Warum ich gegen die zu hohe Fotovoltaikförderung schreibe ...

... wobei es genauer heißen müsste: Warum ich gegen die zu hohe Fotovoltaikförderung geschrieben habe. Denn nach den jetzt beschlossenen Senkungen wird die Einspeisevergütung für Fotvoltaikstrom  wohl bald nicht mehr zu hoch sein.
Wobei man das im Vorhinein aber nie genau weiss. Ich bin weiterhin ein Fan einer dynamischen Anpassung, wie ich sie schon früher mal skizziert habe (VORSCHLAG: EINSPEISEVERGÜTUNG FÜR EEG DYNAMISCH UND AUTOMATISCH ANPASSEN). Es könnte nämlich auch gut sein, dass der Preisverfall der Solarzellen auf einmal stoppt und ab Januar 2012 niemand mehr installiert und der Markt komplett zusammenbricht (was natürlich auch nicht wünschenswert ist).

Aber zum Punkt: Eine Tonne CO2-Einsparung über Fotovoltaik ist extrem teuer, vor allem im vergleichsweise sonnenarmen Deutschland. Leider hat auch der Umweltökonom Joachim Weimann keine exakten Zahlen, aber er schätzt die Kosten für eine vermiedene Tonne CO2 durch Fotovoltaik in Deutschland auf 300-500 Euro (nach 700 bis 800 Euro, die in einer älteren Schätzung genannt werden). Ein Zertifikat für eine Tonne CO2 kostet aber nur 15 Euro. Die Fotovoltaik ist also um den Faktor

20

teurer als es die CO2 Zertifikate anzeigen.

Windenergie wird übrigens auf 100 bis 150 Euro geschätzt (wobei nicht ganz klar ist, ob in dieser Kalkulation die Kosten für den Netzausbau vollständig enthalten sind). Sie kostet also tendenziell nur etwas die Hälfte der Fotovoltaik, wenngleich sie immer noch viel teurer als ein CO2-Zertifikat ist.

Jetzt kann man sicher argumentieren, dass die CO2-Zertifikate viel zu preiswert sind und eigentlich viel teurer sein müssten. Logisch, sobald man weniger Zertifikate ausgibt, würde der Preis steigen. Und das wäre auch der Weg, den man gehen sollte: Einfach jedes Jahr 2 oder 3% weniger Zertifikate ausgeben, die dann entsprechend teurer würden.

Aber auch steigende Preise für CO2 Zertifikate ändern nichts an der entscheidenden Tatsache, dass es jede Menge preiswerterer Möglichkeiten gibt, CO2 Ausstoß zu verhindern als die Fotovoltaik: Wärmedämmung, Glühbirnenverbot, effizientere Heizung, bessere Motoren, mehr öffentlicher Nahverkehr, etc. pp.
Das sieht in anderen Ländern natürlich anders aus: Zum Beispiel in Ländern, in denen die Sonne häufiger scheint und die Heizungen seltener laufen müssen als in Deutschland oder Schweden.

Aber wahrscheinlich will die Politik die CO2 Zertifikate als allumfassende Lösung nicht, weil sie dann alles konsequent machen müsste: Auf Diesel müssten mehr Steuern gezahlt werden als auf Benzin, weil 1 Liter Diesel mehr CO2 erzeugt als 1 Liter Benzin. Trotzdem wird er niedriger besteuert. Heizöl ist defakto Diesel und wird nochmals niedriger als Diesel besteuert. Kerosin für Flugzeuge wird sogar überhaupt nicht besteuert. Beim Anbau von Biodiesel und Bioethanol entsteht jede Menge CO2, das ebenfalls (fast) gar nicht besteuert wird. Diese Liste der Inkonsistenzen lässt sich fast beliebig verlängern. Denn die Politik mischt sich mit immer neuen Detailentscheidungen ein.

Dabei könnte man das mit einem effizienten System wie den CO2-Zertifikaten einfach lösen. Die Länder im Norden Europas kümmern sich dann um effiziente Wärmedämmung, bessere Heizungen und verbrauchsärmere Motoren, Biogas und Windenergie, während die Länder im Süden die Sonnenenergie bevorzugen und ihre maroden Kraftwerke modernisieren.

Wir verschwenden durch die aktuelle Förderpolitik nicht nur in Europa, sondern auch weltweit, Unsummen. Womöglich hätten wir schon lange einen weltweiten Klimakompromiss bekommen, wenn wir Deutschen nicht jedes Jahr sieben ziemlich sinnlose Milliarden in die Fotovoltaik ballern würden, sondern die in den Verhandlungen noch für China/Indien und Afrika "übrig" gehabt hätten ...

FAZ: „Eine völlig verrückte Subventionsmaschinerie“

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