Erster Vorbote einer kommenden Inflation?

Ich bin zwar scheinbar der letzte, der das Thema Deflation noch nicht komplett begraben hat (wobei ich ja nie gesagt habe, dass die sicher kommen wird, ich habe sie nur nie ausgeschlossen), aber inzwischen scheint sich die Waage eindeutig in Richtung Inflation zu neigen.

Diese ist auch wegen der in der jüngeren Geschichte unvorstellbaren Gelddruckmaßnahmen die größere Gefahr. Nur sah es bisher nicht so aus, als würde dieses Geld auch in der Wirtschaft ankommen und dort die Preise treiben. Ein Teil des neuen Geldes bleibt in den Finanzmärkten stecken (allerdings nicht ohne Folge, siehe unten), ein Teil kommt scheinbar tatsächlich in der Wirtschaft an.

Allerdings auch nur in Europa und vor allem in Asien. In Asien sind die  Gründe eindeutig: Dort boomt die Wirtschaft, dort steigen die Löhne und damit die Preise.

Außerdem ist die Inflation in Asien sichtbarer, weil (wegen des niedrigeren Einkommens) die Lebensmittel einen größeren Anteil an den Warenkörben ausmachen, die zur Inflationsmessung dienen. Und die Lebensmittelpreise steigen weltweit kräftig. Hierzu dürften die Spekulanten, beflügelt vom billigen Geld der Notenbanken, einen spürbaren Teil beitragen.

Die Lebensmittelpreise sind aber nur ein Teil der generell steigenden Rohstoffpreisen. Auch Kohle, Gas und Öl und Metalle werden immer teurer. In Europa kommt noch der schwache Euro hinzu, der diese Güter zusätzlich verteuert.

Zuerst schlagen die steigenden Rohstoffpreise logischerweise auf die Großhandelspreise durch. Diese sind 2010 in Europa um

5,9% 

gestiegen. Allein von November bis Dezember ging es 1,8% nach oben. Ein so starkes Plus gab es lange nicht mehr, beim Monatsplus seit 1989, beim (wichtigeren) Jahresplus sogar seit 1981 ...

Erze (etc) waren im Dezember 2010 20,4% teurer als im Vorjahresmonat, Getreide 67%(!) (20,2% im Jahresdurchschnitt) und Obst/Gemüse 19,9%.

Statistisches Bundesamt Deutschland - Großhandelspreise 2010: + 5,9% gegenüber 2009

In den USA sieht es übrigens etwas anders aus. Dort bleibt die Inflation im Rahmen, vor allem wenn man die Energie- und Lebensmittelpreise herausrechnet, wie es bei der Kernrate der Inflation geschieht. Diese lag im November (die Dezemberzahlen gibt's morgen) bei einer Jahresrate von nur +0,8%, selbst inkl. Energie und Lebensmittel waren es nur +1,1%.

BLS.gov: Consumer Price Index News Release November 2010

Am Ende kann man schön sehen, warum die Frage, ob es Inflation gibt oder vielleicht doch eine Deflation, so schwierig zu beantworten ist: Die großen Wirtschaftsräume verhalten sich ziemlich unterschiedlich. In Asien (v.a. China) sagen allen Daten, dass die Inflation aktuell das große Problem ist (weswegen die Notenbank auch schon mehrfach das Geld verteuert hat) während man in der USA trotz großer Kraftakte noch immer eine Deflation nicht ausschließen kann. Und Europa hängt irgendwo dazwischen. Sparmaßnahmen in den PIGS-Staaten sind klar deflationär, während der Exportboom Deutschlands und der schwache Euro klar inflationär wirken.

Alles offene Fragen, aber immerhin kann eine offene Frage, die sich 2008 stellte, inzwischen beantwortet werden: Ja, China und Indien sind stark genug, um als Konjunkturlokomotiven die Weltwirtschaft aus der Krise zu ziehen. Und nicht nur wie üblich die (ehemalige) Konjunkturlokomotive USA.

Update (22:15):

Auch in den USA gab es heute die entsprechenden Zahlen. Dort stiegen die Großhandelspreise im letzten Monat des Jahres 2010 um 1,2%. Die Kernrate (ohne Lebensmittel und Energie) stieg aber nur um 0,2%. Im Jahresvergleich lagen die Großhandelspreise 4,0% über dem Dezember 2009, in der Kernrate aber nur 1,3%.

Marketwatch: U.S. wholesale prices rise 1.1% in December

Die Differenz zwischen Kernrate und Gesamtrate dürfte in Europa sehr ähnlich sein und gibt einen interessanten Hinweis darauf, wie stark die Inflation im Moment durch den Rohstoffsektor getrieben wird (zu gut zwei Dritteln!).

Kommentare :

  1. Also ich sehe weder steigende Löhne noch stark steigende Nachfrage in Deutschland und Europa, daher ist eine starke Inflation zumindest sehr unwahrscheinlich. Und falls wirklich die Rohstoffe so stark steigen, wird man die Preise für die Produkte nicht vollumfänglich weitergeben können. Dann geht auch nicht nur Deutschland wieder das Angstsparen los. Dann haben wir den nächsten Crash und dann kippt eine evtl. mittelmässige Inflation in eine üble Deflation um. Und dann gute Nacht Marie.
    Ist aber nur meine bescheidene Meinung.

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  2. Ich sehe das durchaus ähnlich. Allerdings: Wer weiss wie viel Inflation über die Rohstoffe und die steigenden Löhne in Asien schon nach hier kommt, ohne dass da auch nur einen Lohn steigen muss ... Und dann kommt noch etwas steigender Lohn dafür und schon hat man Inflation. Bei der aktuellen Arbeitslosigkeit in Deutschland dürften die Gewerkschaften schon etwas mehr an den Löhnen ziehen als in den letzten 2 Jahren.

    Im Rest Europas sieht es aber ziemlich anders aus ...

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  3. Bei all den Betrachtungen sollte man die Konjunkturpakete nicht vergessen. Die meisten wurden und werden erst 2010/2011 wirksam. Insofern gab es 2010 trotz "Exportboom" und Nachholeffekten gar kein Wachstum. Anders ausgedrückt: ohne Export und Konjunkturpaket wäre es von niedriger Position noch einmal mindestens 5% abwärts gegangen.

    Im Grunde ist das schon Deflation genug.

    Nachlassender Export, auslaufende Förderungen in Verbindung mit durch Monstergeldmengen getriebene Rohstoffpreise als (Abschieds-?) Geschenk der Finanzmärkte könnten spätestens 2012 für eine hübsche Ernüchterung sorgen.

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  4. @Rob:

    Für Deutschland teile ich deine Einschätzung nicht. Der größte Brocken des Konjunkturpakets war die Abwrackprämie. Und die wirkte 2010 genau in die Gegenrichtung: Der Absatz von Autos in Deutschland *sank* um 25%.

    OK, man könnte jetzt argumentieren, dass uns das chinesische Konjunkturpaket gerettet hat.

    Übrigens darf man mMn den Export nicht immer schlecht reden und sagen, dass wir ohne Export kein Wachstum hätten. Das ist genau so ein falsches Argument wie wenn Griechenland sagen würde, dass Sie ohne Handelsbilanzdefizit auch keine Auslandsschulden hätte.

    Natürlich hat man als exportorientiertes Land wie Deutschland damit auch eine Abhängigkeit vom Ausland. Das ist aber immer noch besser als die viel gepriesenen binnenkonjunkturstarken Staaten wie ähem die USA ...

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  5. Zum Thema "scheinbar der letzte, der das Thema Deflation noch nicht komplett begraben hat":

    Herr Malik predigt weiterhin die kommende Deflation:

    http://blog.malik-management.com/2011/01/soziale-kernschmelze-oder-neues-wirtschaftswunder/

    Meint er das ernst, oder hat er sich nur eine markante Meinung zugelegt, um sein nächstes Buch zu promoten?

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  6. Es gibt halt Leute, die sehen IMMER eine Deflation. Auch in Zeiten, in denen 5 Jahren hintereinander 4% Plus reinkommen. Dann werden im Zweifelsfall die Zahlen für ungültig erklärt.

    Ich kann mit der aktuellen Situation wenig anfangen. Wir haben 2008/2009 sicherlich das deflationärste Szenario der letzten 80 Jahre gehabt. Allerdings steht auf der anderen Seite eine Notenbank, die mit Maßnahmen, die noch vor 3 Jahren unvorstellbar gewesen wären, dagegen gehalten hat. Es gibt in der aktuellen Lage einfach keinen Periode, auf die man zurückblicken könnte, um daraus was abzuleiten.

    Und selbst wenn man die hätte, weiss man nicht, was alles so entschieden wird. Lassen die Chinesen ihre Wirtschaft massiv abkühlen (Renmimbi steigt, Zinsen steigen, Wohnungsmarkt wird abgekühlt)? Steigen die USA aus Sparüberlegungen heraus zu früh vom Konjunkturgaspedal? Hat die EZB zuviel Angst vor der Inflation und erhöht zu früh die Leitzinsen?

    Wir befinden mMn noch immer in höchst fragilen Zeiten. Das was der Mathematiker "Chaos" nennt, wo der sprichwörtliche Schmetterling in China den Börsenhurrikan in den USA auslösen kann.

    Wenn die USA moderat weiter auf dem Gaspedal bleiben, die Chinesen nicht zu stark bremsen und in Europa nicht zu viel gespart und zu früh die Zinsen erhöht werden, dürfte es aber bei leichtem Wachstum bleiben. Was aber passiert, wenn sich an den genannten Voraussetzungen was ändert, weiss ich dann auch nicht ...

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  7. Hallo,

    Ihr könnt alle sagen was Ihr wollt, aber: Wer Geld druckt, erntet Inflation. Immer. Überall. Irgendwann.
    Durch Geld drucken Deflation erreichen zu wollen ist schlicht Unsinn. Es mag - verursacht durch die eine oder andere Verzögerung bei der Transmission - kurzfristig anders kommen, klar. Grundsätzlich jedoch ändert sich an dieser Tatsache nichts. Die Mikrohirne der Mikroökonomen mögen da gerne anderer Meinung sein.
    Wir sprechen uns in ein paar Jahren.
    (Dass es in Amerika keine Inflation gibt, ist Käse - der geneigte Blogger möge sich bspw. die Spritpreise dort ansehen!)
    Für Freunde der Langzeitwette habe ich übrigens ein Schmankerl: Ich behaupte dass es in USA binnen 10 Jahren einen Bürgerkrieg gibt. Wer hält gegen?

    Grüße,

    Hardy

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  8. @Egghat
    Na ja, solange wir in einem Euroraum sind müsste man mal sehen wie sich alles austariert. Irgendwo ist ja wieder überall in Europa das Sparen angesagt. Ob nun in D. wirklich Lohnabschlüsse gemacht werden die signifikant höher sind wie in den letzten Jahren halte ich nur wahrscheinlich wenn der Hype über den jetzt angeblichen (nachhaltigen?) Wirtschaftsaufschwung von allen Tarifpartnern wirklich geglaubt wird. Das bezweifele ich eben.
    In der Tat wird es aber wirklich interessant wie Asien und USA die jetzige Situation beeinflussen.

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  9. @Hardy:

    Man muss bei QE bedenken, dass die Fed quasi sofort die Papiere wieder auf den Markt werfen kann. Im Gegensatz zu Zinserhöhungen bremst das sofort. Ein solch großes Potenzial schnell zu bremsen hatte die Fed noch nie (sie hat ja noch nie QE gemacht).

    Allerdings ist die große Frage dann, ob die Fed dieses Mal das Timing hinbekommt. Sie hat es mit den langsam wirkenden Maßnahmen nicht geschafft, warum sollte sie mit abrupt wirkenden Maßnahmen besser agieren?

    Definiere Bürgerkrieg ... (Auf so was kann man doch nicht wetten ...)

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  10. Hallo allerseits,

    "Man muss bei QE bedenken, dass die Fed quasi sofort die Papiere wieder auf den Markt werfen kann."

    Kann sie das wirklich? Wird sie es tun? Bei der Menge: nicht nur völlig unwahrscheinlich sondern unmöglich.

    "Definiere Bürgerkrieg"

    Ich arbeite dran. Alles oberhalb Rodney King zum Beispiel wäre eine Definition.

    "(Auf so was kann man doch nicht wetten ...)"

    Nicht? "In den ersten Ländern verursacht die Food-Inflation Unruhen und kostet Menschenleben, während es unsere Regierungen in Europa und den USA weiterhin beinahe uneingeschränkt zulassen, dass auf so gut wie alles spekuliert wird, inzwischen bekanntermaßen sogar auf Scheidungen."

    http://blog.markusgaertner.com/2011/01/13/cnbc-und-tunesien/

    Die &$%§! aus London dürfen das, ich aber nicht? Soso.

    Gruß,

    Hardy

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  11. @Hardy
    "Ihr könnt alle sagen was Ihr wollt, aber: Wer Geld druckt, erntet Inflation. Immer. Überall. Irgendwann."
    Das irgendwann mag stimmen, aber wenn vorher die Deflation zuschlägt, dann kann man Geld drucken bis man schwarz wird. Es ist extrem schwierig (als europäische Zentralbank) Geld an den einfachen Mann zu bringen.
    Ach ja, es gibt ja Helikopter.
    Haben das die Japaner schon probiert? ;-)

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  12. Pardon, egghat, die Abwrackprämie als größter Brocken? Das waren 5 Milliarden bei einem Gesamtvolumen von 80. War der Einwand wirklich so gemeint?

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  13. > während es unsere Regierungen in Europa und den USA weiterhin beinahe uneingeschränkt zulassen, dass auf so gut wie alles spekuliert wird,

    Na und? Daran ist nicht die Spekulation schuld, wenn schon dann eher die Geldschwemme und das Wirtschaftswachstum in Asien, etc. Davon abgesehen, wer weniger Kinder hat, hat auch weniger Probleme mit steigenden Lebensmittelpreisen. Beschwerden bitte an die Kirchen und an Leute die einerseits Babys retten wollen ohne andererseits Empfängnisverhütung bereitstellen und dafür werben.

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  14. @Rob:

    a) War so gemeint.

    b) Aber auch ich kann mich irren ;-)

    c) Die 80 Mrd. waren aber ALLES inkl. Steuersenkungen, etc. Das würde ich nicht als Konjunkturprogramm bezeichnen. Zu Konjunkturprogrammen zählen für mich allein Ausgaben, also z.B. das Investitionspaket (das aber mit 18 Mrd. auch größer war als die Abwrackprämie).

    d) Das größte Konjunkturprogramm in Deutschland war die Kurzarbeit. Hillary Clinton hat bei ihrem Deutschlandbesuch erstaunt festgestellt, dass 2/3 der Maßnahmen, die die USA beschlossen haben, in Deutschland überhaupt nicht beschlossen werden müssen, weil die hier sowieso schon Gesetz sind.

    e) Ich könnte mich jetzt rausreden und sagen, dass der größte Brocken des Konjunkturpakets, der zum richtigen Zeitpunkt kam, die Abwrackprämie war. Die Bauinvestitionen in Schulen wirkten deutlich verzögert und hier in OB sind die Mittel immer noch nicht alle verbaut. Wegen Planung, Ausschreibung und am Ende sogar mangelnden Ressourcen in der Baubranche wirkte das erst als wir schon wieder mitten im Aufschwung waren.

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  15. @Hardy:

    Ob die Notenbank die Vollbremse macht, kann ich natürlich nicht beurteilen. Aber sie hat zugegeben genau wie beim Einstieg auch beim Ausstieg mit QE ein Mittel zur Verfügung, dass potenziell schneller wirkt.

    Ich habe wenig Hoffnung, dass es die Fed diesmal schafft, früh genug und mit der richtigen Geschwindigkeit auszusteigen. Das hat sie bisher nie geschafft und ich wüsste nicht, warum sie es dieses Mal besser hinbekommen sollte. Vor allem, weil es für QE keine Erfahrungswerte gibt.

    Wichtig ist mir nur die Feststellung, dass QE eine wirkungsvolle Waffe ist. Was aber in beide Richtungen wirken kann ...

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  16. was mir hier total unter den Tisch fällt: sie (= FED, die hochverschuldeten Staaten, IWF, die Finanzindustriegiganten mit GS an vorderster Stelle, auch die EZB und Gewerkschaften) wollen doch Inflation! Es nützt ihnen allen. Sie verschweigen es ja nicht einmal mehr, sie fordern es ganz offen.
    Wenn die Inflation nicht mal mehr durch statistische Tricks verschleiert werden kann, wird die FED einen Teufel tun. Mehr als lauwarme Aktionen gegen satte Inflationsraten von 5% und mehr werden sie nicht unternehmen.

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  17. @matsch: Natürlich wollen die alle. Aber die Pferde müssen auch saufen ... Kann man die zwingen?

    Die größte Gefahr besteht auch genau in dem was du beschreibst und meinem Einwand: Es könnte nämlich sein, dass die Wirtschaft noch lange stottert und die Fed noch viel mehr macht und dann nicht mehr rechtzeitig aus den ganzen Maßnahmen herauskommt.

    Das Zulaufszenario: Erst weiter Deflation oder zumindest Deflationsgefahr. Fed hält mit immer größeren Maßnahmen dagegen, irgendwann springt die Wirtschaft nachhaltig an, die Fed reagiert zu zögerlich und dann wird's übel ...

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  18. die Frage ist ob die Wirtschaft nach einer Deflation wieder anspringt. Das ist eben bei einer Deflation das grosse Problem. In den 30er sind wir nur durch einen Krieg wieder aus der Nummer herausgekommen...

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  19. Damals konnten die Notenbanken aber noch nicht so einfach beliebig Geld drucken (Goldstandard, der damals allerdings zunehmend verwässert wurde).

    Ich sehe auch das deflationsähnliche Szenario als realistischer an. An eine wirkliche Deflation kann ich, auch wegen China und Indien, nicht glauben.

    Außerdem wollen fast ALLE Inflation. Daher spricht auch die größte Wahrscheinlichkeit genau dafür.

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  20. na ja, wenn alle Inflation wollen und auch erwarten dann wundert es mich dass z.B. 10 jährige US-Bonds noch so niedrig sind. Sind die Käufer alle doof?

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  21. Ja ;-)

    Nee, Anlagenotstand. Nach so einer Krise sind alle risikoscheu. Es ist noch viel Geld (und dank der Fed wird's ja auch noch mehr), aber das ganze verbriefte Zeug fasst keiner außer Hegdefonds mehr an, die PIGS Anleihen geben auch alle ab, nach Basel III muss alles mit mehr Geld hinterlegt werden und was bleibt dann: AAA-Staatsanleihen (mit 0% Eigenkapital-Hinterlegung nach Basel III).

    Außerdem kann man damit keinen Fehler machen: Wenn die Dinger den Bach runtergehen, geht alles andere mit. Und wenn das so kommt, kann der Fondsmanager dann auf unfähige Politiker schimpfen. Also die No-Risk-Variante für Vermögensverwalter ...

    IMHO machen AAA-Staatsanleihen im Vergleich zu Aktien im Moment wenig Sinn. Eigentlich sind Aktien billiger.

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  22. Ich meine auch, dass extrem niedrig rentierliche Staatsanleihen nur ein scheinbarer Widerspruch zu der allseits erwarteten saftigen Inflation sein müssen.

    Für jeden, der mit seinem eigenen Geld hantiert, sind Staatsanleihen tabu. Für den übergroßen Rest, hollywoodstarmäßig bezahlte Angestellte, die nur fremdes Geld verwalten, sich die Depots vollstopfen mit zu 2,5% rentierlichen Treasuries und sich gleichzeitig bei der Notenbank zu 0,5% refinanzieren, die sich darauf verlassen können vom Staat rausgehauen zu werden falls die Lebensversicherungen von Millionen von Bürgern unter Wasser geraten, kann es ein sehr vernünftiges Kalkül sein Dreck zu kaufen, von dem jeder weiß, dass es Dreck ist.

    @egghat 10:41

    wo ein Wille (und der ist definitiv da), da auch ein Weg. Ein bissel Geduld muss man schon haben. Die sog. Liquiditätsfalle halte ich maximal für ein vorübergehendes Phänomen.

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