Schrottstudie des Jahres: Mindestlohn beschert Staatskasse Milliarden

Ein Mindestlohn von 8,50 Euro würde der Staatskasse Mehreinnahmen von etwa 7 Mrd. Euro bringen. Das sagt eine Studie, die die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gegeben hat.

OK, ein positives Ergebnis war bei dem Auftraggeber zu erwarten, allerdings nicht unbedingt, wie billig die zum gewünschten Ergebnis kommen: Die ignorieren einfach den Effekt, dass steigende Löhne zu sinkender Nachfrage führen. Sei es durch wirklich weniger nachgefragter Leistung, sei es durch Abdrängung regulären Jobs in die Schwarzarbeit.

Doch genau da liegt der Knackpunkt! Sollten nur 5% der Jobs abgebaut werden, wäre ein Mindestlohn positiv für die Volkswirtschaft. Wenn jedoch 25% der Jobs wegfallen, wäre er definitiv negativ. Diese entscheidende Frage einfach auszuklammern, hat schon was ...

Meine Güte, ist die wirtschaftspolitische Argumentation primitiv geworden ...

Neue Studie: Mindestlohn beschert Staatskasse Milliarden - Arbeitsmarkt und Hartz IV - Wirtschaft - FAZ.NET

Update (02.05.11):

@aloa5 teilt meine Meinung über die Qualität der Studie: Schrott. Und zwar mit der schlimmste, der in den letzten Jahren in diesem Bereich "auf den Markt" gekommen ist. Ich betone nochmal, dass ich NICHT den Mindestlohn kritisiere (auch wenn ich weiterhin eher ein Kombilohn-Modell bevorzuge). Und ich betone auch nochmal, dass ich nicht sage, dass 8,50€ zu viel oder zu wenig sind. Ich sage nur, dass man mit solch primitiven Herleitungen wie in der Studie KEINE Aussage treffen kann.

Einen sehr guten Überblick über weitere Studien hat der gute aloa5 zusammengestellt. Darunter auch ein paar, die deutlich besser sind. (Dabei allerdings auch einige, die bei zu hohem Mindestlohn die angeblich nicht vorhandenen negativen Beschäftigungseffekte eben doch feststellen). Übrigens auch sonst lesenswert.

Randnotiz: schlecht, schlechter, Mindestlohn-Studie (mit Update) « libri logicorum – Wirtschaft und Politik…. logisch

Kommentare :

  1. Ich seh schon, dass die ganzen High Potentials und Leistungsträger der Gesellschaft künftig

    - im Dreck arbeiten, weil sich die Reinigung von Büros und öffentlichen Plätzen sowie die Müllabfuhr wegen des Mindestlohns nicht mehr tragen
    - ihre Post mit dem SL65 AMG selbst abholen fahren, weil sie die Postzustellung wegen des Mindestlohns nicht mehr lohnt
    - bei Autodefekten in der U-Bahn zusammengeschlagen werden, weil sowohl der Taxibetrieb als auch das private Wachgewerbe wegen des Mindestlohns eingestellt wurden

    Irgendwer muss dafür sorgen, dass die unter dem Mindestlohn arbeitenden nicht krepieren. In der Regel sollen das aber nicht die sein, die die Leistung der Menschen in Anspruch nehmen. Das soll bitte die Allgemeinheit alias Staat tun, an deren Finanzierung man sich aber dank diverser Tricks nicht beteiligt.

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  2. Du dringst zum Kern des Problems durch. Wir brauchen eigentlich Billigarbeit, aber gleichzeitig auch einen Ausgleich, damit die Leute davon leben können.

    Ich bin generell der Meinung, dass der Ausgleich über ein progressives Steuersystem fairer ist als das einfach gleichgewichtet über alle Nachfrager zu verteilen. Sprich eher Zuschüsse wie Hartz IV oder Kombilohn oder oder oder als einfach 8,50 für alle. Die dann auch alle über höhere Preise zahlen müssen, eben auch die bisherigen Nicht-ganz-so-niedrig-Verdiener, die dann bei jedem Einkauf mehr bezahlen.

    Habe mir schonmal (viele ziemlich wirre) Gedanken dazu gemacht: Hartz IV-Kombilohn-BGE.

    Ein Patentrezept gibt es IMHO sowieso nicht.

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  3. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Job weg fällt, steigt mit der in der Studie zugrunde gelegten Mehreinnahmen.

    Wenn jemand 1 Euro pro Stunde verdient, und das jetzt auf fünf Euro Mindestlohn steigen soll, so rechnet die Studie mit Extrasteuereinnahmen für vier Euro. Tatsächlich fällt dieser Job vermutlich ganz weg. Anders bei einem Job mit 4,5 Euro Stundenlohn, der auf 5 Euro steigt. Der bleibt vielleicht, anber viel Steuermehreinnahmen bringt das nicht.

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  4. @lostgen:

    Klar! Das hätte ich vielleicht nochmal in den Artikel schreiben sollen. Steigende Preise = sinkende Nachfrage. Diesen Aspekt lässt die Studie komplett unter den Tisch fallen. Den grundlegenden Aspekt der *Markt*wirtschaft.

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  5. Du folgst blind der neoklassischen Theorie. Man muss nur die Preise senken und dann kommt der Aufschwung von allein. Wenn jedoch die Nachfrage schwächelt, weil die Leute einfach kein Geld in der Tasche haben, bringen die niedrigen Preise auch nichts. Mir ist dabei schon klar, dass Keynes auch nicht die Lösung für alle Probleme parat hat. Aber, dass bestimmte Berufsgruppen für teilweise nur 5 Euro/Stunde arbeite verbessert nicht deren Chance auf mehr Einnahmen, und genau das ist doch eigentlich das offizielle Ziel. Wir senken die Preise, dann hat jeder mehr davon.

    Letztendlich jedoch ist das nur zum Wohl derer, die bereits heute nicht mehr wissen, wohin mit ihrem Geld. Eine Flankierung dieser niedrigen Löhne durch Zusatzleistungen des Staates sorgt nur dafür, dass die Löhne auf Kosten der Allgemeinheit noch weiter gesenkt werden können. Und das zahlen letztendlich wir alle. Wer Mitarbeiter einstellt, soll sie auch selbst bezahlen. Den Profit streicht er doch auch ausschließlich selbst ein. Und dass sich aus der Einführung von Mindestlöhnen eine höhere Arbeitslosigkeit ergibt, halte ich angesichts der Erfahrungen, die andere Länder damit gemacht haben eher für Propaganda der Arbeitgeberseite.

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  6. @Ralf:

    Ich habe nix von Preise/Löhne senken geschrieben. Aber wer behauptet, dass steigende Preise keinen Einfluss auf die Nachfrage haben, hat noch nie beim Friseur, beim Handwerker, beim Friseur gedacht, dass das teuer war (und das denken quasi alle irgendwann einmal).

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  7. "Meine Güte, ist die wirtschaftspolitische Argumentation primitiv geworden"

    Politik heutzutage ist primitiv. In Zusammenhängen denken gefährdet die Parteikarriere.

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  8. Warum ist die Leistung eines "High Potential" 500K im Jahr wert, aber das Müllwegbringen nur 4 Euro / Stunde?

    Dies liegt eh oft nur daran, das die Bezahlung dieses Chefs auf die Mitarbeiter heruntergebrochen wird (Allgemeinkostensatz), so das es eine weiter Lohnkürzung (unten) geben muß, damit die Arbeitskosten z.B. nicht über 20 Euro steigen (4 Bezahlung und 16 anteilige Verwaltungskosten).

    Ich kenne solche Kalkulationen von Firmen - da wird ein Arbeiter intern mit 80 Euro/Stunde kalkuliert (Real kriegt er immerhin Tarif).

    Das ganze Geld fliegt immer schneller an die Spitze der Pyramide (Gini-Koeffizient), deswegen ist für die unteren Lohngruppen nichts mehr da. Staatliche Alimentierung würde da noch mehr Schaden - dann gibt es bald staatliche Sklaven, die den jeweiligen Arbeitgebern für eine symbolische Gebühr zugeteilt werden (1 Euro Job) und vom Staat bezahlt werden. Wenn diese sich dann vom Steuerzahlen drücken - umso schlimmer. Wenn sie Steuern zahlen - könnten sie stattdessen auch einen vernünftigen Lohn zahlen (Lohn läßt sich von der Steuer absetzen...).

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  9. Dass viele Jobs durch Mindestlohn wegfallen ist empirisch eindeutig widerlegt:
    http://www.boeckler.de/32014_111853.html

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  10. @ Egghat

    Stimmt, du hast nicht davon gesprochen die Löhne zu senken. Aber das ist genau das, was in den vergangenen Jahren immer wieder gemacht wurde, weil es keine Mindestlöhne gibt. Bei einem Mindestlohn geht es in erster Linie nur darum, eine Grenze nach unten zu ziehen. Sie haben keinen Einfluss auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Weder schaffen Mindestlöhne Jobs, noch vernichten sie welche. Sie sind einfach nur ein Mittel eine etwas gerechtere Verteilung des volkswirtschaftlichen Kuchens sicher zu stellen.

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  11. Sorry, da platzt mir der Kragen.

    Bis Mitte der 80er Jahre beschränkt sich meine Erfahrung auf Schülerjobs. Schulkameraden bekamen für das Austragen von Zeitungen und Werbeblättchen 10 bis 12 DM pro Stunde. Ich selbst habe in der Zeit jemanden den Garten gepflegt für 12.

    Bis Mitte der 90er war ich dann immer wieder damit beschäftigt, ungelernte Arbeiter für Lager und Produktion einzustellen (kein Betriebsrat, keine Tarifbindung, nichts dergleichen). Die haben im schlimmsten Fall 14 DM bekommen, falls sie weder deutsch noch sonst irgendeine Erfahrung oder Ausbildung hatten. Ansonsten mehr.

    Niemand, nicht ich, keiner aus der Firma, kein Wettbewerber hat auch nur den Versuch gemacht, jemanden für 12 oder weniger zu bekommen. Das war sowieso wenig genug.

    Ich kann mich nicht erinnern, dass die Werbezettelchen damals unausgetragen blieben oder LKW unabgeladen herumgestanden.

    Wenn also ewige Zeiten später darüber gegackert wird, dass mit Löhnen über 5 Euro alles zusammenbricht, dann ist etwas gewaltig schiefgelaufen. Oder besser gesagt: gewaltig in die falsche Richtung gesteuert worden.

    Dass Leute für eine normale Firma arbeiten, die Gewinn macht, aber so wenig verdienen, dass sie zusätzlich Stütze brauchen, diese Idee ist genau eines: pervers.

    Erstaunlicherweise sind die Löhne dort am niedrigsten, wo kein "globaler" Wettbewerb besteht. Oder hat schon jemand seine Fenster zum Putzen nach Manila transportiert?

    Natürlich finden sich Expertentrottel, die den Untergang der Welt prophezeien, wenn die Leute halbwegs anständig bezahlt werden.

    Dass uns die durch "Lohnzurückhaltung" gewonnene Exportstärke nebenbei auf die Füsse fällt muss man allerdings nicht prophezeien, das kann man live anschauen.

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  12. Ich habe gerade mal versucht mir vorzustellen, inwieweit die Nachfrage wirklich sinken würde.

    Als erstes geht es ja eigentlich darum, die Mitarbeiter an dem Profit der Unternehmen teilhaben zu lassen, d.h. mehr Lohnabgaben, bei gleichbleibenden Preisen.

    Klar, ist sicher eine Traumvorstellung - viele der hier schon angesprochenen Unternehmensgattungen könnten ihre Leistungen wahrscheinlich gar nicht anbieten, ohne die Preise anzuheben.

    Aber ändert das die wirklich Nachfrage? Fahr ich weniger ÖPNV, weil die Fahrkarte teurer wird, weil der Sicherheitsdienst mehr kostet? Verschicke ich keine Briefe mehr, weil diese teurer geworden sind? Ich denke nicht.

    Auf manche Dinge ist man einfach angewiesen und muss die Inflation schlucken. Auf andere Dinge, wie Autowäsche und Friseur kann man logischerweise gerne öfter verzichten.

    Ich finde, es ist schwierig das alles im Endresultat einzuschätzen. Daher: das ganze wäre mal ein Experiment wert. Also ich würde es mal darauf ankommen lassen, um zu sehen wie es sich bei wem auswirkt.

    Wie z.B. sehen das Studenten, die BaföG bekommen und gar nicht so viel arbeiten dürfen (also von der Lohnsteigerung nichts haben) aber die höheren Preise tragen müssen?

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  13. Lieber Egghat,

    beziehe bitte in Deine Aussage die Verhältnisse und Erfahrungen der umliegenden Länder in Deine Betrachtung (mir fehlt einfach die Zeit für eine ausführliche Replik).

    Wenn Dich das nicht überzeugt: Wir fangen an:
    1. Jahr 8,50 Euro/Stunde
    2. Jahr 9,00 Euro/Stunde
    3. Jahr 9,50 "/"
    4. Jahr 10,00 "/"

    Wenn sich die jährlichen deutschen Überschüße gegenüber Rest-Euro-Land verringern, dann klasse!

    Ich könnte noch viel mehr schreiben... Jedoch muß ich gleich für eine morgige Zweijahresfeier Tortillas machen (meine Ersten!!!).

    Nachosterliche Grüße
    Bernhard

    PS: 10-Euro-Mindestlohn pro Stunde, lohnsteuerfrei - ein Mitmach- und Aktionsblog.

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  14. Wie weit bist Du aus dem wirklichen Leben schon weggetreten?
    Mal Mitten aus dem Leben:
    1981 habe ich meinen kurzfristigen Mitarbeitern ( schwarz) 15 DM in der Stunde gezahlt. Sonst hätte ich keine qualifizierten bekommen.
    Heute wird ein Harz 4 Empfänger gezwungen bei ( wie heissen die Salatsemmel?) für 4,5€ zu arbeiten, und wenn sie sich weigern wird ihnen das Harzgeld gekürzt oder gestrichen.
    Das bedeutet, dass die Salatsemmel subventioniert werden. Der Preis bleibt der selbe, ob ich einen Mindestlohn zahle oder nicht, nur die Gewinne werden verringert.
    In der Lebensmittelindustrie werden Löhne unter 3,5 € gezahlt für Knochenarbeit, da kommt dann Dein billiges Schnitzel her.
    Naja, die Lebenshaltungskosten dieser "Mitarbeiter" halten sich in Grenzen, sie leben in Containern.
    Aber egal, der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten.....

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  15. @Tubl:

    Nicht einmal der neoklassischste Argumentierer wird behaupten, dass ein zu niedriger Mindestlohn Arbeitsplätze vernichtet. 7.50$ in den USA vernichten natürlich keine Arbeitsplätze. Das sind gerade mal 5 Euro pro Stunde. Und wenn ich dann noch berücksichtige, was bei einem Mindestlohn in Deutschland a) über die Sozialabgaben des Arbeitgebers auf den Lohn draufkommt und b) über Sozialabgaben an Leistungen im Lohn drinsteckt (Krankenkasse!, die der Ami zum großen Teil von den 7,50 selber zahlen muss), geht der Mindestlohn gegen 4 Euro.

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  16. @Ralf:

    Ich muss weg, aber noch eine kurze Antwort: Wenn man heute 5 Euro bekommt und über Hartz IV aufstockt, kommt die Aufstockung über Steuergelder. Steuereinnahmen sind tendenziell progressiv, sprich Besserverdienende zahlen prozentual mehr als Schlechtverdiener. Wieso soll diese Umverteilung unsozialer und ungerechter sein, als die höheren Lohnkosten *gleichmäßig* über alle Nachfrager zu verteilen?

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  17. @Rob (und ein paar andere):

    Natürlich gibt es Expertentrottel, die behaupten, dass bei 7,50 € die Stunde die Welt untergeht. Das ist (wahrscheinlich) falsch.

    Das ist aber ein sehr schlechtes Argument gegen das Argument, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften *völlig* unabhängig von den Löhnen ist, wie es in der verlinkten Studie steht.

    Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen!

    (Übrigens bezweifeln nicht einmal (ernstzunehmende) Volkswirte die Tatsache, dass steigende Mindestlöhne in den betroffenen Branchen Arbeitsplätze vernichten. Auf einen (möglichen) neutralen Effekt kommt man erst, wenn man berücksichtigt, dass durch die erhöhten Einnahmen manche Leute mehr Geld in der Tasche haben und mehr nachfragen können. Und durch die Tatsache, dass mehr Geld in den Sozialkassen ist, dass dann eine Beitragssenkung für alle ermöglicht. All das sind aber Multiplikatoreffekte, die extrem schwierig zu berechnen sind. Nur: Diese selten dämliche Studie kommt ja nicht einmal dazu, sich über diese Effekte Gedanken zu machen. Weil sie den simplen, direkten Effekt ja schon ignoriert ... Kurz: Die Studie ist dämlich.

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  18. @ egghat:
    Die Studie mag "dämlich" sein, Deine Auseinandersetzung ist jedoch mindestens ebenso dämlich.
    Wieso "brauchen" wir Billigarbeit? Ich brauche sie nicht. Was ist das überhaupt?
    Und wieso sollen Steuern dazu verwendet werden, Löhne auf ein existenzsicherndes Niveau heben?
    "Steigende Löhne führen zu sinkender Nachfrage"??? Hast Du den falschen Rotwein erwischt? Eine saftige Erhöhung von Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer u.ä. mag ja durchaus eine sinnvolle Alternative sein, aber wie wahrscheinlich ist das denn?
    Ach, wie auch immer, wenn man andere der Dämlichkeit bezichtigt, sollte man schon mit ein paar substanziellen Argumenten um die Ecke kommen.

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  19. Diesen Beitrag hätte ich ja beinahe verpasst. Ich bin völlig einer Meinung mit @egghat. Es gibt Beiträge zum Mindestlohn die sind an Primitivität und Nichtwissen kaum zu überbieten. Es gibt praktisch keine empirische Studie die eine direkte Auswirkung eines Mindestlohns auf die Beschäftigung zeigt. Selbst der OECD Employment Outlook (2006) sagt: "The level of the minimum wage has no significant direct impact on unemployment;" In dem Sinne stimme ich mit @egghat überein: wer keine Ahnung hat sollte einfach mal die Klappe halten.

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  20. @Alex:

    Die Bewertung des Mindestlohns bzw. der Höhe des Mindestlohns ist extrem komplex. Es ist daher NICHT zwangsläufig, dass wenn ich sage, dass eine Studie primitiv ist, weil sie die erste direkte Auswirkung schon ignoriert, ich auch gleich eine bessere Studie nachliefern muss. Oder gleich ein gazes Sozialsystem.

    Im Übrigen zeigen einige Kommentare hier, dass die Diskussion immer noch ziemlich rudimentär ist und selbst an dem Zusammenhang, dass steigende Löhne zu sinkender Nachfrage (nach der Arbeit zu diesen Löhnen!) führt, nicht Konsens ist.

    Eine Diskussion über Mindestlohn/Kombilohn/BGE ist auf der Basis ziemlich unmöglich ...

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  21. > steigende Löhne zu sinkender Nachfrage (nach der Arbeit zu diesen Löhnen!) führt

    Sorry egghat das ist viel zu pauschalisierend.

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  22. Nein, das ist nicht zu pauschalisierend. *Erstmal* sinkt die Nachfrage. Dass dann der Rest (der mehr Geld bekommt), dann mehr Geld ausgeben kann und damit neue Arbeitsplätze schafft, ist der Zweitrundeneffekt.

    Ob das über die heute vorhanden Arbeitsplätze 2,5 oder 20% ausmacht, weiss ich nicht. Und am Ende niemand. Vernünftige Studien versuchen das durchzurechnen. Wie viel der Jobs werden, egal ob die Stunden 5 oder 10 Euro kostet nachgefragt? Aber hier wird es schon kritisch, denn nicht einmal eine richtige Auflistung der Arbeitsplätze und der Jobs gibt es.

    Meine pauschale Urlaubsbeobachtung aus Skandinavien zeigt mit (zahlenmäßig unbelegt), dass das Angebot an Restaurants in Skandinavien nicht nur geringer, sondern auch teurer ist. Das liegt natürlich vor allem an den Löhnen. Allerdings hat Skandinavien durchaus eine geringe Arbeitslosigkeit. Warum das so ist, wäre schon interessant zu wissen. Kann man das übernehmen? Wie hoch ist die Schwarzarbeit in Skandinavien? Etc. pp.

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  23. Was ich nie verstehe:
    Wenn sich eine Stelle nur rechnet, wenn der Staat aufstockt, dann kann diese Stelle ja nicht so wichtig sein.
    Klar hätte ich jemand der den ganzen Tag neben mir her läuft und meine Sachen trägt, und für 1€ die Stunde, klar, warum nicht. Und hey, da ich genug verdiene, noch 10 weiter "Sklaven".

    Und gesellschaftlich gesehen, da ich nie andere Leute so ausnutzen würde, werfe ich zum Teil ja den Leuten Geld hin, die mehr gewinne machen, weil sie andere so ausnutzen. Also ein Anreiz sich gegenseitig im Ausbeuten zu unterbieten. Schöne Richtung...

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  24. @egghat:

    Ja, so wie heute der Deutsche im Urlaub in Skandinavien, so fühlten sich vor 25 Jahren Ausländer in Deutschland: puh, alles sehr teuer, wenn man aus einem Billiglohnland kommt, aber offenbar ein einigermaßen funktionierendes Gemeinwesen...

    Wir reden doch hauptsächlich von Dienstleistungen. Also, welche Nachfrage sinkt? Fenster werden nicht mehr geputzt? Briefe werden nicht mehr ausgetragen, es wird nicht mehr telefoniert, Pakete bleiben beim Absender, Haare werden nicht geschnitten?

    Bei allen diesen Angeboten stellt sich doch nur die Frage, ob der nach wie vor mit ordentlichen Preisen erzielte Umsatz mehr den Anteilseignern oder eher den Beschäftigten zufließt. Ich sage Anteilseigner (statt Unternehmer), weil inzwischen selbst simple Tätigkeiten wie Büroputzen oder Müllabfuhr längst konzerntechnisch organisiert sind, mit mehrfach nachgelagerter Subunternehmerei.

    Der Nachfrager zahlt viel mehr als vor 20 Jahren, nur die Erlöse werden anders verteilt.

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  25. Fenster werden seltener geputzt. Fenster werden durch Roboter geputzt. Fenster werden selber geputzt.

    Möbel werden selber montiert (IKEA). Häuser selber gepinselt.

    Es geht doch gar nicht vorrangig darum, dass hier der Nachfrager die "fiese" Arbeit durch andere erledigen lässt (was in Deutschland ja perse ein Makel zu sein scheint und der Arbeiter dann als "Sklave" bezeichnet wird). Es geht darum, dass damit jemand sein Geld verdient!

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  26. ich hab jetzt nicht alles im Kommentarstrang durchgelesen ;-)

    kann ich nur bestätigen, dass ich zu Schülerzeiten schon 15 DM verdient habe und heute wird nicht viel mehr verdient.

    Aber, was vergessen wird zu erwähnen, was seitdem passiert ist: wir haben millionenfachen Zustrom von ungelernten Kräften, aus Osteuropa und Südostland, gleichzeitig Wegfall Millionen von Arbeitsplätzen mit einfacher Tätigkeit wie Staubsauger zusammenlöten, Taschenlampen zusammensetzen, Kartons stapeln etc.. Das alles drückt gewaltig die Löhne. Gleichzeitig sind die Steuern und versteckten Abgaben stark in die Höhe gegangen, trotzdem konnte der Mittelstandsbürger so einigermaßen seinen Lebensstandard halten. Wie gelang dieses Wunder? Einfache Dienstleistungen wurden billiger, die billigst aus China importierten Konsumwelten haben die direkten und indirekten Steuererhöhungen ausgeglichen.

    Wenn man Mindestlöhne von 7,50 und mehr bezahlt, wird der Mittelstand sich schnell umsehen wie teuer alles auf einmal wird.

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  27. Eine Interessante Diskussion.
    Ich frage mich:
    - Warum können Länder mit höheren Steuern und Löhnen eigentlich überhaupt überleben oder stimmt etwas mit der Logik hohe Löhne = schlechtes Leben etwas nicht?
    - Wie spielen die Sparquoten (wer kann mit welchem Einkommen wieviel sparen) in das Thema?
    - Wie progressiv ist unser Steuersystem und bis zu welchem Einkommen in der Realität?

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  28. @anonym:

    Zu einer Frage kann ich was schreiben:

    Das Steuer- und Sozialsystem ist nicht progressiv (genug). Zwar steigt die Steuerbelastung an, aber die Steuersparmöglichkeiten auch. Daher steigen die Belastungen bei hohen Einkommen nur noch leicht.

    Dass die Durchschnittslast bei hohen Einkommen sogar sinkt, liegt an der Obergrenze der gesetzlichen Krankenkasse (man zahlt nur für max. 4.000 Euro Beiträge, alles darüber ist beitragsfrei). Viele Spitzenverdiener hingegen sind überhaupt nicht mehr in der gesetzlichen KV, in der Arbeitslosenversicherung oder der Rentenkasse. In Deutschland liegt das Maximum an Abgaben irgendwo bei 50 Tsd Euro im Jahr. Darüber sinkt die prozentuale (nicht absolute) Belastung wieder. Ich habe das mal verbloggt, es waren Berechnungen der OECD, ich kann das aber zum Teufel nicht wiederfinden ...

    Um die ganze Sache NOCH komplizierter zu machen: Die Mittelschicht (sagen wir mal 50.000 Bruttojahreseinkommen, 2 Kinder), die immer so stark stöhnt, ist am Ende vielleicht gar nicht soooo stark belastet, wenn man die Staatsausgaben dagegenrechnet. Denn davon wird ja z.B. die Bildung bezahlt, Theater, Sportanlagen, etc. pp. Alles Angebote, auf das vor allem Familien zurückgreifen (und vor allem auch Familien, die NICHT unter Hartz IV ächzen). Wenn man das so betrachtet, ändert das die ganze Chose nochmal völlig.

    mehr dazu hier

    Tja, du siehst: Einfacher Antworten gibt es nicht. Und zur Frage 1: Schweden hat hohe Löhne, hohe Steuern und trotzdem Exportüberschüsse (wie Deutschland). Das geht durchaus ... Vielleicht ist Schweden aber auch wegen des Rohstoffreichtums mit Deutschland nicht vergleichbar, vielleicht aber doch. Ebenfalls eine schwierige Frage ...

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  29. Aus der Realität:

    Auf Sand gebaut - Die Schattenseiten des Aufschwungs | Zeitfragen | Deutschlandradio Kultur
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1448136/

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  30. @egghat:

    "Kurz: Die Studie ist dämlich."

    Ich nehme an, Du hast die Studie im Volltext vorliegen und hast die auch durchgeackert, um zu diesem Schluss zu kommen?

    @alle:

    zwei Dinge möchte ich hier noch ins Feld führen, die häufig vergessen werden. Zum einen wäre ein Mindestlohn eine (untere) Grenze, von der jeder Arbeitgeber (nach oben hin!) wegbleiben will, so er denn Arbeitnehmer finden möchte. Sprich: Bei Einführung eines Mindestlohns steigt auch das allgemeine Lohnniveau. Zweitens kommt der psychologische Effekt hinzu: Wie man bei "Geiz ist geil!" feststellen konnte, kann man Nachfrager in eine bestimmte Richtung erziehen. Wenn Arbeitgeber immer geringere Löhne zahlen konnten, gewöhnen sie sich dran. Das führte im Übrigen dazu, dass Deutschland einer der größten Exporteure hervorragend Ausgebildeter wurde. Jetzt fehlen diese Leute an allen Ecken und Enden, und das Geschrei ist groß. Wie andere bereits schrieben: Fair bezahlen schafft faire Gesellschaft. Oder wie der alte Bosch sagte: Ich zahle meine Leute nicht so gut, weil ich so viel Geld habe; sondern ich habe soviel Geld weil ich meine Leute so gut bezahle. Zuguterletzt: Warum machen wir es nicht einfach, und gucken uns das ganze ein paar Jahre an? Nein, bei uns wird alles vorher komplett zerredet. Jeder weiß es vorher besser.

    Gruß,

    Hardy

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  31. @Hardy:

    Du meinst ernsthaft, ich lese eine Studie, die direkt den ersten Effekt in der Folge wegignoriert und damit überhaupt nicht zu dem Punkt kommt, an dem es spannend wird, nämlich den Multiplikatoreffekten? Also das, was in der Theorie dazu führt, dass Staatsausgaben MEHR als den 1 Euro bewegen, den der Staat ausgibt. Oder dazu, dass Steuersenkungen über erhöhte Ausgaben der Firmen/Privaten zu höheren Steuereinnahmen führen sollen. *Da* wird es spannend und da entscheidet sich, ob ein Mindestlohn funktioniert oder ein Schuss in den Ofen wird. Aber die Studie geht nicht so weit, also ist sie nutzlos. Ja, auch wenn sie zu dem Ergebnis führt, das man gerne hätte ...

    Ausprobieren? Wie lange? Wie hoch? Und wie stellt man fest, ob es funktioniert (ich bin mir sicher, dass am Ende genau die sagen, dass es funktioniert hat, diejenigen sind, die es auch vorher schon gesagt haben und umgekehrt)? Und was, wenn es denn nicht funktioniert? Einfach wieder abschaffen? Harhar, viel Spaß dabei. Das ist politischer Selbstmord, das macht niemand ... Kurz: Einfach mal testen, ist völlig unpraktikabel. Ist schon irgendwo auf der Welt mal ein Mindestlohn gesenkt worden (ich wüsste nicht, das passiert höchstens passiv über Inflation und Nichtanpassung)?

    Die Auswanderthese ist nicht ganz unplausibel, allerdings: Wohin sind die Leute denn ausgewandert? Österreich, Schweiz und die klassischen angloamerikanischen Länder. Ergo: Eher Steueroasen, eher neoliberale Wirtschaftssysteme mit Privatkrankenversicherungen, Kopfprämien und Hire-und-Fire-Arbeitsmärkten als soziale Paradiese mit Mindestlohnglücklichen. Das Argument kann man auch "neoliberal" interpretieren ...

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  32. Hallo egghat,

    Nichts für ungut, aber wer eine Studie, die ein renommiertes Institut verfasst hat ohne sie auch nur gelesen zu haben in Bausch und Bogen als "dämlich", "Schrottstudie des Jahres" oder "nutzlos" bezeichnet, der muss sich doch auch nach seinem Selbstverständnis fragen lassen. Und das tue ich hiermit. Glaubst Du ernsthaft, das wurde dort nicht berücksichtigt? Denkst Du, die wollen ihren Ruf aufs Spiel setzen durch sowas? Ich denke: nein.

    Die mir bekannten Akademiker sind samt und sonders in die Schweiz gegangen. Hauptgrund: Geld. Bei gleichem (oder mehr) sozialem Frieden. Die Schweiz jedoch als "neoliberal" oder mit hire&fire zu bezeichnen - ich weiß nicht.

    Irgendwoher müssen fast 30 Jahre ohne Reallohngewinn ja kommen. Und da steht Deutschland allein auf sehr weiter Flur.

    Gruß,

    Hardy

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  33. Hast du den Artikel gelesen?!? Da steht doch ganz klar drin, dass die den Beschäftigungseffekt NICHT berücksichtigt haben und wenn du nicht glaubst, dass die FTD das richtig aus der Pressemitteilung zusammenschreiben kann, kuck bei der FES nach. Da steht aber das Gleiche, kann ich dir versichern.

    ?!?

    Ich könnte über diese Studie noch mehr ranten, denn die haben tatsächlich noch Zweitrundeneffekte reingerechnet durch die erhöhten Einkommen (--> mehr Konsum --> mehr Arbeitsplätze --> noch mehr Steuereinnnahmen). Dass die erhöhten Löhne auch jemand bezahlen muss und der dann weniger konsumiert, ist scheinbar ebenfalls ein Einfluss, den man weglassen kann ...

    Lies dir mal die Studie von Verdi durch, die in dem libri logicorum Artikel verlinkt wird. Die war (wenn ich mich richtig entsinne) wesentlich besser. Auch darüber kann man man diskutieren, nur lohnt sich das.

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  34. @Hardy;

    Die Schweiz hat vergleichsweise niedrige Steuersätze, eine Basisrente (ist also zum großen Teil aus der gemeinschaftlichen Altersvorsorge ausgestiegen) und eine Kopfpauschale in der Gesundheitsvorsorge.

    Dass ein Akademiker mit guten Einkommen *das* gut findet, kann ich nachvollziehen ... Aber ein Hartz IVler? Die Schweiz ist aber eh kein Land, über das man diskutieren sollte. Die leben von ihrer Steueroasenfunktion, die man aber in Deutschland nicht kopieren kann. (Der Anteil am BIP bzw. der Beschäftigung ist etwa doppelt so hoch wie hierzulande). Vergleichen müssen wir uns eher mit Dänemark oder Frankreich oder den Niederlanden. Das sind Länder, die in der Struktur ähnlicher sind ...

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  35. Hallo nochmal,

    "Dass die erhöhten Löhne auch jemand bezahlen muss und der dann weniger konsumiert, ist scheinbar ebenfalls ein Einfluss, den man weglassen kann ..."

    Wenn wir annehmen - was wir wohl tun können - dass AG eher dem vermögenden, Mindestlohnbezieher eher dem (monetär) unvermögenden Lager zuzuordnen sind, dann ist doch klar: Der Grenzkonsum des AG ist Null, der des Mindestlohnbeziehers ist Eins. Sprich: Jeder Euro, den der AN mehr bekommt, wird zu 100% verkonsumiert; jeder Euro den der AG mehr hat wandert aufs Bankkonto. Von dieser Warte her sind höhere Löhne im unteren Bereich stets aggregiert konsumfördernd. Zudem glaube ich nicht, dass Büros seltener gereinigt, Haare seltener geschnitten oder Gebäude weniger bewacht werden, wenn man den Leuten 8€ statt 5€/h bezahlt. Dass der Staat dann auch noch aufstocken muss, da das zum Leben nicht reicht - geschenkt. Dass, und damit nochmal zurück zum Psychologischen, ein Lohn auch eine Wertschätzung ausdrückt, sei hier nur am Rande erwähnt. Dies nämlich wird allzuoft vergessen: Man bekommt, was man bezahlt. Immer.

    Gruß,

    Hardy

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  36. http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/mit-sicherheit-arm/

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  37. Ökonomisch betrachtet ist dieser Blogpost genauso undifferenziert und vereinfachend wie die Studie. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: sämtliche Aussagen zu wegfallenden oder eben nicht wegfallenden Jobs sind Spekulationen, es ist empirisch weder das eine noch das andere auf GESAMTEM (MAKROÖKONOMISCHEN) Niveau erwiesen/belegt/oder gar nur untersucht. Das gilt für die Studie, aber mindestens genauso für diesen wirklich schlechten Post.
    Wenn denn kein Mindestlohn, sondern Kombilohn, dann bitte auch mal ein Vorschlag, wer das bezahlen soll. Im Moment macht der Staat das schön auf Pump, nachhaltige Lösung geht anders. Mal ganz davon abgesehen, dass Kombilöhne ein wunderbares Principal-Agent Problem heraufbeschwören: Der Arbeitnehmer fragt auch gar nicht mehr nach angemessener Bezahlung (er kriegt ja genug Geld und ob das von AG oder Staat kommt ist ja nicht so wichtig) und der Arbeitgeber hat erst recht keinen Anreiz mehr angemessen zu bezahlen und kann - auf Kosten der Allgemeinheit - das Lohnniveau noch weiter senken ohne dass ihm Arbeitnehmer je fehlen, Papa Staat macht ja schon.
    Und es gibt noch viele, viele weitere Aspekte.
    Wenn man die Diskussion schon lostreten möchte, und dann auch noch mit "Schrottstudie des Jahres" gleich respektlos wird, dann sollte man selbst wenigstens besser sein ;)

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  38. a) Ich kenne keine einzige Studie, die an der kritisierten Stelle aufhört. Keine einzige. Es gibt natürlich welche, die sagen, OK, es fallen ein paar Jobs weg. Aber der Rest verdient mehr und die Mehreinkommen der Niedrigverdiener führen dann zu mehr Konsum und das schafft wieder neue Arbeitsplätze, die im ersten Schritt verloren gingen. U.u. kann man dann auch Steuern und/oder Sozialabgaben senken, was wiederum neue Arbeitsplätze schafft. Ich kenne sogar Studien, die sagen, dass es nachher *mehr* Arbeitsplätze gibt als vorher. Allerdings sagt die Mehrheit der Studien das Gegenteil ...

    Wichtig ist aber: Keine Studie hört an der Stelle einfach auf. Denn genau da wird es für VWLer erst interessant. Wie viele der Arbeitsplätze, die in der ersten Runde wegfallen, kommen in der zweiten und dritten Runde wieder zurück? Das ist die entscheidende Frage, bei allen Vorschlägen. Ob Kombilohn, Mindestlohn, BGE oder was auch immer.

    Ich hoffe, dass dir bei dem Verriss aufgefallen ist, dass wir mit Hartz IV defakto einen Kombilohn haben ... Und ich hoffe, die verlinkten Artikel über den Kombilohn wurden auch gelesen.

    Aber wenn du die Studie OK findest: Dann macht ich mal eine, die sagt: 30% Lohnerhöhung rettet den Staat. 30% höhere Steuereinnahmen, Haushaltsüberschuss. Alle sind glücklich.

    Außerdem: Wenn man eine Studie kritisiert, kann man das, auch wenn man keine bessere Studie hat. Dann können wir jede Diskussion ausschließlich in Fachkreisen diskutieren. Wer keine Studie hat, soll die Klappe halten. Politische Meinungsbildung geht so aber nicht.

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