EZB muss Portugal stützen ...

Angeblich ist viel Nervösität im Markt. Die Renditeaufschläge geben das eigentlich nicht her. Die gut 7% Rendite, die für die 10-jährigen portugiesischen Anleihen am Freitag und heute morgen bezahlt wurden, sind nur minimal höher als die Werte vom November.

Laut FTD hat die EZB heute in größerem Stile portugiesische Staatsanleihen aufgekauft, auch wenn die Quelle für diese Information unklar bleibt und wir über das Volumen auch nichts erfahren (und wohl auch nichts erfahren werden).
Grund für den Stützungskäufe der EZB dürfte die Versteigerung portugiesischer Staatsanleihen am Mittwoch sein. Die EZB will wohl die Verunsicherung des Markts eindämmen. Zumindest kurzfristig hat das funktioniert. Aktuell liegt die Rendite bei 6,95%, also etwa 20 Basispunkte unter den Höchstständen.

Es ist auf jeden Fall extrem auffällig, dass die Renditen vor jeder größeren Versteigerung von Staatsanleihen unter hoher Nervösität massiv ansteigen, um nach der Versteigerung wieder deutlich zu sinken. Hier drängt sich der Verdacht auf, dass ein paar Großinvestoren im Vorfeld für Verunsicherung sorgen, dann bei der Versteigerung zulangen, sich die um 0,x Prozentpunkte nach oben getriebene Rendite sichern und dann die Shortposition wieder eindecken. Mich wundert, dass die EZB nicht schon früher mal dagegen gehalten hat und die Hedgefonds dieses profitable Geschäft weiterhin so furchtbar simpel durchführen lässt ...

Einige Politiker befürworten die Flucht Portugals unter den Rettungsschirm, angeblich um eine Ausweitung der Nervösität auf Spanien zu verhindern. Wie man an der Rettung Griechenlands und dann Irlands gesehen hat, stoppt eine Rettung eines Landes den European Debt Domino Day aber nicht wirklich ... Für merkbefreite Politiker aber kein Grund, das Argument auch beim dritten Mal zu wiederholen. Und danach retten wir Spanien, damit Italien (oder Frankreich oder Belgien) nicht unter die Räder kommen.

Naja, Spanien ist mit seiner Versteigerung auf jeden Fall auch bald an der Reihe und zwar am Donnerstag. Freitag gibt es dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder sinkende Renditen ...

FTD: EZB greift Portugal unter die Arme

Kommentare :

  1. Es sind keines wegs die Hedgefonds die verkaufen. Es sind große Asset Manger, Pensionskassen/Fonds, Versicherungen etc. Die haben noch Tonnen von dem Zeug auf den Büchern die sie gerne Verkaufen würden, für die es aber bis auf die EZB keine käufer mehr gibt. Wirkich keinen..... Und wer kauft nun diese neuen Papiere? Im Falle von Spanien sind es ca. 80% lokale Banken. Der Flow sieht also so aus. Internationals verkaufen alte lange Bonds; locals kaufen kurze neue Bonds. Den Anteil den Hedgefonds an diesem Spiel haben ist sehr gering.

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  2. Das erklärt die Renditespitzen, die seit Monaten vor jeder Versteigerung von Staatsanleihen eines "kritischen" Landes auftreten, aber nicht ...

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  3. Huch, falsch Taste ... Fortsetzung:

    Und diese Spitzen sind da und können nicht durch deine Erklärungen erklärt werden. Dass die langfristigen Anleihen von Pensionskassen etc. abgegeben werden, sehe ich ähnlich. Ob die Loclas kaufen, bezweifle ich aber schon. Ich vermute eher, dass wie in den USA und UK die griechischen, irischen und auch spanischen und portugiesischen Aktien schon zur Mehrzahl an die EZB gehen.

    Aber wer da was kauft oder verkauft ist am Ende auch gar nicht sooo wichtig. Wichtiger wäre eine Erklärung für die Renditespitzen, die es vor den Versteigerungen gibt. ..

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  4. Na das ist einfach. Vor der Auktion haben alle die Hosen voll. Keiner weiss wie die Auktion ausfällt, keiner weiss bei welchem level die EZB kauft und in welcher size. Also lieber schnell noch was geben. (vor der Auktion) Nach der Aution ist dann alles nicht so schlimm wie befürchtet und der grosse Verkaufsdruck lässt nach. Und die EZB immer mitten drin und kauft und zwar nicht auf der Geldseite, sondern auf der Briefseite.

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  5. Hallo mal wieder,

    hier schreibst Du: "Es ist auf jeden Fall extrem auffällig, dass die Renditen vor jeder größeren Versteigerung von Staatsanleihen unter hoher Nervösität massiv ansteigen, um nach der Versteigerung wieder deutlich zu sinken."

    Etwas ähnliches habe ich auch gefunden:

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/618996/Ratings_Kreditwuerdigkeit-purzelt-immer-vor-EUGipfeln?direct=609810&_vl_backlink=/home/politik/eu/619252/index.do&selChannel

    nur zur Info.

    Gruß,

    Hardy

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  6. @Hardy:

    Es war sehr überfällig, dass die EZB mal *vor* der Versteigerung richtig dagegen hält. Zum Glück gab es das jetzt mal.

    Das rettet zwar keines der entsprechenden Ländern, aber die 0,2 oder 0,3% Mehrrendite, die sich die Großanleger so eingesteckt haben, gönne ich denen halt auch nicht ...

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