Die Amis lachen sich über die europäische Solarförderung kaputt

Irgendwie natürlich auch mit Grund. In Frankreich ist (IIRC) die Menge der geförderten Leistung zwar gekappt, aber sie fördern (noch?) viel höher als in Deutschland.

EDF schätzt den Durchschnittspreis für Strom aus Fotovoltaik auf 54,6 Cent je KWh, was fast

10 (zehn) Mal

so hoch ist wie der Großhandelspreis (5,5 Cent). Zum Vergleich: In Deutschland liegt die EEG-Vergütung aktuell bei gut 29 Cent und könnte nach den zwei Senkungen im Sommer und im Winter auf gut 22 Cent/KWh sinken (EEG FÜR PHOTOVOLTAIK IM SOMMER ERNEUT AUSSERPLANMÄSSIG RUNTER).

Wer die Marge von Solaranlagen in Deutschland bei Abnahmepreisen von 32 Cents/KWh letztes Jahr kannte (nahezu zweistellige Renditen), kann sich in etwa vorstellen, welche Renditen die Franzosen einfahren. Die Solaranlage kostet in Frankreich ja das gleiche, nur scheint die Sonne mehr (etwa 13% höherer Ertrag, siehe Sonnenertrag.eu) und der verkaufte Strom bringt mehr ein.

Als Hinweis reicht auch eine Anekdote: Die französischen Bauern bauen scheinbar schon neue Ställe bzw. Scheunen, damit sie auf das Dach Solarzellen klatschen können. Im Stall bzw. der Scheune darunter passiert nichts, das neue Gebäude rechnet sich allein über die Solaranlage auf dem Dach.

EDF's Solar `Time Bomb' Will Tick On After France Pops Bubble - Bloomberg
gefunden über:
Mish's Global Economic Trend Analysis Financial Discussion Blog: Sunday Funnies 2011-01-23 Student Loans; Solar Energy Madness in Europe

Vor ein paar Tagen wurden auch Spekulationen über eine neue, gemeinsame Förderung der regenerativen Energien in Europa bekannt. Dass das gerade von den Energiekonzernen begrüßt wurde, muss einen Fan von regenerativen Energien natürlich gleich skeptisch werden lassen. Auch wenn ich gleich gedacht habe, dass doch eigentlich eine gute Idee sein könnte. Aber es ist halt nur ein "könnte". Der Blick nach Frankreich zeigt schon, dass man die ganze Konstruktion noch dämlicher machen kann als Deutschland.

Dabei ist das Potenzial, das in einer koordinierten Politik liegen könnte, gigantisch, wenn sich jedes Land auf seine Stärken besinnt und man nur die entsprechenden Maßnahmen fördert, die den größten Nutzen versprechen.

Fotovoltaik macht in Deutschland im Vergleich zur Mittelmeerregion einfach keinen Sinn. Nach Zahlen von Sonnenertrag ist in den Mittelmeerländern mindestens 70% mehr Ertrag zu erwarten, womit im Umkehrschluss die Förderung 40% niedriger liegen könnte. Wenn bei einer EEG-Vergütung in Deutschland von 22 Cent ab Januar 2012 noch jemand profitabel Anlagen auf's Dach setzen kann, würde das in Griechenland, Spanien oder Portugal bereits bei 14 Cent je KWh gehen.

In Deutschland hingegen sollte man sich um Wärmedämmung, um effiziente Heizungen, um intelligente Verkehrskonzepte, Biomasse, etc. pp. kümmern. Hier kann man mit geringerem Geldeinsatz mehr erreichen. Und ebenso viele Arbeitsplätze in Deutschland schaffen.

Und wenn man die Idee mal weiter spinnt, könnte man daraus auch einen Marshallplan für Südeuropa machen. Wir stellen die Solaranlagen weiterhin her, nur installieren wir die in den Regionen Europas, in denen auch die Sonne scheint. Die können ja Arbeitsplätze - und dazu noch welche in der Baubranche - ja wahrlich brauchen ...

Wobei das "wir" ist ja eh nur noch eine Propaganda-Lüge der Solarlobby. Auf den ersten 10 Plätzen der wachstumstärksten Hersteller von Fotovoltaikzellen finden wir nämlich 7 aus China, einen aus Taiwan, einen aus Kanada und einen einzigen aus Europa und der kommt mit Norwegen nicht einmal aus dem Solarland Nummer 1...


1LDK SolarChina1420
2RECNorway1090
3Suntech PowerChina1025
4JA Solar
China
1000
5Yingli Green EnergyChina800
6Tianwei New EnergyChina800
7Canadian SolarCanada760
8Trina Solar EnergyChina700
9Jinko SolarChina700
10MotechTaiwan680

(Quelle)

Wobei damit nicht einmal mehr die Überschrift stimmt, aber die richtige (EEG: SUBVENTIONEN FÜR CHINA) hatte ich ja schonmal vor fast 3 Jahren ... Der mish lacht trotzdem ... Oder schüttelt den Kopf ...

Update (24.01.11):

Heute kommen ein paar mehr Details zu den Vereinheitlichungsplänen der europäischen Förderung der regenerativen Energien in der FTD. Also OK, keine konkreten Pläne, sondern nur die Erkenntnis, dass das alles total unkoordiniert ist und ein erhebliches Sparpotenzial in einer Angleichung der unterschiedlichen Förderungen steckt (habe ich ja auch schon geschrieben).

Die EU schätzt die europaweite Gesamtsumme für die Förderung der regenerativen Energien übrigens auf

35.000.000.000 (35 Milliarden) Euro

pro Jahr. Kann ich hier als Wert mal einloggen ...

Potenzial für Ökostrom: EU verlangt einheitliche Energiepolitik | FTD.de

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