US-Arbeitslosenquote 06/11: 9,2% (+0,1 Vm)

Am US-Arbeitsmarkt setzt sich die Schwächephase der letzten Monate fort. Und unter der Oberfläche sind die Zahlen leider noch schlechter als das kleine Plus in der Überschrift es andeutet.

Zu den offiziellen Zahlen für den Juni 2011:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: +173.000 auf 14,087 Millionen.
Anzahl der Arbeitenden: -445.000 auf 139,334 Millionen

---> Arbeitslosenquote: 9,2% (+0,1).

Und erneut zur Erinnerung: Im März lag die US-Arbeitslosenquote noch bei 8,8%.

Die positive Überraschung im schwachen Mai-Bericht war die sinkende Zahl (-105.000) der NILFs (not in labor force). Aber das war wohl die berühmte Ausnahme, die die Regel bestätigt. Denn im Juni wurden 449.000 Amerikaner neu in diese Kategorie eingefügt und zählen damit zum nicht mehr zum Arbeitskräfteangebot der USA. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Plus nun auf satte 2,63 Millionen angeschwollen.

Die Erwerbstätigenquote (Anzahl Arbeitskräfte auf die Gesamtbevölkerung) sackte um 0,2 Prozentpunkte auf 58,2%. Das sind 0,3 Prozentpunkte weniger als im Juni 2010. Von einer wirklichen Erholung am US-Arbeitsmarkt zu sprechen, wagen sich wohl nur noch Daueroptimisten. Dass die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vorjahr gesunken ist, liegt ausschließlich an den Umbuchungen von mehr als 2 Millionen Amerikaner in die NILF-Kategorie.

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data, die als genauer gelten, waren ebenfalls eine dicke Enttäuschung.

Anzahl der Jobs: +18.000 gegenüber Mai 2011 auf 131,017 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr liegt das Plus bei ebenfalls mageren 136. Das reicht nicht ansatzweise aus, um bei der wachsenden Bevölkerung der USA für eine stabile Arbeitslosenquote zu sorgen.

Für die beiden vergangenen Monate gab es relativ kräftige Abwärtskorrekturen: Das Aprilplus wurde um 15.000 auf +217.000 nach unten korrigiert, das Maiplus sogar um 29.000 auf nur noch 25.000, zusammen also um 34.000.

Der einzige positive Aspekt der Zahlen war die Verteilung auf Staat und freie Wirtschaft. Die Anzahl der Arbeitsplätze in der privaten Wirtschaft stieg nämlich kräftiger um 57.000, der Staat drückte durch den Abbau von 39.000 Arbeitsplätzen das Plus auf 18.000. Allerdings wäre auch das Plus von 57.000 schon eine schwache Zahl gewesen und (wenn Zerohedge nicht lügt) schwächer als die niedrigste genannte Schätzung eines Wall Street Analysten gewesen.

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche unterstreicht das schwache Bild des Junis und ging um 0,1 auf 34,3 zurück, auch die Anzahl der Überstunden sank um 0,1 auf 3,1 Stunden.

Ein guter Punkt, an dem man die Gesamtverfassung des Arbeitsmarkts ablesen kann, ist auch immer die am breitesten ausgelegte Arbeitslosenquote U-6 ist. Diese ist kräftig um 0,4 Prozentpunkte auf 16,2% gestiegen. Das ist zwar noch immer eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr (16,5%), allerdings war der Unterschied zum Vorjahresmonat schonmal größer. Und die versteckten Arbeitslosen in der NILF-Schublade sollte man auch nicht vergessen ...


Fasst man die Zahlen zusammen, war der Juni eine noch größere Enttäuschung als der Mai. Nach den positiven Signalen aus dem Winterhalbjahr ist nun außer Ernüchterung nichts mehr zu sehen. Wer weiss, vielleicht war die Zahl von heute der Auslöser für QE3 ...


BLS.GOV: THE EMPLOYMENT SITUATION – JUNE 2011

Kommentare :

  1. Die Zahlen sind rundrum ziemlich mies, da gebe ich dir recht.

    Und aus China hört man auch immer öfters, das der Konjunkturmotor da ins Stottern kommt. Noch wachsen sie, aber wehe wenn nicht mehr.

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  2. Wenn's in Italien nicht gerade so rumsen würden, hätte ich was zu China geschrieben. Die Kreditblase entfaltet sich da nämlich gerade ...

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