Volumen des EU-Rettungsfonds verdoppelt

Hach, was habe ich hier früher über den Rettungsfonds spekuliert. Boah, 440 Milliarden, die müssen verrückt ein in Brüssel. OK, dann stellte sich nach Diskussionen mit den Ratingagenturen heraus, dass nur etwa 60% der Summe verliehen werden können, wenn der Fonds mit AAA bewertet werden soll (siehe ZAHL DES TAGES (21.09.10): 250.000.000.000). Die Summer schrumpfte nachher nochmal, weil Irland plötzlich Empfänger und nicht mehr Zahler war ...

Naja, und was macht den EU dann ein paar Monate später? Sie plant einfach eine Verdopplung des Fonds, damit diesem auch wirklich

500.000.000.000 (500 Milliarden) Euro

zur Verfügung stehen.

Das ist natürlich ein tolles Beispiel für die Masche, mit der heute Politik gemacht wird. Man fängt einfach mal an und wenn nicht massig Widerstand kommt, wird einfach weiter gemacht. Irgendwann wird der Punkt erreicht, ab dem es kein Zurück mehr gibt (siehe LESETIPP: WIE DIE EU POLITIK MACHT ...).

Das Schlimme ist: Dieses Verfahren funktioniert sogar. Es gibt keinen Widerstand, nicht einmal ich berichte (bis jetzt) darüber. Echt erschreckend!

Gut, das ist alles noch Diskussionsbasis. Die Politik wiegelt ab, weil die 500 Mrd. auch nicht mehr sind als die 440 + 60 Milliarden, die bisher für EFSF und EFSM vorgesehen waren.
Dass auch bei der neuen Ausgestaltung das Geld nicht vom Himmel fallen kann, ist aber auch den deutschen Politikern bewusst. Um das Triple-A-Rating zu erhalten, müssen die mit AAA-bewerteten Länder wohl einen größeren Teil der Haftung übernehmen. Wenn man sich die alte Verteilung von gewährtem Volumen und defakto verleihbarem Geld anschaut, wohl etwa doppelt so viel wie bisher. Schäuble schätzt, dass das trotzdem keine Verdopplung der deutschen Kosten verursachen wird, weil sich jetzt auch Nicht-Euro-Länder (also im wesentlichen Großbritannien) beteiligen sollen.

Naja, am Ende ist es natürlich Augenwischerei. Eine Verdopplung ist eine Verdopplung, nur nennt man dieses Mal die verleihbare Summe (quasi das Netto) und nicht die Bruttosumme wie beim ersten Mal. Es bleibt trotzdem in etwa eine Verdopplung. Aber was soll ich mich aufregen. Es geht doch nicht um viel Geld ...

FAZ: Schäuble: Höhere Belastung durch Euro-Krisenfonds

Kommentare :

  1. Da ich google Konto etc. haben will, nenne ich mich hier mal ab jetzt ANO

    Zitat:
    "Das Schlimme ist: Dieses Verfahren funktioniert sogar. Es gibt keinen Widerstand, nicht einmal ich berichte (bis jetzt) darüber. Echt erschreckend!"

    Warum auch. Ist eh egal.
    "We´re all sitting in one boat" :-)

    Du musst Dir immer die möglichen Alternativlösungen vor Augen halten.

    Die lautet ganz einfach: nichts tun. Folge: Die Attacken auf den Euro (resp. Einzelstaaten) gehen früher oder später wieder los (-> das Argument liegt auf der Hand: "Rettungschirm reicht nicht aus...").

    Nun wird er halt erweitert. Befürchtung. Weicher Euro, Inflation, blablabla. Also Widerstand.

    Ist die Entscheidung, ob ich an Pest oder Cholera sterben will.

    Womit man wie oben gesagt wieder dazu kommt: Es Ist eh egal.
    "We´re all sitting in one boat" :-)
    oder man könnte sogar einen Song draus machen
    "We´re all sitting in a money submarine"

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  2. Man könnte auch Schulden schneiden!

    Das wäre ein anderer Weg, IMHO der bessere, weil die beiden betroffenen Länder daran wahrscheinlich eh nicht vorbeikommen! Im Zweifelsfall rettet man anschließend halt ein paar Banken, die noch zu viele Papiere halten.

    Es gibt viele Leute, die den Schuldenschnitt für die sinnvollste Lösung halten. Aber da ist die Bankenlobby wieder mal vor ...

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  3. ANO
    Na klar "kann man".
    Aber es darf "keine Verlierer" geben.

    Das ist ja auch einer der Gags
    Mittlereile wissen wir doch, dass die Sache ist so hoch gehebelt wurde, dass ein paar Prozent Abschreibung in den Finanzanlagen der Banken das ganze System zum umfallen bringen können.

    M. a. W.: ein Haircut wäre zwar sinnig, führt aber ggf. wieder zum Folgeproblem "Dominoday". Und da waren wir doch genau genommen 2008 schon mal ...

    Also schmeisst man das System mit Knete voll, damit genau dieser

    Fall nicht eintritt.

    Ich halte es für einen durchaus sinnigen Weg Geld in die Finger zu nehmen, um ausstehende Anleihen zurückzukaufen
    (wie übrigens Protugal die letzten Tage schon vorgemacht hat).

    Der Markt hat hier eh schon über die Kurse einen Haircut akzeptiert.
    Wenn z. B. Griechenland eine Anleihe mit Nennwert von 100 Euro zu z.B. 70 zurückkaufen kann, ist doch super.

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  4. Es gibt IMHO keinen Domino-Day mehr. Schau dir die Zahlen zu den Staatsanleihen bei dem (zugegeben wenig stressigen) Stresstest an: Da war kaum noch Exposure da. Griechenland und Irland sind jetzt so alte Themen, das haben die Geschäftsbanken schon alles an die EZB verkauft.

    Das Exposure liegt bei der EZB und vielen Kapitalanlagegesellschaften. Die weisen aber einfach eine niedrigere Rendite aus und fertig. Die Banken betrifft das nicht mehr (außer vielleicht ein paar griechische).

    Irland dürfte sich prinzipiell ähnlich verhalten.

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  5. ANO

    o.K. kann man so stehen lassen.

    Zahlt es wieder die Allgemeinheit (zum Beispiel in Form einer geringen Rendite auf die Altersvorsorge. Da merkt sogar fast niemand)

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