Eine kleine Geschichte über Globalisierung und Taylorismus

OK. Die Geschichte ist nicht neu, die Sueddeutsche hatte sie schon vor zwei Jahren. OK, sie hat nicht wirklich was mit irgendwelchen aktuellen Nachrichten zu tun. Aber es ist erstens eine Geschichte, die mit einem Douglas Adams Zitat beginnt, zweitens zeigt sie die Auswirkungen der Globalisierung (und des Taylorismus, genauer der Arbeitsteilung) und drittens ist ein langes Wochenende.

Zuerst mal das Zitat:
"Auf sich allein gestellt, konnte er nicht mal einen Toaster zusammenbasteln. Er konnte ein leidliches Sandwich machen, aber das war schon alles."
Es handelt sich um die Idee des Briten Thomas Thwaites, die Sache aus dem Anhalter von Douglas Adams nachzuspielen: Kann man heutzutage selber einen Toaster bauen? Etwas so Einfaches wie einen Toaster, den man bereits ab 5 Euro (Wert aus dem Artikel, das gibt es bei Amazon sogar schon für 2,58 Euro) kaufen kann.

Und Thwaites meinte wirkliches Selbermachen. Nicht in den Baumarkt (oder Conrad, Voelkner, etc) rennen und sich die Teile zusammen kaufen, sondern wirklich Selbermachen. Also vom Erzabbau an. Es gab natürlich Probleme über Probleme. Eisenerzabbau in Großbritannien gibt es zum Beispiel nicht mehr. Eisenverhüttung zu Hause ist ziemlich schwieriger... Kunststoffherstellung noch viel mehr, vor allem, wenn man das wie üblich aus Mineralöl herstellen will. Als extrem problematisch entpuppte sich zum Beispiel die Produktion einer Metallfeder.

Am Ende, das heißt nach 9 Monaten und unglaublichen Kosten, funktionierte der Toaster sogar. Allerdings ...  Ach lest selber ...

Hier im Original mit vielen Videos:
http://www.thetoasterproject.org/

Oder auf Deutsch, gut zusammengefasst von der Sueddeutschen:
Sueddeutsche.de: Der Selfmade-Toaster

Kommentare :

  1. Großartige Geschichte!

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  2. Fand ich auch. Und daher, auch wenn 2 Jahre alt, nochmal empfohlen ...

    Das könnte man auch - wie die "Letzten Ihrer Art" - mal von der BBC verfilmen lassen ...

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  3. Hallo allerseits,

    auch wenn ich jetzt als Miesmacher dastehe: Der Artikel ist Schrott. Wo sollen wir beginnen? Er will aus Eisenerz Eisen gewinnen, und was verwendet er? Eine umgebaute Mikrowelle! Stecker und Kabel? Aus dem Baumarkt. Alternativer Kunststoff? Warum nicht einfach Stoff nehmen, aus Wolle von Schafen. Damit kann man Leitungen prima umwickeln und isolieren. Woher er die Heizleiter hat, wird auch nicht beschrieben. Zuguterletzt: Warum verwendet er kein Holz?

    Gruß,

    Hardy

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  4. Ich hatte davon noch nichts gehört, großartige Story! :)

    @Hardy
    Naja, er wollte ja so nah wie üblich an den echten Toaster ran und keine Steinzeitmethoden nachbilden. Sonst hätte er einfach ein Weißbrot über einem Feuer rösten können ;)

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  5. @Ariane, alle:

    Eben das frage ich mich - was wollte er zeigen? Er verwendet ein Buch aus dem 15. Jahrhundert, ein Patent aus 2005, Mikrowellen die man seit Jahrzehnten kennt, Teile aus dem Baumarkt...nein, das passt doch einfach nicht zusammen! Er könnte doch sagen: Mit den Dingen, die ich im Haus habe baue ich etwas. Oder mit nachwachsenden Dingen. Oder nur mit Dingen, die ich im Müll finde. oder oder oder. Aber nicht eine solche Gemengelage - für mich einfach unverständlich. Vor allem: Daraus hätte man doch sehr viel mehr machen können!

    Grüße,

    Hardy

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  6. Und was ist die Moral von der Geschicht? Weiss ich nicht, interessiert mich auch nicht.

    Etwas ernsthafter: Ich fand es einfach nur cool/interessant, dass er versucht hat, mal so ein Simpel-Teil (könnte man meinen, wenn man sich der Preis anschaut) nachzubauen und damit hoffnungslos gescheitert ist.

    Jeder 5 Euro Mist besteht heute aus Hundert oder mehr Teilen und alles davon ist um die halbe Welt gefahren, u.U. sogar mehrfach. Und mehrere Hundert Menschen waren daran beteiligt.

    Wer mal etwas über die Überprüfung eines Produkts unter Social Responsibility oder CO2-Aspekten gelesen hat, weiss dass das ein fast aussichtsloses Unterfangen ist. Warum steht oben.

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  7. Ein bisschen spät, aber doch:

    Ich stelle mir diese Frage stets, wenn meine Kinder zu allen möglichen Anlässen Billig-Krempel-Spielzeug von mehr oder weniger entferten Verwandten geschenkt bekommen.

    Auf der einen Seite zum Teil spottbillig (und wohl ebenso unsinnig) und andererseits ein Produkt von vergleichsweise hoher Komplexität und Resultat unglaublicher Arbeitsteilung.

    Und welch ein Aufwand steckt erst dahinter, es den Tanten auszureden ...

    lg - urriegel

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  8. Also das Interessante daran finde ich wirklich, daß er eine Mikrowelle braucht, um Eisen herzustellen.

    Daß es nicht einfach ist, selber industriell hergestellte Produkte nachzubauen ist klar, aber Eisen?!?

    Laut Wikipedia beginnt die Eisenzeit um 1200 v. Chr. (es wird regional unterschieden, bei den Hethitern soll die Verhüttung von Eisen schon im 17. Jhd. v.Chr. belegt sein) und wir schaffen das heutzutage nicht mehr, ohne Produkte aus dem Industriezeitalter zu verwenden?

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