weitesten Sinne auch noch einen Wirtschaftszusammenhang hat das Buch von Peer Steinbrück, das auf Platz 6 der Bücher des Jahres in der FAZ gewählt wurde:

Peer Steinbrück: Unterm Strich

Und wem das ganze Krisengedöns an Weihnachten zu schwierig ist, der führt sich vielleicht besser eine Biographie zu Gemüte, und zwar von einem, der diverseste Krisen überlebt hat:

Berthold Beitz: Die Biographie. Mit einem Vorwort von Helmut Schmidt

Und wo wir gerade bei den Schmidts sind: Das Wirtschaftsbuch des Jahres von Susanne Schmidt:

Susanne Schmidt: Markt ohne Moral: Das Versagen der internationalen Finanzelite

Economist:

Dann habe ich noch eine Liste des Economist gefunden. Die ist ziemlich umfassend und es kommen nur drei Bücher wirklich aus der Wirtschaftsecke:

Sebastian Mallaby: More Money Than God: Hedge Funds and the Making of a New Elite: The Story of Hedge Funds

Michael Lewis: The Big Short: Inside the Doomsday Machine

Und das dritte Buch ist eigentlich auch schon fast eher ein Geschichtsbuch:

Niall Ferguson: High Financier: The Lives and Time of Siegmund Warburg

Spannend die Liste der Financial Times, die nach diesen Listen direkt drei Dubletten unter den 6 Empfehlungen enthält ...

Michael Lewis: The Big Short: Inside the Doomsday Machine
Sebastian Mallaby: More Money Than God: Hedge Funds and the Making of a New Elite: The Story of Hedge Funds

Dann ein Buch, auf das hier früher schonmal verwiesen wurde:

Andrew Ross Sorkin: Too Big to Fail: The Inside Story of How Wall Street and Washington Fought to Save the FinancialSystem---and Themselves

und zwei neue:
David Kirkpatrick: The Facebook Effect: The Inside Story of the Company That Is Connecting the World
Sheena Iyengar: The Art of Choosing

Paul Kedrosky hat auch seine zwei Bücher des Jahres 2010 vorgestellt, die allerdings beide nichts mit Wirtschaft zu tun haben ... Also nicht direkt, was aber genau der Grund sein könnte, warum diese Bücher mit zu den spannnendsten auf dieser Seite gehören könnten ...

Nonfiction:

Ian Morris: Why the West Rules--For Now: The Patterns of History, and What They Reveal about the Future

und Fiction:

Gary Shteyngart: Super Sad True Love Story: A Novel

Habt ihr noch andere Tipp? Oder andere Listen?

Und wenn gar nichts mehr geht, nehmt das: Garantiert das geschmackloseste Geschenk ever ... (kommt aber garantiert nicht mehr pünktlich, was auch nicht schlimm ist ;-))

Update (22:04)

Ansonsten nehmt ihr halt Musik oder Parfüm ...

Aber immer dran denken: Kein Staubsauger. Es droht die Hundehütte ...



Update (22:18):

Ach so, ein iPad ist natürlich auch toll, allerdings ist Amazon im Moment bei den iPads teurer als Apple (also sinnlos). Dann entweder direkt bei Apple bestellen oder im Mediamarkt, die Preise aus der aktuellen Werbung sind gut (die kleineren Modelle gibt es allerdings nicht).

Update 2 (22:22):

Ansonsten ist das noch eine sehr gute, günstige Kamera:

Sony NEX3

Update 3 (20.12.10):

Im Zweifelsfall geht natürlich auch das hier:

Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Draganfly in noch geiler - AR Drone - Der Quadricopter

Update 4 (20.12.10):

Wobei man beim iPad auch das bedenken sollte: Geek And Poke: Christmas For Geeks

Update 5 (23.12.10):

Jetzt ist die komplette Liste der FAZ auch online:

Lektüre: Unsere Wirtschaftsbücher des Jahres 2010 - Medien - Wirtschaftswissen - Wirtschaft - FAZ.NET

Zahl des Tages (18.12.10): 321

Zwar direkt 6 Bankpleiten an diesem Wochenende, allerdings trotzdem wenig aufregend, weil die Bilanzsummen aller sechs zusammen gerade einmal etwa 1 Milliarde Dollar erreicht. Am spannendsten vielleicht noch, dass direkt zwei Banken dabei sind, die auch in der aktuellen Version der Todesliste nicht dabei sind ...
Das dürften jetzt übrigens endgültig die letzten sein, die die FDIC vor der Weihnachtsruhe schließt.

US-Bankenpleite Nr. 316:

Name: Bank of Miami, National Association
Sitz: Coral Gables, Florida
Assets: 448 Millionen
Käufer: 1st United Bank, Boca Raton, Florida
Schaden für die FDIC: 64 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: kein Treffer!
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 61 (rot)

FDIC: 1st United Bank, Boca Raton, Florida, Assumes All of the Deposits of the Bank of Miami, National Association, Coral Gables, Florida

US-Bankenpleite Nr. 317:

Name: Chestatee State Bank
Sitz: Dawsonville, Georgia
Assets: 244 Millionen Dollar
Käufer: Bank of the Ozarks, Little Rock, Arkansas
Schaden für die FDIC: 75 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer! Platz 80 (rot)
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 12 (rot)

FDIC: Bank of the Ozarks, Little Rock, Arkansas, Assumes All of the Deposits of Chestatee State Bank, Dawsonville, Georgia

US-Bankenpleite Nr. 318:

Name: Appalachian Community Bank, F.S.B.
Sitz: McCaysville, Georgia
Assets: 68 Millionen Dollar
Käufer: Peoples Bank of East Tennessee, Madisonville, Tennessee
Schaden für die FDIC: 26 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: kein Treffer!
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: kein Treffer!

FDIC: Peoples Bank of East Tennessee, Madisonville, Tennessee, Assumes All of the Deposits of Appalachian Community Bank, F.S.B., McCaysville, Georgia

US-Bankenpleite Nr. 319:

Name: United Americas Bank, National Association
Sitz: Atlanta, Georgia
Assets: 242 Millionen Dollar
Käufer: State Bank and Trust Company, Macon, Georgia
Schaden für die FDIC: 76 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: kein Treffer!
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 19 (rot)

FDIC: State Bank and Trust Company, Macon, Georgia, Assumes All of the Deposits of United Americas Bank, National Association, Atlanta, Georgia

US-Bankenpleite Nr. 320:

Name: First Southern Bank
Sitz: Batesville, Arkansas
Assets: 192 Millionen Dollar
Käufer: Southern Bank, Poplar Bluff, Missouri
Schaden für die FDIC: 23 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: kein Treffer!
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: kein Treffer!

FDIC: Southern Bank, Poplar Bluff, Missouri, Assumes All of the Deposits of First Southern Bank, Batesville, Arkansas

US-Bankenpleite Nr. 321 (Nr. 157 dieses Jahr):

Name: Community National Bank
Sitz: Lino Lakes, Minnesota
Assets: 32 Millionen Dollar
Käufer: Polonia Bank, Huntingdon Valley, Pennsylvania
Schaden für die FDIC: 4 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: kein Treffer!
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 279 (rot)

FDIC: Farmers & Merchants Savings Bank, Manchester, Iowa, Assumes All of the Deposits of Community National Bank, Lino Lakes, Minnesota

Zahl des Tages (17.12.10): 9

Naja, gut getarnte Version eines relativ langweiligen Texts ... Heute hat das Conference Board die US-Frühindikatoren für den November 2010 bekanntgegeben.

Dabei ist weniger das Plus entscheidend (auch wenn das mit 1,1% deutlich kräftiger ausgefallen ist als in den Vormonaten, Oktober z.B. 0,4%) als vielmehr die Breite. Denn zum ersten Mal seit langem waren wieder

9

der 10 Teilindikatoren im Plus. Und das ist ein gutes Zeichen.

Ok, darin ist auch ein gewisser Zufallsfaktor enthalten, denn zwei Teilindikatoren sind mit 0,02 Prozentpunkten nur minimal im Plus.

Und auch beim Gesamtplus von 1,1% (also 110 Prozentpunkten) muss ich noch etwas Wasser in den Wein gießen: Der Wert wird in diesem Monat allein durch den Subindikator "Index of supplier deliveries" um 43 Pp nach oben getrieben. Im Oktober lag der Wert noch bei minus 8 Pp. Das wirkt doch etwas arg zufällig.
Der zweitwichtigste Einflussfaktor war der Zinsspread, der jetzt 25 Pp zum Plus beiträgt. Über den verfälschenden Einfluss dieses Parameters habe ich aber schon so oft geschrieben, das spare ich mir heute.
Auf Platz drei (18 Pp) liegt aber ein Indikator, dessen grundsätzliche Bedeutung nicht angezweifelt werden muss und der auch oft durch die Presse geistert: Die Erstanträge auf Arbeitslosengeld. Diese sinken deutlich, was mich auch mal wieder dazu gebracht hat, diese Zahl zu erwähnen (ansonsten ignoriere ich die Zahl, weil sie mir zu stark schwankt ...): USA: Erstanträge auf Arbeitslosengeld sinken... - egghat's not so micro blog.

Ich habe schon über eine neue Wette nachgedacht, ich habe ja bald keine offene mehr. Und zwar, dass die Arbeitslosenquote in den USA nicht mehr über 10% steigt. Zur Erinnerung: Wir liegen gerade bei 9,8%. Aber da kann, selbst wenn ich in der Tendenz richtig liege, eine doofe statistische Überarbeitung dazwischen funken. Und im Spätwinter gibt es eine solche ...

Hat jemand vielleicht eine bessere Idee für eine Wette?

Marketwatch; November leading indicators rise: Conference Board

THE CONFERENCE BOARD LEADING ECONOMIC INDEX (LEI) FOR THE UNITED STATES AND RELATED COMPOSITE ECONOMIC INDEXES FOR NOVEMBER 2010 (PDF!)

Moody's stuft Irland um 5(!) Stufen auf Baa1 herab

So, da isset passiert ... Die angekündigte Herabstufung der irischen Staatsanleihen (IRLAND VOR "MEHRSTUFENABWERTUNG" DURCH MOODY'S?) durch Moody's wurde heute morgen bekannt gegeben

Es wurde eine kräftige Abwertung fast bis auf das Niveau, das die Märkte (CDS und Renditeaufschläge der Staatsanleihen) einpreisen (Das liegt etwa (in Moody's Schreibweise) bei Baa2).

Es geht satte 5 Stufen runter, die ganze Stufe A wird komplett ausgelassen und es geht mit Baa1 verdächtig in die Nähe von Junk. (Baa2 und Baa3 liegen noch dazwischen).

Und am schlimmsten: Selbst nach dieser Megaabstufung bleibt der Ausblick auf negativ ...

Bloomberg: Ireland Credit Rating Is Cut by Moody's; Outlook Negative

Die Märkte zeigen sich aber extrem entspannt. Nicht einmal im Devisenwechselkurs Dollar/Euro ist ein Sprung zu erkennen ...

Update (10:29):

Bei Fitch liegt Irland übrigens seit letzter Woche auf BBB+ , also der gleichen Stufe wie Moody's (siehe Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Fitch senkt Rating von Irland um eine Stufe auf BBB+), und bei S&P seit etwa 3 Wochen auf A, sprich 2 Stufen höher (Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: S&P stuft Irland auf A herab). Wenn jetzt noch S&P abwertet, stimmen die Bewertungen von Markt und Ratingagenturen ausnahmsweise mal wieder überein ...

Update (10:42):

Warum ich immer die Ratings bringen? Weil dass die Banken, die die Dinger mit Eigenkapital hinterlegen müssen, interessiert, denn die müssen ihre irischen Staatsanleihen nun mit mehr Eigenkapital hinterlegen ... So funktioniert halt das risikogewichtete Eigenkapital nach Basel II (und Basel III).

Außerdem dürfte es jetzt noch jede Menge weiterer Downgrades hageln, weil nun auch Covered Bonds und Unternehmensanleihen (z.B. die Banken) aus Irland Herabstufungen drohen. Denn die können nur eine bestimmte Anzahl von Stufen höher bewertet werden als der Staat (ich weiss gerade nicht, ob es 5 oder 7 Stufen sind, erinnere mich aber daran, dass das in Griechenland auch passierte).


Und zur Erinnerung: Alles unter A- war bis vor kurzem überhaupt NICHT hinterlegungsfähig bei der EZB. Für Griechenland wurde das geändert, ich weiss aber nicht, ob das eine Spezialregelung für Griechenland war oder eine allgemeingültige Änderung.

Zahl des Tages (16.12.10): 1.900.000.000

Interessanter Bericht im Wall Street Journal, der wie Fußball-Zahlen auch, grundsätzlich gute Chancen hat, hier erwähnt zu werden, weil Apple darin vorkommt ;-)

Apropos Apple: Inzwischen ist auch der zweite Wetteinsatz von K.P. (Wein) für meine gewonnene iPad Wette eingetroffen :-)


Drei Flaschen, danke, lecker. Kein Wunder, habe ich ja auch selber ausgesucht ;-)

Zurück zum Thema: Es geht um eine Frage, die ich mir schon im Zusammenhang mit Irland gestellt habe. Irland hat ein extrem hohes Handelsbilanzplus (fast 20% des BIPs, wesentlich höherer Prozentsatz als in Deutschland). Das habe ich immer als großen Pluspunkt von Irland gesehen, weil Irland damit permanent Geld aus dem Ausland verdient. Dazu habe ich ein paar Mal was geschrieben, z.B. hier: ZUR VERTEIDIGUNG IRLANDS ...

Allerdings ist die Leistungsbilanz (Handelsbilanz + Geldflüsse) Irlands stark negativ (bzw. war es, jetzt könnte sich das ändern und 2011 sogar ins Plus drehen). Nur habe ich mich immer gefragt, wie man bei einer so positiven Handelsbilanz überhaupt eine negative Leistungsbilanz hinbekommen kann.

Das muss an einer Besonderheit Irlands liegen, ich weiss aber nicht woran. Es liegt der Verdacht nahe, dass das irgendwas mit dem Steuersparmodell zu tun hat. Weltweit agierende Konzerne haben ein Interesse daran, relativ viel Gewinn in Irland anfallen zu lassen, weil man ihn dann wie Google steuersparend in die USA transferieren kann (siehe Googles Steuerquote (ex-USA): 2,4%).

Auch wenn ich Euch das weiterhin nicht erklären kann, zeigt es doch eins: Die Handels- und Leistungsbilanzen erklären auch nicht immer alles.

Das haben jetzt auch zwei Ökonomen anhand eines Beispiels auseinander genommen. Das Beispiel ist das iPhone. Das iPhone wird (wie wahrscheinlich bekannt ist) wie die meisten Elektronikprodukte in China gefertigt. Damit belastet jedes iPhone, das in China gebaut und in den USA verkauft wird, die Handelsbilanz zwischen China und den USA. Und zwar wie in der Studie angenommen mit Produktionskosten von knapp 180 Dollar. Davon müssen noch die Kosten für Komponenten aus den USA abgezogen werden.

Bei 11,3 Millionen Geräten macht das ungefähr

1.900.000.000 (1,9 Milliarden) Dollar.

Das ist nun aber, wie die Wissenschaftler anmerken, stark verfälschend. Denn in das iPhone gehen Komponenten aus allen möglichen Ländern ein. Für den Zusammenbau in China fallen nur 3,6(!)% der Gesamtkosten an. Beispielsweise kommen Teile wie das Display aus Japan (japanischer Anteil insgesamt 34%), der UMTS (?) Chipsatz von Infineon aus Deutschland (deutscher Anteil gesamt 17%; bald weniger, weil die Sparte an Intel verkauft wurde). Eigentlich müssten die Teile, die aus Japan kommen und über den Umweg China in die USA kommen, die Handelsbilanz zwischen Japan und den USA beeinflussen.

Berücksichtigt man mit der oben angeführten Methode die Komponenten von Broadcom aus den USA, wird aus dem iPhone-Handelsbilanzdefizit zwischen den USA und China sogar ein Plus, weil als chinesische Wertschöpfung nur die 3,6% für den Zusammenbau eingehen.

Insgesamt, so schätzen die Wissenschaftler, würde sich das Handelsbilanzdefizit zwischen den USA und China ungefähr halbieren (also von 230 auf 115 Milliarden Dollar). Im Gegenzug würden sich natürlich die Defizite gegenüber Japan, Deutschland, etc. verschlechtern (sprich steigen). Man würde also nicht das große Problem - die negative Handelsbilanz - der USA lösen, aber man könnte besser erkennen, woher das eigentlich stammt.

WSJ: Not Really 'Made in China'

EU sagt ja zu ESM (und Nein zu Eurobonds)

Der ESM (European Stabilisation Mechanism) ist der Nachfolger zum EFSF, der Ende 2013 ausläuft.

Beide dienen dem selben Zweck: Im Notfall sollen den kritischen Ländern Kredite zu vernünftigen Konditionen zur Verfügung gestellt werden.

Viel mehr kann man aktuell noch nicht schreiben. Denn wie üblich, wird auf einem Gipfel nur gesagt, das machen wir und das nicht, aber nicht genau WIE.

Zum Beispiel ist unklar, wie viel Geld dem ESM zur Verfügung stehen soll. Oder wie die Konditionen für die Schuldner aussehen sollen (wieder relativ kräftige 3,x% Zinsaufschlag wie beim EFSF?). Oder wer beschließt, ob ein Land darauf zugreifen kann. Wird der ESM Vorrang vor anderen Schuldner bekommen (das war mal so geplant und hat die Ratingagenturen auch schon aufgeschreckt). Und was ist bei einer Pleite eines Landes? Gibt es im ESM einen Mechanismus für eine Restrukturierung von Schulden? Oder oder oder.

Auf jeden Fall gibt es keine Gemeinschaftsanleihe. Auch wenn sich diese am Ende nicht soooo doll vom ESM unterscheidet. Immerhin bekommen über beide Wege die kritischen Schuldner billiger Geld als am Markt und die Geberländer übernehmen einen Teil der Haftung für die Nehmerländer. Eine Gemeinschaftsanleihe würde aber quasi automatisch laufen, während der ESM nur bei Bedarf eingreift.

Ich bin mir sicher, dass in den noch auszuarbeitenden Details eine Menge berichtenswerter Diskussionen entstehen werden ...

Spiegel: EU einigt sich auf ständigen Krisenmechanismus

Brüsseler Gipfel: EU segnet permanenten Rettungsschirm ab - Wirtschaft - FAZ.NET

Zahl des Tages (15.12.2010): -4,5%

Diese Zahl muss ich eigentlich mal wieder bringen. Denn so ab und an muss man daran erinnern, warum Europa in die aktuelle Krise gerutscht ist.

Einer der entscheidenden Gründe, warum Griechenland solche Probleme hat und Deutschland wie irre exportiert, liegt an der deutlich gestiegenen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. Und einer der entscheidenden Kostenfaktoren sind die Löhne.

Die ILO (die internationale Arbeitsorganisation, die u.a. auch die Richtlinien für die Arbeitslosenstatistiken erstellt) hat die Lohnentwicklung in den wichtigsten westlichen Ländern der letzten 10 Jahre untersucht. Und was wichtig für die Vergleichbarkeit ist: Die Inflation wurde in diesen Zahlen berücksichtigt.

Nach den Berechnungen der ILO ist der durchschnittliche Lohn in Deutschland um


4,5%

gesunken. 

Das ist der letzte Platz unter 26 Ländern. Nur 3 Länder haben überhaupt ein Minus zu verzeichnen. Interessant, dass mit Japan (-1,8%) ein weiteres exportstarkes Land unter diesen Dreien ist.

Die USA liegen auf dem viertletzten Platz (+2,2%). Der alte DM-Block kommt mit einigen anderen Ländern (Italien 3,8%) davor (Österreich +2,7%, Niederlande +4,8%, Belgien +7,4%). Auffällig, dass die Skandinavier allesamt davor liegen (Dänemark +10,7%, Schweden +14,4%, Finnland +22,0%, Norwegen (Platz 1) +25,1%). Großbritannien (+14,0) und Irland (+15,2%) könnten ebenfalls Skandinavier sein ... Von den anderen kritischen Ländern ist nur Spanien erfasst, das mit +7,5% aber nicht (stark) negativ aus der Reihe fällt. Schade, dass für Griechenland und Portugal keine Zahlen vorliegen.

Da ist es kein Wunder, dass die anderen Länder gegenüber Deutschland an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt haben.

Die Lohnentwicklung ist allerdings auch verfälscht. Denn die Flexibilisierung des Arbeitsmarkts (u.a. durch Zeitarbeit) hat massiv zum Lohnverfall beigetragen. Und gerade bei den letzten Zahlen in Deutschland drückt auch noch die Kurzarbeit auf die Löhne.

Betrachtet man nur die Vollzeitarbeitsplätze wird aus dem Minus nämlich ein Plus. Von 2.752 Euro ist das Gehalt auf 2.936 Euro gestiegen, was ein Plus von

6,7%

ist. In einigen Ländern oben wurden auch nur diese Vollzeitarbeitsplätze berücksichtigt.

Tja und damit haben wir einen Bericht, aus dem sich jetzt jeder die passenden Zahlen zu seiner These heraussuchen kann. Der eine wird über zu wenig Lohnsteigerungen in Deutschland schimpfen, der andere darauf hinweisen, dass das für Festangestellte doch gar nicht stimmt.

Spiegel: Deutschland ist Lohnminus-Meister

Update (17.12):

Noch ein Link auf eine Kurzversion der Studie, die lange scheint man nur gegen Geld zubekommen:

ILO: Global Wage Report 2010/11 - English (PDF!)

Update (17:16):

Es gibt doch eine Langversion online:

ILO: Global Wage Report 2010/11 - English (PDF!)

Moody's senkt Ausblick für Spanien

Da habe ich gestern in der Nachricht über Belgien (S&P SENKT AUSBLICK FÜR BELGIEN) noch erwähnt, dass die Bewertungen der Märkte und der Ratingagenturen vor allem bei Spanien extrem weit auseinanderklaffen, da bemüht sich zumindest eine Ratingagentur diese Lücke zu schließen ...

Moody's hat den Ausblick für die Schulden des spanisches Staats auf negativ gesenkt. Das Rating bleibt allerdings (man muss wohl sagen vorerst) auf der zweitbesten Stufe Aa1. Moody's bewertet damit die spanische Staatsanleihen exakt wie S&P.

Die Auslöser sind bekannt: Die Schulden steigen. Ob die strukturellen Defizite Spaniens durch die bisherigen Reformbemühungen beseitigt sind, ist unklar. Und nicht zuletzt steigt die Zinsbelastung des spanischen Haushalts nicht nur wegen der steigenden Schulden, sondern auch wegen des steigenden Zinssatzes. Bei der letzten Versteigerung spanischer Anleihen gab es einen Zinsaufschlag von über 100 Basispunkten gegenüber der vorletzten Versteigerung. Bei längeren Laufzeiten (10 Jahre) werfen die spanischen Anleihen inzwischen 260 Basispunkte (5,6%) mehr ab als deutsche Staatsanleihen (3,0%).

Moody's betont aber, dass die Höhe der Staatsverschuldung in Prozent des BIPs in Spanien deutlich besser aussieht als in Griechenland oder Irland und daher das Rating wohl in der Kategorie Aa bleiben wird. Es kann also nur maximal 2 Stufen auf Aa3 nach unten gehen.

Wem das zu viel Optimismus war, der lese den zweiten Teil des FT Alphaville Artikels (oder den Artikel selber). Dort wird der Blogger Reggie Middleton vom BoomBustBlog zitiert, der die Schätzungen, die auch Moody's dem Rating zugrunde legte, für viel zu optimistisch hält. Und die Meinung, dass die Spanier es bisher hervorragend verstanden haben, ihre Immobilienprobleme (die ich aber für genau so groß halte wie die irischen) unter den Teppich zu kehren, dürften Stammleser auch hier schonmal gelesen haben ... Middleton schätzt, dass selbst die Prognosen eines Peaks der spanischen Staatsschulden bei 100% des BIPs sich als viel zu niedrig herausstellen werden.

BoomBustBlog: Will Spain Default? The Answer Is Not Hard To Determine If You Take An Objective Look At The Numbers And Recent History!

FT Alphaville » Spain: the storm clouds gather [updated]

gefunden über Twitter / @Torsten Pinkert: Spanien vor Downgrade durc ...

S&P senkt Ausblick für Belgien

Die Note bleibt zwar auf AA+ (zweibestes Rating nach AAA), allerdings wird der Ausblick von stabil auf negativ gesenkt. Übrigens ist das Rating bei den anderen zwei Konkurrenten auf der gleichen Stufe.

Hauptgrund für die Abwertung ist laut Standard & Poors die "Regierungslosigkeit" Belgiens. Sollte nicht bald eine Regierung gebildet werden, könnte in den nächsten 6 Monaten eine Herabstufung folgen.

Die Märkte sind schön länger skeptisch. Die Kosten für die Kreditausfallversicherung (CDS) auf belgische Staatsanleihen liegen mit gut 200 Basispunkten deutlich über dem Niveau, das manche andere Länder mit dem gleichen Rating haben. Japan liegt mit 70 Basispunkten wesentlich tiefer und Japan ist sogar eine Stufe niedriger eingestuft. Allerdings ist Spanien ebenfalls mit AA+ bewertet und kostet mit etwa 330 Basispunkten nochmal deutlich mehr als Belgien.

Belgien ist zwar eigentlich ein relativ stabiles Land, aber es mit einem Schuldenstandvon etwa 100% des BIPs in den Euro gekommen und hätte nach den eigentlichen Maastricht Kriterien nie aufgenommen werden dürfen.
Der zweite große Schwachpunkt Belgiens ist der relativ große Bankensektor. Die belgische Regierung hat inzwischen Garantien in Höhe von mehr als 70% des BIPs ausgesprochen. Das macht die Anleger nervös, auch wenn nur 16,3% des BIPs an Garantien gezogen wurden. Aber gerade die belgische Dexia-Bank ist in Irland ziemlich stark engagiert. Deshalb taucht Belgien in der Liste der Auslandsgläubiger auch immer auf dem zweiten Platz hinter Großbritannien und Deutschland auf.

Alles zusammen sorgt für ausreichend Unsicherheit ...

FT Alphaville » The corroding core

TV Tipp: Doku zur BayernLB Hypo Group Alpe Adria

Oh, eine Dokumentation zu meinem Lieblingsskandal - Die Übernahme der Hypo Group Alpe Adria durch die BayernLB.

Nicht nur dass die Hypo Alpe Adria die 1,2 Mrd. Euro Kaufpreis nicht einmal ansatzweise wert war, sondern bereits vor dem Kauf riecht es nach Insiderhandel. 5 Monate vor der Übernahme stieg ein Haufen Privatinvestoren ein und verkauften mit kräftigem Kursgewinn. Mit im Boot Heinz Dürr, Flick, Familie Piech, ... Auf der politischen Seite stehen mit (u. a.) Edmund Stoiber und Jörg Haider ebenfalls prominente Namen.

Sendetermin: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auf Donnerstag, 00:50 (nette Zeit, aber es gibt ja die Mediathek).

WISO Zocken auf Bayerisch

gefunden bei:

Twitter / @Blick Log: WISO: Zocken auf Bayerisch ...

Update (15:10):

Thomas/anon hat mich darauf hingewiesen, dass bei den TV-Heinis der Tag erst mitten in der Nacht endet. Mittwoch 00:50 gehört also zum Donnerstag in normaler Zeitrechnung aller anderen normalen Menschen, die nicht durch zu viel Fernsehen ihr Gehirn verloren haben ;-)

ZDF-Programm vom 15.12.

Update (27.10.14):

Extrem spätes Update, aber ein Link auf das Video bei Youtube kann nicht schaden:

Zahl des Tages (14.12.10): 801.300.000.000

Ich hatte ja schonmal über die Steuerpläne von Obama und seinen Demokraten auf der einen und den Republikanern auf der anderen Seite geschrieben (DIE STEUERPLÄNE DER DEMOKRATEN VS. REPUBLIKANER IM ÜBERBLICK). Diese haben sich damals, also vor den Verhandlungen, noch deutlich unterschieden.

Nun aber hat Obama vorgeschlagen, die von den Republikanern eingeführten Steuersenkungen, die vor allem Besserverdienenden zu gute kommen (siehe Artikel oben für eine beeindruckende Grafik), für zwei Jahre zu verlängern. Damit kommt er den Republikanern weit entgegen, allerdings rebellieren jetzt "seine" Demokraten (FAZ: Obama im Konflikt mit dem eigenen Lager).

Aber Obama will diesen Kompromiss, um die von ihm angestrebte Verlängerung (13 Monate) der Verlängerung der Arbeitslosenhilfe durchzusetzen. Daher wird der Vorschlag wohl so oder so ähnlich durchkommen.

Die Mindereinnahmen durch die Verlängerung der (diversen) Steuereinnahmen werden für die nächsten 10 Jahre auf

801.300.000.000 (801,3 Milliarden) Dollar

geschätzt.

Dazu kommen nochmal 56 Milliarden Dollar Mehrausgaben für die 13 monatige Verlängerung der Arbeitslosenhilfe.

Calculated Risk: Tax Bill to add $857 Billion to Debt oder Bloomberg: Senate Tax-Cut Plan Would Add $857 Billion to Debt (Update1)

Große Zahl selbst für die größte Volkswirtschaft der Welt. Der Schuldenstand der USA gemessen in Prozent des BIPs wird dadurch nach Berechnungen der Ratingagentur Moody's auf etwa 73% steigen. Und das wäre Moody's zu viel.

Moody's droht nun damit, den Ausblick für das AAA Rating der USA auf negativ zu senken. Das muss keine Abwertung nach sich ziehen, könnte es aber durchaus in den nächsten 18 bis 24 Monaten.

Und das ist schon eine mittelschwere Sensation. Die USA möglicherweise vor dem Verlust ihres Triple-A-Ratings.

OK, bei der chinesischen Ratingagentur Dagong ist das schon passiert (DAGONG STUFT USA AUF A+ HERAB), aber nicht bei einer der drei westlichen ... Ich bin überrascht, dass die Story so wenig Wellen geworfen hat ...

Yahoo: Moody's may shift U.S. rating outlook on tax package

Update (10:21):

Der Vorschlag hat gestern im Senat die erste Hürde genommen, die aber nicht viel mehr bedeutet als das der Vorschlag nicht abgelehnt wurde:

FTD: Obamas Steuerkompromiss nimmt erste Hürde

Zahl des Tages (13.12.10): 3.014.237

Ich wollte echt was anderes schreiben ... Aber ich kann gerade nicht mehr ...

Liebe Moderatorin der Bayrischen Rundfunks, lieber Herr Seehofer, die Zahl

3.014.237 ist Dreimillionen-Vierzehntausend-Zweihundertsiebenunddreißig.




gefunden über Fefe: Mon Dec 13 2010

So langsam verstehe ich auch, warum fast alle Wirtschaftsblogger unterhalb der Wahrnehmungsschwelle fliegen ... Beim Erklären von Wirtschaftszusammenhängen muss man mit dem kleinen Einmaleins anfangen ... (Wirtschaftsblogger ernüchtert: Kein Schwein ruft mich ab - egghat's not so micro blog)

Zahl des Tages (12.12.10): 1,8%

Eigentlich wollte ich ja nochmal eine Zahl aus dem Flow-of-Funds-Köcher ziehen, aber ich habe was anderes Schönes gefunden. Schön weniger, weil die Zahl an sich irgendwie in Stein zu meisseln wäre, sondern weil man darüber schön streiten kann (OK, über den Euro könnte man auch streiten und Zahlen gäbe es in dem Zusammenhang auch ausreichend, z.B. die 17 Milliarden Euro, die Deutschland mehr an Zinsen zahlen müsste, wenn der Eurobond käme: Eurobonds: Wir Deutsche sollen noch mehr zahlen - Euro-Krise - Wirtschaft - FAZ.NET).

Ich habe aber eine andere Zahl gefunden, eine die mir so richtig gut gefällt, weil sie einen der großen Irrtümer der 70er-Jahre gerade rückt. Damals wurde - auch unter dem Eindruck der Ölkrise - ziemlich groß über die Grenzen des Wachstums diskutiert (Wikipedia). Ein Thema, das bis heute nicht totzukriegen ist, obwohl sich das BIP seit Mitte der 70er Jahre in etwa verfünffacht hat.

Auf der anderen Seite in der Diskussion sitzen immer die "Wachstum über Alles" Fetischisten, denen alle Kollateralschäden des Wirtschaftswachstums egal sind. Umweltverschmutzung? Zersiedelung? Gesellschaftliche Unruhen, weil nur noch Investitionen getätigt werden, die sich lohnen (und dazu gehören viele Sozialprogramme eben nicht)? Für die alles kein Thema.

Wirklich weiter führen diese Extrempositionen natürlich nicht. Die Wahrheit liegt wie so oft irgendwo in der Mitte.

Wie Weissgarnix schön ausführt, geht ohne Schulden im Kapitalismus nichts. Und nennt damit einen wesentlichen Grund für weiteres Wachstum. Ohne Rendite (und die ist ohne Wachstum (außer in Ausnahmefällen) nicht darstellbar) gibt es keine (verzinsten) Kredite. Und ohne Kredite gibt es kein Wachstum. Also ist allein über diese Schiene schon klar, dass es Wachstum geben muss. (Amazon: Thomas Strobl: Ohne Schulden läuft nichts: Warum uns Sparsamkeit nicht reicher, sondern ärmer macht)

Dazu kommt noch technischer Fortschritt, der ebenfalls zu Wachstum führt (und auf den will ja wohl kaum jemand verzichten). Und nicht zuletzt möchte man auch etwas Wachstum haben, um die Anzahl der Arbeitsplätze konstant zu halten (man bräuchte ja bei stagnierender Wirtschaft sonst dank der steigenden Produktivität jedes Jahr weniger Arbeiter). In Deutschland wird die Schwelle zur stabilen Beschäftigung bei ungefähr 1 bis 1,5% Wachstum gesehen.

Im Endeffekt geht es darum, das gute Wachstum (Fortschritt) vom schlechten Wachstum (Umweltzerstörung) zu unterscheiden.

Das hat nun Professsor Hans Christoph Binswanger versucht. Klar, kann man eine solche Rechnung nie machen, ohne am Ende große Ungenauigkeiten drin zu haben. Was aber meiner Meinung nach den Versuch nicht entwertet ...

Binswanger kommt auf jeden Fall auf ein Wachstum der Weltwirtschaft von

1,8%,

das für die Welt und die Natur zu verkraften wäre. Zum Vergleich: Die Weltwirtschaft wird 2010 wohl mit etwa 5% wachsen.

Für die reichen Länder würden die 1,8% Wachstum natürlich viel viel weniger bedeuten. Wie viel steht im Artikel vom Spiegel nicht genau. Und das hat Binswanger möglicherweise auch gar nicht ausgerechnet, aber es würde mich nicht wundern, wenn eine Null vor dem Komma stünde.

Vielleicht sollte ich mir mal das Buch shoppen ...

Amazon: Hans Christoph Binswanger: Vorwärts zur Mäßigung: Perspektiven einer nachhaltigen Wirtschaft

Spiegel: "Die deutsche Wirtschaft wächst zu schnell"

Zahl des Tages (11.12.10): 315

Nix dolles, zwei kleine Banken. Womöglich die letzten, die die FDIC noch vor der Weihnachtsruhe schließt.

US-Bankenpleite Nr. 314:

Name: Paramount Bank
Sitz: Farmington Hills, Michigan
Assets: 253 Millionen Dollar
Käufer: Level One Bank, Farmington Hills, Michigan
Schaden für die FDIC: 90 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: Treffer! Platz 210 (gelb)
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 136 (rot)

FDIC: Level One Bank, Farmington Hills, Michigan, Assumes All of the Deposits of Paramount Bank, Farmington Hills, Michigan

US-Bankenpleite Nr. 315 (Nr. 151 dieses Jahr):

Name: Earthstar Bank
Sitz: Southampton, Pennsylvania
Assets: 113 Millionen Dollar
Käufer: Polonia Bank, Huntingdon Valley, Pennsylvania
Schaden für die FDIC: 23 Millionen Dollar

Kleiner Check auf die Todesliste Nr.2: kein Treffer!
Kleiner Check auf die aktualisierte Version der Todesliste: Treffer! Platz 150 (rot)

FDIC: Polonia Bank, Huntingdon Valley, Pennsylvania, Assumes All of the Deposits of Earthstar Bank, Southampton, Pennsylvania

Musik zum Wochenende: Daft Punk - Tron

80er Flashback. Yeah!

Daft Punk - Tron: Legacy (OST) & Bonus Tracks by seeksicksound

Zahl des Tages (10.12.10): 10,7%

Für Fußballzahlen bin ich ja anfällig ... Also doch nicht noch einmal was aus den Flow of Funds.
Mal zwei spannende Zahlen rund um die Fußball-WM, auch wenn ich die leider nicht abschließend einordnen kann.

Der Telegraph meldet heute unter Berufung auf eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, dass das Ausrichterland Südafrika nur gut

10,7%

der Kosten für die Veranstaltung der WM wieder eingespielt hat.

Ausgaben von 3,57 Milliarden Euro stünden zusätzliche Einnahmen von nur 384 Millionen Euro gegenüber. Kalkuliert hat Südafrika hingegen mit Einnahmen von 679 Millionen Euro. Grund waren weniger Touristen als geplant (wohl vor allem aus Sicherheitsgründen).

Uih, 10,7% wären natürlich ein ziemliches Desaster. Da fragt man sich, warum Katar so heiß auf die WM ist ...

Krass ist das Loch für Südafrika vor allem, wenn man das mit dem Gewinn der FIFA vergleicht. Der Fußball-Weltverband rechnete für die WM 2010 mit Einnahmen von 2,6 Milliarden Euro bei Kosten für die Veranstaltung von etwa 1,2 Milliarden.

Ich frage mich allerdings, ob denn die KPMG Rechnung so richtig ist. Erstens hat die FIFA das südafrikanische Organisationskomitee finanziell unterstützt (die Gesamtsumme habe ich nicht finden können). Zweitens kann ich mir nicht vorstellen, dass in den KPMG Zahlen bereits die indirekten Einnahmen z.B. über Steuern drin sind. Gerade beim Stau Bau der Stadien und der Infrastruktur sind ja auch von den Arbeitern und von den Bauunternehmen Steuern gezahlt worden. Bei Baukosten von 1,36 Milliarden Euro sollte allein dadurch schon in etwa so viel Geld in die Kassen geflossen sein wie oben von der KPMG errechnet wurde. Im SPOX Artikel werden z.B. geplante Steuermehreinnahmen von 1,7 Mrd. Euro genannt.

Daher scheint mir die Darstellung im Guardian (bzw. im Spiegel) etwas arg verkürzt zu sein. Leider kann ich das aber nicht abschließend beurteilen. Was meint ihr?

Telegraph: South Africa recoups just a tenth of the £3bn cost of staging World Cup 2010
Spiegel: Südafrika macht Riesenverlust mit Fußball-WM

SPOX: FIFA mit Gewinn - Südafrika braucht Zuschüsse

Zahl des Tages (09.12.10): 648.000.000.000

OK, ich hätte auch die neue Rekordzahl von 6,7 Millionen Hartz IV Empfängern in Deutschland zur Zahl des Tages machen können (Spiegel: Fast jeder Zehnte bekommt staatliche Stütze). Da deutsche Zahlen aber (logischerweise) relativ breit in der Presse kommen, neige ich dann doch häufiger dazu, die Zahlen aus den USA. Vor allem wenn sie irgendwie etwas mit dem Immobilienmarkt zu tun haben ...

Heute gab es die neuesten Zahlen der Flow of Funds. Diese sind deshalb so interessant, weil man eine komplette Übersicht über die Vermögenslage der Sektoren der USA bekommt. Und zwar über beide Seiten: Vermögen und Schulden.

Heute zuerst ein Blick auf die Vermögensseite. Dort zeigt sich, dass die Vermögen der privaten Haushalte in den USA im dritten Quartal 2010 um 1,18 Billionen (!) Dollar gestiegen ist, obwohl der Wert der Immobilien um

648.000.000.000 (648 Milliarden) Dollar

auf 16,552 Billionen gefallen ist.

Aber wenn man das mal in Prozent umrechnet, sind das nur 4%. So dramatisch ist das also nicht. Man sieht aber auch, wie wichtig der Immobilienmarkt ist. Zum Beispiel macht der Wert der Aktien nur 7,8 Billionen Dollar aus und das nach einem Anstieg um fast 1 Billionen im dritten Quartal.

Morgen mehr zu den Zahlen.

Calculated Risk: Q3 Flow of Funds: Household Real Estate assets declined $650 Billion in Q3 2010

Flow of Funds Accounts of the United States - 3. Quarter 2010 (PDF!)

Fitch senkt Rating von Irland um eine Stufe auf BBB+

Die kleinste der drei großen Ratingagenturen Fitch eilt weiterhin voran. Immer als erster bei den Herabstufungen der Krisenstaaten dabei.

Während S&P erst vor gut 2 Wochen Irland auf A herabgestuft hat (S&P STUFT IRLAND AUF A HERAB) und Moody's glaube ich immer noch bei AA- ist (IRLAND VOR "MEHRSTUFENABWERTUNG" DURCH MOODY'S?), hat Fitch nun schon wieder reduziert. Und zwar direkt um 3 Stufen. Das neue Rating liegt jetzt nur noch bei BBB+ und somit nur noch drei Stufen oberhalb von Junk (BBB und BBB- sind noch dazwischen).

Die Gründe sind natürlich klar: Die Schulden sind zu hoch. Das Haushaltsdefizit Irlands in 2010 wird auf 8,6% des BIPs geschätzt. Das ist der schlechteste Wert aller Länder, die noch Investmentstatus haben. Der absolute Stand der Staatsschulden (inkl. der Bad Banks) liegt 2013 bei 103%, deutlich über den 44%, die mit A bewertete Länder im Durchschnitt haben. Auch der Anteil der Zinsen an den Haushaltsausgaben liegt mit 15% etwa dreimal so hoch wie der Zehnjahresdurchschnitt der Vergleichsländer.

Außerdem sei der Ausblick für das Wirtschaftswachstum hochgradig unsicher (highly uncertain). Fitch lobt allerdings die grundlegend solide Struktur der irischen Wirtschaft. Der Exporte seien angezogen und die Leistungsbilanz werde 2011 wohl wieder (zum ersten Mal seit Jahren) wieder positiv sein.

Man könnte fast vermuten, dass Irland ohne diese Positivfaktoren schon auf dem Rating-Niveau von Griechenland gelandet wäre ... Fitch hat Griechenland bei BBB- ...

Fitch: Fitch Downgrades Ireland to 'BBB+; Outlook Stable (nur nach Anmeldung).

Zahl des Tages (08.12.10): 110.000.000.000

Premiere! Eine Zahl des Tages mit Jon Stewart.

Ich hatte gestern zwischenzeitlich schon mal vor, die Geschichte zur Zahl des Tages zu machen. Übrigens mit der gleichen Pointe (die können ja nicht einmal mehr das). Da die Geschichte in Deutschland aber relativ wenig gebracht wurde, habe ich die noch in der Hinterhand behalten. Aber jetzt muss ich, denn sonst macht das Einbinden des Daily Show Videos keinen Sinn.

In den USA werden gerade neue 100-Dollarschein mit verbesserten Sicherheitsmechanismen eingeführt. Wahrscheinlich mit solchen Sachen wie Hologrammen, etc, wie sie beim Euro schon lange üblich sind. Mehr dazu in diesem (unglaublich pompösen und informationslosen, ihr müsst es ja nicht kucken) Video:



Dummerweise ist die Herstellung nicht ganz trivial und nach dem Druck von 1,1 Milliarden Scheinen, also nach

110.000.000.000 (110 Milliarden) Dollar Nennwert

fällt nun (!?) auf, dass bis zu 30% der Scheine Fehldrucke, also unbrauchbar sind.

Gawker.net: Government Prints $110 Billion in Unusable Money, Hides It

Tja, jetzt ist scheinbar Schicht im Schacht für die Weltmacht USA. Die können nicht einmal mehr Geld drucken.

Das Daily Show Video ist brilliant. Wunderbar die Ausschnitte aus zwei Talkshows. Einer vor gut einem Jahr, in der Bernanke erklärt, dass die Fed-Ankäufe der Bankschulden defakto wie Gelddrucken seien und ein aktueller Ausschnitt, in dem der Fed-Chef erklärt, dass die Ankäufe von Staatsschulden kein Gelddrucken seien. Das versteh wer will ...

The Daily Show With Jon StewartMon - Thurs 11p / 10c
The Big Bank Theory
www.thedailyshow.com
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