Neuregelung der offenen (geschlossenen) Immobilienfonds steht

Über die Probleme der offenen Immobilienfonds habe ich ja häufig genug geschrieben. Langfristige Anlagen in illiquide Assets wie Immobilien können halt nicht kurzfristig liquidiert werden.

Daher macht die Regierung jetzt das einzig Richtige und löst genau hier den gordischen Knoten auf: Offene Immobilienfonds werden jetzt mit längeren Kündigungszeiten versehen:

a) Es wird eine Mindesthaltedauer von 2 Jahren eingeführt. Man kann also frühestens nach zwei Jahren kündigen.
b) Zusätzlich gibt es eine Kündigungsfrist von einem weiteren Jahr.

Wer also am Tag nach dem Kauf entscheidet, dass das doch eine eher doofe Idee war, kommt erst drei Jahre später aus dem Fonds wieder raus.

FTD: Schwarz-Gelb päppelt offene Immofonds

Ich frage mich nur, wie das funktionieren soll, solange der börsennotierte Handel für Immobilienfonds weiter läuft. Wenn es zu einer Flucht aus Immobilienfonds kommt, werden die Leute doch weiter über die Börse verkaufen. Und die Kurse kommen an der Börse genauso unter Druck wie jetzt.

Da frage ich mich, ob eine Umwandlung der offenen Immobilienfonds in normale REITs, also in einfache börsennotierte Immobilienfirmen nicht konsequenter gewesen wäre. Einfach einen Wert berechnen und ausweisen wie bisher und den Kurs der Börse überlassen.

Klar, man könnte sagen dass so die privaten Anleger vor "zu wilden" Kursschwankungen geschützt werden. Das stimmt auch, wenn man den Verkauf am Tag danach betrachtet. Aber wer schützt den Privatanleger vor den Schwankungen, die im Jahr der "Wartefrist" sicherlich auch auftreten werden.

?!?

Update (23:45):

Die DPA meldet, dass es einen Freibetrag von 30.000 Euro pro Halbjahr gibt, den man ohne Kündigungsfrist abziehen kann.

Eckpunkte für Reform Offener Immobilienfonds - dpa-Ticker - Unternehmen - Handelsblatt.com

Kommentare :

  1. Ich sehe dazu einige Punkte:

    Durch diese Regelung wurde einmal Liquiditätsdruck vom Fonds selbst genommen. Durch die Fristen ist es dem Fonds zeitlich möglich, Mittel zu besorgen um den errechneten Wert schließlich auzuzahlen ohne dass er illiquid wird.

    Ausserdem gehe ich davon aus, dass die Kursschwankungen nicht mehr so dramatisch wie in der Vergangenheit sein werden. Denn bisher wurde in den Kurs auch das Risiko eingepreist, dass durch zuviele Auszahlungsansuchen ein preismindernder Asset-Verkauf unter Druck passiert. War der Fonds einmal geschlossen, gab's dann auch noch den "Erpresser-Abschlag": Entweder Du akzeptierst den sehr niedrigen Preis von mir, oder du behältst Deine Anteile am geschlossenen Fonds eben.

    lg - urriegel

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  2. Viele "Vorteile" eines Immobilienfonds im Vergleich zum direkten Kauf einer Immobilie bleiben nicht mehr übrig.

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  3. @urriegel

    Die Frage ist aber, wie hoch der "Erpresserabschlag" ist. Die Fondsbörsen sind inzwischen relativ liquide, sprich es gibt auch ausreichend Käufer.
    Außerdem haben die Käufer an den Börsen in der Vergangenheit eher zu viel gezahlt als zu wenig. Schau dir die Kursentwicklungen mal an. Klar, es gab auch Übertreibungen nach unten, zu den meisten Zeitpunkten wurde aber an den Börsen mehr gezahlt als der Fonds nach der nächsten Abwertung dann wert war ...

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  4. @Rob:

    Naja, die Streuung über mehrere Märkte ist da. Die kleine Stückelung, die monatliche Sparpläne erlaubt. Zugriff auf Märkte, die normalen Kleinanlegern nicht offen stehen (Bürogebäude in Frankfurt oder auch in Shanghai/New York ...).

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