Warum Lehman Pleite ging: Zu wenig Vitamin B

Wenn man die richtigen Leute kennt, kommt man besser durch die Krise. Und wenn man Lehman ist und einem die wirklich guten Beziehungen fehlen, dann geht man auch schonmal Pleite.

Da ich das Buch von Sorkin bereits empfohlen habe, reiche ich an dieser Stelle gerne ein Hinweis auf einen Artikel beim Blicklog nach, in dem man einen guten Einblick bekommt, um was es in dem Buch so geht. Kurz: Mit der Qualität der Beziehungen zur Regierung und zur Fed stieg auch die Wahrscheinlichkeit für und die Menge an Geld aus dem Rettungsfonds TARP.

Das Buch von Sorkin ist keine üble Verschwörungstheorie, das auf ein paar subjektiven Beobachtungen beruht. Dass die Banken mit den besten Beziehungen für ihre Schrottpapiere am meisten Geld bekommen haben, ist sogar wissenschaftlich belegt (TARP INVESTMENTS: FINANCIALS AND POLITICS (PDF!)).

Die Studie ist eh sehr interessant, weil sie den Effekt sogar auf einzelne Einflussparameter heruntergebrochen hat.

Die Wahrscheinlichkeit, Geld aus dem TARP Rettungsfonds zu bekommen, stieg um

31,3%,

sofern die Bank einen Sitz bei einer Fed-Niederlassung hatte und um 26,3%, wenn die Bank eine Verbindung zu einem der Mitglieder im Finanzausschuss der Regierung hatte.

Auch die Menge des Geldes, die die Banken bekamen, wurde untersucht. Überdurchschnittliche hohe (= eine Standardabweichung nach oben) Unterstützung eines Kongressabgeordneten sorgten für 14,6 Millionen Dollar mehr Unterstützung, eine Standardabweichung mehr Lobbyausgaben für zusätzliche 10,4 Millionen Dollar.

Das ist schon alles sehr eindeutig ...

Blicklog: Ross Sorkins “Die Unfehlbaren” und wie Netzwerke während der Finanzkrise einzelne US-Banken bevorzugt haben « Blick Log

Das Buch gibt es über meinen normalen Amazon Link oder direkt hier:

Amazon: Die Unfehlbaren: Wie Banker und Politiker nach der Lehman-Pleite darum kämpften, das Finanzsystem zu retten - und sich selbst. - Ein SPIEGEL-Buch

Auch das Häring Buch wird, je mehr ich von dem Mann lese, zunehmend interessant (in diesem Fall der bei Blicklog verlinkte Handelsblatt Artikel).

Update (13:33):

Den Artikel im Handelsblatt von Norbert Häring habe ich vergessen zu verlinken:


US-Notenbank Fed: Selbstbedienung für Banken - Ökonomie - Politik - Handelsblatt

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