Wikileaks: Statt Bank of America jetzt Julius Bär Teil 2

Da ich die Elemente teilweise hier schon verbloggt habe (siehe #WIKILEAKS BLÄST (ANGEBLICH) BANK OF AMERICA ENTHÜLLUNG AB ), reiche ich jetzt nochmal eine Übersicht nach, die die aktuellen Stand zusammenfasst:

Wikileaks hat die Veröffentlichung der Unterlagen der Bank of Amerika verschoben und eine "Unterstützung" von Rudolf Elmer angekündigt.  Rudolf Elmer ist der Consultant, der vor gut 2 Jahren einen Teil einen Teil der Kundendaten der schweizer Bank Julius Bär auf Wikileaks veröffentlicht hat. Das hat ihm natürlich einen Haufen Ärger eingebracht und er muss in den nächsten Wochen vor einem Gericht in der Schweiz erscheinen.

Wer jetzt gedacht hat, dass Wikileaks Elmer mit irgendeiner Art von Rechtshilfe beisteht, hat sich geirrt. Wikileaks plant nicht anderes als den Rest der Kundenliste zu veröffentlichen. Spannend, es geht um etwa 2.000 SEHR gut Verdienende, von denen man einige kennen dürfte. Darunter sollen u.a. auch 40 Politiker sein.

Elmer kämpft schon einige Zeit gegen die Banken und möchte, dass die Öffentlichkeit erfährt, dass seiner Ansicht nach die schweizer Banken Steuerhinterziehung bis hin zur Geldwäsche wissentlich in Kauf nehmen, wenn nicht sogar unterstützen. Kurz: Rechtsbruch als Geschäftsmodell. Und um aus diesem kleinen Lesehinweis schnell die Zahl des Tages zu machen: Die Niederlassung von Julius Bär um Steuerparadies Cayman Islands (wo Elmer arbeitete) hat zeitweise

30%

zum Gesamtgewinn der Bank beigetragen. Da kann man nur schwerlich von bedauernswerten Einzelfällen reden ...

Telepolis Artikel vom Spiegelfechter: TP: Whistleblower vor Gericht - die Rudolf-Elmer-Story

Swiss whistleblower Rudolf Elmer plans to hand over offshore banking secrets of the rich and famous to WikiLeaks | Media | The Observer

Einen guten, älteren Artikel zu Elmer habe ich auch noch: The Caymans: Isles of plenty | Business | The Guardian

Update (14:08):

Noch noch ein FAZ-Artikel zum Thema:

Weitergabe an Wikileaks: Ex-Banker will Daten von 2000 Kunden enthüllen - Unternehmen - Wirtschaft - FAZ.NET

Kommentare :

  1. Langsam gehen Wikileaks Ankündigungen auf den Sack. Die sollen nicht ständig groß herumposaunen, was sie vielleicht irgendwann veröffentlichen, sondern es einfach tun.

    Man kommt sich als Datenlieferant doch verarscht vor, wenn man unter erheblichen persönlichen Risiken Daten liefert, und die dann nach Gutdünken teils jahrelang zurückgehalten werden.

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  2. Wikileaks ist mir zu politisch geworden. Eine amerikanische Bank wird verschont, eine Schweizer dagegen zusammengeknüppelt. Warum?

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  3. Och, angesichts der Gerichtsverfahrens gegen Elmer jetzt Julius Bär vorzuziehen, finde ich eigentlich nachvollziehbar. Vor allem weil ich von der BofA relativ wenig erwarte. Ich schätze das sind v. a. Unterlagen von Countrywide und da wissen wir dank eines Gerichtsverfahrens schon relativ viel, wie "normal" dort der Hypothekenbetrug war.

    Die Liste von 2000 High-Income Leuten von Julius Bär finde ich da spannender ...

    Was ich aber überhaupt nicht verstehe: Wieso soll die Veröffentlichung Elmer helfen? Glaubt Wikileaks, dass deswegen jemand vom Verfahren absieht? Ist das dann nicht auch eine Art Erpressung?

    Ansonsten stimme ich natürlich zu: Wikipedia braucht mehr Konkurrenz. (Allerdings auch selber größere Ressourcen).

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