Case-Shiller-Index März 2011: -0,8% (Vm), -3,6% (Vj) (Immowette gewonnen)

Mit der Veröffentlichung heute ist das Double Dip am amerikanischen Immobilienmarkt nicht mehr zu leugnen. Der City-20-Index fiel im März im Vergleich zum Vormonat um weitere 0,8% und im Vergleich zum Vorjahr um 3,6%. Damit ging es nicht nur weiter bergab, es wurden sogar die Tiefstkurse aus dem Sommer 2009 unterschritten (saisonbereinigt aber noch minimal mit 0,1% darüber).

Ja genau unter dem Wert aus dem Monat, auf den ich meine Immobilienwette gestützt habe. Da ich damals aber glücklicherweise den Zeitraum begrenzt habe (auf 18 Monate, die seit dem Januarwert eigentlich vorbei sind), logge ich die Wette jetzt mal schnell ein, bevor die 40% Gesamtminus vielleicht doch noch erreicht werden ... (NEUE WETTE: CASE-SHILLER-INDEX SINKT NICHT MEHR ALS 40%). Allerdings liegt das Minus vom Hoch aus gesehen im März bei 31,6%, ich hätte also noch einiges an Luft.

(Dieses Mal habe ich mehr Glück mit meinem Timing. Bei der Wette davor (die USA fallen in die Rezession, siehe Die egghat'sche Rezessionswette (verloren)) hatte ich ja Pech. Zwar habe ich (gegen fast alle Experten, z.B. hatte von den 50 vom WSJ befragten Ökonomen kein einziger eine Rezession auf dem Radarschirm) eigentlich das Richtige vorhergesagt, aber die quartalsweisen BIP-Zahlen waren noch im Plus und sind erst nachträglich ins Minus korrigiert worden. Da war die Wette aber schon beendet ...))

Also m106 (der liest ja noch, zumindest auf Twitter), Christoph (noch hier?) und Rüdiger Helge Wolf (hat sich zwischendurch mal über E-Mail gemeldet): Her mit dem Wein (oder der lokalen Bierspezialität). Meine Adresse gibt's per Mail.

Zurück zum Case-Shiller-Index. Die Breite im Index war schlecht, 18 von 20 Städten lagen im Monatsvergleich im Minus, im Jahresvergleich sogar 19 (einzige Ausnahme Washington). Allerdings sind die Werte etwas besser als im Februar, damals lag das Monatsminus bei 1,1% und in 19 der 20 Regionen sanken die Immobilienpreise.

Man muss aber positiv hinzufügen, dass die saisonbereinigten Zahlen um einiges besser aussehen. Februar und März sind saisonbereinigt "nur" um jeweils 0,2% im Minus, auch gab es 6 Märkte, die im Plus lagen.

Mittelfristig sieht es aber schlechter aus. 12 Regionen sanken auf neue Tiefstkurse im Zyklus, in 4 Märkten sind die Preise bereits unter die Werte von 2000 (!) zurückgefallen.

Weil es die letzte Zahl aus dem Quartal war, gab es auch ein Update zu den landesweiten Zahlen (die kommen nur quartalsweise, nicht monatlich). Landesweit sind die Immobilienpreise im ersten Quartal um 4,2% gefallen (4. Quartal 2010 -3,6%), im Vergleich zum ersten Quartal 2010 um 5,1%. Damit wurde auch ein neues Verlaufstief erreicht. Der National Index ist also noch etwas schlechter als die 20 großstädtischen Regionen im City-20-Index. Im Schnitt sind die Preise übrigens nun wieder auf dem Niveau von Mitte 2002 angelangt.

S&P: National Home Prices Hit New Low in 2011 Q1

Das Ganze ist übrigens immer noch lange nicht unkritisch, auch wenn das inzwischen nicht mehr die großen Schlagzeilen produziert. Zwar haben die Banken viele Risiken (v.a. mit Staatshilfe) ausgelagert, aber es schlummern immer noch Immobilienkredite in Billionenhöhe in den Bankbilanzen. Und seit der Finanzkrise werden diese (noch) kreativer bilanziert als vorher. Auch ist das Schatteninventar an unverkauften Immobilien noch nicht deutlich geschrumpft, also die Anzahl der Immobilien, die zwar schon durch den Ausfall der Hypothek wieder im Bankenbesitz sind, aber noch nicht offiziell zum Verkauf stehen (und ganz nebenbei noch mit ziemlich unrealistischen Wertansätzen in den Bankbilanzen stehen dürften).

Komischerweise macht sich auf dem heutigen Niveau niemand Gedanken über eine erneute Stützungsaktion für den US-Immobilienmarkt. Die Steueranreize für Erstkäufer, die damals gewährt wurden, waren einer der Hauptgründe, auf den ich damals meine Immowette gestützt habe. Dabei könnte eigentlich genau das - angesichts der sinkenden Arbeitslosenzahlen und der höheren Zuversicht in der Bevölkerung - heute zünden und endlich einen nachhaltigen Aufwärtstrend am US-Immobilienmarkt einleiten.

Kommentare :

  1. Glückwunsch, kann man da nur sagen!

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  2. Und werf' mir nicht immer vor, ich würde hier nicht mehr lesen :P

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  3. Gratuliere!
    Da merkt man erst wie biased man vor 2 Jahren noch war. Ich hätte mich nie getraut damals diese Ansage zu machen. Eine Voraussetzung für einen guten Value Investor ala Buffet hast du ja schonmal gezeigt ;).

    KBX

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  4. Congratz!

    Unrelated:
    > Fed Gave Banks Crisis Gains on $80 Billion Secretive Loans as Low as 0.01%
    http://www.bloomberg.com/news/2011-05-26/fed-gave-banks-crisis-gains-on-secretive-loans-as-low-as-0-01-.html

    Sind das neue Erkenntnisse?

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  5. Glück gehabt:

    http://blog.markusgaertner.com/2011/05/31/us-immobilien-crash-jetzt-groser-als-wahrend-der-grosen-depression/

    Gruß,

    Hardy

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