Lesetipp: Wie die EU Politik macht ...

Über den Smart Investor habe ich einen interessanten Hinweis auf einen über 10 Jahre alten Artikel, in dem die Politik in Brüssel beschrieben wird.

In dem Artikel wird nicht nur allgemein die Vorgehensweise der europäischen Politiker von Jean-Claude Juncker (der ist schon lange dabei, gell? Toll, wenn man nicht gewählt werden muss ...) beschrieben:
"Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt."
Und wenn ihr euch fragt, warum wir jetzt in Europa den Euro haben: Tja, der wurde halt genauso beschlossen ...

Kein Wunder, dass die Gemeinschaftswährung nie demokratisch legitimiert wurde (der Euro wäre ja nie durchgekommen, zumindest in Deutschland) und so schlecht konstruiert wurde.

Dummerweise irrt Juncker dann beim optimistischen Teil:
"Der Bundesstaat Europa wird sogar eine Art Multikulti-Staatsvolk aufweisen. Hielten die Leute 2002 erst einmal die Banknoten und Münzen des Euro in den Händen, sagt Luxemburgs Juncker voraus, "dann bildet sich bald ein neues Wir-Gefühl: wir Europäer"."
Immer kann man das Volk halt nicht ver****** ....

Spiegel: Die Brüsseler Republik

Kommentare :

  1. Auf kommunaler Ebene funktioniert das beschriebene Politikprinzip auch ganz hervorragend.

    Nicht umsonst schicken übrigens mit Ausnahme der blöden Deutschen alle EU-Mitglieder Topleute nach Brüssel in die Verwaltung. Denen wird im Gegenzug dann zu Hause ein Sprung auf der Karriereleiter versprochen, wenn sie ihre Zeit in Brüssel "abgedient" haben.

    Wir benutzen das ja eher als Endlager der Innenpolitik.

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  2. 'Immer kann man das Volk halt nicht ver****** ....'

    schlimmer noch, glaube ich. diese mischung aus idealismus und unverständnis der materie bei einigen (man kann ja auch mal das beste wollen - das gegenteil von gut, bleibt gut gemeint) und habgier bei anderen... und das findet dann weit weg in brüssel und völlig intransparent/unkontrolliert statt. wenn es rein um verarsche gegangen wäre, könnte man ja jetzt von einer vorhandenen exit-strategie ausgehen. gibt's die? ich glaube, da sind viele jetzt wirklich und ehrlich überrascht! was es natürlich keinen deut besser macht. sowas passiert wenn sich in dunklen ecken unkontolliert oppertunismus mit ideologie trifft. und es gibt kein korrektiv: zehn jahre nach einem disaster schwimmt die gleiche scheiße obenauf! weil (öffendliche)meinung gemacht wird.

    r.sester

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  3. @usedomspotter:

    Aporpos Endlager: Man beachte, wo der damals als Europaskeptiker bezeichnete Stoiber heute noch ein paar Hunderttausend Euro verdient ...

    @r.sester:

    Wieso muss es eine Exit-Strategie geben? Es gibt die nicht ... Die Nummer, die der Juncker so schön beschreibt, kann man doch ewig weiter machen. Ab und zu muss man halt zurückrudern und dann können sich der Bürger und die Medien einbilden, sie hätten einen Einfluss (haben sie natürlich eigentlich auch, aber sie nutzen ihn nicht ...).

    Wenn man mal richtig ernüchtert werden will, liest man sich bei Heise oder Netzpolitik mal die Nummer mit den Softwarepatenten durch. War so eine neverending Story vor 5 Jahren ...

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  4. Du weisst schon, dass dein Zitat von Jean-Claude Juncker total aus dem Zusammenhang gerissen ist! Aber die 1000 anderen EU-Hasser im Internet geben dir bestimmt recht mit dem was du sagst. Schlussendlich zählt ja für euch nur das Kritiseren von Politiker um sich selbst als klüger darzustellen. Wie wollt ihr denn Probleme in der EU lösen oder die EU sogar auflösen, wenn ihr euch mit Problemen der EU beschäftigt die es nicht gibt!
    Ich frage mich übrigens wie man in Europa eine gerechte Wahl abhalten kann, denn dir ist ja wohl klar, dass jedes Land für seinen eigenen Kandidaten wählen würde. Das wäre noch ungerechter! Jetzt wählen die von uns gewählten Politiker, wer für welche Kompetenzen der beste ist.
    Ich finds in Ordnung und kann durchaus damit leben. Und vorallem die Deutschen sollten sich hier nicht als die grossen Vorbilder aufspielen, da die Deutschen sich an keine EU-Regeln halten müssen, ausser Beiträge bezahlen, die ihr auch noch zum grössten Teil zurück kriegt!

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  5. ich frage mich übrigens wie man in Europa eine gerechte Wahl abhalten kann, denn dir ist ja wohl klar, dass jedes Land für seinen eigenen Kandidaten wählen würde.

    das ist mal ein qualifizierter beitrag. könnte man problemlos auf jede wahl anwenden und somit das prinzip der demokratische mitbestimmung generell diskreditieren.

    Jetzt wählen die von uns gewählten Politiker, wer für welche Kompetenzen der beste ist.

    bestimmt. 'kompetenzen' werden die schlüsselqualifikationen sein. doch, bestimmt. es wird nur schlecht kommuiziert.

    auf das 'wie wollt 'ihr' die probleme der eu denn lösen...' könnte man 'dir' auch antworten, garnicht. ich finde es übrigens sehr unhöflich, den verweis auf mängel im system mit 'euro-skeptiker' gleichzusetzten.

    gruß, r.sester

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  6. @ egghat:

    da kann man hier in d'land noch so oft 'exportweltmeister' rufen und es wird genug dumme finden, die sich geschmeichelt fühlen. bei fußball ist weltmeister ja auch toll. das kennt man. nur das der exportweltmeister erst durch lohndumping ermöglicht ist, um dann zusätzlich durch die ezb mit (deutschen)steuergeldern finaziert zu werden. also eine klassische umverteilung von lieschen müller zu den großen exporteuren. kann man das wirklich dauerhaft innerhalb einer währung machen? vermutlich ja, dann hast du recht.

    @herbig:

    in meinem letzten satz sollte es natürlich heißen 'europa-skeptiker'. oder '-hasser'. die gibt es bestimmt auch, aber in dieser runde mache ich wenig 'hass' aus.

    beste grüße, r.sester

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  7. löl der Artikel ist von 99
    Erstaunlich, wie wenig sich seit dem getan hat (oder spurlos an mir vorbei ist - Krise hin und her.

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  8. @KBX

    Ja, entweder geradezu sehend der Artikel oder es hat sich wirklich nichts getan ...

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