Gerichtsverfahren gegen Goldman Sachs könnten 3,4 Mrd. Dollar kosten

Eine ganz schöne Summe! Da könnte man schnell denken, mein Gott, was für ein korrupter Laden, dass die so viele so teure Verfahren gleichzeitig gegen sich laufen haben. Die Nachricht von gestern (und die Korruptionskultur, die in dem dreisten Vorgehen erkennbar ist), deckt diese These eigentlich auch (siehe WIE LANGE WARTET EIN INSIDER, BIS ER SEINE INSIDERINFORMATION WEITERPLAPPERT?)

Am Ende sind die

3.400.000.000 (3,4 Milliarden) Dollar

für Goldman Sachs aber ein Klacks. Viele der Verfahren werden sich noch lange hinziehen. Und ein Teil der Verfahren wird eingestellt werden und Goldman Sachs nur wenig Geld kosten.

Und ganz nebenbei sind die Verfahren aus Verfehlungen in mehreren Jahren entstanden. Mal angenommen, die Vorfälle beziehen sich auf einen Zeitraum von 3 Jahren, sind das pro Jahr 1,1 Mrd. Strafe für Goldman Sachs. Goldman Sachs hat hingegen im vierten Quartal 2010 2,23 Mrd. Dollar verdient und das nach einer Gewinnhalbierung; im dritten Quartal wurden noch über 4,5 Mrd. Dollar verdient. Goldman Sachs kann also selbst 3,4 Milliarden Dollar locker bezahlen. Und hat somit wenig Anlass, die Anzahl der "Tätigkeiten" zu reduzieren, die am Ende vor einem Gericht landen könnten. OK, wahrscheinlich ist und bleibt das ein korrupter Laden ...

Dealbook: Goldman’s Legal Bill Could Hit $3.4 Billion

Übrigens scheint die unglaubliche "Glückssträhne" der Goldmänner gerissen zu sein, die ich hier mal erwähnt habe (siehe  ZAHL DES TAGES (10.05.10): 63). Nachdem Goldman Sachs im 1. Quartal 2010 an ALLEN 63 Handelstagen einen Handelsgewinn eingefahren hat, sind in den restlichen drei Quartalen 2010 doch tatsächlich 25 Tage dazugekommen, die mit einem Verlust endeten.

Loser ;-)

Ernsthaft, das sind etwa 10% aller Handelstage und das ist weiterhin eine Quote, die eigentlich nicht geht. In einem effizienten Markt kann man nicht an 90% der Tage Gewinne einfahren und nur an 10% Geld verlieren. Wenn das mit völlig legalen Mitteln möglich wäre, würden das andere (z.B. Hedgefonds) auch machen.
Ich tippe auf irgendwelche Gewinne, die andere nicht einfahren können. Zum Beispiel weil die Goldmänner über den Einblick in mehrere Orderbücher einen Informationsvorteil haben oder über die Beteiligung an einer Börse einen Zeitvorteil haben, den man z.B. im High Frequency Trading nutzen kann. Aber erfahren werden wir das wohl nie ... Über High Frequency Trading wurde zwar viel diskutiert und spekuliert, richtig harte Reformen gibt es da aber scheinbar nicht ...

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